Jürgen Brokoff - Literaturstreit und Bocksgesang

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Nach dem Literaturstreit um Christa Wolf kommt es im vereinten Deutschland zu einem tiefgreifenden Wandel im Verhältnis von literarischer Autorschaft und öffentlicher Meinung.
Mauerfall und Wiedervereinigung haben die Produktion von Literatur grundlegend verändert. Neue Formen der Erzeugung von medialer Aufmerksamkeit lassen das alte Modell kritischer Öffentlichkeit zunehmend fragwürdig erscheinen. An die Stelle von literarischer Autorschaft als moralischer Instanz tritt der Skandalautor, der durch intervenierende Texte den Kultur- und Medienbetrieb provoziert und stört.
Jürgen Brokoff fragt nach ästhetischen Formen und politischen Funktionen dieser Interventionen im öffentlichen Meinungsbildungsprozess. Am Beispiel von Christa Wolfs Erzählung «Was bleibt» und Botho Strauß` Essay «Anschwellender Bocksgesang» analysiert er die Verschlingung von Literatur und Politik im vereinten Deutschland und verknüpft auf neue Weise Aspekte der Literaturästhetik und Textinterpretation mit Fragen der Meinungsforschung.

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Vermissen wir nicht die großen Auftritte und Manifeste der Gruppe 47, die Interventionen von Alexander Mitscherlich oder Helmuth Gollwitzer, die politischen Stellungnahmen von Michel Foucault, Jacques Derrida und Pierre Bourdieu, die eingreifenden Texte von Erich Fried oder Günter Grass? Liegt es wirklich an Grass, wenn dessen Stimme heute kaum noch Gehör findet? Oder vollzieht sich in unserer Mediengesellschaft erneut ein Strukturwandel der Öffentlichkeit, der der klassischen Gestalt des Intellektuellen schlecht bekommt?[35]

Die Gründe für den »erneut« sich abzeichnenden Strukturwandel erkennt Habermas in der »Entformalisierung der Öffentlichkeit und in einer Entdifferenzierung entsprechender Rollen«.[36] Durch die in paradoxer Gleichzeitigkeit stattfindende Erweiterung und Fragmentierung öffentlicher Diskurse, die dem Aufstieg der Massenmedien und internetbasierter Kommunikationsformen geschuldet seien, werde der »begrüßenswerte Zuwachs an Egalitarismus« mit der »Dezentrierung der Zugänge zu unredigierten Beiträgen bezahlt«.[37] Der von Habermas verwendete Begriff des Egalitarismus zeigt an, dass es nicht nur um den Bedeutungsverlust der Qualitätspresse und der in diesem Bereich tätigen gatekeeper geht, sondern auch um ein politisches Problem. Dieses politische Problem ist im medialen Wandel selbst zu verorten, weil sich in dessen Verlauf die Kommunikation zunehmend der intellektuellen Kontrolle entzieht. Befördert dies Tendenzen, sich der kulturellen Hegemonie bestehender Öffentlichkeitsregime zu widersetzen?

Die nachfolgenden Überlegungen nehmen die hier sichtbar werdende Verschränkung politischer und medialer Aspekte in ihrer Beschreibung des Wandels von literarischer Autorschaft und öffentlicher Meinung nach 1989 in den Blick. Sie konzentrieren sich dabei auf die Jahre nach der Wende und untersuchen Texte literarischer Autoren, die diesen Wandel reflektieren und ihn selbst zum Ausdruck bringen. Es geht also nicht darum, gesellschafts- und medientheoretische Fragestellungen von außen an diese Texte heranzutragen, sondern das gesellschaftskritische und medienreflexive Potential der Texte selbst zu erfassen. Die Analyse greift damit eine Diskussion auf, die zu Beginn des 21. Jahrhunderts über das Verhältnis von Gesellschaftskritik und Gesellschaftstheorie geführt wurde. Der Philosoph Michael Walzer hatte in seinem Essay Die Tugend des Augenmaßes die Frage aufgeworfen, ob es Gesellschaftskritik ohne zugrunde liegende Gesellschaftstheorie geben kann, und dargelegt, dass die damit zur Diskussion stehende »Verbindung von Theorie und Kritik offen für Zweifel« ist.[38] Karl Heinz Bohrer, der zu Walzers Thesen Stellung nimmt, ist entschieden der Ansicht, dass Gesellschaftskritik ohne Gesellschaftstheorie nicht nur möglich, sondern auch wünschenswert ist. Unter dem Stichwort einer »Phänomenologie der Einzelnen« führt er die »gesellschaftskritischen Möglichkeiten des dichterischen Blicks« ins Feld.[39] Die Formel vom »dichterischen Blick« klingt zunächst vage und ein wenig pathetisch, sie fußt aber auf der durchaus nüchternen Einsicht, dass durch literarische Schreibweisen andere Phänomene in den Blick geraten als durch eine »gesellschaftstheoretisch orientierte soziale Erzählung«, die beispielsweise Erfolgreiches über die funktionierenden Institutionen der »deutschen Bundesrepublik« nach 1945 zu berichten weiß.[40] Bohrer zufolge sind es insbesondere die scheinbar entlegenen, leicht zu übersehenden Nuancen, die in literarischen, dichterischen Texten zu ihrem Recht kommen. Durch die Freilegung dieser Details verbinde sich in der Literatur auf spezifische Weise eine gesellschaftskritische Erkenntnisfähigkeit mit moralischer Wirkung:

Je mehr die Schriftsteller – auch die der Vergangenheit – sich nach philosophischen Universalien ausrichteten, umso weniger erkannten sie wirklich. Je mehr sie die Nuance des noch Verborgenen, dem ein Wort fehlte, hervorholten, umso stärker war auch die moralische Wirkung.[41]

Man muss nicht so weit gehen und im Anschluss an Bohrer »auf den Dichter als Paradigma einer künftigen Gesellschaftskritik verfallen«,[42] zumal es sich bei den hier behandelten Texten nur in Teilen um literarische Texte im enger gefassten Sinne, stets aber um Texte literarischer Autoren handelt. Diese Texte nehmen aber im hier interessierenden Kontext eine so zentrale Stellung ein, dass es bei aller Berücksichtigung politischer und medialer Aspekte geboten ist, ihre genaue Analyse in den Vordergrund zu stellen.[43] Das ist mit Blick auf die zum Teil sehr polemisch geführten Debatten zu Beginn der neunziger Jahre keineswegs selbstverständlich. Es gilt für Christa Wolfs literarische Erzählung Was bleibt , die im Zentrum des ersten gesamtdeutschen Literaturstreits steht und den Ausgangspunkt der hier in den Blick genommenen Verschiebung bildet. Und es gilt für Strauß’ Essay Anschwellender Bocksgesang , an dessen Überlegungen zur Frage, »rechts zu sein«,[44] seinerzeit viele Anstoß genommen haben – und dies vor dem Hintergrund eines tiefgreifenden Wandels der politischen Diskussionskultur in Deutschland auch heute noch tun.

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