Alina Schwermer - Wir sind der Verein

Здесь есть возможность читать онлайн «Alina Schwermer - Wir sind der Verein» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Wir sind der Verein: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Wir sind der Verein»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Der Fußballverein als Renditeobjekt? Insolvenzen? Arrogante Vereinsfunktionäre? Immer mehr Fans suchen nach Alternativen zum kommerzialisierten Fußballbetrieb und gründen oder übernehmen eigene Vereine. Alina Schwermer hat die interessantesten Beispiele in ganz Europa besucht und mit vielen Protagonisten gesprochen, zum Beispiel in England, Österreich, Spanien, Kroatien und Israel. In Deutschland erzählt sie von Mitsprache beim traditionellen e.V. Schalke 04, beim neuen Fanverein HFC Falke, der sich vom HSV abspaltete, und beim Online-Projekt von Fortuna Köln. In eindrücklichen Porträts schildert sie den Kampf um einen besseren Fußball.

Wir sind der Verein — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Wir sind der Verein», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Im Vergleich zur Konkurrenz sind die Rebellen ein reicher Großklub. Ironie der Geschichte. Sie überrollen alles, was auf ihrem Weg liegt. Sie haben das größte Budget, die besten Spieler, den größten Zulauf. Bis 2017 steigt der AFC Wimbledon von der neunten Liga bis in die dritte Liga auf. „Sie haben da unten nicht hingehört“, sagt Jim Keoghan. „Sie sind regelrecht die Pyramide hoch gedonnert. Und niemand konnte dagegen an. Auf ihrem Level waren sie der FC Chelsea.“

Erik Samuelson sitzt in seinem stickigen Büro und denkt über Erfolg nach. In diesem Mai 2017, fünfzehn Jahre nach der Gründung, sind neue Fanvereine den Weg des AFC Wimbledon gegangen. Supporters Direct vertritt mittlerweile über 200 Trusts, die teilweise einen ganzen Verein besitzen, teilweise Anteile halten und manchmal nur um Einfluss kämpfen. Über die letzten fünfzehn Jahre sind Muster sichtbar geworden: Der große Durchmarsch am Anfang ist eine Konstante der meisten Projekte. Der Fanverein marschiert und marschiert. Bis es irgendwann nicht mehr reicht. Geldreserven der Fans und lokalen Sponsoren haben ein Limit erreicht. Die meisten englischen Fanvereine, die durchhalten, pendeln sich irgendwo im oberen Amateurfußball ein. Fast alle. Außer Wimbledon. Im Oktober 2016 überholt der Klub in der dritten Liga erstmals den großen, alten Erzfeind Milton Keynes. Wieder gibt es internationale Schlagzeilen.

„Ja, es ist seltsam“, sagt Erik Samuelson, „Kein englischer Fanverein ist je so weit gekommen wie wir.“ Er klingt ein wenig überrascht. „Was unser Geheimnis ist? Ich weiß es nicht.“ Eines, natürlich, ist der komplette Neustart. Die Fans, die auf einmal Präsidenten oder Vorstände sind, können in der Combined Counties League langsam lernen. Sie können bei Null anfangen, ohne Schulden. „Die Fälle von Fanführung, wo es beinahe mit Sicherheit nicht funktioniert, sind die, wo Trusts einen bestehenden Verein übernehmen“, sagt Erik Samuelson. „Denn mit fast hundertprozentiger Gewissheit erbt man massive Schulden. Und dann gibt es kaum eine Chance. Erfolgreich sind eher die kleinen Fanvereine, die von ganz unten auf Graswurzelniveau anfangen.“

Aber natürlich hat es viele Fanvereine gegeben, die ganz unten anfingen. Niemand war annähernd so erfolgreich wie Wimbledon. Doch, Samuelson hat schon auch darüber nachgedacht. „Es ist wie bei jedem kleinen Unternehmen“, sagt er. „Geld ist das Wichtigste. Ich könnte jeden Tag auswendig unseren Kontostand sagen.“ Der AFC Wimbledon hat einen scheinbar banalen Vorteil: eine umsichtige, kompetente Führung. Eine Führung, die sorgfältig abwägt und Stabilität schätzt. Die spektakulär erfolgreiche Personalentscheidungen trifft. Dabei geht der Fanverein durchaus finanzielle Risiken. Das Stadion Kingsmeadow war eines. Und das neue Stadion, das an der alten Heimstätte Plough Lane gebaut wird, wird ein deutlich größeres werden; es soll hundert Millionen Pfund kosten. Aber das Projekt nicht wagen? Wäre Stillstand, wäre Absturz in diesem System, wo auch die Marke Wimbledon von Aufstiegen lebt.

Nach Angaben von Samuelson liegt der AFC Wimbledon in der dritten Liga 2017 auf Platz 19 von 24 in puncto Budget. Auch deshalb brauchen sie das neue Stadion, das eines Tages 20.000 Zuschauer fassen soll. Und sie hoffen auch dann auf eine Basis, auf die sie sich bislang immer verlassen konnten, weil sie vielleicht ein bisschen anders ist als an anderen Orten. Hingebungsvoller, spendabler, geduldiger. Und auch: wohlhabender. Es ist etwas, was sie in Wimbledon nicht ganz so gern hören, aber von anderen Fanvereinen kriegen sie das öfters zu hören, mit einer Mischung aus Lob und einer Spur Neid. Ein Fanverein hängt an der Wirtschaftskraft seiner Basis, und der AFC Wimbledon hat eine gute Basis. Und einen guten Standort. „Es ist Süd-London“, sagt Jim Keoghan. „Es ist immer Geld da.“ Auch wenn Ivor Heller darauf verweist, dass es auch viele Arbeiter beim AFC Wimbledon gebe und dass es in London selbst viel Konkurrenz durch andere Klubs gebe – es ist auch viel Fanpotenzial da.

