Kevin Müller - Schreiben und Lesen im Altisländischen

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Schreiben und Lesen im Altisländischen: краткое содержание, описание и аннотация

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Die Konzepte 'Schreiben' und 'Lesen' unterschieden sich im Altisländischen in vielen Aspekten. Es gab unterschiedliche Sprachen, Schriftsysteme, Materialien, Textsorten, Stimmen und Rahmen. Die involvierten Personen agierten als Schreiber, Verfasser, Leser, Zuhörer oder Auftraggeber. Dem gegenüber stehen verschiedene Verben wie rita, rísta, skrifa, dikta, setja saman, lesa oder sjá, die auf spezifische Aspekte referieren. Für die Erforschung der mittelalterlichen Schriftlichkeit ist es deshalb grundlegend, diese Konzepte zu kennen. Trotzdem gab es bisher nur punktuelle Analysen einzelner Aspekte, Lexeme, Texte und Textstellen. Die vorliegende Arbeit untersucht den Wortschatz erstmals in einem grösseren Textkorpus, das drei zentrale Quellentexte für die mittelalterliche isländische Schriftkultur umfasst. Die Konzepte werden mithilfe der syntagmatischen Relationen analysiert, welche die semantischen Strukturen auf der Ausdrucksseite abbilden. Dies ermöglicht eine systematische Betrachtung der Konzepte und der verschiedenen Aspekte der mittelalterlichen isländischen Schriftlichkeit.

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Das Schreiben geschieht in vielen Fällen im Auftrag einer Person, die sich im Frame von rita/ríta als Attribut AUFTRAGGEBER bestätigen lässt. Der AUFTRAGGEBER, welcher in der Jóns saga helga als Dativobjekt ergänzt wird, kommt in der Sturlunga saga als Subjekt in Kausativkonstruktionen vor. Im Gegensatz zu den geistlichen Schreibern sind die Auftraggeber Mitglieder des Sturlungenclans, also höhergestellte Laien. Die Kausativkonstruktion wird im ONP ( rita , ríta ) nicht gesondert behandelt, es gibt aber durchaus Belege, wie beispielsweise aus den Landslǫg mit König Magnus ( Magnús konungr ) als Subjekt (vgl. Keyser/Munch 1848: 7f.).

Der soziale Rang ist auch für den ABSENDER im Korrespondenzframe entscheidend, welcher wie in der Jóns saga helga als Agens der Konstruktion rita e-t til e-s auf die Ausdrucksseite tritt. Die Werte für dieses Attribut sind ähnlich und die Konstruktion wird im ONP ( rita , ríta ) nicht gesondert behandelt, obwohl es sich um ein anderes Konzept handelt. Es gibt lediglich eine relativ kleine Belegreihe zur Kollokation rita bréf . Ein interessanter Wert in dieser Reihe ist noch dróttning ‚Königin‘ in einem Beleg aus der Alexanders saga (vgl. Jónsson 1925: 88), weil Frauen in den Schreib- und Lesekonzepten sonst kaum nachgewiesen werden können. Im ONP ( rita ) gibt es neben rita bréf noch das Partikelverb rita til e-m mit zwei frühneuzeitlichen Belegen, welches aus syntaktischen Gründen mit der Konstruktion rita e-t til e-s nicht gleichgesetzt werden kann. Der Korrespondenzframe ist in der Sturlunga saga mit den Attributen ABSENDER, SCHRIFTTRÄGER, BOTSCHAFT und EMPFÄNGER ähnlich zusammengesetzt. Boten und Siegel bilden hingegen Leerstellen und sind auch im Kontext nicht zu finden. Das Präpositionalobjekt með e-m für das Attribut BOTE ist im ONP ( rita , ríta ) mehrfach bezeugt, wird aber ebenfalls nicht gesondert behandelt. Darunter befindet sich mit sendiboði ‚Sendbote‘ (vgl. Unger 1869: 109, Baetke 2002: 526) eine mögliche Bezeichnung für das Attribut.

