Jakob Simmank - Einsamkeit

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Einsamkeit gilt heute als eine der am stärksten unterschätzten Gefahren für die Gesundheit. Wer einsam ist, heißt es, ist anfälliger für Krebs und erleidet eher einen Herzinfarkt. Was dabei aus dem Blick gerät: Einsamkeit ist keine Krankheit, Einsamkeit ist ein Gefühl. Wie Trauer ist sie elementarer Bestandteil des Menschseins und kein ausschließlich negatives Phänomen. Im Hinblick auf die damit verbundenen Gefahren muss vielmehr von sozialer Isolation gesprochen werden. Jakob Simmank zeigt in seiner Streitschrift, wie die so wichtige gesellschaftliche Debatte gezielt emotionalisiert wird. Schließlich lässt sich hinter starken Emotionen viel verstecken: schlichter Kulturpessimismus, aber auch weitreichende politische Versäumnisse. Dieses Buch offenbart, was sich wirklich hinter der ›Epidemie Einsamkeit‹ versteckt, und richtet den Blick auf die eigentlich wichtigen Fragen.

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Der inzwischen verstorbene Einsamkeitsforscher John Cacioppo verglich das Bedürfnis, sich sozial aufgehoben zu fühlen, mit dem Drang, genügend zu essen und zu trinken zu haben und Kinder zu bekommen. Genau wie Hunger und Durst, schreibt Cacioppo in seinem Buch Loneliness , sei auch Einsamkeit ein evolutionär altes Alarmsignal. Sie signalisiere uns, dass wir in die Gruppe zurückkehren sollen, die uns Schutz bietet – ursprünglich, das heißt zu Beginn der Menschheitsgeschichte, vor Raubtieren und vor dem Verhungern.

Viele Psychologen wie Cacioppo halten Gefühlszustände primär für etwas, das in der Evolution entstanden ist, um unser Verhalten zu lenken. Ekel hält uns von verfaulten Speisen fern und schützt uns damit vor Infektionen mit Durchfallkeimen. Die Angst vor Blut lässt uns besonders vorsichtig auf einen Baum klettern, damit wir uns ja nicht den Arm aufratschen[14]. Und Freude oder Euphorie motiviert uns, angenehme Dinge wie Sex zu wiederholen. Einsamkeit – für Cacioppo vor allem das Gefühl, von anderen Menschen isoliert zu sein – erzeuge das Bedürfnis, in den Schoß der Gemeinschaft zurückzukehren. Er schreibt:

»Das Gehirn hat sich dahingehend entwickelt, den Zustand des sozialen Körpers genauso zu überwachen wie den Zustand des physischen Körpers. So wie Schmerz als Signal dient, das uns auf Gefahren oder Schäden am physischen Körper hinweist und darauf reagieren lässt, dient Einsamkeit förmlich als Signal, das uns auf Gefahren oder Schäden am sozialen Körper hinweist und eine Antwort auf sie provoziert. […] Das unangenehme Gefühl der Einsamkeit veranlasst uns, den Anschluss [an die Gruppe] zu erneuern, und fördert Vertrauen, Gruppenzugehörigkeit und kollektives Handeln.«[15]

Im Optimalfall passiert also Folgendes: Das Alarmsignal Einsamkeit triggert ein Verhalten, der Mensch kehrt in die Gruppe zurück, das Bedürfnis nach Verbundenheit ist befriedigt, die Einsamkeit erlischt.

Nur was, wenn das nicht geschieht, wenn die Einsamkeit chronisch wird?

Dann beginnt ein Teufelskreis, der die Wahrnehmung von Menschen verändert, sie unter Dauerstress setzt und sie im schlimmsten Falle krank macht. Denn Einsamkeit führt noch zu etwas anderem, schreibt Cacioppo. Durch ihre Funktion als Gefahrensignal schärft sie unsere Aufmerksamkeit gegenüber jedwedem Risiko – auch in sozialen Situationen. Einsame Menschen sehen die Welt wie durch einen Schleier der Negativität. Sie hören in Gesprächen jeden noch so kleinen Fetzen Kritik und messen ihm mehr Bedeutung zu als nichteinsame Menschen. Sehen sie glückliche Menschen, macht ihnen das keine Freude, es kann ihnen sogar wehtun. Einsame Menschen sehen in den kleinen Nickligkeiten des Alltags – einer Steuernachzahlung, die höher ausfällt als erwartet, oder einer Absage eines Bekannten, mit dem sie essen gehen wollten – viel schneller große Probleme: den finanziellen Ruin oder das Ende der Freundschaft. Chronisch einsame Menschen können durchaus Freunde oder einen Partner haben. Aber sie lassen sich schlechter durch deren Unterstützung trösten[16]. Wer einsam ist, verliert sein Selbstwertgefühl. Das Gefühl, mit anderen verbunden zu sein, so Cacioppo, sei wie ein Gerüst für unser Selbst: »Beschädige das Gerüst, und der Rest des Selbst beginnt zu bröckeln.«[17]

Diese verzerrte Wahrnehmung wiederum führt in eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Einsame Menschen schieben die Menschen von sich weg, denen sie eigentlich nah sein wollen. Weil einsame Menschen im Schnitt weniger von einem Treffen mit anderen Menschen erwarten und ihre Wahrnehmung der anderen Person negativer gefärbt ist, kommt es regelmäßig dazu, dass sie Zurückweisung erfahren. Wer einen Bekannten kritisiert oder bei einem Treffen wortkarg herummault, wird dafür natürlich keine Zuneigung bekommen[18].

