Nagel - Wo die wilden Maden graben

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Nach mehr als einem Jahrzehnt Tourleben mit seiner Band Muff Potter, einer der bekanntesten deutschen Punkbands, legt deren Sänger Nagel mit «Wo die wilden Maden graben» sein Romandebüt vor.
Der Protagonist kehrt nach einer ausgedehnten Konzerttournee nach Hause in einen unstrukturierten Alltag zurück. Die sozialen Kontakte außerhalb des Bandgefüges sind verkümmert, das Leben in der Heimatstadt gleicht einer permanenten Ausnahmesituation: Alltag, das ist das Leben auf Tour. Voller Leerlauf und vertaner Zeit, monoton und kräftezehrend, doch gleichzeitig auch glamourös und aufputschend.
Das Buch handelt von Zuständen, für die man einerseits keine Lösung findet und mit denen man sich andererseits nicht arrangieren kann oder will; von den Widersprüchen, die sich daraus ergeben; von dem Wunsch, mal anzuhalten und auszuruhen und der gleichzeitigen Angst davor. Der Angst, einzurosten.
"Wo die wilden Maden graben" beschreibt diesen Alltag zwischen Tour und Heimkehr in kleinen Momentaufnahmen, durchzogen von Erinnerungen an früher, an das Leben in der Kleinstadt, an die schlecht bezahlten Jobs, an fast vergessene Träume und verflossene Liebschaften. Und vor allem an die Anfänge der Band, an die Flucht vor dem erdrückenden Alltag. Der Roman weist neben diesem Einblick in den Touralltag jedoch weit über das bekannte Tourtagebuch-Schema hinaus, beschreibt er doch gerade die Langeweile und Enge im Tourbus, die Problematik des Zurückkommens und die Flucht in die Musik in einer angenehm unaufgeregten Sprache.

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Ich befinde mich gerade in einem nicht wirklich entspannenden Halbschlafzustand, als neben mir mein Handy piept. Eine SMS von der Tourneeleitung aus dem Zimmer nebenan. »Heißwasser lange laufen lassen!«, steht drin. Süß, wie er sich um uns kümmert. Ich probiere es. Nach ein paar Minuten wird das Wasser endlich warm. Danke, Tourneeleitung.

Am nächsten Morgen hasst du die Welt, als du siehst, dass du das Gerät vor genau einem Jahr und zwei Wochen gekauft hast. Dein Mitbewohner sagt dir allerdings, dass es dank irgendeiner neuen EU-Verordnung jetzt zwei Jahre Garantie auf technische Geräte gibt. Geil, danke, EU! Du hasst die Welt jetzt nur noch ein bisschen, und zwar, weil du zur Reklamation ein Karstadthaus betreten musst. Die Abteilung ist groß, überfüllt und unterbesetzt. Während du auf einen freien Verkäufer wartest und dich dabei anscheinend als Einziger nicht dreist vordrängelst, schlenderst du durch die Gänge und bist erstaunt über all die Geräte, von denen du noch nie gehört hast. MD-Player sind kaum noch im Angebot, dafür diese MP3-Player. Wahnsinn, in wie vielen verschiedenen Größen es die gibt. Du fragst dich, wer das alles kauft, und wer sich die Mühe macht, all die kleinen Unterschiede zwischen den diversen Ausführungen, Marken und Preisklassen herauszufinden. Große Auswahl schüchtert dich ein. Du willst haben, was du brauchst, und das dann für immer behalten. Deine Jeanshose ebenso wie deinen Verstärker, deine Gitarre wie deine Kaffeemaschine, deine Schuhe wie dein Minidiscdingens. Und dann all die neuen Geräte – wirst du langsam alt, wenn du nicht weißt, was das alles ist und es dich auch gar nicht interessiert?

