Eva Schörkhuber - Die Blickfängerin

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Sie sammelt Blicke wie andere Briefmarken. Blicke, die ihr zufliegen, die sie auffängt und mithilfe ihrer Kamera heimlich festhält – verstohlene, herausfordernde, stolpernde und fragende Blicke, Blicke von Schlafenden Köpfen und von Sprechenden Köpfen. Doch am liebsten sind ihr die flüchtigen, die Augenblicksblicke, die immer etwas unbestimmt sind, denen es nachzujagen gilt. Anhand der von ihr gierig aufgesogenen und penibel archivierten Blicke offenbart sich den Lesern allmählich ihre eigene Geschichte, die Geschichte der Blickfängerin.

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Selbstverständlich habe ich dem Beweggrund meines Flüchtigen Blickes 18:28:17 nachgehen wollen, aber so weit war ich bis dahin noch nie gegangen bei meinen Nachforschungen. So weit, das heißt aus meiner dunklen Koje hinaus, über die Straße, über die Brücke, die andere Seite des Kanals entlang, auf der Fußgängerseite die Allee hinauf zur Kirche, zur Kundgebung. Während des langen Tages, an dem ich kaum Blicke aufgefangen habe, vielleicht zwei, drei Blicke von ihnen, die sich auf den Weg gemacht haben den Gang entlang, den kleinen, schmalen, die ihrer Wege gegangen sind über den grauen Linolboden, der immer etwas nach Spülmittel riecht, während dieses langen Tages habe ich mich vorbereitet auf meinen Ausflug zur Kirche. Die eine Hälfte des Tages, die frühen Morgen- und Vormittagsstunden, habe ich damit verbracht, mir zu überlegen, welche Ausrüstung ich für dieses Vorhaben benötigen werde. In der zweiten Hälfte des Tages, der Mittagszeit und den Nachmittagsstunden, habe ich mich ausgerüstet, also mit den Dingen versehen, die meinen morgendlichen und vormittäglichen Überlegungen zufolge unabdingbar sind für dieses Unternehmen. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich mich vor allem auf die Menschen, mit denen ich zu rechnen habe, vorbereiten muss. Bei einer Kundgebung ist mit einer größeren Anzahl von Menschen zu rechnen, Menschen, die sich versammeln, Menschen, die herumstehen, die schreien, die vielleicht sogar schieben, rempeln, handgreiflich werden. Und diese Menschenmenge hat ein Vorbereiten benötigt, ein Vorsehen, um in ihr, in dieser kundgebenden Menschenmenge nicht unterzugehen. Und nach reiflicher Überlegung ist mir nichts geeigneter erschienen als Schwimmflügel. Sie würden mich vor dem Untergehen einerseits, vor der mich stets zermürbenden Schwerkraft andererseits bewahren. Die Schwimmflügel habe ich in dem Spielzeuggeschäft nebenan besorgt, in der kurzen Mittagspause, die mir zusteht, auch auf die Gefahr hin, dass sich gerade zu dieser Zeit ein verdächtiges Subjekt über den Gang, den kleinen, schmalen, stiehlt. Die orangen Schwimmflügel mit dem dunkelblauen Ventil, die bis zu einem Körpergewicht von 40 Kilogramm tragen, diese habe ich besorgt und in meiner Tasche verstaut. Und meine Fotokamera, die habe ich nach einigem Zögern auch noch eingesteckt. Mein Blick-Archiv … vielleicht ist es an der Zeit, es um neue Ansichten zu erweitern. Außerdem, so habe ich mir gesagt, könnte es sein, dass einige der auf dieser Kundgebung aufgelesenen Blicke meinem Flüchtigen Blick 18:28:17 ähneln und sich also sein Beweggrund empirisch – ich habe tatsächlich gedacht: empirisch – beweisen lässt. Am späten Nachmittag habe ich meine Koje verlassen, ausgerüstet mit den Schwimmflügeln und dem Fotoapparat habe ich mich auf den Weg gemacht, über die Straße, über die Brücke, die andere Seite des Kanals entlang bis zur großen Backsteinkaserne und dann die Allee hinauf zur Kirche. Kurz bevor ich den Sammelplatz erreicht, die kundgebende Menschenmenge zu Gesicht bekommen habe, habe ich meine Schwimmflügel angelegt. Zur Sicherheit. Um nicht unterzugehen. Ich habe sie mir um die Oberarme gelegt, über den Jackenstoff, und habe sie aufgeblasen. So bin ich in den Park gegangen, schwimmbeflügelt und mit dem Stoffsegel am Kopf. Mit den orangen Schwimmflügeln bin ich außerordentlich aufgefallen, den kundgebenden Menschen geradezu ins Auge gesprungen. Woran ich nicht gedacht habe. Woran ich aber hätte denken müssen. Mir sind die Blicke nur so zugeflogen, und ich, durch keinen Bildschirm geschützt, habe meine Kamera gezückt, mich hinter das Sucherglas zurückgezogen. Unter den Blicken, die ich an diesem Spätnachmittag aufgefangen und festgehalten habe, auf dem Weg in und durch den Park, unter ihnen befindet sich kein einziger flüchtiger Blick. Für sie alle habe ich neue Kategorien anlegen müssen in meinem Blick-Archiv, aufmerksam-neugierig, freundlich-interessiert, erstaunt-interessiert-dann-ideenzündend und so weiter. Kein einziger Blick hat Ähnlichkeit mit meinem Flüchtigen Blick 18:28:17, einen empirischen Beweis für einen, vielleicht sogar den Beweggrund meines schönsten Flüchtigen Blicks habe ich also nicht finden können. Aus der kundgebenden Menschenmenge hat sich plötzlich ein Mensch gelöst, ist an mich herangetreten, und ich, erschrocken über diesen Blick, der sich an mich geheftet, sich mir aber nicht übergestülpt hat wie ein Schneckenmaul, ich habe mich sofort hinter den Sucher meiner Fotokamera zurückgezogen, den Blick durch die Linse im Auge behaltend. Dieser Blick, der mich getroffen hat, ist schließlich mit Worten unterlegt worden, ein Blick mit Tonspur sozusagen. Eine großartige Idee sei das, das mit den Schwimmflügeln, so einfach und eindrücklich auf den Punkt gebracht, worum es hier, worum es uns hier ginge. Die vielen, vielen Menschen, die den gefährlichen Weg übers Mittelmeer nach Europa zurücklegen, an der Festung Europa abprallen und untergehen, sowohl physisch, also im buchstäblichen Sinn, als auch metaphysisch, also im übertragenen Sinn, die Schwerfälligkeit, die Trägheit der furchtbaren Asylgesetzgebung, die die Menschen stranden lasse, am Boden bestehender menschenverachtender Verhältnisse festhalte. Ich muss gestehen, ich habe so gut wie gar nichts verstanden von dem, was mir dieser Mensch mit dem auf mich konzentrierten, mich aber nicht verschlingenden Blick offenbar hat sagen wollen. Kaum ein Wort. Nur, dass ihm die Schwimmflügel gefallen, dass sie ihm irgendetwas bedeutet haben. Vertieft in diese Betrachtungen habe ich mich von der Kundgebung entfernt, meine Schwimmflügel abgenommen und die Luft ausgelassen.

