Harry Thürk - Der Reis und das Blut

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Kambodschas bitterste Jahre Mitte der 1970er Jahre befindet sich Kambodscha im Bürgerkrieg. Die Roten Khmer haben unter Pol Pot die Herrschaft übernommen und zwingen die Bevölkerung in Arbeitslager, in denen die Zahl der Todesopfer stetig ansteigt. Drei Augenzeugen berichten aus unterschiedlicher Perspektive von ihren Erlebnissen und den unvorstellbaren Zuständen dieser Zeit: Kim Sar, der durch Zufall in die Führungsriege der Roten Khmer gelangte, Ung Phim, der als Soldat Flüchtende über die vietnamesische Grenze schleuste, und Yong Sok, der die Schrecken der Zwangsarbeit am eigenen Leib erfuhr. Harry Thürks 1990 veröffentlichte ebenso spannende wie erschütternde dokumentarische Rückschau auf eines der brutalsten Regimes der jüngeren Geschichte ist nun endlich wieder lieferbar.

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Der Aufzug des US-Botschafters stellte also eine Beleidigung dar, eine Herabwürdigung unseres Staatsoberhauptes, des ganzen Staates überhaupt. Weiter: Bei uns zulande ißt man Hundefleisch, nicht aus Armut – es gilt als Delikatesse. Ich will nicht über Geschmack streiten – ich rede von Takt. Der Herr Botschafter erschien nämlich nicht nur in kurzen Hosen zu Staatsanlässen, er führte auch noch seinen kleinen Hund an der Leine mit, der kläffte dann zwischen die Reden der Diplomaten. Gelegentlich ermahnte ihn sein Herr, er solle leise sein, sonst werde er gegessen.

Verstehen Sie mich recht, ich war nie ein Royalist. Aber im internationalen Verkehr gibt es gewisse Regeln des Anstands. In der Hauptstadt erzählte man sich damals, daß McClintock zusammen mit Sihanouk eine Entbindungsklinik einweihte, die uns von den USA im Rahmen ihrer Hilfe geliefert worden war. Am Schluß seiner Rede wies der Botschafter auf eine Reihe Betten und sagte, zu Sihanouk gewandt, laut und vernehmlich für alle Gäste: »Nun, mein lieber Prinz, können Sie getrost Ihre persönliche Produktion von Nachwuchs steigern!«

1958 wurde der Botschafter gewechselt, Mister Carl Strom kam zu uns. Mit einer anderen Taktik. Er arbeitete mit Druck. Verbot uns, an der Ostgrenze, wo die südvietnamesische Armee ziemlich oft unser Territorium verletzte, US-Waffen einzusetzen. Hintertrieb unser Verhältnis zu Thailand bis zum Abbruch der Beziehungen. Mobilisierte die sogenannten Khmer Serai, eine vornehmlich gegen das Königshaus gerichtete Bewegung militanter Art, die Son Ngoc Thanh anführte, den die Japaner noch kurz vor ihrer eigenen Kapitulation zum Ministerpräsidenten in Kambodscha gemacht hatten. Die Khmer Serai hatten sich nach der Unabhängigkeit in Südvietnam verkrochen, jetzt fielen ihre Trupps wieder bei uns ein und terrorisierten ganze Landstriche.

1959 dann – ich weiß nicht, ob es Tatsachen gab, die das belegten – verkündete Sihanouk, die US-Botschaft in Phnom Penh habe mit den Khmer Serai und einigen bestochenen Provinzgouverneuren einen Putsch gegen ihn geplant, der Kambodschas Neutralität in eine enge Partnerschaft mit den USA umwandeln sollte. Damals mußte ein hoher Beamter der US-Botschaft, ein gewisser Matsui, dem Tätigkeit für die CIA nachgewiesen wurde, Kambodscha verlassen. Sihanouks Privatkrieg mit den Amerikanern trat in eine neue Phase. Wichtig aber war, daß der Einfluß der amerikanischen Lebensweise unter den wohlhabenderen, gebildeten Schichten der Städte stärker wurde. Daran arbeiteten unzählige »stille Amerikaner« bei uns. Sie gewannen durch Bestechung diesen oder jenen Provinzgouverneur, und sie sicherten sich Einfluß bei hohen Militärs, die ihrerseits wiederum ihre Macht nutzten, um von der Dorfbevölkerung der ihnen unterstellten Gebiete zusätzliche Abgaben zu erpressen.

So geriet Sihanouk einerseits immer mehr in Widerspruch zu eigenen Beamten, die Nutznießer amerikanischer Manipulationen waren, und andererseits zu der zunehmend verelendenden Bevölkerung in den unterentwickelten Gebieten. Er zeigte sich den Politikern in Hanoi aufgeschlossen und forderte die USA auf, Vietnam zu verlassen. 1963, nachdem die Amerikaner in Saigon den unbequem gewordenen Politiker Diem hatten ermorden lassen, brach der Prinz wirtschaftlich und militärisch völlig mit den Vereinigten Staaten. Um zu Hause Ordnung zu schaffen, verkündete er eine Wirtschaftsreform, verstaatlichte einige Banken und verhängte das Staatsmonopol über den gesamten Außenhandel. Gleichzeitig aber schwor er, Kambodscha werde nie kommunistisch werden, und um die Oberschicht in den Städten und in der Verwaltung zu besänftigen, ordnete er immer schärfere Verfolgungen der Kommunisten im Lande an.

