William Wilkie Collins - Die neue Magdalena

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Mercy hob die Hand, um den Laden zu schließen. Bevor sie ihn wieder festmachen konnte, schlug von einem der entfernteren Posten der Knall eines Büchsenschusses an ihr Ohr, gleich darauf ein zweiter, schon näher und stärker. Mercy hielt inne, den Laden in der Hand, und horchte gespannt auf einen nächsten Knall.

3.

Die deutsche Granate

Der Knall des dritten Büchsenschusses drang durch die Nacht – schon ganz aus der Nähe des Häuschens. Grace sprang auf und trat erschreckt an das Fenster.

»Was bedeutet dies Schießen?« fragte sie.

»Signale der Vorposten«, erwiderte die Wärterin gelassen.

»Droht irgend Gefahr? Kehren die Deutschen zurück?«

Doktor Surville erwiderte diese Frage. Er hob eben den Zeugvorhang in die Höhe, um einen Blick in das Zimmer zu werfen, als Miss Roseberry sprach.

»Die Deutsche dringen gegen uns vor«, sagte er. »Ihre Vorhut ist in Sicht.«

Grace sank auf den nebenstehenden Stuhl und zitterte am ganzen Leibe. Mercy näherte sich dem Arzt und richtete entschlossen die Frage an ihn:

»Werden wir die Stellung verteidigen?« forschte sie.

Doktor Surville schüttelte bedeutsam den Kopf.

»Unmöglich! Der Feind ist uns wie immer um das Zehnfache überlegen.«

Der schrille Wirbel der französischen Trommeln wurde draußen gehört.

»Das Zeichen zum Rückzug!« sagte der Arzt. »Der Kapitän ist nicht der Mann danach, über das, was er zu tun hat, lange nachzudenken. Wir müssen selbst für uns sorgen. In fünf Minuten müssen wir diesen Ort geräumt haben.« Bei diesen Worten knallte eine förmliche Salve aus den Reihen der Deutschen. Ihre Vorhut griff die französischen Vorposten an. Grace fasste den Arzt mit flehender Gebärde am Arme. »Nehmen Sie mich mit«, rief sie. »O ich habe schon einmal von den Deutschen zu leiden gehabt; verlassen Sie mich nicht, wenn sie wieder kommen!« Der Arzt fühlte sich der Situation gewachsen; er drückte die Hand der hübschen Engländerin an seine Brust.

»Fürchten Sie nichts, Madame«, sagte er, und dabei sah er aus, als könnte er mit seinem unüberwindlichen Arm die gesamten Streitkräfte der Deutschen vernichten.

»Das Herz eines Franzosen schlägt unter Ihrer Hand. Die Ergebenheit eines Franzosen wird Sie zu schützen wissen.«

Graces Kopf sank auf seine Schulter. Monsieur Surville hatte das Bewusstsein, sich gut benommen zu haben; er blickte auffordernd nach Mercy hin. Auch sie war ein reizendes Wesen. Der Franzose hatte eine zweite Schulter für sie bereit. Zum Unglück war das Zimmer finster – der Blick für Mercy war verschwendet. Sie dachte der hilflosen Kranken im Innern des Hauses und erinnerte den Arzt an die Pflichten seines Berufes.

»Was soll aus den Kranken und Verwundeten werden?« fragte sie.

Monsieur Surville zuckte die Achsel – die freie nämlich.

»Die kräftigsten unter ihnen können wir mit uns fortnehmen«, sagte er. »Die Anderen müssen hier zurückbleiben. Für sich selbst meine Liebe, brauchen Sie nichts zu fürchten. Es wird sich schon ein Platz im Gepäckwagen finden.«

»Und auch für mich?« bat Grace eifrig.

Der unbesiegbare Arm des Arztes legte sich leise um die Taille der jungen Dame und antwortete stumm mit einem Drucke auf diese Frage.

»Nehmen Sie diese dann mit«, sagte Mercy. »Mein Platz ist bei den Armen, die Sie hier zurücklassen.«

Grace horchte mit maßlosem Erstaunen. »Bedenken Sie doch, was Sie riskieren«, sagte sie, »wenn Sie hier bleiben.« Mercy zeigte auf ihre linke Schulter.

»Beunruhigen Sie sich nicht um meinetwillen«, antwortete sie, »das rote Kreuz wird mich schützen.«

Ein neuer Trommelwirbel ermahnte den empfindsamen Wundarzt, seinen Platz als Generaldirektor der Ambulanz ohne Verzug einzunehmen. Er führte Grace zu einem Stuhl und legte diesmal ihre beiden Hände an sein Herz, um sie über das Unglück seines Abganges zu trösten. »Fürchten Sie nichts, reizende Freundin. Sagen Sie sich selbst, Surville ist ein ehrenhafter Mann! Surville ist mir ergeben!« Er schlug beteuernd auf seine Brust; er vergaß abermals die Finsternis im Zimmer, und warf einen Blick unbeschreiblicher Ehrerbietung auf seine reizende Freundin. »A bientôt!« rief er, warf ihr einen Kuss zu und verschwand.

