Jakob Simmank - Einsamkeit

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Einsamkeit gilt heute als eine der am stärksten unterschätzten Gefahren für die Gesundheit. Wer einsam ist, heißt es, ist anfälliger für Krebs und erleidet eher einen Herzinfarkt. Was dabei aus dem Blick gerät: Einsamkeit ist keine Krankheit, Einsamkeit ist ein Gefühl. Wie Trauer ist sie elementarer Bestandteil des Menschseins und kein ausschließlich negatives Phänomen. Im Hinblick auf die damit verbundenen Gefahren muss vielmehr von sozialer Isolation gesprochen werden. Jakob Simmank zeigt in seiner Streitschrift, wie die so wichtige gesellschaftliche Debatte gezielt emotionalisiert wird. Schließlich lässt sich hinter starken Emotionen viel verstecken: schlichter Kulturpessimismus, aber auch weitreichende politische Versäumnisse. Dieses Buch offenbart, was sich wirklich hinter der ›Epidemie Einsamkeit‹ versteckt, und richtet den Blick auf die eigentlich wichtigen Fragen.

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Studien zeigen in der Tat, dass Einsamkeit und Depression eng zusammenhängen, Einsamkeit könnte auch bei Suiziden eine bedeutende Rolle spielen[24]. Einsamkeit und depressive Störungen korrelieren statistisch so stark miteinander, dass einzelne Psychologen und Psychiater immer wieder vorbrachten, es müsse sich schlicht um ein und dasselbe Phänomen handeln. Inzwischen widersprechen viele Wissenschaftler, darunter Cacioppo, dieser Einschätzung jedoch: Zwar empfinden sowohl einsame als auch depressive Menschen Schmerzen und Hoffnungslosigkeit, schreibt Cacioppo, aber Einsamkeit zeichne sich durch »die Hoffnung aus, dass alles perfekt sei, wenn nur die einsame Person mit einer anderen Person vereint sein könne«[25]. Der einsame Mensch sucht laut Cacioppo vor allem nach einem: einer tiefen Verbundenheit mit anderen Menschen.

Studien versuchten zu verstehen, ob Depression Einsamkeit vorausgeht oder andersherum. Das Ergebnis: Einiges deutet darauf hin, dass es Einsamkeit ist, die zu Depressionen führt – auch wenn umgekehrt eine depressive Stimmung Einsamkeit verschlimmern kann. Wie genau Einsamkeit und Depression zusammenhängen – ob über den Weg des chronischen Stresses und eine freidrehende Stresshormonachse oder über den Schleier der negativen Erwartungen und ein angegriffenes Selbstbild –, ist jedoch nicht abschließend geklärt.

Das Immunsystem einsamer Menschen kann durch einen chronisch hohen Cortisolspiegel geschwächt werden[26]. Die Zahl ihrer natürlichen Killerzellen, die Viren und Krebszellen angreifen, ist tendenziell niedrig, die Konzentration gewisser Bestandteile des Blutgerinnungssystems hingegen hoch[27]. Und besonders eindrücklich greift Einsamkeit den Schlaf von Menschen an (was wiederum ebenfalls das Immunsystem schwächt). Einsame Menschen fühlen sich, obwohl sie nicht weniger schlafen, oft weniger ausgeruht. Sie schleppen sich müde durch den Tag. Einer der Gründe könnte sein, dass einsame Menschen des Nachts oft kurz aus dem Schlaf hochschrecken. Schlafforscher sagen, ihr Schlaf sei fragmentiert [28]. Aus evolutionärer Sicht ergibt das natürlich Sinn. Denn unsere Vorfahren, wenn sie allein übernachteten, liefen Gefahr, im Schlaf von Raubtieren oder rivalisierenden Gruppen überrascht zu werden. Ein leichter Schlaf, aus dem man schnell wieder erwacht, konnte überlebenswichtig sein.