»Müssen wir einschicken«, sagt der Verkäufer, »kann aber dauern, drei Wochen oder vier, ist bei Sharp normal, was soll ich tun, kann ich ja auch nichts dran machen.«

Als hättest du nach dieser Entschuldigung verlangt, als du ihm das Ding mit den Worten »Ist mir runtergefallen, müsste noch Garantie drauf sein«, in die Hand gedrückt hast. Du scheinst irgendetwas an dir zu haben, das Menschen das Gefühl gibt, du willst ihnen was. Dabei pocht in dir doch ein großes Herz für arme Leute wie Karstadtverkäufer, Pommesbudenfrauen oder Aldikassiererinnen, die sich Tag für Tag rabiate, boshafte »Kunde-ist-König«-Mentalitäten gefallen lassen und dabei dann noch freundlich und geduldig bleiben müssen.

Drei Wochen ohne Musik auf den Ohren. Das heißt drei Wochen ohne Schutzschild in den Supermarkt. Es macht dir Angst.

4.

Werner fährt schon wieder seit Stunden. Er setzt sich einfach morgens ans Steuer und fährt los, hält ab und zu zum Rauchen an und fährt danach weiter. Ich glaube nicht, dass es immer gut für ihn ist, denn er braucht viel Schlaf. Abends ist er oft müde und verspannt. Aber wenn er mal nicht fährt, langweilt er sich sofort. Er kann während der Autofahrt nicht schlafen, also liest er ein bisschen. Dann kriegt er Bierdurst und sitzt angeödet herum, vollends damit beschäftigt, sich das Saufen zu verkneifen. Ich kann mich ohnehin nicht beschweren, ich profitiere wie alle anderen davon, dass er uns die ganze Zeit durch die Gegend kutschiert. Meistens würde ich mich gar nicht trauen, selbst zu fahren, aus Angst vor dem Restalkohol in meinem Blut.

Die Heimfahrt von der Grillparty ist nicht lang, maximal zehn Minuten. Du hast eine Flasche Wein und mehrere Schnäpse getrunken, fährst aber ganz normal. Zumindest bis du kurz vor deiner Wohnung an einer roten Ampel einen Blick in den Rückspiegel wirfst: Ein Polizeiwagen ist hinter dir. Absoluter Zufall zwar, aber er macht dich nervös. Als die Ampel auf grün umspringt, drückst du panisch aufs Gaspedal. In einer Kurve gerätst du kurz auf die Fahrbahn neben dir und ziehst ruckartig wieder rüber. Mein Gott, so eine Ente hat aber auch wirklich eine komische Lenkung. Vielleicht ist es ja auch ein bisschen windig, stürmisch gar, in dieser lauen Sommernacht Mitte Juni …

Es ist Benjas Ente, sie sitzt neben dir und sieht dich entgeistert an. Du wirfst einen Blick auf den Tacho und bemerkst, dass du bei siebzig km/h bist. Das nächste, woran du dich erinnern kannst, ist die »Bitte folgen«-Anzeige auf dem Dach des Polizeiwagens, der euch überholt. Sie fahren rechts ran, du hinterher. Langsam steigen die Beamten aus. Du weißt später nicht mehr, was dir durch den Kopf ging. Totaler Blackout.

»Haben Sie was getrunken?«

»Nein. Na ja, ein Glas Wein.«

»Steigen Sie bitte mal aus.«

Du steigst aus, hauchst dem Kerl vorsichtig ins Gesicht, worauf der das Pustegerät holt. Es sagt »1,0 Promille«. Auch Benja muss pusten. Sie hat genau wie du eine Flasche Wein und ein paar Schnäpse getrunken, ist einen Kopf kleiner und mindestens zwanzig Kilo leichter als du, und das Gerät zeigt bei ihr nur 0,2 Promille an. Sie hat sich nicht mehr fahrtauglich gefühlt, wollte aber auch nicht nach Hause laufen, und als Zeichen deiner Liebe, na ja, vielleicht eher als Beweis deiner Tollkühnheit, hast du gesagt: »Okay, ich fahre«, womit du ausdrücken wolltest: Baby, mach dir keine Sorgen, wenn ich bei dir bin, musst du niemals laufen, ich bin ein tougher Typ und hab alles im Griff, lehn du dich nur an meine starke Schulter und schlummere sanft dahin, während ich dich durch die dunkle Nacht geleite!

