Utta Keppler - Charlotte von Schiller

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Charlotte von Schiller wurde bisher immer nur als Ehefrau des Dichters Friedrich von Schiller wahrgenommen, die domestiziert und gebildet ist, wie es die Gesellschaft ihrer Zeit verlangt hat. In diesem Buch wird ihre Persönlichkeit dem Leser mit einem klaren Blick auf Briefe und Aufzeichnungen Charlottes näher gebracht und versucht ihr Dasein und Wesen begreiflich zu machen.-

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Das kleine ersparte Vermögen des Vaters war in ein paar Jahren verbraucht. Die wohlwollenden Steins hatten nicht viel zu verschenken, zumal sie durch die Stellung des Mannes als Oberstallmeister und Charlotte von Steins Hofbindung zu größerer Repräsentation verpflichtet waren.

Luise von Lengefeld mietete sich also am Stadtrand von Rudolstadt ein, beengter als vorher und ohne großen „Troß“. Freilich, nach außen, beim Auftreten in Gesellschaft suchte sie das Dekor zu wahren.

Man arrangierte Tees, literarische Zirkel, kleine Assembléen, und dabei wollte man die Lengefelds nicht übergehen, besonders da Charlotte von Stein und ihr Kreis sie einluden. Die Mama redete viel und nicht immer taktvoll von ihren Sorgen um das Auskommen der Mädchen, die eine gute Bildung genossen hätten.

Indessen war die sechzehnjährige Karoline eine junge Dame geworden, während Lolo noch in ihrem träumerischen Kinderland gefangen war, sanft und bescheiden und sehr zurückhaltend; die keckere Karoline zeigte sich, von der Mama lanciert, mit allerlei Talenten, schrieb wohlformulierte Briefe und belebte, lachend, kokett und vital, die kleinen Gesellschaften.

Die chère mère sah das gern und unterstrich Karolinens Wirkung durch allerlei schmückendes Beiwerk und farbenfrohe Accessoires, dämpfte kaum ernsthaft ihre Ausgelassenheiten und tadelte nur andeutend die manchmal „zu auffälligen Décolletées“.

„Karoline ist ein Füllen“, sagte Frau von Lengefeld, „und Lolo ein Eselchen.“

Die wußte schon, was man von ihr hielt, und nahm auch die Neckereien der älteren Schwester schweigend und scheinbar unempfindlich hin: Karoline nannte sie zärtlich-spöttisch ein weichmäuliges Grautierchen.

Frau von Lengefeld spürte bitter ihre Lage, da ihr – wie sie meinte – nun nur noch die einzige Aufgabe gestellt war, ihre beiden Töchter in eine vorteilhafte Ehe zu lenken. Es war ein bißchen Intrige dabei, viel Selbsttäuschung, viel unglückliches Lavieren.

Da waren Bälle im Steinschen Haus, dem kleinen Palais, zu denen sich die chère mère drängte, für die alle Mühe aufgewandt wurde, um die Mädchen vorteilhaft herauszuputzen, und mit möglichst wenig Ausgaben einen luxuriösen Auftritt zu arrangieren. Es gab manchmal groteske Szenen, die Karoline nicht ohne ironische Kommentare lassen mochte: Lottchens zu schmale Figur, Lines zu füllige, mußten mit Rüschen und Schleifen, mit Stäbchen und Miederschnüren korrigiert werden. Aus den Stoffbahnen der mütterlichen Toiletten, modisch längst verblichen, fertigte die Näherin mühsam und einfallsreich, was die Mädchen kleiden sollte – hochgegürtete, ausgeschnittene Griechengewänder und faltige Schals, gekrauste Décolletées, gepuffte kleine Ärmel. Karoline ließ ihr schütteres Haar um das breite Gesicht bauschig toupieren und winzige Löckchen unter einem Goldreif hervorspringen.

Lotte hielt sich schlichter, und da die Mutter ihr eher die Nebenrolle zutraute – „mein weichmäuliges Grautierchen“ – ließ man ihr den Willen.

Die kluge Stein, die Herzogin auch, beobachteten die drei unter ihren vielen geputzten und wirkungssüchtigen Damen mit einer Mischung aus Mitleid und vorsichtiger Ironie; und wer ihnen zusah, entdeckte die ungleiche Wesensart der Lengefeldschen Töchter, das unüberhörbare Auftreten der älteren, die gehaltene, in sich sichere Art der kleinen.

Während die chère mère sich mit den älteren Frauen über allerlei Hofklatsch unterhielt, ohne zu tanzen, wie es sich für eine Witwe gehörte, während Line sich drehte und manchmal fast zu laut ihre Pointen anbrachte, stand Lotte oft mit irgendeinem geduldigen Kavalier in einer Nische und hörte ihm zu.

