Manfred Scheuer - Wider den kirchlichen Narzissmus

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Der theologische Narzissmus wurde vom jetzigen Papst Franziskus bei seiner Rede vor dem Konklave vehement angeklagt. Die Kirche solle nicht selbstverliebt um sich kreisen, sondern den Blick für ihre Aufgaben in der Welt schärfen. Und derer gibt es jede Menge. Mit ihnen ist auch Manfred Scheuer in seiner Aufgabe als Bischof von Innsbruck, aber auch in seiner Funktion als österreichischer Caritas-Bischof und als Präsident von Pax Christi Österreich konfrontiert- und zu ihnen hat er sich zu Wort gemeldet: zur Aufnahme von Flüchtlingen, zur Leistbarkeit des Wohnens, zur Option für die Jugend, dem Einsatz für Friede und Gerechtigkeit, dem Dialog mit den anderen Religionen, dem Verhältnis von Politik, Gewalt und Religion u. v. m. Dieses Buch enthält seine Ansprachen dazu, die er bei verschiedenen Anlässen gehalten hat. Sie sind Zeugnis eines Bischofs, der keinen Tunnelblick, sondern ein klares spirituell-politisches Profil hat.

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Eine der zentralen politischen Aufgaben, die Europa heute und in Zukunft zu bewältigen hat, ist die Entwicklung eines politischen Modells, das ein friedliches Zusammenleben von Regionen, Staaten, Kulturen und Religionen in Europa möglich macht, ohne dazu auf äußere Feinde angewiesen zu sein. Jesus reißt „die Mauern ein, die die ‚Gleichen‘ von den ‚Anderen‘, die Freunde von den Feinden, eine Stadt von der anderen trennen. Er befreit jeden Menschen aus den Banden, die ihn gefangen halten, aus den unzähligen Formen von Abhängigkeit und Sklaverei, aus jeder ungerechten Beziehung und bewirkt so eine wahre Revolution auf existentieller, kultureller und politischer Ebene.“ 4Auf diesem biblischen Hintergrund hat die Kirche auch die Beziehungen zwischen Europa und den anderen Kontinenten zu hinterfragen. Europa darf sich nicht in Form einer Festung in seinem Wohlstand abkapseln, sondern soll in der Lage sein, den Austausch von Gaben mit anderen Regionen der Erde besser voranzutreiben und seinen Beitrag zu Gerechtigkeit und Frieden zu leisten.

Das 20. Jahrhundert wurde als das „Jahrhundert der Flüchtlinge“ bezeichnet. Migration aber ist ein Phänomen, das die Menschen von Beginn an begleitet. Die häufigsten Gründe erzwungener oder freiwilliger Migration sind: Vertreibung, Verfolgung, Unterdrückung, Kriege, ökologische Katastrophen, demografische Entwicklung (Bevölkerungswachstum in Herkunftsländern und Bevölkerungsrückgang in Zielländern), Armut, Explosion der Arbeitslosigkeit in großen Teilen der „Dritten Welt“, verstärkt durch weltweit rückläufige Entwicklungszusammenarbeit, Perspektivenlosigkeit für die eigene und die nächste Generation. Weiters ein erleichterter Zugang zu weltweit vernetzten Medien, erhöhte Mobilität, Werbung von Schlepperorganisationen, Fehlinformation über die soziale Wirklichkeit und Chancen im Westen.

Frauen und Männer, die migrieren, versprechen sich ein besseres Leben, Sicherheit und Freiheit, Achtung der Menschenrechte und Demokratie, Verdienstmöglichkeit und Karriere. Die Europäische Union als vermeintliche Insel des Wohlstandes strahlt aufgrund ihres Reichtums, ihrer (relativ) wirtschaftlichen Stabilität und ihres demokratischen Friedens eine starke Anziehungskraft aus. Um den Zugang von „Fremden“ aus Drittstaaten in die Europäische Union zu kontrollieren und möglichst zu verhindern, wurde in den letzten Jahren auch von Österreich ein Bündel an Maßnahmen umgesetzt. Die wesentlichsten Maßnahmen: Änderung in den die Zuwanderung regelnden Gesetzen, Abwehr illegaler Einwanderung durch verschärfte Grenzkontrollen, Bekämpfung der Schlepperei, Verlagerung der „Last“ auf Nachbarstaaten, Einführung von Quoten für Neuzuwanderer und Familienangehörige, Erschwerung des Zugangs zum Asylrecht, zielstrebige Schlechtbehandlung von Fremden.

Will sich Politik von der reinen Symptombehandlung in Richtung Ursachenregulierung entwickeln, muss sie vor allem Maßnahmen zur Reduzierung des Auswanderungsdrucks in den Herkunftsländern setzen: frühzeitige Konfliktprävention in Krisenregionen, Einfordern der völkerrechtlichen Verantwortung der Herkunftsstaaten auf politischem Parkett sowie politischer Dialog zwischen Aufnahme- und Herkunftsstaaten mit dem Ziel, den Menschenrechtsstandard anzuheben.