In der darauffolgenden Woche habe ich mich viel mit den Blicken der kundgebenden Menschen beschäftigt, so sehr, dass ich es verabsäumt habe, den einen oder anderen Blick aufzufangen von den einigen, von einigen von ihnen, die sich auf den Weg machen den Gang entlang, den kleinen, schmalen, die ihrer Wege gehen über den grauen Linolboden, der immer etwas nach Spülmittel riecht. Ich bereue es nicht, den einen oder anderen Blick, der mir in dieser Zeit zugeworfen worden ist, übersehen zu haben. Dieser intensiven Beschäftigung mit den in der kundgebenden Menge festgehaltenen Blicken verdanke ich, dass ich mein Blick-Archiv um eine äußerst wichtige Komponente habe erweitern können. In dieser Woche habe ich beschlossen, Filme zu machen, um die Abfolge und die Bewegung der Blicke besser studieren zu können. Im Übrigen hat sich diese neue Komponente als äußerst hilfreich erwiesen für mein Studium der Beweggründe meiner Flüchtigen Blicke. Nachdem ich also beschlossen habe, es mit Filmaufnahmen zu versuchen, nachdem ich also festgestellt habe, dass sich mit meinem Fotoapparat auch kurze Filmaufnahmen machen lassen, bin ich wieder zu einer Kundgebung in diesen Park vor der Kirche gegangen. Wieder mit den Schwimmflügeln und der Kamera ausgerüstet habe ich mich von meiner dunklen Koje aus auf den Weg gemacht, über die Straße, über die Brücke, die andere Seite des Kanals entlang bis zur großen Backsteinkaserne, dann die Allee hinauf. Und wie überrascht ich gewesen bin, als ich mich dieses Mal der kundgebenden Menschenmenge genähert habe, dieses Mal bereits mit gezückter Kamera und also bereit, den mir zufliegenden Blicken hinter dem Sucherglas zu begegnen. Vor mir ist dieses Mal eine beflügelte Menge gestanden, eine Menge schwimmbeflügelter Menschen. Ich bin so erschrocken darüber, dass ich sofort kehrtgemacht und mich in die Kirche zurückgezogen habe, aus einem, wie mir heute scheint, filmreifen Instinkt heraus.

II. Flüchtiger Blick 22:20:07 (Schlaf)

Kurzfilm, Farbe; schwarze und dunkelgraue Flächen zittern im Bild; ein heftiger Schwenk, bei dem sich eine orange-rote Lichtspur durch das Bild zieht; ein Haufen dunkler Flecke, dunkelgrau, dunkelbraun, dunkelgrün; starkes Bildrauschen; Totale auf den dunklen Haufen, verwackelt. Irgendetwas bewegt sich in dem Haufen, Zoom. Extrem körniges Bild; ein paar hellere Sprenkel in dem grau-blau-grünen Flecken-Haufen; Bewegungen, in der Mitte des Bildes sowie am linken oberen Rand rutschen die dunklen Flecken ineinander, übereinander, zwei der helleren Sprenkel tanzen auf dunklem Hintergrund vor und zurück, vor und zurück. Schwenk nach unten, eine schwarz-graue Fläche, zwei dunkle abgerundete Flächen (Schuhspitzen wahrscheinlich) darauf. Black.

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