Und der, war er keiner von den Oberflächlichen, staunte im stillen über ein paar gescheite, durchdachte und ganz bescheiden ausgedrückte Meinungen.

Es waren fast lauter unreife Jungen, die da feierten, im Üblichen erzogen, in den Formen gewandt, gute Reiter und Tänzer, alle ein wenig überheblich und alle von Adel.

Aber auch sie, die jungen Männer, hatten, so wenig wie die meisten Frauen, Einblick und Überblick, wenn es um Politik ging; die Gespräche drehten sich um Pferde und Jagden, und unter den Mädchen um Putz.

Lolo und Karoline amüsierten sich darüber, daß vor nicht allzulanger Zeit die aus Paris verbreiteten Moden nicht durch Journale oder durch kolorierte Stiche bekannt werden konnten; kaum gab es so etwas Praktisches und Angenehmes. Man kannte nur die angezogenen Modepuppen aus Peddigrohr, die aus Paris zu Land oder per Schiff nach Deutschland und England verfrachtet wurden – bis man dahinterkam, daß die hohlen Gestelle das waren, was man später „tote Briefkästen“ nannte – unverdächtige Behälter vieler geheimer Botschaften.

Denn der französische Adel floh schon bald aus dem brodelnden Paris, in dem die gefährlichen Spannungen wuchsen, und England unterstützte die Gegenkräfte, die sich der Aufsässigen erwehren wollten, mit Geld und Versprechen.

Die Gestelle waren bei der Rückkehr aus England schwerer als bei der Hinfahrt, und wer sie sich als Modelle sicherte, war der alte – noch immer vermögende – Adel.

Lottes Ehrfurcht vor dem Gesicherten unterschied noch nicht zwischen gedankenlos übernommener Konvention und dem lebendig Gewachsenen und Wachsenden, der „geprägten Form, die lebend sich entwickelt“, wie es goethisch hieß.

Die Form, die das merry old England übte und zeigte, Tradition, die einmal ihren Sinn besaß und noch nicht ganz verloren hatte, wie überhaupt alles Gehaltene und Beherrschte, empfand Lotte irgendwie als tröstlich, als beruhigend, weil sie, mehr als Karoline, schon früh und kaum bewußt die Unsicherheit und Fragwürdigkeit ihres gestörten Familienkreises erlebt hatte, die krampfhaften, oft hilflosen Bemühungen ihrer Mutter, festen Boden zu gewinnen nach dem Tod des Vaters. Dieses „englische Beherrschte“ und auch ein wenig Eingleisige tat ihr wohl – sie suchte und fand etwas davon in den Gesprächen mit einigen englischen Offizieren im Steinschen Haus.

Nun war hier unter den eingeführten Gästen eine kleine Gruppe von schottischen Offizieren, lange, schlanke, sportliche Soldaten in kleidsamen Uniformen, die sie von teuren Schneidern eigens anfertigen ließen, junge Leute aus adligen Häusern, die von ihrem Herrentum überzeugt waren und übrigens kurz vor der Versetzung in den Kolonialdienst standen; und weil sie noch ein Zipfelchen Heimat und Glück in der Erinnerung mitnehmen wollten, schauten sie mit sehnsüchtigen Augen die jungen Mädchen an, die ihnen da vorgeführt wurden.

Captain Heron war einer von ihnen, besonders adrett, Bruder eines Lord Inverary, als Zweitsohn für den Dienst in den Kolonien bestimmt. Lotte suchte manchmal seine Nähe, um sich aus der Atmosphäre eines unerwünschten Herrn Knebel zu retten; Knebel war ein dichtender Schöngeist, Logenbruder des Herzogs, einstiger Prinzenerzieher und viel älter als Lotte.

Lotte war jung, umgeben von einer Gesellschaft, in der erwünschte, verweigerte, beginnende und erkaltende Beziehungen wie Spinnfäden hin und her gingen und wo – durch die Mama gefördert – erotische Empfindungen in der Luft lagen. Karoline sah dem schüchternen Spiel amüsiert zu.

Lotte selber nahm die scheuen Huldigungen errötend an – was eben so üblich war zwischen einem jungen Offizier und einem adligen Fräulein, Blumensendungen und zierliche Briefchen und einmal sogar einen Mondspaziergang in einer baumrauschenden warmen Nacht – und es „erwachte“ in ihrem Gemüt die Fähigkeit, Verse zu schreiben und Reime zu finden, die Heron wohl nie zu sehen bekam.

Das Ende der kaum ausgereiften Beziehung war ein schmerzlicher Abschied, für den Karoline schwesterlich vermittelnd die Gelegenheit schuf, ein letztes Zusammentreffen mit Tränen und Treueschwüren, da der junge Mann nach Indien kommandiert worden war.

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