Jan Kjaerstad - Femina erecta

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Oslo 1940 – am Vorabend der Deutschen Invasion in Norwegen. Der Beginn einer Familiensaga, deren treibende Kräfte sechs Frauen sind.
Im Mittelpunkt stehen Rita Bohre und ihr Lebenswerk Femina erecta. Es handelt von der aufgerichteten Frau. Von Frauen, die immer aufs Neue aufstehen müssen.
Agnes tritt eine Pilgerreise an. Rita führt Gespräche mit Fridtjof Nansen in seinem Turm in der Villa Polhøgda. Maud segelt auf einem Floß den Kongo-Fluss stromabwärts. Bjørg schreibt Gedichte in der psychiatrischen Klinik Gaustad. Laila arbeitet als Kabinenmädchen auf der MS Bergensfjord. Ingri wird die jüngste Ministerin in der Regierung.
Etwa 2000 Jahre sind vergangen, und wir befinden uns in der Chinesischen Föderation. Durch eine gewaltige Katastrophe vor 1000 Jahren wurden alle gespeicherten Daten und Informationen vernichtet, doch weil Mitglieder der Long-Dynastie in vielen zentralen Positionen sitzen und diese Norwegen als ihre ursprüngliche Heimat betrachten, wurde eine von drei Frauen geleitete Gruppe mit der Aufgabe betraut, von den norwegischen Ahnen der Long-Dynastie zu erzählen, d. h. über das Geschlecht der Bohre aus der Zeit vor der ersten Emigrationswelle nach China.

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Eine von Lailas Lieblingsbeschäftigungen war es, ganz nahe vor ihrem Huldra-Radiogerät zu sitzen, oder richtiger: vor dem Schrankmodell dieses vom Arbeitsplatz ihres Vaters in Kjelsås stammenden Wunders. Es hatte mehrere Versionen des Modells Sølvsuper gegeben, doch jetzt war Huldra 5 angesagt. »Unser Flaggschiff«, wie Lorang es nannte. Laila hörte entweder Musiksendungen oder Platten, besonders die Jazzplatten, die Großonkel Henry aus Amerika schickte und die hierzulande nicht so leicht zu bekommen waren. An einem Tag, der wie alle anderen begann, aber nicht wie alle anderen enden sollte, hatten sie gerade ein neues Paket aus Brooklyn bekommen, und nachdem Laila aufs Geratewohl in die Schachtel hinein- und sich eine LP mit dem Titel Miles Ahead herausgegriffen hatte, der Musik zuerst nur mit halbem Ohr lauschend und währenddessen in einer Wochenzeitschrift lesend, durchschnitt bei einer der Nummern nach einer knappen Minute plötzlich ein Trompetenton die Harmonien und attackierte sie gnadenlos, was zur Folge hatte, dass sie die Zeitschrift fallen ließ und aufstand. Als hätte sie ein Signal vernommen und wäre jetzt bereit, zur Tat zu schreiten. Bereit zum Aufbruch. Verwundert lauschte Laila dem Trompetenton, der aus dem verworrenen Bläserarrangement herausdrang, griff nach dem Cover und sah, dass die melancholische Ballade »My Ship« hieß und die Lippen, die diesen unwiderstehlichen Laut formten, einem Musiker namens Miles Davis gehörten.

Sie unterzog das Paket von Großonkel Henry einer eingehenderen Untersuchung und entdeckte noch mehr Schallplatten von Miles Davis, und in den darauffolgenden Wochen spielte Laila sie so oft wie möglich, Birth of the Cool, ’Round About Midnight und Milestones, aber aus irgendeinem Grund, vielleicht weil dieser Songtitel ihr als Erstes ins Auge gesprungen war, wurde »My Ship« von Miles Ahead zu ihrer Lieblingsnummer, gegen die nicht einmal »Bye Bye Blackbird« ankam. Immer sah sie bei diesen Tönen das schnittige Luxus-Kreuzfahrtschiff Stella Polaris vor sich, den unvergleichlichen, weißen Schiffsrumpf mit Goldplanken am Bug, ein Schiff wie aus dem Märchen.

