Ilse Tielsch - Heimatsuchen

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Mit viel Mühe hat Wundraschek sein Pferd durch den Krieg gebracht, jetzt, im Mai und Juni 1945, sollen seine Entbehrungen belohnt werden. Mithilfe eines klapprigen Wagens und gegen fürstliche Bezahlung führt er die letzten Deutschen, die sich noch in der kleinen südmährischen Stadt aufhalten, bis zur tschechisch-österreichischen Grenze. Darunter befinden sich auch der Arzt Heinrich und seine Frau Valerie, die ihrer Tochter Anni ins Exil folgen. Es ist ein Aufbruch ins Ungewisse – werden sie Anni wiederfinden, werden sie je zurückkehren können? Für die ganze Familie beginnt ein langer Kampf ums Überleben, eine Odyssee durch fremde Dörfer, Städte und Besatzungszonen. Jahrzehnte später sammelt die nun erwachsene Anna Erinnerungen der einst Vertriebenen und schreibt auf, wie es gewesen ist – auch in Gedenken an die vielen Menschen, die ihnen in dieser Zeit beigestanden sind.

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Wegen der hohen Kosten habe man erst spät mit der Elektrifizierung der Stadt beginnen können, der Bau einer Wasserleitung stellte sich als finanziell untragbar heraus, an eine Kanalisation war nicht zu denken. Einzig das Baugewerbe blühte, Schulen und Häuser für die neuen tschechischen Beamten wurden gebaut. Für das neu errichtete tschechische Gymnasium habe es zu wenige Schüler gegeben, man habe die Schüler von weither holen müssen.

Die nationalen Spannungen hätten SIEDEHITZE erreicht. Die deutschen Truppen im Herbst 1938 seien deshalb mit Jubel empfangen worden.

Sei bis dahin, seit 1918, von tschechischer Seite eine falsche, die Deutschen benachteiligende Politik betrieben worden, habe in der folgenden Zeit Hitlers Politik, die IN JEDEM SLAWEN EINEN MENSCHEN ZWEITER KLASSE gesehen habe, alle Hoffnungen zunichte gemacht.)

Heinrich, der von einem Leben in der Musik- und Theaterstadt Wien geträumt hatte, blieb in B., eröffnete eine Praxis, nahm zwei Jahre später die Bauerntochter Valerie zur Frau. Er versah seinen Dienst als praktischer Arzt mit immer gleichbleibender Geduld, machte bei seinen Patienten keinen Unterschied, was Sprache oder Religion betraf. Über die Geburt der Tochter soll er sich gefreut haben. Söhne, soll er gesagt haben, seien immer und zu allen Zeiten KANONENFUTTER gewesen.

Am 15. April 1945 wurde die kleine, in die südmährischen Hügel gedrängte Stadt B. vom Krieg überrollt.

SEI FROH, DASS DU ES NICHT ERLEBT HAST, sagt die heute alt gewordene Mutter Valerie.

Sei froh, daß du nicht dabeigewesen bist, sagen Schulfreundinnen der Tochter Anni, die es erlebt haben. ES, DAS FURCHTBARE, DAS UNBESCHREIBLICHE, das auch heute, nach dreieinhalb Jahrzehnten, immer noch nicht erzählbar geworden ist.

Diesmal war die Not mit dem Ende des Krieges nicht vorüber, wie dies in früheren Jahrhunderten meist der Fall gewesen war.

Ich möchte den Weg genau kennen, den Heinrich und Valerie, Vater und Mutter, damals am 16. Juni 1945 hinter Wundrascheks klapprigem Wägelchen gegangen sind, bitte die Mutter, ihn mir zu beschreiben, lege die alte Landkarte auf den Tisch. Auf dieser Karte sind nicht nur die Straßen, es sind auch die allerkleinsten Wege, Feldwege, Hohlwege eingezeichnet, auch die Namen der Hügel, die Bäche, die Wegkreuze, die Obstbaumalleen. Es ist eine Karte, wie man sie heute nicht mehr bekommen kann.

Die Mutter hat eine alte Freundin eingeladen, weil sie nicht sicher ist, ob sie sich noch an Einzelheiten erinnert. Zwei Stunden nach Mitternacht sind sie damals aufgebrochen, der Vater und sie, im Hof ihres Elternhauses haben noch jene drei Erwachsenen und die zwei Kinder gewartet, von denen in diesem Zusammenhang schon die Rede gewesen ist, auf Wundrascheks Wagen sind schon Gepäckstücke gelegen, sie haben ihre beiden Rucksäcke und den Koffer dazugelegt.

(Mehr haben wir nicht mehr gehabt, sagt die Mutter, mehr hat uns nicht mehr gehört.)

Sie haben sich von Valeries Eltern, Josef und Anna, und von Hedwig verabschiedet, sie haben ABSCHIED GENOMMEN, es ist ihnen sehr schwer gefallen, denn, sagt die Mutter, sie haben ja nicht gewußt, ob sie einander noch einmal wiedersehen würden.

Dann sind sie losgezogen, auf jener Straße, über die Heinrich zwanzig Jahre vorher auf seinem alten Fahrrad gekommen war.

Ein Stück vor dem Bahnhof sind sie rechts auf die Straße, die nach dem Ort Tracht führt, abgebogen.

