Franz Jung - Der Weg nach unten

Здесь есть возможность читать онлайн «Franz Jung - Der Weg nach unten» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Der Weg nach unten: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Der Weg nach unten»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Als expressionistischer Dichter, Dada-Trommler, Freiwilliger und Deserteur des 1. Weltkriegs, Aktivist des Spartakusbundes, Mitbegründer der KAPD, Vagabund, Schiffsentführer, Leiter einer russischen Zündholzfabrik, Wirtschaftsanalytiker und Börsenspekulant war Franz Jung schon zu Lebzeiten eine Legende. Er war oft im Gefängnis, vielfach auf der Flucht, schrieb ca. 30 Romane, mehr als zehn Theaterstücke sowie Essays, Radiofeatures, ökonomische und politische Analysen.
Er war der Inbegriff des Abenteuertums, des Aufbruchs und Ausbruchs. «Ein Charakter, wie man sie heutzutage nur noch auf Leinwänden trifft», beschreibt ihn Günter Kunert. Jung war immer kompromißlos und ist dadurch in diesem «Jahrhundert des Verrats» zu einer paradigmatischen Figur geworden. Zur Zertrümmerung der großen Illusionen und Ideologien hat er einen bedeutenden Teil beigetragen.
"Einer der imponierenden Väter, in deren Fußstapfen wir traditionell sicherer stehen könnten in unserem Land", sagt Günter Herburger über ihn und Michael Rohrwasser bezeichnet den «Weg nach unten» als eines der wichtigsten Bücher, die nach dem Krieg erschienen sind.
"Vielschichtiger, widerspruchsvoller, anregender sind nur wenige erfundene Charaktere … Franz Jung fesselt und fasziniert vor allem durch seine Persönlichkeit, diese seltsame Mischung aus Beharrlichkeit und Flucht, Menschenliebe und Unerbittlichkeit, Weitsicht und Ressentiment."
Die Zeit
"Der Stoff, der sich in 75 Jahren anhäufte, hätte für mehrere Leben ausgereicht … Indem sich diese Figur mit ihren fremden und abenteuerlichen Spielregeln aufbrauchte, indem sie gleichsam in ihrem Labyrinth verschwindet, ist sie eine leuchtende Chiffre."
Süddeutsche Zeitung

Der Weg nach unten — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Der Weg nach unten», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Wenn ich hier bereits wieder etwas vorgreifen darf: Später, als Breuer in den ersten Revolutionsjahren Pressechef der Reichsregierung geworden war, habe ich ihn einmal nachts zufällig auf der Straße getroffen. Verschiedentlich war ich in Vorgänge verwickelt, die der Verfolgung durch das Presseamt unterstanden, zum Beispiel, als wir an die Auslandskorrespondenten in Berlin eine besondere Korrespondenz „Berlin Expreß“ täglich durch Boten austragen ließen, in der wir über versteckte Waffenlager und die Wiederbewaffnung Deutschlands berichteten – Breuer hat mir darüber keine Vorwürfe gemacht. Er war traurig und sprach sehr besorgt und sagte mir dabei, dass er schon einige dringende Anfragen erhalten habe, warum das Amt mich noch nicht den Gerichtsbehörden übergeben habe; man werde sonst zur Selbsthilfe greifen müssen. Bisher habe er solche Fälle immer noch abbiegen können, aber wie lange noch? – die Warnung kam sehr zur Zeit. Wir schieden damals mit einem festen Händedruck. Ich bin ihm viel schuldig geblieben.