Darin besteht das Rätsel in Lailas Leben, das sie immer wieder zum Nachdenken bringt. Ein Ton, der sie getroffen hat, physisch. Lange Zeit war sie leicht schlafwandlerisch durchs Leben gegangen, fast wie zum Schutz, um weniger anfällig zu sein für Neckereien und Mobbing. Auch »My Ship« war am Anfang eine Spur nebelhaft, bis dann die Trompete alles durchschnitt, auch in ihr, und zu einer Einladung wurde: Bitte, fang an zu leben. Beginne damit, die Quelle dieses Tons ausfindig zu machen. »Ich weiß nicht, was mein Vater und meine Mutter mir als Erbgut mit auf den Weg gegeben haben, aber ich weiß, nichts hat mich mehr geformt als der Ton einer Trompete«, sagte sie als Erwachsene zu Little Green, die dieses Zitat in ihre kurze Chronik aufgenommen hat.

Laila wollte nach Amerika, und auch wenn sie womöglich den Traum im Hinterkopf hatte, im Rockefeller Center einem amerikanischen Prinzen, einem Magnaten, zu begegnen – es waren schon größere Wunder geschehen als das –, wollte sie in erster Linie Miles Davis spielen hören, ihn spielen sehen, herausfinden, ob er auch in Wirklichkeit diese reinen Töne hervorzubringen vermochte, die sie mit solch chirurgischer Präzision trafen. Sie wusste, dass er oft in Manhattan spielte, zum Beispiel im New York Plaza Hotel oder im Birdland, sie hatte sich bei Leuten umgehört, die sich in solchen Dingen auskannten, und deshalb also wollte sie nach New York und heuerte auf einem Schiff der Norwegischen Amerikalinie an, genauer gesagt auf der Bergensfjord, und weil sie bereits zweimal in den Sommerferien im Hotel Continental gearbeitet hatte, bekam sie einen Job als Kabinenmädchen in der Touristenklasse.

Es erscheint nicht unangemessen, uns an dieser Stelle ein wenig mit der Norwegischen Amerikalinie zu befassen, einem Phänomen, das gewissermaßen die Linienführung der norwegischen Seele einfängt. Denn obwohl Norwegen als Seefahrernation – man stelle sich vor: ein Land mit einigen wenigen Millionen Einwohnern, und für einige Jahre im Besitz der drittgrößten Handelsflotte der Welt – sich am absteigenden Ast befand, gelten die 1950er-Jahre als goldenes Zeitalter der NAL-Atlantiküberquerungen, und so ist es auch kein Zufall, dass das stolzeste aller Amerikaschiffe in jenem Dezennium vom Stapel gelassen wurde: die MS Bergensfjord, ein Schiff, das die Tradition der DS Bergensfjord weiterführen sollte, die, bevor sie schließlich verkauft wurde, 33 Jahre lang für die Reederei im Einsatz gewesen war.

Aus diesem Grund stand Laila so verliebt vor der neuen Bergensfjord. Kein anderes Schiff war mit solchen Kurven ausgestattet – wenn, dann höchstens die bereits erwähnte Stella Polaris, mit ihren Linien, die wie von den Sternen herabgeholt wirkten. Bis dahin hatte Laila kein Wasserfahrzeug bestiegen, das größer war als die Nesodd-Fähre zur Halbinsel nahe Oslos, doch nun befand sie sich plötzlich an Bord eines schwimmenden Palasts oder, warum nicht, einer ganzen kleinen Stadt: Sie hatte sich diese Welt nie vorstellen können, die gut hundert Kabinen für die Passagiere der ersten Klasse und die fast achthundert in der Touristenklasse. Obwohl die Reisenden dazu angehalten wurden, sich in ihrem Teil des Schiffs aufzuhalten, konnte Laila sich nicht zurückhalten, sondern packte die Gelegenheit beim Schopf, um sich frei auf dem Schiff zu bewegen, sich einen Eindruck zu verschaffen von dem Leben auf den Sonnendecks, auf dem Sportdeck und dem Promenadendeck, wo sie die verschiedenen Gerüche des Schiffs inhalierte, angefangen beim Bug bis hin zur Brücke, Treibstoff, Putzmittel, Parfüm, Salzwasser. Sie warf einen Blick in die Speisesäle, in denen die Mahlzeiten mit einem Glockenspiel oder durch einen Gong angekündigt wurden und wo es Fruchtcocktail, Schildkrötensuppe mit Sherry, gefülltes Mignon Rossini, Omelette Surprise und Champagne Sherbet zu essen gab; sie schlich sich für einige Sekunden in die Salons und Festsäle, in die Bars und ins Verandacafé, in den Wintergarten und in die Bibliothek, zum Swimmingpool und in den Gymnastiksaal auf Deck D, lief mit blinzelnden Augen umher, denn es fehlte wirklich an nichts, nicht einmal dann, wenn einem der Sinn danach stand, sich die Haare schneiden oder sich rasieren zu lassen, oder wenn man – Gott behüte – krank wurde.

