Eugenie Marlitt - Im Hause des Kommerzienrates
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»Ich will? … Boshaftes Geschöpf! Ich gäbe sofort mein halbes Vermögen hin, wenn ich noch so denken könnte, wie zu Anfang meiner Brautschaft, so stolz, so zuversichtlich zu Bruck aufsehend«, rief Flora leidenschaftlich. »Aber seit dem Tode der Gräfin Wallendorf trage ich stillschweigend die fortgesetzte Qual der Zweifel, des Misstrauens mit mir herum – heute zweifle ich nicht mehr, denn ich bin überzeugt. Jene Schwäche des Weibes kenne ich freilich nicht, das nur liebt, ohne zu fragen: ist der Geliebte der Hingebung auch würdig? … Ich bin ehrgeizig, glühend ehrgeizig, das können alle wissen. Ohne diese Triebfeder würde ich auch mit dem großen Haufen der Schwachen und Indolenten meines Geschlechts auf der breiten Heerstraße der Alltäglichkeit ziehen. – Gott soll mich behüten! Wie andere strebende und denkende Frauen es möglich machen, ruhig und gleichmütig mit einem unbedeutenden Mann durchs Leben zu gehen, ist mir stets unfasslich gewesen – ich würde zeitlebens erröten unter den Blicken der Menschen.«
»O – so verschämt würdest Du sein? Sieh, sieh! – Allerdings, dazu gehört auch mehr Mut, als vor einem kecken Auditorium von Studenten über Ästhetik und dergleichen zu lesen«, rief Henriette, jetzt in der Tat mit einem boshaften Lächeln.
Flora ließ einen Blick voll Verachtung über die kleine Schwester hinstreifen. »Solch eine kleine Viper lässt man ruhig zischen. Was weißt Du von einem Ideal?« sagte sie achselzuckend. »Aber Recht hast Du, wenn Du glaubst, mein Platz sei weit eher auf dem Katheder, als an der Seite eines Mannes, der sich als Stümper in seiner Wissenschaft dokumentiert – eine solche Fessel ertrage ich nicht.«
»Kind, das ist Deine Sache«, erklärte die Präsidentin gelassen, während der Kommerzienrat in namenloser Bestürzung zurückfuhr. »Du wirst Dich erinnern, dass Dich niemand gezwungen, noch überredet hat, Deinen Kopf in diese Fessel zu stecken.«
»Das weiß ich sehr genau, Großmama; ich weiß auch, dass Du es weit lieber gesehen hättest, wenn ich die Frau des an Geld und Körper bankerotten Kammerherrn von Stetten geworden wäre. Ich gebe Dir ebenso gern zu, dass ich mich nie von irgendeinem Menschen beeinflussen oder gar leiten lasse, weil ich am besten wissen muss, was mir frommt.«
»Das wird Dir auch stets unbenommen sein«, versetzte die Großmama mit vornehmer Kälte. »Nur eines gebe ich Dir zu bedenken: Du wirst eine entschiedene Gegnerin an mir haben, wenn die Sache auf einen Eklat hinausläuft. Darin kennst Du mich hoffentlich. Ich ertrage weit eher inneren Unfrieden, als einen Familienskandal nach außen. Ich lebe mit Euch zusammen und habe gern die Repräsentation dieses Hauses übernommen; dafür verlange ich aber auch die unbedingteste Rücksicht für meine Stellung und meinen Namen. Ich will nicht, dass man in der Gesellschaft über uns flüstert und zischelt.«
Der Kommerzienrat wandte sich rasch ab. Er trat an das eine unverhüllte Fenster und starrte in die Nacht hinaus. Der Wind, der sich allmählich zum Sturme steigerte, fauchte rüttelnd an den Scheiben hin, und in dem feurig roten Streifen, den die Lampe des anderen Fensters stet und unbeirrt über die windgeschüttelten Büsche warf, fuhren die blutig gefärbten Schneeflocken im rasenden Wirbel durcheinander, wie die marternden Gedanken in seinem Kopfe. Er hatte vorhin mit sich gekämpft, ob er nicht Flora wenigstens den Vorfall wahrheitsgetreu mitteilen solle – jetzt wusste er, dass gerade ihr gegenüber kein Laut über seine Lippen kommen durfte, wenn er nicht wollte, dass die Präsidentin um des »Zischelns und Flüsterns in der Gesellschaft« willen sich von ihm lossagte; er musste sich eingestehen, dass das ehrgeizige schöne Mädchen sofort sein Geständnis in die Welt hinausschreien würde, weniger aus Liebe, als um den Schein von sich zu wenden, dass sie sich hinsichtlich der Wahl ihres Herzens oder eigentlich ihres Verstandes geirrt habe.
