Dies ist eines der erquickendsten Bücher, das ich je gelesen habe. Seite um Seite zog es mich näher zu Jesus, der alle Kinder liebte – und der seine Jünger ermahnte, die kleinen Kinder zu ihm kommen zu lassen.
Während ich das Manuskript sorgfältig durchlas, wurde mein ganzes Sein mit einer ungewöhnlichen geistlichen Wärme und Hoffnung auf die biblische Zusage erfüllt, dass Gott immer noch auf seinem Thron ist und dass er unsere Kinder rettet, wenn wir beten.
Dieses Buch sollte nicht nur überflogen, sondern mit derselben brennenden Leidenschaft, die Gott Fern gab, im Gebet durchgearbeitet werden, unter Anstrengungen, unter Tränen, beharrlich und glaubend. Arbeiten Sie dieses Buch durch, bis Sie seine Aussagen anwenden – bis Sie als Beterin verwandelt sind – bis Gott auch Wunder tut, wenn Sie beten – bis Gott jedes Ihrer Gebete auf seine Weise, zu seiner Zeit und aus seinen Gründen erhört – doch immer zum Besten Ihres Kindes. Dann sind Sie eine Mutter, die betet.
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Die Geburt einer Gebetsbewegung
Schon als Kind war es mein größter Wunsch, Mutter zu werden. Ich erinnere mich, wie ich als junges Mädchen betete, dass Ehe und Mutterschaft zu Gottes Plan für mich gehören sollte. Und ich war hocherfreut, als Gott mein Gebet erhörte. Doch stellen Sie sich dann mein Erstaunen vor, als Gott mich aufforderte, bei der »Geburt« einer weltweiten Bewegung von Gebetsgruppen für Mütter in über 140 Ländern zu helfen – einer Bewegung, die für Kinder und ihre Schulen betet.
Moms in Prayer International (in Deutschland ehemals: Mütter in Kontakt) begann mit einem kurzen Gebet in meiner Küche, als ich in eine Krise geriet. Es war im Jahr 1984, der Ort war British Columbia in Kanada. Mein Mann Rle (ausgesprochen: Ar-lie) und ich hatten vier Kinder. Die ersten drei waren Jungen, und da Rle das Basketball-Team von Athletes in Action für Campus für Christus trainierte, zogen wir uns gegenseitig damit auf, dass wir eines Tages vielleicht unser eigenes Fünfer-Team stellen könnten. Doch Gott schenkte uns in seinem vollkommenen Plan noch ein Kind – dieses Mal war es ein Mädchen.
Der Tag meiner Krise war im September, zu Beginn eines neuen Schuljahrs. Ich hatte eben meine beiden ältesten Söhne umarmt und ihnen einen Abschiedskuss gegeben, bevor sie in die siebte und achte Klasse der Schule, die nicht sehr weit von unserer Wohnung entfernt war, gingen. Auf meinem Weg zurück in die Küche überkamen mich beängstigende Gedanken, als ich mir überlegte, was ihnen bevorstand. Ich wusste, dass die Schule ein Kampfplatz für ihr Herz und ihren Geist werden würde. In meiner Fantasie türmten sich drohend Versuchungen auf: Sittenlosigkeit, Drogen, Alkohol, Pornografie, vulgäre Ausdrücke und Philosophien, die ihren Glauben untergraben können.
»O Herr«, betete ich laut. »Bitte schütze sie, lass sie klar den Unterschied zwischen Richtig und Falsch erkennen und hilf ihnen, Entscheidungen nach deinem Willen zu treffen.«
Doch auch nachdem ich zu Gott gerufen hatte, blieb die Last für meine beiden Söhne auf meinem Herzen. Ich verspürte einen heftigen Drang, sie vor dem Bösen zu schützen. Ich schrie und flehte zu Gott, dass keines meiner Kinder auch nur einen Moment in Satans Reich lebt, dass der Satan nicht ein Körnchen ihres Lebens bekommt und dass er nicht die Befriedigung erhält, dass eines von ihnen seinen Lügen Glauben schenkt. In meiner Betroffenheit hatte ich eine Vision, einen Traum, eine Idee. Ich wusste, dass gemeinsames Gebet die Antwort war.