Die größte Überraschung bot für sie jedoch die Dekoration. In den Speisesälen und Salons waren Arbeiten der besten norwegischen Maler und Holzschnitzer, Keramiker, Textil- und Glaskünstler ausgestellt, und als Laila im Speisesaal der Touristenklasse Per Krohgs riesiges, sich über eine ganze Wand erstreckendes Gemälde Journey of Dreams bewunderte, dachte sie sich dieses Schiff wie das Osloer Rathaus, ein Stück repräsentatives Norwegen, das wie ein verlockendes Werbeplakat übers Meer schwamm.

Selbstverständlich gab es auch ein Orchester an Bord, das an mehreren Orten auf dem Schiff spielte – auf dem Promenadendeck etwa, wenn das Wetter schön war –, jedoch fand Laila nur abends Gelegenheit, es sich anzuhören, im Festsaal draußen an der Hufeisenbar der Touristenklasse. Für gewöhnlich schlich sie sich nach oben, stellte sich nahe an die Tür und tat, als warte sie auf jemanden. Die Passagiere saßen an kleinen Tischen im Kreis um eine freie Fläche, auf der einige Paare tanzten, und für ein paar Sekunden war es ihr unmöglich, nicht daran zu denken, dass sie noch vor wenigen Tagen mit einem waschechten Kronprinzen Swing getanzt hatte.

Während sie von draußen zuhörte, summte sie die bekanntesten Melodien mit und studierte die fünf Musiker auf dem Podium, alle in schwarze Hosen und schwarze Smokingsakkos gekleidet, doch anstatt ihren Blick auf den Trompetenspieler zu heften, war ihre ganze Aufmerksamkeit auf den Bassisten gerichtet, den Mann, der zwischen dem Orchesterleiter am Flügel und dem Schlagzeuger stand und sein großes Instrument balancierte, denn er war der einzige Schwarze, und tatsächlich mochte sein Gesicht an jenes von Miles Davis auf dem Cover von Milestones erinnern, wo er auf einem Stuhl lungerte und einen mit prüfendem Blick ansah. Laila hatte dieses Bild sehr oft angestarrt, und es war, als ob sie in dem Blick des Mannes hinter dem Kontrabass auf dem Podium eine Erwiderung fände. Ihr war klar, dass er ein außerordentlich fähiger Musiker sein musste, ansonsten hätte er diesen Job nicht bekommen, sie hatte auf dem Schiff sonst keinen einzigen schwarzen Menschen gesehen – er war ihr sofort nach dem Rettungsbootmanöver am ersten Tag nach dem Ablegen aufgefallen, ein Gesicht, das unter all den weißen herausstach. Laila lauschte heimlich, hörte, wie gut er war, hörte es an dem Ton, denn in seinen Bassläufen steckte ein Singen, das sie sonst für gewöhnlich nicht hörte, ein eigentümlicher Drive oder wie sie es nennen sollte. Wie sehr er von den anderen Musikern geschätzt wurde, war auch an dem fortwährenden Nicken und den anerkennenden Blicken abzulesen, besonders zwischen ihm und den beiden Bläsern, dem Saxofonisten und dem Trompeter.

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