Aber auch: „Teilen von Reichtum“, Verzicht auf einen Teil des Wohlstandes aus internationaler Solidarität, rasche Katastrophenhilfe, Ausweitung und Entbürokratisierung der Entwicklungszusammenarbeit zur Stärkung der Volkswirtschaften des Südens und des Ostens. Ziele darin: Modernisierung der Infrastruktur, Bildungsförderung, Diversifizierung der Produktionssysteme und Förderung der Achtung der Menschenrechte und der Demokratie und nicht zuletzt ökonomische Kooperation unter fairen Rahmenbedingungen.

Da Migrationsursachen zwar gemildert, aber nicht gänzlich verhindert werden können, werden Flucht und Wanderung auch zukünftig gesellschaftspolitische Herausforderung bleiben. Migration ist daher als normale und dauerhafte Erscheinung unserer Zeit zu betrachten. Die Caritas wird auch weiterhin – gelegen oder ungelegen – ihre Anwaltschaft zur Verbesserung der Lebenssituation der Menschen in der „Einen Welt“ wahrnehmen, höhere Ressourcen und nachhaltige Solidarität einfordern, aber auch ihre Kompetenz und Erfahrung sowie ihre bescheidenen Mittel dafür einsetzen.

Migration ist ein Faktum unserer Welt- und Zeitgeschichte. Migration bedeutet für alle zuallererst eine Chance, kann aber auch Krisen bedeuten, Migration bedeutet sowohl für Migrantinnen und Migranten als auch für die aufnehmende Gesellschaft und Kirche einen Lernprozess.

INTEGRATION

Dem Umstand, dass Migration weiterhin stark zunehmen wird, ist Rechnung zu tragen. Diese Zeichen der Zeit nicht wahr- bzw. ernst zu nehmen oder gar zu verdrängen könnte katastrophale Auswirkungen auf das Zusammenleben der Menschen in unserem Lande haben. Integration ist der Versuch eines gelingenden Zusammenlebens unter Beibehaltung von Identität, wobei sowohl Migrantinnen und Migranten als auch die aufnehmende Gesellschaft ihre Identität beibehalten und entwickeln dürfen und sollen. Sie bedeutet die Herstellung von Chancengleichheit im sozialen, politischen und gesellschaftlichen Leben.

Das Aufnehmen von Fremden und Obdachlosen im Sinne der Worte Jesu „Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen“ muss auch mit dem „Annehmen“ ergänzt werden. Das bedeutet die Zuwendung in Freundschaft und gegenseitiger Achtung. Der tiefste Grund dafür ist, dass Gott auch uns angenommen, dass er sich uns in Liebe zugewandt hat. Das bedeutet keine Gleichmacherei. Wir sollen unsere Geschichte, unsere Kulturen, unsere Eigenarten und Werte pflegen. Einheimische und Fremde verbindet auch die Spannung zwischen Heimat und Fremde, zwischen Ziel und Unterwegssein.

Integration bestimmt das Leben konkreter Menschen. Integration ist ein Prozess des wechselseitigen Sich-Einlassens und der Veränderung zwischen einer aufnehmenden und einer aufzunehmenden Gruppe. Während Migrantinnen und Migranten vor allem auf individueller Ebene große Anpassungsleistungen erbringen müssen, fällt der Aufnahmegesellschaft die Aufgabe zu, die politischen, rechtlichen und kulturellen Institutionen so zu gestalten, dass aus Fremden gleichberechtigte Bürger werden.

Dazu braucht es faire, gerechte Chancen – für In- und Ausländer. Die Aufnahmegesellschaft hat für Strukturen zu sorgen, die von Anfang an Aufnahme und Beteiligung ermöglichen. Ebenso wird von Migrantinnen und Migranten erwartet, sich auf diesen Prozess einzulassen, etwa die Bereitschaft zum Erlernen der deutschen Sprache. Und jeder in Österreich ist gehalten, die Universalität der Menschenrechte und die demokratische Verfassung als Grundlage des Zusammenlebens anzuerkennen, wie Religionsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit oder die gleichberechtigte Stellung von Frau und Mann. Das verpflichtet alle Mitglieder der österreichischen Gesellschaft, – ob schon seit Generationen hier lebend, hier geboren oder kürzlich zugewandert.

Ein Schlüssel der Integration ist die Bildung. Im Sozialwort des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich heißt es: „Bildung kann Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenführen, durch gemeinsames Lernen den Horizont eines jeden und einer jeden Einzelnen weiten helfen, Brücken zu bauen zwischen den Generationen und zwischen den Geschlechtern, zwischen Kulturen und Religionen.“

Integration ist ein beidseitiger Prozess, ein gesellschaftlicher Dauerauftrag. In vielen positiven Beispielen im Alltagsleben leisten Christinnen und Christen einen wichtigen Beitrag auf dem sicherlich noch langen Weg zu einem besseren Miteinander. Und immer wieder werden mutige Schritte gesetzt. Wir brauchen gegenseitigen Respekt. Die zahlreichen Zuwanderer leisteten ebenso ihren Beitrag zum wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Reichtum. Die Nationen müssen „im Namen der Würde jedes einzelnen Menschen einen zusätzlichen Schritt hin zur Integration aller in die Gesellschaft“ machen. „Davon hängt zu einem großen Teil der soziale Friede ab“ (Papst Benedikt XVI.).

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