Emile Zola - Die Erde

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Die dramatische Geschichte einer Landarbeiterfamilie kurz vor Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges: Jean Macquart, der sich als Wanderarbeiter und Tagelöhner durchschlägt, kommt in das kleine Dorf Rognes und verliebt sich dort in Françoise, die er später auch heiratet. Doch Buteau, ihr Schwager, hat auch ein Auge auf sie geworfen. Eine kompliziertes Erbangelegenheit, Eifersucht und Verlangen führen schließlich zu einem tragischen Ende…-

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Françoise und Lise brachen von neuem in Tränen aus. In einer instinktiven Anwandlung waren sie sich um den Hals gefallen als Schwestern, die einander abgöttisch liebten. Und sie sagten immer wieder in abgehackten Worten: „Mein Gott! Jetzt sind nur noch wir zwei ... Es ist aus, es gibt nur noch uns zwei ... Was soll aus uns werden, mein Gott?“

Aber man konnte den Toten nicht auf der Erde liegen lassen. Im Handumdrehen erledigten die Frimat und die Bécu das Unerläßliche. Da sie nicht wagten, die Leiche wegzuschaffen, zogen sie die Matratze aus einem Bett, brachten sie herbei und streckten Fliege darauf aus, den sie mit einem Laken bis zum Kinn zudeckten. Währenddessen stellte Fanny zwei andere Leuchter, deren Kerzen sie angezündet hatte, anstelle von Kirchenkerzen rechts und links des Kopfes auf den Fußboden. Vorderhand ging das, bis auf das linke Auge, das dreimal mit einem Daumenstrich zugedrückt worden war, sich aber in diesem entstellten und blau angelaufenen Gesicht, das vom Weiß des Lakens abstach, hartnäckig wieder öffnete und die Leute zu betrachten schien.

Lise hatte endlich Jules zu Bett gebracht, die Totenwacht begann. Zweimal sagten Fanny und die Bécu, sie brächen nun auf, da sich die Frimat erbot, die Nacht mit den Töchtern zu verbringen; aber sie brachen keineswegs auf, sie redeten weiter mit leiser Stimme und warfen dabei scheele Blicke auf den Toten, während sich Nénesse der Flasche mit Kölnischwasser bemächtigte und sie aufbrauchte, indem er sich die Hände und die Haare damit überschwemmte.

Es schlug Mitternacht, die Bécu erhob die Stimme:

„Und Herr Finet, na, da seht ihr’s! Eh der kommt, ist man längst gestorben ... Es dauert schon mehr als zwei Stunden, um ihn aus Cloyes herzubringen!“

Die Tür zum Hof war offengeblieben, ein starker Lufthauch wehte herein, löschte die Lichter rechts und links vom Toten. Das jagte allen Schrecken ein, und als sie die Kerzen von neuem anzündeten, kam der Sturmesatem noch schrecklicher wieder, während aus den schwarzen Tiefen der Flur ein anhaltendes Heulen aufstieg und anschwoll. Beim Krachen der Zweige, beim Stöhnen der Felder, denen der Bauch aufgeschlitzt wurde, hätte man meinen können, eine verwüstende Heerschar galoppiere heran. Sie waren zur Schwelle gerannt, sie sahen eine Kupferwolke fliegen und sich am blaufahlen Himmel winden. Und plötzlich gab es ein Musketenfeuergeprassel, ein Kugelregen ging peitschend und aufprallend zu ihren Füßen nieder.

Da entfuhr ihnen ein Schrei, ein Schrei des Verderbens und des Elends:

„’s hagelt!’s hagelt!“

Entsetzt, empört und bleich unter der Geißel, schauten sie hin. Das dauerte kaum zehn Minuten. Es dröhnten keine Donnerschläge, aber große bläuliche Blitze schienen unaufhörlich in breiten Phosphorstrahlen dicht über den Boden hinzulaufen; und die Nacht war nicht mehr so düster, die Hagelkörner erhellten sie mit unzähligen blassen Streifen, als seien Glasgüsse niedergegangen. Der Lärm wurde ohrenbetäubend, ein Kartätschenfeuer, ein mit Volldampf über eine metallene Brücke fahrender Zug donnerte ohne Ende. Der Wind fauchte wütend, die schräg herabsausenden Kugeln säbelten alles nieder, häuften sich, bedeckten den Boden mit einer weißen Schicht.

„’s hagelt, mein Gott! – Ach, was für ein Unglück! – Seht doch, richtige Hühnereier!“

Sie wagten sich nicht in den Hof hinaus, um welche aufzulesen. Die Heftigkeit des Sturmes nahm noch zu, alle Scheiben des Fensters wurden eingeschlagen; und er hatte eine solche Gewalt erlangt, daß ein Hagelkorn einen Krug zertrümmerte, während andere bis an die Matratze des Toten rollten.

„Keine fünf davon gehen auf ein Pfund“, sagte die Bécu, die sie in der Hand abwog.

