Julia Moira Radtke - Sich einen Namen machen

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Die Arbeit widmet sich einer bisher übersehenen, im öffentlichen Raum gleichwohl hochpräsenten Namenart: Sie untersucht die Namen im Szenegraffiti. Namen sind für die Graffitiszene von zentraler Bedeutung, weil es im Szenegraffiti darum geht, ein Pseudonym zu wählen und dieses möglichst oft und auf individuelle, qualitativ hochwertige Weise im öffentlichen Raum anzubringen. Die Mitglieder der Graffitiszene, die Writer, müssen sich daher im wörtlichen und im übertragenen Sinne «einen Namen machen».
Mit ihrer empirisch basierten Arbeit, deren Datengrundlage 11.000 Aufnahmen von Graffitis aus Mannheim bilden, legt die Autorin die erste umfassende wissenschaftliche Beschreibung dieser Namenart vor. Da die Graffitinamen im Fokus stehen, ist die Arbeit in erster Linie der Onomastik zuzuordnen. Um die Pseudonyme angemessen beschreiben zu können, werden in der Untersuchung aber auch Ansätze der Multimodalitäts- und Schriftbildlichkeitsforschung sowie der Linguistic-Landscape-Forschung verarbeitet.

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Graffiti ist in der Linguistik generell erst seit einigen Jahren zum Untersuchungsgegenstand geworden. Ein gesteigertes Interesse an diesem urbanen Phänomen entwickelte sich etwa mit der Herausbildung der Schriftbildlichkeitsforschung11 und der Bildlinguistik12 sowie der Linguistic-Landscape-Forschung13. PENNYCOOK musste 2009 in der Linguistic-Landscape-Forschung jedoch zunächst darauf hinweisen, dass Graffitis – in gleichem Maße wie Werbebanner, Leuchtreklamen und Verkehrsschilder – überhaupt einen Bestandteil der Schrift- oder Sprachlandschaft einer Stadt darstellen.

In jüngster Zeit sind in der germanistischen Sprachwissenschaft allerdings gleich zwei Projekte entstanden, die eine systematische Beschäftigung mit Graffiti ermöglichen. Zum einen ist hier das Kooperationsprojekt „Metropolenzeichen: Visuelle Mehrsprachigkeit in der Metropole Ruhr“ der Universität Duisburg-Essen und der Ruhr-Universität Bochum zu nennen. Dabei wurden unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Ziegler öffentlich sichtbare ortsfeste Zeichen in den Städten Duisburg, Essen, Bochum und Dortmund fotografiert und zu einem 25500 Fotos umfassenden Korpus zusammengestellt (vgl. dazu ZIEGLER 2013a, CINDARK UND ZIEGLER 2016: 135ff., WACHENDORFF ET AL. 2017: 158ff.).14

Das zweite große Projekt, das sich die Erforschung von Graffiti zur Aufgabe gemacht hat, ist das „Informationssystem Graffiti in Deutschland“ (INGRID). Es handelt sich hierbei um ein interdisziplinäres Kooperationsprojekt der Universität Paderborn (Germanistische Sprachwissenschaft, Leitung Prof. Dr. Doris Tophinke) und des Karlsruher Instituts für Technologie (Kunstgeschichte, Leitung Prof. Dr. Martin Papenbrock), das von der DFG gefördert wird. Das Ziel von INGRID ist der Aufbau einer umfassenden Datenbank, mit der Graffiti systematisch wissenschaftlich erforscht werden kann. Im Rahmen von INGRID erfolgte auch die Forschung, die dieser Arbeit zugrunde liegt, weshalb eine konkrete Beschreibung des Projekts mit Informationen zur Laufzeit, Datengrundlage und Zielsetzung in Abschnitt 1.2 anschließt.

Wie bereits angeklungen ist, ist das Thema dieser Arbeit für verschiedene linguistische Teildisziplinen relevant. Es liefert zum einen neue Erkenntnisse für die Linguistic-Landscape-Forschung, weil Graffitinamen einen Teil der schriftsprachlichen Landschaft darstellen. Im Gegensatz zum übrigen Bestand der Linguistic Landscape handelt es sich bei den Namen allerdings nicht um maschinell produzierte, sondern um handschriftliche Formen. Zum anderen – darauf wurde bereits hingewiesen – lässt sich die Erforschung von Graffitinamen im Aufgabenbereich der Onomastik verorten. Noch spezifischer kann das Thema dabei dem Bereich der Sozioonomastik15 zugeordnet werden:

In socio-onomastics, names in society are examined. Socio-onomastics can be defined, put briefly, as a sociolinguistic study of names. Above all, it explores the use and variation of names. The socio-onomastic research method takes into account the social, cultural, and situational fields in which names are used. (AINIALA 2016: 371)

Die Erforschung der Graffitinamen stellt ein sozioonomastisches Thema dar, weil die Namen in starkem Maße an eine soziale Gruppe – die Graffitiszene – gebunden sind. Formen und Funktionen der Namen sind daher stets vor diesem sozialen Kontext zu beurteilen, in dem sie verwendet werden.