»So, dann setzen Sie sich mal ans Steuer und fahren hinter uns her zur Wache«, sagt der Bulle zu Benja. Verdattert schaut sie erst ihn, dann dich, dann wieder ihn an, setzt sich aber schließlich hinters Steuer.

»Scheiße, ich bin total breit, ich kann doch jetzt nicht fahren!«, flucht sie im Wagen. »Und ich krieg bestimmt voll einen an ’n Arsch, weil ich Fahrzeughalterin bin und einen Betrunkenen habe fahren lassen!«

Dass das unwahrscheinlich ist und du außerdem weitaus beschissener dran bist, sagst du ihr nicht. Du sitzt nur schweigend da und hoffst, deinen Alkoholspiegel auf der fünfminütigen Fahrt durch bloßen eisernen Willen auf unter 0,5 Promille senken zu können.

Was dir nicht gelingt. Ihr verbringt eine halbe Ewigkeit auf der Wache. Nachdem deine Personalien aufgenommen und einige Lauf- und Koordinationstests gemacht sind, wartet ihr auf den Arzt, der dir Blut abnimmt. Es stellt sich später heraus, dass du genau 1,06 Promille hast. 0,04 Promille mehr, und es wäre eine Straftat gewesen. Gut, dass du das letzte Glas nur halb ausgetrunken hast. Das nennt man Glück im Unglück, worüber du dich aber nicht wirklich freuen kannst, denn du hast den Führerschein erst seit einem halben Jahr, bist also noch in der Probezeit, und jetzt ist er weg. Erst nach neun Monaten, der Bezahlung einer Geldbuße und dem Absolvieren eines idiotischen Kurses mit zehn anderen Verkehrssündern und einer Psychologin wirst du ihn wiederbekommen.

Irgendjemand traut sich, den Satz zu sagen: »Können wir mal anhalten, ich muss pissen!«

Vier oder fünf Leute denken: Jaaaa, rauchen, rauchen, rauchen!

Zur Antwort gibt es nur das alte Zitat aus »Superstau« – »Nix da, im Fernsehen wird auch nicht gepinkelt!«

Schließlich steuert Werner eine Raststätte an. Wir müssen tanken. Vier oder fünf Leute denken: Jaaaa, rauchen, rauchen, rauchen!

Werner tankt den Wagen voll, die Tourneeleitung stellt sich schon mal zum Bezahlen an. Das habe ich früher gern gemacht. Es war immer super, mit der verbeulten Bandkasse dazustehen, aus der die Scheine nur so hervorquollen, wenn man sie öffnete. Manchmal fielen welche heraus, und man musste sie zwischen Schokoriegeln und Flachmännern wieder einsammeln. Die Tankwarte wussten nicht, dass kaum etwas davon uns gehörte. Sie hatten ja keine Ahnung, dass wir alles wieder abdrücken mussten, für Busmiete, Gitarrensaiten und Sprit. Sie sahen nur den etwas dreckigen, verpennten oder restbetrunkenen Hallodri mit dem großen Haufen Bargeld und dachten: Warum stehe ich hier für einen Hungerlohn, und diesem Bunken fällt die Knete bündelweise aus der Kasse! Oft waren sie merklich irritiert. Drogendealer? Zuhälter? Dieb? Einmal, noch vor der Einführung des Euros, hatte ich einen Fünfhundert-Mark-Schein, und obwohl die Kasse voll war mit Kleingeld vom Merchverkauf, konnte ich es mir nicht verkneifen, mit dem großen Schein zu bezahlen. Die Augen des Tankwarts funkelten vor Hass und Sozialneid.

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