Eugenie Marlitt - Im Hause des Kommerzienrates

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»Ja, so ein rechter Querkopf aus dem Volke, und doch – Papas Liebling«, warf Flora mit bitterm Lächeln hin.

»Scheinbar, Kind, weil sie seine Jüngste war«, sagte die Präsidentin, die grundsätzlich nie den Gedanken aufkommen ließ, dass eines ihrer Angehörigen je zurückgesetzt werden könne; »er hat Euch ebenso lieb gehabt. Nun, Moritz, wirst Du mitkommen?«

Er bejahte hastig. beide entfernten sich, Flora aber schellte ihrer Kammerjungfer. »Ich will mich in mein Schlafzimmer zurückziehen und dort arbeiten – trage das Schreibzeug und diese Papiere hinüber!« befahl sie. »Selbstverständlich bin ich für niemand mehr zu sprechen.«

Der feurig rote Streifen draußen erlosch; das weiße Licht des Salons aber schimmerte bis weit über Mitternacht in die dunkle, sturmgepeitschte Allee hinein. … Der Kommerzienrat saß am Spieltische. Alle Anwesenden hatten bei seinem Eintreten einen liebenswürdigen Gruß, ein vertrauliches Händeschütteln für ihn gehabt, und das hatte sein beklommenes Herz durchwärmt und umschmeichelt wie Sonnenschein. Inmitten dieser Gesichter, mit der Vornehmheit des Adels oder dem Beamtenhochmute in den Zügen, fand er seine Handlungsweise so vollkommen gerechtfertigt, dass er die quälenden Skrupel der letzten Stunden fast nicht mehr begriff. Weshalb sich einem schiefen Urteile aussetzen, wenn man sich bewusst ist, nicht einmal in Gedanken gesündigt zu haben? Und um welche Gemeinheit handelte es sich! All’ den allerliebsten Skandalgeschichtchen, die auch jetzt von Mund zu Mund schlüpften, hing man mit feinem, verständnisinnigem Lächeln »das seidene Mäntelchen« um – es waren ja insgesamt noble Passionen und Verirrungen, die man geißelte, bei dem Verdachte eines gemeinen Attentates auf den Geldschrank des Schlossmüllers aber ließe sicher alle diese Leute den ohnehin in ihren Kreis Eingeschmuggelten gnadenlos fallen. … Allerdings durfte er sich jetzt nicht mehr damit trösten, dass sein Verschweigen niemand schade; es drohte scheidend zwischen zwei Menschen zu treten, die bereits durch den Verlobungsring aneinander gekettet waren – bah, Flora war ein exzentrisches Wesen! Bei der nächsten Auszeichnung, die Bruck zuteilwurde – und die konnte bei seinen Verdiensten, seinem Wissen nicht ausbleiben –, besann sie sich eines Bessern. … Er schlürfte ein Glas köstlicher Bowle, und das spülte die letzte Skrupel gründlich weg.

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Der Schlossmüller hatte in der Tat seine Enkelin, Katharina Mangold, testamentarisch zu seiner Universalerbin ernannt und den bereits von ihrem verstorbenen Vater für sie bestellten Vormund auch seinerseits bestätigt. – Dieser Vormund war der Kommerzienrat Römer. Bei der Eröffnung des Testamentes war diesem doch sehr wunderlich zumute gewesen, und er hatte den Kopf geschüttelt über die Widersprüche, die ungeahnt in der Menschenseele nebeneinander liegen. Der alte Mann, der ihn in dem jähen Wahne, er wolle ihn seines Goldes berauben, nahezu erwürgt, hatte ihn kaum eine Stunde zuvor bezüglich der Verwaltung des Vermögens mit beinahe unumschränkter Vollmacht betraut. Er hatte verfügt, dass, falls die beabsichtigte Operation seinen Tod nach sich ziehe, sofort sein gesamter Besitz an Liegenschaften, mit Ausnahme der Schlossmühle, verkauft werde. In Betreff dieser Ausnahme hatte er bemerkt, die Mühle habe ihn zum reichen Manne gemacht, und seine Enkelin, selbst wenn sie »so stolz und hochnäsig, wie ihre Stiefschwestern« geworden sei, brauche sich nicht zu schämen, sie ihrem künftigen Ehemanne mitzubringen. Das Rittergut sollte zerschlagen, die Waldungen, Ländereien und die Wirtschaftsgebäude inmitten der weiten Gras- und Gemüsegärten je einzeln an den Meistbietenden veräußert werden; bezüglich der Villa und des dazu gehörigen Parkes solle jedoch der Kommerzienrat Römer, sofern er darauf reflektiere, die Vorhand haben, und sei ihm der Besitz mit fünftausend Talern unter dem Taxwert zuzuweisen. Diese fünftausend Taler habe er nicht allein als Entschädigung für seine vormundschaftliche Mühewaltung, sondern auch als ein Zeichen der »Erkenntlichkeit« des Testators anzusehen, da er sich niemals hochmütig, wie »die anderen in der Villa«, sondern weit eher wie ein anhänglicher naher Verwandter bezeigt habe. Ferner sollte auf Grund des Testamentes das Gesamtvermögen in Staatsobligationen und anderen soliden Papieren angelegt und die Wahl derselben dem Ermessen des Vormundes, als eines tüchtigen und umsichtigen Geschäftsmannes, überlassen sein.