Wimbledon gibt den Menschen eine Alternative zu Arsenal oder Chelsea. Hier werden sie immer Underdogs sein. Und vielleicht funktioniert die Erzählung von der kleinen Rebellion auch deshalb so gut, weil sie nun mal die Ersten sind. Wie viele Che Guevaras kann es geben? Das Märchen vom AFC Wimbledon ist das Original, alles andere kann nur noch Sequel sein. Die Intuition für den richtigen Auftritt, das richtige Risiko trägt die Rebellen. „Vielleicht“, sagt Erik Samuelson, „machen wir irgendwas richtig, was wir selbst nicht merken.“

„Wie weit können wir gehen und wie groß können wir träumen?“

Über die Jahre hat der Erfolg ein paar Opfer gekostet. Der prominente Mitgründer Kris Stewart, Hellers Kumpel mit dem Satz „Ich will einfach nur Fußball gucken“, ist im Frühjahr 2017 nicht mehr dabei. Er will nicht mehr über seinen Exverein sprechen, auch nicht für dieses Buch. „Kris hat seine Liebe verloren für den AFC Wimbledon und die Art und Weise, wie Dinge hier für ihn liefen“, sagt Ivor Heller. Er will das nicht genauer erklären. Kumpel Stewart nennt sich jetzt „Refusnik“ von Wimbledon, Verweigerer. Andere, vor allem die neuen Fans, wollen vielleicht ein bisschen viel Erfolg. „Ich glaube, viele unserer Fans verstehen die wirtschaftliche Realität nicht“, sagt Erik Samuelson. „Es wird sehr schwer, über die zweite Liga hinaus zu kommen. Es gibt Vereine, die hundert Millionen Pfund ausgeben, um in die Premier League zu kommen. Wir hätten in der zweiten Liga ein Budget von acht bis zehn Millionen. Und dann stehen ein paar große Entscheidungen an.“

Samuelson hat Angst vor diesem Tag. Er will nicht zu viel darüber nachdenken, das macht ihn nervös. Er fürchtet, dass dann etwas passiert, was das Recht der Fans als Besitzer ist: Sie wollen abstimmen über die Zukunft. Und sie könnten anders abstimmen, als er es will, den wilden Traum von Unabhängigkeit zerstören. Sie könnten einen Investor an die Macht wählen. „Es kann sein, dass der Tag irgendwann kommt“, sagt der Geschäftsführer. „Ich hoffe nur, es passiert nicht mehr zu meinen Lebzeiten. Das wäre furchtbar.“ Warum würden die Besitzer des AFC Wimbledon ihren Klub aus der Hand geben, nach allem, was passiert ist? „Im Moment sind unsere Anhänger unglaublich geduldig. Aber wenn wir in das neue Stadion gehen, wachsen die Zuschauerzahlen um wahrscheinlich 50 Prozent, und nicht all diese Leute kennen unsere Geschichte. Wenn du jünger als 35 Jahre bist, erinnerst du dich nicht, wie wir im alten Stadion gespielt haben. Wenn du jünger als 25 Jahre bist, erinnerst du dich nicht an die Entscheidung, dass Milton Keynes gegründet wurde. Es gibt ein allmähliches Risiko, dass die Vergangenheit vergessen wird und unsere Fans ungeduldig und unvernünftig werden wie bei anderen Vereinen.“

Auch Ivor Heller fürchtet sich ein bisschen vor diesen neuen Fans. Aber war nicht Wimbledon immer groß darin, seine Geschichte zu erzählen? So wie sie den neuen Spielern erzählen, was dieser Verein ist und wofür er steht, bis sie es in sich tragen und kapieren? „Wir waren so nahe dran, alles zu verlieren“, sagt Ivor Heller. „Deshalb gibt es einen gewissen Realismus. Es ist viel wichtiger, einen Verein zu haben, als in der Premier League zu spielen.“ Und warum, findet er, soll nicht eines Tages beides gehen? Heller glaubt daran. Er hat genug erlebt mit diesem Klub, dem schnoddrigen Rebellen, der heute sehr bürgerlich ist und trotzdem widerborstig.

Bis zu Hellers vierzehntem Lebensjahr ist der FC Wimbledon ein Non-League-Klub. Zehn Jahre später spielt er Premier League und holt den FA Cup. Ivor Heller schaut über seinen Schreibtisch im Kings-meadow. „Wer kann mir erzählen, wie weit wir gehen können und wie groß wir träumen können? Die Leute behaupten immer, es gebe eine Grenze. Wir haben schon drei bis vier dieser Grenzen überschritten. Man kann sich nur selbst beschränken.“ Natürlich sind heute die wirtschaftlichen Verhältnisse in der Premier League anders, das weiß auch Heller. Roman Abramowitsch hat in seinem ersten Jahrzehnt als Chelsea-Besitzer 700 Millionen Pfund in Spieler investiert. Natürlich, am Ende ist Erfolg käuflich, das weiß Heller, und heute mehr denn je. Aber was wäre Fußball ohne Träume? Was wäre Widerstand ohne Hoffnung? „Absolut alles ist möglich.“

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Wir sind der Verein»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Wir sind der Verein» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Wir sind der Verein»

Обсуждение, отзывы о книге «Wir sind der Verein» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x