Ja, sagt die Freundin, das stimmt, nur so könnt ihr gegangen sein, verfolgt mit dem Finger den Weg auf der Landkarte, nennt weitere Ortsnamen: Unter-Wisternitz, Ober-Wisternitz, Bergen. Nein, sagt die Mutter, wir sind ÜBER DIE FELDER gegangen. IN TRACHT IST EIN POSTEN GEWESEN. (Vor diesem Posten hätten sie Angst gehabt.) Sei seien nicht bei Unter-Wisternitz über die Thaya gegangen, sie könne sich, sagt die Mutter, überhaupt nicht daran erinnern, die Thaya überquert zu haben.

Man muss über die Thaya, sagt die Freundin, ein längerer Wortwechsel folgt. IHR KÖNNT JA NICHT ÜBER DIE THAYA GESPRUNGEN SEIN! (Auf der Landkarte ist deutlich zu sehen, daß man den Fluß überqueren muß, wenn man zur Grenze will.)

DAS NEUE WIRTSHAUS haben wir nicht gesehen.

(Auch der Feldweg, der nach dem Dorf Unter-Tannowitz führt, ist auf der alten Karte eingezeichnet.)

Von dort weg ist Gertrud, die Arzttochter, die mit Anni das Gymnasium besucht hat, mit ihnen gegangen und hat ihnen den Weg zur Grenze gezeigt.

(Ob sie Angst gehabt hat? Nein, sagt Gertrud heute, damals sei so etwas selbstverständlich gewesen. Sie habe diesen Weg sehr gut gekannt, mehrfach Leute zur Grenze gebracht, auch Soldaten, die sich versteckt hatten. Sie habe Heinrich, Valerie und die anderen, so weit es nötig gewesen sei, begleitet, ihnen dann gezeigt, wo sie den Bahndamm zu überqueren hätten, sei dann wieder umgekehrt. HINTER DEM BAHNDAMM IST DER GRENZBACH GEWESEN.)

2

Hü! rief Wundraschek, und sein Pferd setzte sich in Bewegung.

Die fünf Erwachsenen und die beiden Kinder standen wie verloren neben den Gepäckstücken und blickten dem Wagen nach, der, eine Staubwolke hinter sich herziehend, langsam davonrumpelte, dann bückten sie sich nach ihren Rucksäcken und Koffern und kletterten über den Bahndamm und die Eisenbahnschienen.

Bis zum Bach waren es nur wenige Schritte. Sie durchwateten ihn, die Rucksäcke auf dem Rücken, einer der Männer, der von Valerie R. genannt worden ist, trug die Kinder und das restliche Gepäck ans andere Ufer, sie fanden eine trockene schattige Stelle zwischen den Weidenbüschen, fielen müde ins Gras, redeten nicht, die Kinder weinten leise vor sich hin.

Valerie war es, die sich schließlich bewegte, die Hand ausstreckte, nach Heinrichs Hand griff, nicht nur, weil sie das Gefühl seiner Nähe brauchte, das Gefühl, nicht allein zu sein mit all diesem Jammer, sondern auch, um ihm dieses Gefühl zu vermitteln. Wir leben, wollte sie ihm auf diese Weise sagen, wir sind davongekommen, wir sind nicht verlassen, solange wir einander haben.

Heinrich wandte ihr sein Gesicht zu, nickte zum Zeichen, daß er sie verstanden habe, und sagte leise: Ich habe heute Geburtstag.

Er war an diesem Tag genau fünfzig Jahre alt geworden.

Der Schmerz war beinahe erstickt gewesen von der Müdigkeit des Körpers, jetzt erwachte er, Valerie fühlte, wie er in ihr hochkroch, sie würgte, sie hatte das Gefühl, erbrechen zu müssen, aber es war ihr nicht möglich, aufzustehen, sich aufzuraffen, von diesem Krampf, der ihr den Hals zuschnürte, zu befreien. Sie ließ Heinrichs Hand los, drückte das Gesicht ins Gras, wartete auf das Nachlassen des Krampfes, auf das Abklingen der durch den wiedererwachten Schmerz hervorgerufenen Übelkeit, wartete auf Tränen, die nicht kamen. So muß sie längere Zeit gelegen sein, beinahe bewußtlos vor Erschöpfung, vielleicht sind es die Stimmen der Kinder gewesen, die sie schließlich zurückholten, vielleicht war es auch nur der Durst, den sie beim Nachlassen der Verkrampfung, des Ekels, zu spüren begann, der sie dazu brachte, sich aufzurichten. Sie griff nach ihrer Handtasche, holte die kleine Sliwowitzflasche hervor, die Wundraschek zur Hälfte leergetrunken hatte (sogar das bißchen Sliwowitz hat er uns weggetrunken), wandte sich an Heinrich und sagte leise: Gib mir den Becher.

Heinrich hatte seit seiner Gymnasialzeit eine Vorliebe für Becher gehabt, die man in der Tasche tragen konnte. Er griff in seine Rocktasche, holte eine kleine, flache Aluminiumschachtel hervor, Valerie öffnete sie, faßte von den darin konzentrisch ineinandergelegten Ringen aus dünnem Aluminium den größten, hob ihn aus der Schachtel, die übrigen, ineinanderpassenden Teile und der in der Mitte liegende kleine Boden formten sich zum Trinkgefäß. Sie ging damit zum Bach, füllte es zu zwei Dritteln mit Wasser, goß etwas von dem Schnaps hinein und trank. Dann füllte sie den Becher wieder, kam damit zu den auf dem Grasplatz Liegenden, reichte ihn der Frau.

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