Die junge Erbin lebte seit sechs Jahren entfernt von der Heimat. Ihr sterbender Vater hatte sie der Gouvernante, einem Fräulein Lukas, übergeben, welche die Erziehung des Kindes seit dessen erstem Lebensjahre in den Händen gehabt und in der Tat Mutterstelle an ihm vertreten hatte. Bankier Mangold hatte sehr wohl gewusst, dass er seinen Liebling, der sich stets scheu von den weit älteren Stiefschwestern ferngehalten, dieses Schutzes nicht berauben dürfe, und deshalb verfügt, dass Katharina mit nach Dresden gehen solle, wo die Erzieherin nach langjährigem Brautstand mit einem Arzte gerade um jene Zeit ihren eigenen Hausstand begründete. … Das junge Mädchen hatte in ihren Briefen an den Vormund nie den Wunsch ausgesprochen, die Heimat wiederzusehen; ebenso wenig war es ihrem Großvater, dem Schlossmüller, eingefallen, sie je zurückzufordern; er war damals vollkommen mit ihrer Übersiedlung nach Dresden einverstanden gewesen, weil ihr Anblick den Gram um das einzige Wesen, das er geliebt, um seine Tochter, stets erneute. Nun, nach seinem Tode, hatte der Vormund ihre Rückkehr auf einige Zeit gefordert; er hatte ihr zugleich mitgeteilt, dass er sie selbst mit Eintritt der wärmeren Jahreszeit, Ende April, abholen wolle, weil – was er selbstverständlich verschwieg – die Präsidentin Urach sich entschieden gegen eine etwaige Begleitung der ehemaligen Gouvernante verwahrte. Die Mündel war mit allem einverstanden gewesen, und hatte ihn nur auf seine Frage, ob sie bei Ausführung der testamentarischen Bestimmungen irgendeinen persönlichen Wunsch habe, dringend gebeten, bei Verpachten der Schlossmühle die große Eckstube nebst Alkoven zu reservieren und beide Räume genau zu belassen, wie sie zu des Großvaters Lebzeiten eingerichtet gewesen seien. Das war geschehen. – –

Es war im Monat März, da kam eine junge Dame von der Stadt her. Sie ging auf der Chaussee, die mit den letzten vereinzelten Ausläufern der Straße, hübschen, kleinen Landhäusern, zu beiden Seiten besetzt war, und bog in den breiten Fahrweg ein, der nach der Schlossmühle führte. Noch war das Schmelzwasser des letzten Schneefalles nicht ganz versickert; es stand in den breiten Furchen, welche die Räder der Mühlenwagen gewühlt hatten, und in den tiefeingedrückten Spuren der vielen Sohlen, die hier verkehrten; aber die schlanken Füße des junge Mädchens steckten in festen Lederstiefelchen, und das schwarze Seidenkleid war so hoch aufgeschürzt, dass der elegant bordierte Saum mit dem triefenden Geröll nicht in Berührung kam. Es war durchaus keine Elfe oder Sylphide, das Menschenkind, das so kräftig und sicher dahergeschritten kam, weit eher eine Gestalt, wie man sich ein schönes Schweizermädchen denkt, dem die kräuterwürzige Alpenmilch und der reine Atem der Bergluft das Blut mischen und Adern und Sehnen vor Gesundheit strotzen machen. Eine anliegende, mit Pelz besetzte schwarze Sammetjacke bezeichnete die kräftigen, aber schön geschwungenen Linien der Taille und des Busens, und auf dem lichtbraunen Haare saß, ein wenig schief gerückt, eine Mütze von Marderfell. Das Gesicht war weit entfernt, proportioniert oder gar klassisch regelmäßig zu sein – das gebogene Näschen war zu kurz im Verhältnis zur Wölbung und Breite der Stirn, der Mund zu groß, das runde Kinn mit dem Grübchen ein wenig zu kräftig vorgeschoben, der Bogen der Brauen nicht bestimmt genug, aber diese Mängel wurden aufgewogen durch die reine, von den breiten Schläfen ausgehende Ovallinie und die unvergleichliche Jugendfrische und Blüte der Gesichtsfarbe.

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