»Lieber Vater«, betete ich, »es muss doch eine andere Mutter geben, die sich trotz ihres vollen Terminkalenders die Zeit nimmt, mit mir zu beten.«
Ein einfaches Gebet und ein verzweifeltes Herz bewirkten eine Antwort von Gott. Er legte mir Linda, eine andere Mutter, aufs Herz. Ich rief sie sofort an und erzählte ihr von meinen Ängsten und Sorgen um unsere Kinder und für die Schule: »Linda, ich habe den Eindruck, dass ich sie jeden Tag in die Finsternis hinausschicke. Wir müssen ihr Herz durch Gebet schützen. Würdest du ab nächster Woche eine Stunde lang mit mir beten?«
Ohne zu zögern sagte sie zu. Dann dachten wir an andere Mütter, die vielleicht auch beten wollten, und in der folgenden Woche versammelten sich fünf Mütter in meiner Wohnung.
Ich erstellte einen Plan für unsere Zeit, den ich »Die vier Schritte des Gebets« nannte: Anbetung, Schuld bekennen, Dank und Fürbitte. Wir begannen und endeten pünktlich. Wir beteten, anstatt über Beten zu sprechen. Und alles wurde vertraulich behandelt. Diese Zeit wurde zu unserer Stunde der Hoffnung, in der wir unsere Sorgen und die Nöte unserer Kinder durch unser gemeinsames Gebet vor Gott brachten. Als die Antworten auf unsere Gebete eintrafen, freuten wir uns gemeinsam.
Wir merkten gar nicht, dass einfache Mütter, die Gottes Macht durch Gebet freisetzten, dabei waren, eine weltweite Gebetsbewegung ins Leben zu rufen. Wie der Autor Wesley L. Duewel sagte: »Gott hat einen wunderbaren Plan, mit dem Sie [durch Gebet] weltweit Einfluss ausüben können. Dieser Plan gilt nicht nur wenigen Auserwählten. Er gilt Ihnen.«
Ich wusste gar nicht, dass Gott uns berufen hat, etwas ins Leben zu rufen. Doch oft erwachsen große Dinge aus Gehorsam in kleinen Dingen.
Wir wuchsen in unserem Glauben, lernten beten und erlebten die Freude von Gebetserhörungen. Wir konnten gar nicht anders, als unseren Freundinnen begeistert davon zu berichten. So sprach es sich schnell herum.
Gerade als unsere Gruppe sich zu erweitern begann, wurde das Team von Athletes in Action nach Poway in Südkalifornien versetzt. »Kalifornien!«, jammerte ich. »Gibt es in Kalifornien Christen?« Mir fehlte jetzt schon meine Moms in Prayer-Gruppe, obwohl wir noch gar nicht umgezogen waren.
Sobald wir in unserer neuen Wohnung eingerichtet waren, betete ich: »Herr, bitte schicke mir eine andere Mutter, mit der ich für die Schule meiner Kinder in Poway beten kann.«
Wenige Wochen nach Schulbeginn drängte mich der Heilige Geist, für die Mutter zu danken, als hätte ich sie schon gefunden. Also betete ich: »Vater, danke, dass du mir heute eine andere Mutter schickst, mit der ich beten kann.« Später an diesem Nachmittag kam eine Mutter vom anderen Ende der Straße vorbei, um ihren Sohn zu suchen. Als wir vor dem Haus standen und plauderten, kamen wir auch auf geistliche Dinge zu sprechen, und ich erzählte Suzie von Moms in Prayer.
Sie griff nach meiner Hand und sagte: »Fern, und wenn es nur wir zwei sind, wir werden zusammen beten.«
Gegen Ende des Schuljahrs beteten zehn Frauen für das Gymnasium in Poway, und einige andere Gruppen hatten sich gebildet.
Regelmäßig erhielten wir Briefe von Müttern, die von unserer Gruppe gehört hatten und meine Aufzeichnungen wollten, die ich auf A4-Blätter getippt hatte und in denen ich erklärte, wie man eine eigene Gruppe beginnt. Bald bildeten sich Gruppen in anderen Bundesstaaten der USA. Immer häufiger kamen Anfragen.
Wie konnten wir die Nachfrage befriedigen und all das Material und die Portogebühren bezahlen? Nach der Gebetszeit sammelten wir in meiner Moms in Prayer-Gruppe. Alle Frauen gaben bereitwillig, und die Unkosten wurden gedeckt.
Dank der Hilfe und Ermutigung von Sondra Ball, einer der Frauen in der Gruppe, stellte ich meine Aufzeichnungen zusammen und verfasste daraus eine Broschüre. Sondra betrieb ein Blumengeschäft und spendete den Gewinn für den Druck der ersten 500 Broschüren. Heute gibt es über 400 000 englische Broschüren und über 50 Übersetzungen, einschließlich einer Version in Blindenschrift. Wie viel kann ein einziger Mensch bewirken. Aufgrund von Sondras Weitsicht und Opferbereitschaft entstand die Broschüre und verbreitete unsere Botschaft um die ganze Welt.
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