Bernd Neumann - Uwe Johnson

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Bernd Neumann legte 1996 nach jahrelangen Recherchen eine detaillierte, äußerst materialreiche und fundierte Biografie des Schriftstellers Uwe Johnson vor. Sie erregte seinerzeit große Aufmerksamkeit und sorgte für kontroverse Diskussionen. 2014 im Juli wäre Johnsons 80. Geburtstag gewesen und im Februar ist sein 30. Todestag. Anlass, sich mit Werk und Leben, des «Dichters der beiden Deutschland», ein Kennwort, welches die Literaturkritik für ihn geprägt hat, erneut auseinanderzusetzen.

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Ob nun Ostsee oder Baltische See: Ihr Wasser stellt sich in Johnsons Werk stets als ein symbolisches Substrat der Kommunikation, aber auch als ein Medium der Liebe dar. Die ersten drei Bände der Jahrestage beginnen jeweils mit Wasser-Schilderungen. Den letzten Band – er setzt statt mit einer Wasser-Beschwörung mit einer Kriegs-Szene ein – schließt der Autor dann mit der anverwandelnden Perspektive auf die Ostsee ab. Das rund fünfzehn ereignisreiche Jahre dauernde Jahrestage -Unternehmen endet 1983 mit den inzwischen nachgerade berühmt gewordenen Sätzen:

Beim Gehen an der See gerieten wir ins Wasser. Rasselnde Kiesel um die Knöchel. Wir hielten einander an den Händen: ein Kind; ein Mann unterwegs an den Ort wo die Toten sind; und sie, das Kind das ich war. ( Jahrestage , S. 1891)

Gesines Gang ins Ostsee-Wasser (auf Bornholm und gegenüber der schwedischen Küste) gerät zu erfüllter Erinnerung und Todes-Ahnung in einem. Der Autor sendet seine »Person« gleichsam zu den eigenen Ursprüngen zurück, in Richtung Großvaterland, nach Schweden.

ANFÄNGE IN CAMMIN.

SCHWEDISCHE ZUSTÄNDE UND SCHWEDISCHE URAHNEN

Uwe Johnsons erste Bewußtseinseindrücke datieren aus dem Jahr 1934 und haben ihren Ort an den Rändern der Ostsee, wo diese sich um eine Reihe vorgelagerter Inseln im Oderhaff schlängelt: in Cammin an der Dievenow, heute Kamień Pomorski. Runde fünfzig Jahre später wird der Mecklenburger im Angesicht der Themsemündung sterben.

Die Orte des Aufwachsens aus dem Gedächtnis verlieren, das hiesse ja die Dievenow vergessen, die für das Kind zu breite Schlange Wassers mit ihren niedrigen schwarzen Booten, den glucksenden Fischkästen, dem wildwüchsigen Bruch und den federnden Wiesen an ihren Ufern. Sie bleibt, wie die Peene, die bei Karnin weissen Sand auswäscht, fein wie für Sanduhren, wie die Nebel, die an der güstrower Bahnhofsbrükke den Blättersträhnen der Trauerweiden zu trinken gibt. Unverzichtbar und jeweils aufs Neue zu leben ist der Tag, der aufwachte an der bützower Schleuse, seinen Mittag hielt inmitten der Ebenen vor Schwaan und den Abend beging auf den wiegenden Querwellen des alten Hafens von Rostock. Alle Flüsse sind aufgehoben in ihrer Zeit, und alle nach ihnen, vom badischen Rhein bis zum Hudson der Walfänger, wozu sind sie denn da? zu erinnern an die Flüsse von ehemals. Die spätere Vertrautheit mit anderen Flüssen war also nur dazu da, an die Wasser der Vergangenheit zu erinnern.

Der am 29. November 1979 die letztzitierten Sätze an Rolf Italiaander schrieb, fand zu einem stilistischen Glanz, der selbst bei diesem Autor nicht tagtäglich anzutreffen war. Er beschwor die Erinnerung an einen pommerschen Fluß als die Rückerinnerung an eigene Lebensanfänge. Schwarzes, vexatorisch sich spiegelndes Wasser der Morgenfrühe, über dem bereits der Geist jenes Erzählwerks schwebte, das Johnson schaffen und das sich durch eine stupende Dichte der Vernetzung auszeichnen würde. Die Dievenow wird der Knabe später wieder erblicken, wenn er mit seiner Mutter zusammen im DKW die Großeltern besuchen fuhr, in Momenten außerordentlichen Glücks. Der Widerschein eines ganz frühen Glücks mag zur Intensität der Erinnerung beigetragen haben, die das Werk Johnsons zusammenhält und mannigfaltig in sich verwebt.