Bis man sich über meinen Status entschieden haben würde, blieb ich in der Revierstube. Der Oberleutnant, dem der Rekonvaleszenten-Haufen unterstellt war, weigerte sich, mich zu sehen, genauer: Er bekam einen Wutanfall, wenn nur mein Name genannt wurde. Der Sanitätsfeldwebel dagegen hatte seine eigenen Pläne mit mir. Die zur ebenen Erde gelegene Revierstube eignete sich sehr gut dazu, das bei der Kompanie übrig bleibende Kommissbrot zu verkaufen. Zu einer bestimmten Stunde versammelten sich vor meinem Fenster die Interessenten, es wurde bald eine lange Kette von Käufern, die anstanden, – ich reichte die Brote heraus, kassierte das Geld, fünfzig Pfennig das Stück – der diensthabende Sanitäter stand schon hinter mir, das Geld sogleich in Empfang zu nehmen. Wahrscheinlich wird der Verkauf mit der Zeit aufgefallen sein. Eines Tages sagte mir der Sergeant vom Dienst, ich hätte sofort zu verschwinden. Er drückte mir eine Mark in die Hand mit dem Befehl, den Bahnhof Spandau zu meiden, mit der Straßenbahn zu fahren und am Spandauer Block umzusteigen. Auf diese Weise würde ich nicht in die Hände einer Militärkontrolle geraten. So wurde ich entlassen – wie schon früher gesagt, sang- und klanglos und ohne das geringste Papier.

Ich darf hier nicht vergessen zu erwähnen, dass manchmal, wenn die Kompanie ausgerückt war, die Knochen zu bewegen, mich die Revier-Sergeanten auf den Hof hinausgehen ließen. Die eine Seite des Hofes war durch einen kleinen Damm abgeschlossen, der mit Gras bewachsen war. Das Grün war mit Sommerblumen gesprenkelt, weiße Margeriten und blaue Glockenblumen. Darüber wuchsen zwei große Akazienbäume empor. Ich hatte mich an dem Abhang niedergelegt und dem Summen der Bienen gelauscht. Falter strichen über die Blumen hin. Und alle Süße der Welt lag in dem Duft der Akazienblüten. Ich habe diesen Duft in Erinnerung behalten, mehr als ich zugestehen mag. So stark, dass, wenn ich heute an einer Akazie vorübergehe, ich zögere, ich habe fast Mühe weiterzugehen – es ist nicht so leicht, eine solche Erinnerung einfach beiseite zu schieben.

Durch Vermittlung des Schutzverbandes erhielt ich eine Stellung als Handelsredakteur am Deutschen Kurier, einer neu gegründeten Berliner Tageszeitung, die von politischen Dissidenten-Gruppen aus Reichstag und Abgeordnetenhaus kontrolliert wurde, ausschließlich zu dem Zweck, die Industriefonds zur Bekämpfung der Steuergesetze zur Verteilung an die politischen Parteien an sich zu ziehen. Trotzdem geriet das Blatt sehr bald in Schwierigkeiten, die Gehälter konnten nicht gezahlt werden, und das Ende war abzusehen.

Mit einem Kollegen am Blatt gründeten wir den „Industrie-Kurier“, Fachblatt für die oberschlesische Eisen- und Kohlenindustrie unter der etwas anzüglichen Firma „Jung & Ehrlich“. Trotzdem wurde das Blatt ein voller Erfolg, wir erhielten Kredit, Ehrlich besorgte die Inserate, ich leitete die Redaktion.

Der Krieg fand unterdessen am Rande statt. Ich habe während dieser Jahre in diesem Geschäftskreis niemanden getroffen, der sich ernstlich für den Krieg und insbesondere für den Ausgang des Krieges interessiert hätte. Zwanzigtausend Mark wurden geboten für die deutsche Friedensfeder, das ist die Feder, mit der Kaiser Wilhelm den Friedensvertrag unterzeichnen würde; ein Leipziger Fabrikant versprach sich mit dieser Feder ein Riesengeschäft – ich konnte sie ihm nicht verschaffen. Die Wellen der Kriegskonjunktur gingen hoch.

Margot wurde davon mit weggespült. Wir hatten wieder eine neue Wohnung genommen, und ein zweites Kind war bereits unterwegs – die Tochter Dagny, die geboren wurde, als ich Margot bereits verlassen hatte und zu Cläre gezogen war, der Frau von Richard Öhring.

