Ich erschrak schrecklich. Ein Aufruf! Jeder weiß, was das heißt. Konzentrationslager Конец ознакомительного фрагмента. Текст предоставлен ООО «ЛитРес». Прочитайте эту книгу целиком, купив полную легальную версию на ЛитРес. Безопасно оплатить книгу можно банковской картой Visa, MasterCard, Maestro, со счета мобильного телефона, с платежного терминала, в салоне МТС или Связной, через PayPal, WebMoney, Яндекс.Деньги, QIWI Кошелек, бонусными картами или другим удобным Вам способом.
und einsame Gefängnisse. Solche Bilder hatte ich im Kopf. Und dahin sollte Vater gehen? Margot erklärte: „Er geht natürlich nicht. Du weißt ja, wir wollen uns verstecken. Vielleicht können wir schon morgen in unser Versteck umziehen. Van Daans gehen mit. Wir sind dann sieben Personen.“ Stille. Wir konnten nicht mehr sprechen. Ich dachte an Vater, der einen Besuch im jüdischen Altersheim machte und keine Ahnung hatte, was hier passiert war. Und dann das Warten auf Mutter, die Hitze, die Nervosität … Wir konnten nur schweigen.
Plötzlich klingelte es wieder. „Das ist Hello“, sagte ich. Margot hielt mich fest und sagte: „Nicht aufmachen!“ Aber da hörten wir Mutter und Herrn van Daan unten schon mit Hello reden. Dann kamen sie herein und schlossen die Tür. Wenn es klingelte, sollten Margot und ich leise hinuntergehen und nachsehen, ob es Vater war. Andere Leute durften nicht rein. Margot und ich mussten aus dem Zimmer gehen. Van Daan wollte mit Mutter allein sprechen. Als Margot und ich in unserem Zimmer waren, erzählte sie, dass der Aufruf nicht für Vater war, sondern für sie. Ich erschrak wieder und weinte. Margot ist sechzehn. So junge Mädchen wegschicken? Aber sie geht nicht! Mutter hatte es selbst gesagt. Und wahrscheinlich hatte das auch Vater gemeint, als wir über das Verstecken gesprochen hatten.
Aber wo sollten wir uns verstecken? In der Stadt? Auf dem Land? In einem Haus? Wann? Wie? Wo? Darüber dachte ich die ganze Zeit nach.
Margot und ich packten gleich das Nötigste in unsere Schultasche. Zuerst legte ich dieses Tagebuch hinein und dann Lockenwickler 20 20 der Lockenwickler: Gegenstand aus Metall oder Plastik für die Haare, damit die Haare nicht mehr glatt sind
, Taschentücher, Schulbücher, einen Kamm und alte Briefe. Ich dachte ans Verstecken, deshalb hatte ich überhaupt nicht vernünftig gepackt. Aber für mich sind Erinnerungen eben wichtiger als Kleider.
Um fünf Uhr kam Vater endlich nach Hause. Herr van Daan holte Miep. Sie kam, packte Schuhe und Kleidung in eine Tasche. Am Abend wollte sie noch einmal kommen. Danach war es still in unserer Wohnung. Wir wollten alle nichts essen. Es war noch warm und alles war so seltsam.
Das große Zimmer oben hatte Herr Goldschmidt gemietet. Er war bei uns und wir hofften, dass er bald wieder ging. Aber an dem Abend hatte er wohl nichts geplant. Er blieb bis zehn Uhr.
Um elf Uhr kamen Miep und Jan Gies. Sie haben erst vor kurzer Zeit geheiratet. Miep ist seit 1933 bei Vater in der Firma und eine gute Freundin geworden, ebenso ihr Mann Jan. Miep und Jan nahmen wieder Schuhe, Hosen, Bücher und Unterwäsche 21 21 die Unterwäsche: was man unter der Kleidung trägt
mit. Um halb zwölf waren sie gegangen.
