»Doch, sie ist es«, begann das Mädchen. »Im vorigen Jahr hat sie mich zum ersten Mal auf einer auf den Kopf gestellten Kuh dort hingebracht und dies geschah so auch ein zweites Mal. Sie erscheint und öffnet die Wand meiner Kammer, und dann holt sie mich heraus und legt einen Besen in mein Bett, damit niemand merkt, dass ich fort bin. Und in einem Horn hat sie eine Zaubersalbe.«
Das Mädchen verstummte. Der Richter betrachtete es aufmerksam. Als das Mädchen fortfuhr, klang seine Stimme fester und eifriger.
»Damit schmiert sie sich ein und dann fliegt sie durch die Luft. Die Salbe wird aus Kindern gemacht, die durch die Nase geboren werden, wie das bei Hexen üblich ist. Ich habe einen Silberlöffel als Gesindelohn bekommen und ...«
Der Richter unterbrach sie.
»Was tut Frau Berit, wenn sie hereinkommt?«
Es war ganz still im Raum. Berit sah verzweifelt aus. Olof konnte den Blick nicht von ihr reißen, aber er lauschte mit offenem Mund.
»Wenn sie zu dem Hässlichen hereinkommt, begrüßt sie ihn und nennt ihn Großer Vater. Dann geht sie mit dem Satan unter den Tisch und treibt Schändliches mit ihm. Manchmal tanzt sie, sie sägt und beißt an seiner Kette ...«
Erneut unterbrach der Richter das Mädchen und wandte sich an Berit.
»Hast du die Aussage gehört? Was sagst du dazu?«
Berit bekam kein Wort heraus. Zitternd stand sie da, ihre Augen irrten herum. Sie faltete ihre Hände und hob sie zur Decke.
Das Mädchen ging zurück an seinen Platz und ein anderes kam nach vorn. Es war noch jünger, bewegte sich aber sicherer. Es hieß Sigrid.
»Bist du von Frau Berit zur Wohnung des Teufels gebracht worden?«, fragte der Richter.
»Ja«, antwortete Sigrid. »Er wohnt in Utnäsaakern. Wir sind auf Katzen geritten bis zu einer großen Birke, dort waren alle Hexen versammelt. Hier lag der Hässliche. Frau Berit befahl mir, Verwünschungen aus einem Buch zu lesen, und dann sägte sie an der Kette, bis er frei war.«
»Der Teufel war also befreit?«
»Ja, und dann gingen sie in ein anderes Zimmer und dort schlief sie mit ihm. Einmal hing sie wie ein Leuchter im großen Raum, sie hing über Kopf von der Decke und auf ihrem Hintern waren Kerzen.«
Der Richter schlug mit dem Hammer auf den Tisch. Der Pfarrer erhob sich. Er ging zu den Bänken. Zu seinem Schrecken sah Olof, dass er auf ihn zukam. Der Pfarrer lächelte freundlich und beugte sich herab.
»Nun«, sagte er, »kannst du das Zeichen sehen? Oder möchtest du ein wenig näher herangehen? Ist es zu sehen?«
Berit drehte sich verwirrt um, sie folgte dem Pfarrer mit dem Blick, als ob sie Hilfe bei ihm suchte.
Olofs Herz klopfte heftig. Er konnte nichts sehen.
»Willst du nicht näher gehen?«, fragte der Pfarrer. »Sie ist ja schon bezeichnet, aber sicherheitshalber ...«
Der Pfarrer hob seine Hand.
Olof erhob sich. Seine Beine waren wie taub.
Pfarrer Peder hielt ihn an einem Arm und führte ihn zur Schranke. Alle hinter dem Tisch betrachteten ihn, nicht böswillig, sondern erwartungsvoll. Olof zitterte am ganzen Körper.
Berit Hinderson war jetzt ganz nah vor ihm. Ihre Augen leuchteten ihm entgegen, flehend, fragend. Ihr Mund stand halb offen.
Olof hatte einen trockenen Mund.
»Nun«, sagte der Pfarrer.
Er hob Berits Haare an. Ihre Stirn war schweißbedeckt.
Olof schluckte. In seinem Kopf drehte sich alles. Sollte er Ja sagen?
»Nun«, wiederholte der Pfarrer, »siehst du den Biss des Teufels?«
Der Richter schlug mit dem Hammer auf den Tisch.
»Ich bin kein Freund dieser Art der Überführung. Wir haben Zeugenaussagen gehört, das genügt mir.«
Der Pfarrer ließ Olofs Arm los und bedeutete ihm zu gehen.
Die Beine trugen ihn kaum. Er ging zu seiner Bank. Nicht weit vor ihm war die Tür. Zu beiden Seiten stand ein Mann Wache.
Er dachte an Flucht, setzte sich nicht, sondern ging auf den Ausgang zu. Die Wachen umringten ihn. Olof wäre fast hingefallen. Der eine der Männer hielt ihn fest.
»Ich brauche Luft«, flüsterte Olof.
Der andere Mann ging nach vorn zum Tisch, fragte etwas und kam dann wieder zurück. Sie öffneten die Tür und Olof wankte hinaus. Er musste sich übergeben. Nur verschwommen nahm er die Wachen wahr. Einer von ihnen schaute ihn an, der andere war wieder in den Saal zurückgegangen. Olof entfernte sich einige Meter. Er bückte sich, als müsste er sich wieder übergeben.
Und dann lief er.
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