Er schien aber übersehen zu haben, daß die Amerikaner sich inzwischen in aller Stille mit seinem Verteidigungsminister Lon Nol arrangiert hatten. 1966, bei den nächsten Parlamentswahlen, gewann Lon Nol die meisten Stimmen und wurde Premierminister. Wobei man wissen muß, daß die Stimmen der Leute in den von der Hauptstadt entfernteren Regionen einfach unterschlagen wurden. Es seien Rebellengebiete, nicht zur Wahl befugt, hieß es. Aber – ich greife vor …

Interessant im Zusammenhang mit der späteren Entwicklung war, daß Ieng Sary, der am Kamputh-Both-Lycée Französisch gelehrt und häufig an unserem Zirkel teilgenommen hatte, bereits 1963 aus Phnom Penh verschwunden war. Angeblich, um im Untergrund bei der Führung der Kommunisten zu wirken. Saloth Sar folgte ihm 1965. Unser Zirkel verwaiste. Ich selbst arbeitete inzwischen als Assistent am Lycée. Wie die meisten anderen Gebildeten war auch ich unzufrieden mit der Unterdrückungspolitik Sihanouks gegen die Opposition, und ich begann, einen Ausweg nur noch in der Rebellion zu sehen, wie das im Zirkel immer wieder zu hören gewesen war.

Die Stimmung damals kann man als explosiv bezeichnen. Wir standen in einem seltsamen Konflikt: Einerseits waren wir gegen Sihanouk, der sich krampfhaft bemühte, das Staatswesen gegen die Wühlarbeit der Amerikaner und ihrer einheimischen Helfer zusammenzuhalten. Andererseits aber standen wir mit Herz und Verstand links, waren also wütende Gegner der amerikanischen Eskalation des Vietnamkrieges. Wir schmorten sozusagen zwischen zwei Feuern. Und dann, in dieser Situation, als General Lon Nol das Amt des Ministerpräsidenten ausübte und das Schicksal Sihanouks ungewiß war, weil dieser sich scheinbar aus der Politik etwas zurückzog, brach in Battambang, im Nordwesten des Landes, plötzlich ein Bauernaufstand aus. Man sprach von der Rebellion von Samlaut.

Dieses Samlaut ist eine kleine Ortschaft westlich der Provinzhauptstadt Battambang. Es liegt, schwer zugänglich, in einem dichten Regenwaldgebiet, und die Mehrzahl der dort lebenden Bewohner, die sich von primitivem Ackerbau ernährte, gehörte zum Stamme der Pors, einer jener vergessenen Minderheiten, die zu den ärmsten und unterprivilegiertesten Leuten im Lande zählten. Dazu kam, daß sich gerade in dieses Gebiet viele ehemalige Kämpfer aus dem antifranzösischen Widerstand zurückgezogen hatten, die von Sihanouks Polizei als »Kommunisten« gejagt wurden.

Nun beschlossen der Provinzgouverneur und ein paar Geldleute aus Battambang, in der Gegend um Samlaut ausgedehnte Zuckerrohrplantagen anzulegen; auch eine Raffinerie sollte gebaut werden, in Kompong Kol, wenige Kilometer von Samlaut entfernt. Die Provinzbehörden begannen kurzerhand Land zu enteignen, so daß den Bauern die Existenzgrundlage genommen war. Die Betroffenen rotteten sich zusammen. Sie gruben ihre seit dem antifranzösischen Widerstand versteckten Gewehre aus und verteidigten ihre Äcker, die sie mühsam aus dem Dschungel gerodet hatten.

Lon Nol schickte Militär in die Region, später auch Polizei. Es kam zu unbeschreiblichen Massakern. Hunderte von Dorfbewohnern, meist Frauen und Kinder, wurden getötet. Wer davonkam, floh in den Wald und schloß sich den Bewaffneten an. Die Revolte schwelte weiter. Sihanouk, der ja offiziell immer noch Staatschef war, nahm die Chance wahr und entließ zunächst Lon Nol, dem er vorwarf, untaugliche Maßnahmen angewandt zu haben, wie immer man das verstehen wollte. Er selbst ließ wenig später aber neue Einheiten in die Rebellengegend entsenden, dazu Schlägertrupps aus der Provinzhauptstadt, denen er gute Posten in der zukünftigen Zuckerbranche versprach.

Wieder begann das Abschlachten von Dorfbewohnern. Mit dem Erfolg, daß noch mehr Leute in den Wald flohen. Sie überfielen Polizeiposten, raubten Militärtransporte aus, bewaffneten sich, wählten Anführer, die sie Kommunisten nannten, die das hin und wieder wohl auch waren, und begannen nach und nach einen einfallsreichen Guerillakrieg.

Was später unter der von Sihanouk geprägten Bezeichnung Khmer Rouges von geschickt vorgehenden Theoretikern wie Saloth Sar, Khieu Sampan und anderen als »kommunistische Befreiungsbewegung gegen das Sihanouk-Regime« ins Feld geführt wurde, entstand in dieser Phase unserer Entwicklung.

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