Zunächst ist ein ausgedehnter »Besuch beim vernünftigen verantwortbaren praktischen Leben« ( Mutmassungen , S. 242) angebracht. Die Fakten schauen folgendermaßen aus: In der New Yorker Phase, in der er sein Lebens-Buch Jahrestage konzipierte, in das auch seine und seiner Frau Elisabeth mecklenburgische Familienerinnerungen eingehen würden, kümmerte der Güstrower sich eingehend um die eigene Vorgeschichte. Seine Bemühungen führten dazu, daß er am 15. Juni 1967 einen handschriftlichen Brief von Hanne-Lore Johnson, einer noch in Mecklenburg lebenden Tante, auf seiner Maschine abtippte. Für derart wichtig erachtete er den. Dieser Brief. unter dem 19. Mai 1967 abgeschrieben, enthielt das Wesentliche, was Uwe Johnson zu seinen Lebzeiten über sein Geschlecht in Erfahrung gebracht hat. Was also am 20. Juli 1934 in Cammin am Wasser der Dievenow mit Uwe Johnsons Geburt begann, erscheint seinerseits durch Besonderheiten der Johnsonschen Geschlechtergeschichte vorbereitet. In dieser nahmen nämlich die Überquerung der Baltischen See und das anschließende Leben in einer seenreichen Fremde die Rolle eines entscheidenden Einschnitts an. Wer das Individuum in seinen Phantasieproduktionen verstehen will, muß sich der Geschichte von dessen Familie und deren Lebenswelt eingehend versichern. Das Geschlecht der Johnsons kam jedenfalls aus Schweden. Hieß da auch noch gar nicht Johnson, sondern Mård. Uwe Johnson selbst verstand sich bewußt als Nachfahr dieser schwedischen Ahnen. Sprach seinen Namen mit skandinavisch gelängtem »o« aus und korrigierte deshalb einmal den Göttinger Germanisten Albrecht Schöne, dieser hatte Johnsons Namen mit englisch kurzen Vokalen artikuliert. Mehrfach hat sich vor allem der junge Autor als der Abkömmling eines schwedischen Soldatengeschlechts gleichsam selbst identifiziert. Nur in einer einzigen brieflichen Bemerkung anläßlich des Todes seiner Mutter sah er sich in der Abfolge des mütterlichen Geschlechts, und da drehte es sich um sein bereits spärlich werdendes Haar, also um eine Mangelerscheinung. Vor allem seine schwedische Abkunft erschien dem Mecklenburger wichtig. Die psychische Gegenwart des Großvaters als des Repräsentanten der väterlichen Abkunftslinie überstrahlte alle anderen Ahnen in Uwe Johnsons Bewußtsein.

Wie geriet ein auswandernder Schwede im vergangenen Jahrhundert ausgerechnet nach Mecklenburg? Hanne-Lore Johnsons Brief und das Archiv des mittelschwedischen Städtchens Vadstena geben näheren Aufschluß. Weiterhin: Wie haben wir uns Mecklenburg damals vorzustellen? Wie mußte es einem ins Bewußtsein treten, der es wandernd, ein-wandernd in seine Erfahrung brachte? Johnsons Versuch, einen Vater zu finden aus dem Jahr 1975 bietet erste Antworten. Seine Anfangspassagen vergegenwärtigen, was der »Urahn« August Nikolaus Mård im Mecklenburg seiner Zeit erblickt haben wird. Dem entspricht, daß Uwe Johnson für den Versuch, einen Vater zu finden auch auf die Lebenserinnerungen seines alten, verehrten Güstrower Englischlehrers Wilhelm Müller zurückgriff, die dieser auf des Schülers dringenden Wunsch in langen Briefen niedergeschrieben hatte und die zurückreichen in das Mecklenburg der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Uwe Johnson erblickt also im Versuch, einen Vater zu finden das Land Mecklenburg gleichsam mit den Augen seines Großvaters, wenn er die Situation beschreibt, in der Gesines Vater Heinrich Cresspahl aufwächst:

Es war ein Land, daraus liefen die Arbeiter fort, an die Hunderttausend in fünfzig Jahren, ein Sechstel des Staatsvolkes, da hatte der Mecklenburgische Patriotische Verein schon 1856 vergeblich John Brinckmans »Fastelabendsprärig« als Flugblatt verteilen lassen. [...] Mecklenburger vom Gesinde durften nicht ohne Erlaubnis der Dienstherrschaft aus dem Haus, vom Hof. ( Versuch, einen Vater zu finden , S. 9)

Um das Jahr 1865 verließ Johnsons Urahn August Nikolaus Mård, von Zukunftslosigkeit und Arbeitslosigkeit vertrieben, das schwedische Småland. Er wollte das Geld für eine geplante Australien-Passage in Mecklenburg verdienen, wo, sein Enkel wird es beschreiben, die Arbeitskräfte fehlten. Vom nahegelegenen Hamburg aus gingen die Auswanderertransporte in die Neue Welt.

Die schwedische Familie Mård stellte seit Generationen eine Soldatenfamilie dar, was Johnson seinerseits wußte, der am 5. August 1959 an Walter Boehlich geschrieben hat: »Und mein Grossvater war noch schwedischer Staatsbürger und Soldat.« Nach der Mitteilung des schwedischen »Arkivet för Ordbok över Sveriges Medeltida Personnamn« in Uppsala läßt sich keinerlei landschaftliche Etymologie mit dem Namen »Mård« (deutsch »Marder«) konnotieren. Der Name habe jedoch eine Verbindung mit dem gleichnamigen kleinen Raubtier, auf deutsch eben »Marder«, und sei wahrscheinlich als ein Soldatenname anzusehen. Der Name mag daraus entstanden sein, daß Schwedens Bürger und Bauern die einquartierten Soldaten als unerwünschte Kostgänger empfunden haben. Als eine Bedrohung des eigenen Lebensunterhalts insgesamt und ganz konkret für ihre Hühnerställe. In Hanne-Lore Johnsons Brief heißt es:

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