Währenddem stand Henriette, das kleine, missgestaltete Mädchen, mit Augen voll Grimm und Spott vor der Großmutter. »Also nur in Rücksicht auf das Gerede der Leute wünschest Du, dass sich meine Schwester tadellos aus der Affäre ziehe? Damit kommt sie ja sehr wohlfeil weg. Du sprichst sie ohne Bedenken frei, wenn sie nur dem Treubruche ein seidenes Mäntelchen umzuhängen versteht. Übrigens brauchst Du wegen des Eklat wirklich nicht so entsetzlich penible zu sein, Großmama – man muss im Salon leben, wie wir, um zu wissen, dass die Gesellschaft es mit so manchen vornehmen Sündern hält, wie mit dem alten Meißner Porzellan: je öfter gekittet, desto begehrter!«
»Ich werde Dich wohl ersuchen müssen, den Rest des Abends auf Deinem Zimmer zu verbringen, Henriette«, zürnte die Präsidentin jetzt ernstlich. »Mit dieser verbitterten Stimmung kann ich Dir die Rückkehr in den Salon nicht gestatten.«
»Wie Du befiehlst, Großmama! Gelt, Hans, wir gehen mit tausend Freuden«, sagte sie lächelnd und drückte die Wangen auf das Gefieder des Vögelchens, das noch auf ihrer Rechten saß. »Du kannst auch die alten Hofdamen nicht leiden, und die große medizinische Autorität, den Herrn von Bär, zwickst Du regelmäßig in den Finger, wenn er Dich mit Zucker kirren will, braver Bursche … Gute Nacht, Großmama – gute Nacht, Moritz!« Sie hemmte noch einmal ihre hastigen Schritte und wandte sich zurück. »Die Charaktervolle dort«, sagte sie mit schneidender Ironie, »wird hoffentlich den Weg innehalten, den ihr der selige Papa unerbittlich vorgeschrieben haben würde – mit ihrer Renommage bezüglich des eigenen Willens hat sie sich zu seinen Lebzeiten niemals hervorwagen dürfen. Er würde ihr nie gestattet haben, einem Ehrenmanne das gegebene Wort zu brechen.«
Mit trotzig zurückgeworfenem Kopfe ging sie hinaus, aber schon auf der Schwelle stürzten ihr die heißen Tränen, die bereits in ihren letzten Worten mitgeklungen hatten, unaufhaltsam über die Wangen.
»Gott sei Dank, dass sie geht!« rief Flora. »Man braucht wirklich das höchste Maß von Selbstbeherrschung, um nicht ihr gegenüber die Geduld zu verlieren.«
»Ich vergesse nie, dass sie eine Kranke ist«, bemerkte die Präsidentin trocken zurechtweisend.
»Und in einer Art hatte sie doch auch Recht, Flora«, wagte der Kommerzienrat einzuwerfen.
»Denke darüber, wie Du willst, Moritz!« entgegnete die junge Dame kalt. »Ich habe Dich nur dringend zu bitten, mir durch Deine Einmischung die inneren Kämpfe nicht zu erschweren. Wie bereits gesagt, bin ich gewohnt, mit mir und anderen allein fertig zu werden, und so will ich’s auch in diesem Falle gehalten wissen. Übrigens dürft Ihr ruhig sein – Du und die Großmama – es widerstrebt mir selbst, hart und gewaltsam vorzugehen; ich habe eine geräuschlose Verbündete, und das ist – die Zeit.«
Sie nahm das Kelchglas vom Schreibtische und netzte die fast weißgewordenen Lippen mit einigen Tropfen Rotweins, während die Präsidentin, ohne ein Wort weiter zu verlieren, sich anschickte, in den Salon zurückzukehren.
»Apropos, Moritz!« rief sie, die Hand auf das Türschloss legend. »Was wird nun mit Käthe geschehen?«
»Darüber müssen wir das Testament entscheiden lassen«, versetzte er, wie befreit aufatmend. »Ich bin völlig ahnungslos, wie der Schlossmüller verfügt hat. Käthe ist seine einzige Erbin; ob er sie aber auch als solche bestätigt, das fragt sich; er ist ihr ja immer gram gewesen, weil ihre Geburt seiner Tochter das Leben gekostet hat. … Auf jeden Fall wird sie für einige Zeit hierherkommen müssen.«
»Gib Dir keine Mühe – die kommt nicht; die hängt noch heute so fest an den Rockfalten ihrer alten, unausstehlichen Gouvernante, wie zu Papas Lebzeiten«, sagte Flora. »Man muss nur ihre Briefe an Dich lesen.«
»Nun, vielleicht ist’s auch besser, sie bleibt, wo sie ist«, meinte die Präsidentin fast lebhaft. »Aufrichtig gestanden, ich verspüre nicht viel Lust, sie unter meine Flügel zu nehmen und vielleicht stündlich an ihr herumzumäkeln – das gibt viel stillen Ärger. … Ich habe mich nie recht für sie erwärmen können, nicht etwa, weil sie das Kind der ›anderen‹ war – darüber habe ich stets gestanden, aber sie kroch mir zu viel drüben in der Mühle herum, hatte stets die Zöpfe und Kleider voll Mehlstaub und war ein recht eigenwilliges kleines Ding.«
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