Das Thema dieser Arbeit leistet im Bereich der Onomastik insbesondere einen Beitrag zur Pseudonymenforschung, denn Graffitinamen können – wie in den nächsten Kapiteln erläutert wird – diesem Typ der inoffiziellen Personennamen16 zugeordnet werden. Im Bereich der inoffiziellen Personennamen, zu dem neben Pseudonymen auch Spitznamen gehören, lässt sich ein genereller Forschungsbedarf konstatieren. In der Spitznamenforschung, in der sich lange Zeit nur einige wenige, ältere Publikationen fanden (vgl. dazu KANY 1992, NAUMANN 1995), ist in jüngster Zeit allerdings eine zunehmende Forschungstätigkeit zu konstatieren (vgl. dazu EWALD 2014, KÜRSCHNER 2014, NÜBLING 2014, 2017, EWALD UND MÖWS 2018, DAMMEL ET AL. 2018). Studien zum Thema Pseudonymie beschränken sich hingegen in der Regel auf den Bereich der Internetpseudonymie (vgl. dazu ZIEGLER 2004, WOCHELE 2012 u.a.).17 Daher merken NÜBLING ET AL. noch 2015 an, dass „[d]ie Motive für die Selbstverleihung von Pseudonymen, deren genaue Wahl sowie der (erhoffte sowie erfolgte) Identitätswechsel […] noch wenig erforscht“ sind (2015: 180). Auch DEBUS stellt in seinem Einführungswerk „Namenkunde und Namengeschichte“ Folgendes fest: „Eine befriedigende umfassende Typologie der Pseudonyme gibt es bisher nicht.“ (2012: 134) Eine Beschreibung und Analyse der Graffitinamen liefert demzufolge auch neue Erkenntnisse für die Pseudonymenforschung.18

Die Beschäftigung mit Graffitinamen ist auch für diejenigen linguistischen Forschungsrichtungen relevant, die sich mit der Materialität bzw. der visuellen Erscheinung der Schrift beschäftigen. Dazu gehören etwa die Multimodalitätsforschung und die Schriftbildlichkeitsforschung. Graffitinamen stellen einen interessanten Gegenstand für diese Forschungsfelder dar, weil sie erstens fast ausschließlich in schriftlicher Form in Erscheinung treten und weil sie – anders als beispielsweise Rufnamen – in der Regel nicht nach euphonischen, sondern nach bildlich-ästhetischen Kriterien ausgewählt werden. Darauf deutet eine Aussage des Graffitiwriters FYE hin, der sich im Szenemagazin „Backspin“ folgendermaßen zu seinem Namen äußert:

Das soll einen dicken Klumpen bilden. Bei den Bildern soll immer alles gefüllt sein. Damit kann man schön groß malen, da dann bei Whole-Cars nur noch wenig Background übrig bleibt. Background ist Luxus (lacht). (FYE in Backspin 86/2007: 69)

Auch weitere Sprüher geben in Interviews mit Szenemagazinen an, ihren Namen anhand der Buchstabenformen ausgesucht zu haben.19 Daraus ergeben sich sowohl für die Namenforschung als auch für die Multimodalitätsforschung bzw. Schriftbildlichkeitsforschung interessante Fragestellungen. Derartige Namen, die in ihrer Bildlichkeit wirken sollen, sind bisher namentheoretisch noch nicht beschrieben worden. So ist für Graffitinamen etwa zu diskutieren, ob Aussagen wie Namen seien „unmeaning mark[s]“, was auf MILL (1843: 43) zurückgeht, oder – wie NÜBLING ET AL. es formulieren – „sie sind ohne Semantik “ (2015: 13, Hervorh. i.O.) überhaupt gültig sind.

Äußerungsformen, in denen die Materialität der Schrift besonders relevant ist, sind stattdessen in anderen linguistischen Forschungsrichtungen untersucht worden, z.B. in der Multimodalitätsforschung. Die Ergebnisse der Multimodalitätsforschung sind bislang jedoch noch nicht speziell auf Namen bezogen worden. Es ist somit zu prüfen, ob sich Erkenntnisse der Multimodalitätsforschung auf Graffitinamen übertragen lassen und die Namen möglicherweise auf anderen Ebenen – z.B. über ihre Schriftbildlichkeit – systematisch Bedeutung kommunizieren. Damit ergeben sich für das Thema dieser Arbeit auch Anknüpfungspunkte an SPITZMÜLLERS Habilitationsschrift „Graphische Variation als soziale Praxis“ (2013), die die sozialen Funktionen graphischer Mittel in den Blick nimmt.

Dass die vorliegende Arbeit im Schnittbereich verschiedener linguistischer Forschungsrichtungen zu verorten ist, zeigt sich auch an der Methodik, die bei der empirischen Untersuchung der Graffitinamen zum Tragen kommt. Methoden wie die Erhebung von Fragebögen, qualitativen Interviews oder „die Methode der offenen oder verdeckten teilnehmenden Beobachtung“, die typische Methoden der soziologisch orientierten Onomastik darstellen (DEBUS 1995: 347), werden in der vorliegenden Arbeit nicht angewandt.20 Im Rahmen dieser Studie erfolgt somit – wie im Folgenden noch begründet wird – keine Befragung einzelner Sprüher zu den Motiven ihrer Namenwahl oder zu den Kontexten, in denen sie ihre Namen verwenden. Stattdessen wird der Name selbst in seinen (schrift-)sprachlichen und (schrift-)bildlichen Eigenschaften sowie in seiner Platzierung im öffentlichen Raum in den Blick genommen.21

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