Fanny und die Frimat machten eine verzweifelte Gebärde. „Alles ist futsch, ein richtiges Gemetzel!“

Es war vorbei. Man hörte, wie sich der Galopp des Unheils rasch entfernte, und Grabesstille sank herab. Der Himmel war hinter der Wolke wieder tintenschwarz geworden. Ein feiner dichter Regen rann lautlos. Man konnte auf dem Boden nur die dicke Schicht der Hagelkörner unterscheiden, ein weiß schimmerndes Tuch, das gleichsam ein eigenes Leuchten hatte, die Fahlheit von Millionen Nachtlichtern, die sich ins Unendliche erstreckten.

Nénesse, der rausgerannt war, kam mit einem regelrechten Eiszapfen wieder, der so dick wie seine Faust, unregelmäßig und gezackt war; und die Frimat, die es nicht mehr auf der Stelle hielt, konnte dem Verlangen, nachsehen zu gehen, nicht länger widerstehen.

„Ich werd meine Laterne holen, ich muß wissen, was für Schaden entstanden ist.“

Fanny beherrschte sich noch einige Minuten. Sie jammerte weiter. Ach, wieviel Arbeit! So was richtete Verheerungen an unter dem Gemüse und den Obstbäumen! Der Weizen, der Hafer, der Roggen standen nicht hoch genug, um viel gelitten zu haben. Aber die Weinstöcke, ach, die Weinstöcke! Und von der Tür aus durchwühlte sie mit den Augen die dichte, undurchdringliche Nacht, sie zitterte vor fiebernder Ungewißheit, suchte abzuschätzen, wie schlimm es war, übertrieb es, glaubte die zusammenkartätschten Fluren zu sehen, die aus ihren Wunden Blut verloren.

„He, meine Kleinen“, meinte sie schließlich. „Ich borge mir eine Laterne bei euch, ich laufe zu unseren Weinbergen.“

Sie zündete eine der beiden Laternen an und verschwand mit Nénesse.

Der Bécu, die kein Land besaß, war das im Grunde egal. Sie stieß Seufzer aus, flehte den Himmel an, weil winselnde Weichlichkeit ihr zur Gewohnheit geworden war. Die Neugierde jedoch brachte sie unaufhörlich wieder zur Tür zurück; und eine lebhafte Anteilnahme pflanzte sie dort kerzengerade hin, als sie bemerkte, daß sich das Dorf mit leuchtenden Punkten bestirnte. Durch einen Ausblick zwischen dem Stall und einem Schuppen schweifte vom Hof aus der Blick über ganz Rognes. Zweifellos hatte der Hagelschlag die Bauern geweckt, jeder war von der gleichen Ungeduld erfaßt, auf seinen Feldern nachsehen zu gehen, und bangte zu sehr, als daß er den Tag hätte abwarten können. Deshalb kamen die Laternen eine nach der anderen hervor, wurden immer mehr, liefen und tanzten. Und der Bécu, die die Lage der einzelnen Häuser kannte, gelang es, jeder Laterne einen Namen beizulegen.

„Sieh mal einer an! Bei der Großen wird Licht gemacht, und da gehen sie nun auch bei Fouans raus, und da drüben, das ist Macqueron, und daneben, das ist Lengaigne ... Lieber Gott! Die armen Leute, das zerreißt einem das Herz ... Ach, ich kann mir nicht helfen, ich muß auch gehen!“

Lise und Françoise blieben allein bei der Leiche ihres Vaters. Der Regen rann weiter, kleine nasse Windstöße fegten dicht über den Erdboden, brachten die Kerzen zum Tropfen. Man hätte die Tür schließen müssen, aber keine von beiden dachte daran, weil auch sie trotz der Trauer des Hauses von dem Drama draußen ergriffen und erschüttert waren. Das genügte also nicht, den Tod bei sich zu Hause zu haben? Der liebe Gott zerschlug alles, man wußte nicht einmal, ob einem ein Stück Brot zum Essen blieb.

„Armer Vater“, murmelte Françoise, „er hätte sich Kummer gemacht! – Ist besser, daß er das nicht sieht.“ Und da ihre Schwester die zweite Laterne nahm, fragte sie: „Wo gehst du hin?“

„Mir fallen die Erbsen und die Bohnen ein ... Ich komme gleich zurück.“ Unter dem Platzregen überquerte Lise den Hof und ging in den Gemüsegarten.

Nur Françoise blieb bei dem Alten. Noch hielt sie sich auf der Schwelle, war sehr aufgeregt durch das Hin und Her der Laterne. Sie glaubte Gejammer, Weinen zu hören. Ihr brach das Herz.

„He? Was?“ rief sie. „Was ist denn?“

Keine Stimme antwortete. Wie von Sinnen ging die Laterne rascher hin und her.

„Sag, hat’s die Bohnen weggeschoren? – Und die Erbsen, steht es schlecht um sie? – Mein Gott! Und das Obst, und der Salat?“ Aber ein Schmerzensruf, der deutlich zu ihr herüberklang, brachte sie zu einem Entschluß. Sie raffte ihre Röcke hoch, rannte in den Platzregen hinaus, ihrer Schwester nach. Und verlassen lag der Tote in der leeren Küche, ganz steif unter seinem Laken zwischen den beiden blakenden und traurigen Dochten. Das linke Auge, das hartnäckig offenblieb, betrachtete die alten Deckenbalken.

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