Ich bewegte mich in einer immer betonter werdenden Doppelexistenz, als wäre ich von einer geheimen Kraft abgeschirmt und gepanzert. Es wird nicht der Fall gewesen sein, mehr die Flucht vor der Gefahr, wieder in einen Strudel ungelöster und unlösbarer Fragen zu stürzen, in ein Nichts, aus dem ich nicht herauskommen würde. So seltsam das an dieser Stelle klingen mag, ich war nach all dem Feuerwerk der letzten Jahre erwachsen geworden.

Ich war sehr viel ruhiger geworden und ausgeglichener. Im Gegensatz zu meiner redaktionellen Tätigkeit neigte sich mein Interesse wieder mehr der Literatur zu. Ich besuchte Verleger und war die Nachmittage im Café des Westens anzutreffen. Einige der größeren Verleger zeigten Interesse, mich zu einem Autor für den Leserkreis des Verlages zu erziehen, vielleicht für später in Reserve zu halten. Ich hatte eine solche Unterredung mit Sammy Fischer, der mir sehr wohlgesinnt gewesen ist. Der Verlag suchte gerade einen neuen Standard-Autor. Oskar Loerke und Moritz Heimann hätten mich gern als Verlagsautor gesehen. S. Fischer war auch nicht abgeneigt. Er hat mir väterlich zugeredet, die Politik sein zu lassen, sie mehr innerlich zu verarbeiten und umzusetzen in gute Dichtung. Die Zusagen, die er von mir erwartet haben mag, habe ich verschluckt; ich blieb störrisch. Herr Fischer wollte durchaus mein Zutrauen gewinnen. Er zog aus der Schreibtischschublade das Frühstücksbrot, das er von zu Hause mitgebracht hatte, und gab mir die Hälfte ab über den Schreibtisch hinüber. Ich bin sehr einsilbig gewesen. Der andere Schriftsteller, der zur Auswahl stand, ist Otto Flake gewesen; Flake ist der Standardautor geworden.

Ich war viel mit meinem alten Freunde Max Herrmann-Neiße zusammen; eine Oase in der Wüste. Ich traf mit Theodor Däubler, dem von der Stadtverwaltung die doppelten Lebensmittelkarten zugebilligt waren, zusammen. An und für sich hätte das Däubler nicht nötig gehabt. Wo immer er in den größeren Restaurants am Kurfürstendamm erschien, die Kellner servierten ihm ohne Karten. Trotzdem haben wir auch noch in unserem Kreis Karten für Däubler eingesammelt.

In dieser Zeit erneuerte ich meine Bekanntschaft zu Else Lasker-Schüler, mit der ich schon früher auf den Aktionsabenden bekannt geworden war. Ich traf sie meist im Café des Westens. Sie saß dort viel allein, wie von allen verlassen. Sie war dankbar für jedes freundliche Wort.

Else Lasker-Schüler hatte jeden Kontakt zur Umwelt und den Vorgängen draußen in der Welt verloren. Der Krieg muss für sie etwas Unvorstellbares und auch völlig Unverständliches gewesen sein. Sie hat mich manchmal im Café aufgefordert, sie in ihre Wohnung zu begleiten. Ich erinnere mich an ein typisches Altberliner Zimmer, mit einem kleinen Podium am Fenster, wie das früher war in der guten alten Zeit, als die Bewohner dort ihre Blumentöpfe stehen hatten. Auf diesem Podium saß dann Else Lasker-Schüler auf einem einfachen Rohrstuhl und sah auf die Straße hinaus und in ihre Welt, die Kamelstraßen durch die fernen Wüsten, das seit Jahrtausenden angestammte Land des Prinzen von Theben. Sie sprach vor sich hin und überließ sich den bunten Träumen oder sie rezitierte Gedichte oder las aus Briefen vor, die sie durch Kuriere zu senden beschlossen hatte und die niemals abgeschickt worden sind. Der Besucher saß etwas abseits am Tisch in der Mitte des Zimmers und hörte zu, stundenlang und voller Ehrfurcht.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Der Weg nach unten»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Der Weg nach unten» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Der Weg nach unten»

Обсуждение, отзывы о книге «Der Weg nach unten» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x