Gefühlte Einsamkeit – das zu zeigen, ist Cacioppos große wissenschaftliche Errungenschaft – kann in einen Teufelskreis führen, der Menschen nur noch einsamer macht. Aber was für einen Sinn soll das Ganze evolutionär gehabt haben? Darauf hat die Wissenschaft noch keine schlüssige Antwort gefunden. Cacioppo vergleicht – einmal mehr, hier allerdings kaum überzeugend, finde ich – Einsamkeit mit Hunger. Zwar würden Menschen, die Hunger haben, Essen suchen. Ihr Geschmackssinn aber reagiere viel sensibler auf Bitterkeit als auf Süße. Ein bitterer Geschmack zeigt, dass etwas giftig sein könnte. Auch Interaktionen mit Menschen könnten buchstäblich giftig oder nahrhaft sein. Und für die Giftigkeit hätten wir nun einmal sensiblere Antennen.

Interessanter als die Frage, warum Einsamkeit in einen Teufelskreis führt, ist aber ohnehin die Frage, welche Folgen dieser Teufelskreis hat. Eine Frage, die uns zurück zu Cacioppos TED Talk führt, in dem er zeigt, dass Einsamkeit – der rote Balken – für die Gesundheit gefährlicher sei, als ein Alkoholproblem zu haben. Wir erinnern uns: Chronisch einsam zu sein, sei so gefährlich, wie jeden Tag fünfzehn Zigaretten zu rauchen. Nur wie kann das sein?

Um die Effekte der Einsamkeit auf die Gesundheit und unser Erleben zeigen zu können, entwickelten Wissenschaftler um John Cacioppo eine einfache Skala[19]. Die drei wichtigsten Fragen, auf die man mit »so gut wie nie«, »manchmal« oder »häufig« antworten kann, lauten:

1. Wie oft empfinden Sie, dass Ihnen ein anderer Mensch fehlt?

2. Wie oft fühlen Sie sich verlassen?

3. Wie oft fühlen Sie sich von anderen isoliert?

Die Skala setzten die Forscher Hunderten von Probanden vor, Studierenden und älteren Menschen, und fragten in Telefoninterviews Tausende Menschen danach[20]. Dann untersuchten sie, was einsame von nichteinsamen Menschen unterschied. Im Laufe der Jahre trugen sie dabei allerlei zusammen. Die Ergebnisse überraschen noch heute. Einsamkeit hat ganz offensichtlich einen Einfluss auf unterschiedlichste Funktionen des menschlichen Körpers und der menschlichen Psyche, von der Impulskontrolle bis hin zum Immunsystem. Dieser Einfluss war in vielen Bereichen deutlicher, als man hätte vermuten können.

Einer der Haupteffekte der Einsamkeit ist Stress[21]. Menschen, die einsam sind, haben morgens eine deutlich größere Menge des Stresshormons Cortisol im Urin. Einsamkeit scheint die Stressachse zu aktivieren, die vom Gehirn abwärts zur Nebenniere verläuft. Der Hypothalamus, die Schaltstelle des autonomen Nervensystems im Gehirn, gibt Signale an die Hirnanhangsdrüse weiter. Die wiederum aktiviert die Nebennierenrinde, die Cortisol ins Blut freisetzt. Das hat Verschiedenes zur Folge: Der Blutzucker steigt, denn der Körper braucht in einer Gefahrensituation viel Energie; das Immunsystem wird gebremst; und viele Dinge, die der Körper normalerweise konstant tut, neues Knochengewebe aufbauen etwa, werden auf später verschoben. Auch vom Stresshormon Adrenalin[22] haben Einsame mehr im Blut. Und Studien zeigen, dass der Gefäßwiderstand steigt, ein wichtiger Marker für den Blutdruck.

Nun hat Stress per se keinen Krankheitswert, sondern ist eine normale Anpassungsreaktion auf das, was Menschen geschieht. Der Mensch, genau wie viele Tierarten, hätte sich ohne Stress auf der Erde niemals behaupten können. Immer wenn der Mensch Gefahren ausgesetzt ist, braucht er einen Tunnelblick und einen Organismus, der alle nicht lebenswichtigen Funktionen pausiert und möglichst viel Energie zur Verfügung stellt.

Erst wenn Stress chronisch wird, wird er zum Problem. Sinken die Blutspiegel der Stresshormone nicht mehr ab und bleiben Blutdruck und Blutzucker deshalb erhöht, greift das die Gefäße an. Normalerweise führt ein hoher Cortisolspiegel im Blut dazu, dass weniger Cortisol ausgeschüttet wird. Es gibt eine Art negative Rückkopplung, die verhindern soll, dass die Cortisolspiegel ins Unermessliche steigen. In einem Telefonat erklärte mir Martin Keck, ehemaliger Direktor der Klinik des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie, vor Kurzem, dass das bei chronischem Stress irgendwann nicht mehr funktioniert: »Das Gehirn verliert die Kontrolle über die Stresshormonachse.« Es werde einfach immer mehr Cortisol ausgeschüttet. Eine mögliche Folge: Der andauernde Stress begünstigt psychische Erkrankungen wie Depressionen[23].

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