Ich war sehr müde. Ich wusste ja, dass es die letzte Nacht in meinem eigenen Bett war, aber ich schlief sofort ein. Am nächsten Morgen weckte mich meine Mutter um halb sechs. Es war gut, dass es nicht mehr so heiß war wie am Sonntag. Es regnete. Wir zogen uns alle so dick an, als müssten wir in einem Kühlschrank übernachten. So konnten wir mehr Kleider mitnehmen. Kein Jude würde in unserer Situation mit einem Koffer voller Kleider auf die Straße gehen. Das wäre viel zu gefährlich. So war ich angezogen: zwei Hemden, drei Hosen, zwei Paar Strümpfe, ein Kleid und darüber einen Rock, Mantel, Sommermantel, feste Schuhe, Mütze, Schal 22 22 der Schal: Tuch für den Hals
und noch viel mehr. Ich konnte schon zu Hause kaum atmen, aber das interessierte niemanden.
Margot packte so viele Schulbücher wie möglich in ihre Schultasche. Dann holte sie ihr Rad und fuhr hinter Miep her – zu einem unbekannten Ort. Ich wusste nämlich noch immer nicht, wo wir uns verstecken wollten.
Um halb acht schlossen auch wir die Tür hinter uns. Ich musste mich von meiner kleinen Katze Moortje verabschieden. Sie sollte ein gutes Zuhause bei Nachbarn bekommen. Das stand in einem Brief an Herrn Goldschmidt.
Als wir gingen, war das Bett nicht gemacht. Auf dem Tisch lag alles vom Frühstück und in der Küche gab es Fleisch für die Katze. Es sah so aus, als wären wir ganz schnell weggegangen. Das war uns egal. Wir wollten nur weg und sicher ankommen. Sonst nichts! Fortsetzung morgen.
Deine Anne
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Donnerstag, 9. Juli 1942
Liebe Kitty!
So liefen Vater, Mutter und ich, jeder mit einer vollen Schul- und Einkaufstasche durch den Regen. In den Gesichtern der Arbeiter, die schon zur Arbeit gingen, konnten wir sehen, dass es ihnen leid tat, dass wir keine Fahrzeuge nehmen durften. Der große gelbe Stern sagte alles.
Erst als wir auf der Straße waren, erzählten mir Vater und Mutter nach und nach den ganzen Plan über unser Versteck. Seit Monaten hatten sie schon viele Sachen aus der Wohnung in das Versteck gebracht. Am 16. Juli wollten sie sich mit uns Kindern verstecken. Weil es aber den Aufruf für Margot gab, mussten wir das zehn Tage früher tun. Das bedeutete auch, dass die Räume im Versteck noch nicht fertig waren. Aber damit mussten wir leben.
Das Versteck war in Vaters Bürogebäude in der Prinsengracht 263. Dazu muss ich wohl einiges erklären. Vater hatte nicht viele Mitarbeiter. Da waren jetzt Herr Kugler, Herr Kleiman, Miep und dann noch Bep Voskuijl. Alle waren informiert, dass wir kommen.
Im Lager waren Herr Voskuijl, also Beps Vater, und zwei Arbeiter, die nichts von unserem Versteck wussten.
Das Gebäude sieht so aus: Unten ist ein großer Raum, das Lager. Dort gibt es Gewürze, Vorräte 23 23 der Vorrat: etwas, was man besorgt hat, sodass man später genug davon hat
und mehr. Eine Treppe führt nach oben. Dort ist ein sehr großes, helles und sehr volles Büro. Hier arbeiten Bep, Miep und Herr Kleiman. Wenn man weitergeht, kommt man in ein dunkles Zimmer für den Direktor. Dort saßen früher Herr Kugler und Herr van Daan. Jetzt sitzt da nur noch Herr Kugler. Geht man von Kuglers Büro durch einen langen, schmalen Flur und steigt dann vier Stufen hoch, so kommt man zum schönsten Raum. Das ist das Privatbüro. Da stehen schöne dunkle Möbel, es liegen Teppiche auf dem Boden, es gibt ein Radio, eine elegante Lampe. Alles ist prima-prima. Daneben ist eine große Küche, wo man auch Wasser warm machen kann und mit Gas kochen. Dann noch ein Klo 24 24 das Klo: Toilette
. Das ist der erste Stock.
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