Wie der BOTE kommt im Schreibframe auch die QUALITÄT in der Sturlunga saga nicht als Ergänzung vor. Weil jedes Skript eine Qualität hat, muss diese Teil des Frames sein. Bei den Kommentaren und expliziten Textverknüpfungen ist die QUALITÄT wie SKRIPT und SCHRIFTTRÄGER Teil der Situation, so dass diese für den Leser ersichtlich ist. In der Erzählung scheint sie dagegen eine Nebenrolle zu spielen. Dies gilt auch bis auf den einen Beleg je Redaktion für die Jóns saga helga , wo der Schreiber nach dem Urteil Bischof Jóns fragt. Für die übrigen Skripte ist wiederum ein Defaultwert nötig, der wohl dem stereotypen Aussehen des jeweiligen Skripts entspricht. Auch der Bote ist in der Jóns saga helga nur je einmal eine Füllung, weil die Hauptperson Jón eben dieser Bote ist. Daraus lässt sich schliessen, dass diverse Unterschiede in den Kollokationen und Frames sich nicht nur durch das Alter, sondern auch durch den Inhalt des Textes erklären. Belege für dieses Attribut ausserhalb des hier untersuchten Korpus sind schwierig zu finden. Das ONP ( ríta ) nennt die Kollokation ríta á þessa lund ‚auf diese Weise schreiben‘ in einem Beleg aus dem norwegischen Homilienbuch (vgl. Indrebø 1931: 106), die mit rita með e-m hætti aus der Jóns saga helga synonym ist. Im Homilienbuch ist damit wahrscheinlich die Schreibweise des Namens Johannes gemeint. Ríta á þessa lund ist ebenfalls im Ersten grammatischen Traktat bezeugt, die sich da auf die Gestalt eines Graphems bezieht (vgl. Benediktsson 1972: 236). Darauf referiert auch die Ergänzung í ǫðru líkneski ‚in einer anderen Gestalt‘ (vgl. Benediktsson 1972: 218). Der Traktat hat ausserdem Belege mit Adverbien. Skynsamliga ‚verständig‘ steht im Zusammenhang der Verwendung des Graphems , welches lateinische Schreiber in griechischen Wörtern verwenden, wenn sie ‚verständig‘ schreiben (vgl. Benediktsson 1972: 238). Die Adverbien illa ‚schlecht‘ und rangt ‚falsch‘ beziehen sich auf die Verwendung der Kapitälchen für Geminaten im Isländischen (vgl. Benediktsson 1972: 242). Somit beziehen sich die Adverbien auf die Orthographie. Der Frame des Attributs QUALITÄT hat also sicher zwei Attribute RICHTIGKEIT und GESTALT. Der Traktat behandelt in erster Linie die Verschriftung der Sprache, so dass die Gestalt der Grapheme und ihre korrekte Verwendung die Hauptrolle spielen. Die Qualität kann aber noch weitere Aspekte des Skripts beinhalten wie Schriftart, Stil oder Ästhetik, die wie Richtigkeit und Gestalt in das Konzept der Graphie gehören. Aus diesem Grund ist GRAPHIE die treffendere Bezeichnung dieses Attributs.

Der Fokus im Traktat auf die Verschriftung äussert sich auch im Thema, das diverse Werte für Grapheme enthält wie stafr ‚Buchstabe‘, hǫfuðstafr ‚Kapitälchen‘, raddarstafr ‚Vokal‘ oder samhljóðandi ‚Konsonant‘ (vgl. Benediktsson 1972: 208, 210, 230, 238, 242). Dazu kommen das Schriftsystem mit stafróf ‚Alphabet‘ (vgl. Benediktsson 1972: 208) und die Sprache mit ebreska ‚Hebräisch‘, enska ‚Englisch‘, girzka ‚Griechisch‘ und latína ‚Latein‘. Da zum Schreiben unweigerlich eine Sprache, ein Schriftsystem ( stafróf ) und Schriftzeichen ( stafr ) gehören, sind diese ebenfalls als Attribute zu betrachten. Auf das Attribut SPRACHE referiert im Traktat auch die Ergänzung at váru máli ‚in unserer Sprache‘ (vgl. Benediktsson 1972: 246), für die es im ONP ( rita , ríta ) gleiche und ähnliche Belege gibt: z.B. at norrœnu máli (vgl. Johnsen/Helgason 1941: I, 1) oder á þesskonar tungu ‚in einer solchen Sprache‘ (vgl. Jónsson 1925: 17). Die Substantive mál und tunga bezeichnen das Attribut, das Adjektiv ist der Wert. Im Traktat kann die Konstruktion rita/ríta e-t e-u die Attribute SPRACHE und SCHRIFTSYSTEM bzw. SCHRIFTZEICHEN verbinden, z.B. rita ensku latínu stǫfum (vgl. Benediktsson 1972: 206, 208) ‚Englisch mit lateinischen Buchstaben schreiben‘. Das Substantiv stafr deutet zwar auf das SCHRIFTZEICHEN hin, der Plural aber auf das SCHRIFTSYSTEM, das in diesem Kontext auch relevant ist. Das einzelne Schriftzeichen ist eher als Teil des Skripts zu betrachten. Vergleichbare Belege befinden sich auch im ONP ( rita , ríta ): rita/ríta gullstǫfum (Unger 1860: 287, Unger 1877: 278, Jiricek 1893: 25) ‚mit Goldbuchstaben schreiben‘, die auf ein weiteres Attribut im GRAPHIE-Frame verweisen: die FARBE. Der Defaultwert schwarz ist von zahlreichen mittelalterlichen Handschriften bekannt. Das Fehlen dieser Attribute im vorliegenden Korpus erklärt sich eben durch Defaultwerte und Constraints. Für das SCHRIFTSYSTEM ist latínu stafróf ‚lateinisches Alphabet‘ anzunehmen, die Werte für die SPRACHE können über Constraints mit dem TEXT inferiert werden. Liturgische Texte hätten entsprechen einen Wert latína ‚Latein‘, Briefe von und an Laien einen Wert norrœnn ‚nordisch‘.

Gleich verhält es sich mit den postulierten Attributen SCHREIBMATERIAL, SCHREIBWERKZEUG und KÖRPERTEIL (vgl. Kap. II.1.). Diese Aspekte thematisiert Glauser (2010: 326) anhand einer Schreiberklage aus der Egils saga einhenda ok Ásmundar berserkjabana , die in der Handschrift AM 589e 4to aus der Mitte oder zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts überliefert ist (vgl. Lagerholm 1927: XLIV):

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