Als der Zeugvorhang hinter ihm herabgefallen war, wurde plötzlich der Knall des Kleingewehrfeuers von dem Dröhnen der Kanonen mächtig übertönt. Im nächsten Augenblicke platzte draußen im Garten, nur einige Klafter vom Fenster entfernt, eine Granate mit fürchterlichem Gekrach.

Grace sank mit einem Schrei des Entsetzens auf die Knie, Mercy – ohne ihre Besonnenheit zu verlieren – trat zum Fenster und blickte hinaus.

»Der Mond ist aufgegangen«, sagte sie. »Die Deutschen beschießen das Dorf.«

Grace stand auf und lief Schutz suchend auf sie zu.

»Bringen Sie mich fort«, rief sie. »Wir werden getötet, wenn wir hier bleiben.« Sie hielt inne und sah verwundert auf die große schwarze Gestalt der Wärterin, die unbeweglich am Fenster stand. »Sind Sie denn aus Eisen?« rief sie. »Kann Sie denn nichts erschrecken.« Mercy lächelte traurig. »Weshalb sollte ich mich fürchten, mein Leben zu verlieren?« antwortete sie. »Ich habe nichts, was des Lebens wert wäre.«

Der Donner der Kanonen erschütterte abermals das ganze Häuschen. Eine zweite Granate platzte im Hof, dem Gebäude gerade gegenüber.

In höchster Bestürzung über das Getöse und von Schrecken ergriffen, da die Geschosse immer näher dem Häuschen einschlugen, schlang Grace die Arme um die Wärterin und hing sich in Vertraulichkeit, zu der sie das Entsetzen hinriss, an das Wesen, dessen Hand zu berühren sie vor kaum fünf Minuten sich gescheut hatte. »Wo ist es am sichersten?« rief sie. »Wo kann ich mich verstecken?«

»Wie soll ich Ihnen sagen können, wo das nächste Geschoss einschlagen wird?« antwortete Mercy ruhig.

Die standhafte Fassung der Einen schien die Andere geradezu wahnsinnig zu machen. Grace ließ die Wärterin los und blickte wild umher, um einen Weg zur Flucht zu entdecken. Sie wollte nach der Küche eilen, aber das Geschrei und die Verwirrung, welche die Übertragung der leichten Verwundeten in den Krankenwagen begleitete, trieb sie zurück. Ein zweiter Blick zeigte ihr die Tür, die in den Hof führte. Sie stürzte darauf los, mit einem Ausruf der Erleichterung. Eben legte sie die Hand auf das Schloss, als der dritte Donner des Geschützes ertönte.

Grace sprang einen Schritt zurück und hielt sich mechanisch mit beiden Händen die Ohren zu. Im selben Augenblicke platzte die dritte Granate auf dem Dache des Häuschens, durchschlug Dach und Decke und explodierte im Zimmer gerade an der Tür. Mercy sprang unverletzt von ihrem Platz am Fenster gegen die Mitte zu. Die glühenden Bruchstücke der Granate steckten den hölzernen Fußboden sogleich in Brand, und mitten unter diesen Sprengstücken im Rauch, nur schwach zu erkennen, lag die bewusstlose Gestalt ihrer Gefährtin. Selbst in diesem furchtbaren Augenblick verlor die Krankenwärterin nicht ihre Geistesgegenwart. Sie eilte an die Stelle zurück, wo sie früher gestanden hatte, und in deren unmittelbarer Nähe sie schon vorhin die leeren Mehlsäcke auf einen Haufen zusammengelegt bemerkt hatte, sie erfasste zwei derselben, warf sie auf den rauchenden Boden und trat das Feuer mit den Füßen aus. Hierauf kniete sie bei der bewusstlosen Frau nieder und hob ihren Kopf in die Höhe.

War sie verwundet oder tot?

Mercy zog die eine kraftlose Hand empor und legte ihre Finger an das Gelenk. Während sie noch erfolglos nach dem Puls fühlte, eilte Doktor Surville, in Besorgnis für die Damen, herein, um zu sehen, ob etwas geschehen sei.

Mercy rief ihn an. »Ich fürchte, die Granate hat sie gestreift«, sagte sie und überließ ihm ihren Platz. »Sehen Sie doch nach, ob sie schwer verwundet ist?«

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