Natürlich gibt es noch andere, ganz praktische Wege, auf denen Einsamkeit die Gesundheit beeinflusst. Diese werden wir uns später noch einmal genauer ansehen. Bleiben wir aber erst einmal bei der vorherrschenden These, die Cacioppo geprägt hat und die besagt, dass Einsamkeit sich vor allem über veränderte Körperfunktionen auf die Gesundheit von Menschen auswirkt. Eine gestörte Immunfunktion, ein erhöhter Blutdruck und Dauerstress, so stellen es sich Mediziner vor, könnten handfeste Krankheiten verursachen[29]. Und zwar nicht nur psychische wie Depressionen, sondern auch körperliche: Inzwischen zeigen Studien mit Hunderttausenden Probanden, dass einsame Menschen im Schnitt häufiger eine Alzheimer-Demenz entwickeln, häufiger schwer übergewichtig sind und erhöhte Blutfettwerte haben, häufiger Herzkreislauferkrankungen bekommen und unter Umständen sogar häufiger Krebs. Studien, die Daten aus verschiedenen Untersuchungen zusammennehmen und Millionen von Menschen über Jahre beobachtet haben, legen nahe: Einsame Menschen sterben viel früher als Menschen, die sich nicht einsam fühlen[30].

Dass John Cacioppo in seinem TED Talk den Einsamkeitsbalken rot einfärbte, scheint also berechtigt. Einiges deutet darauf hin, dass Einsamkeit schwerwiegende Folgen haben kann – zumindest, wenn man die Einsamkeit so versteht wie Cacioppo. Wichtig ist: Man muss sein Einsamkeitsverständnis nicht teilen. Warum, werden wir im nächsten Kapitel sehen.

Es ist trotzdem interessant, dass Cacioppos Arbeit so viel Aufmerksamkeit bekommen hat. Denn dass es einen Zusammenhang zwischen sozialen Beziehungen und der Gefahr, frühzeitig zu sterben, gibt, vermuteten US-amerikanische Soziologen schon Ende der Achtzigerjahre[31]. Die Debatte ist keineswegs neu. Was neu ist, ist die Einengung auf das Gefühl der Einsamkeit. Inzwischen gibt es Tausende von Studien und Zeitungsartikeln, die sich vor allem mit dem emotionalen Begriff der Einsamkeit auseinandersetzen. Es scheint so, als musste ein wichtiges gesellschaftliches Thema erst emotionalisiert werden, bevor es die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient.

Mittlerweile wird seit Jahren in den USA und in England über die vermeintlichen Gefahren des Gefühls gesprochen. In Deutschland nahm die Debatte an Fahrt auf, als der Bestsellerautor Manfred Spitzer sich der Einsamkeit widmete. Spitzer ist Professor für Psychiatrie in Ulm und bekannt für angsteinflößende Bücher wie Digitale Demenz und Cyberkrank , in denen er versucht zu zeigen, dass Internet, Smartphones und Computer Kinder süchtig und dumm machen. Dass er es mit der Wissenschaft dabei nicht immer ganz so ernst nimmt, wurde vielfach kritisiert[32].

In einer Spitzer-typischen Zuspitzung heißt es auch gleich auf der ersten Seite seines 2018 erschienenen Buches Einsamkeit : »Einfach gesagt: Einsamkeit ist nicht ›nur‹ ein Symptom«, d.h. ein Krankheitszeichen, »sondern sie ist eine Krankheit selbst!« Bei Spitzer wird die Einsamkeit zur »Todesursache Nummer eins«, zur »ansteckenden« und »unerkannten« Epidemie.

Spätestens hier wirkt es so, als habe eine wichtige Debatte so lange an Fahrt aufgenommen, bis sie wie ein zu schnell fahrender Zug entgleist ist. Deswegen ist es an dieser Stelle wichtig, einen Schritt zurückzutreten. Was wird da propagiert? Einsamkeit, eben noch ein Gefühl, soll eine Krankheit sein? Die gefühlte Einsamkeit ist ein »Killer«? Auf den ersten Blick mögen diese Thesen richtig erscheinen. Die evolutionspsychologischen Erklärungen der Rolle der Einsamkeit sind schlüssig, und die Ergebnisse großer Studien mahnen, dass sich etwas ändern muss, wollen wir als Gesellschaft Menschen Leid ersparen. Aber wer genauer hinschaut, wird sehen, dass es so einfach nicht ist. In den nächsten beiden Kapiteln will ich genau das tun: näher hinschauen. Zunächst werden wir in Kapitel zwei nach Antworten auf die Frage suchen, die Manfred Spitzers Buch, aber auch Medienberichte aufwerfen, nämlich: Was ist Einsamkeit eigentlich genau? Dann wird es in Kapitel drei noch einmal darum gehen, was die Studien wirklich über Einsamkeit als Risikofaktor für Krankheiten aussagen – und was das mit der Gesellschaft zu tun hat.

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