Richard Grosse - Schrittfehler

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Herbst 1980. In der kardiologischen Abteilung einer renommierten Ostberliner Klinik verscheiden merkwürdigerweise Patienten, denen ein Herzschrittmacher eingesetzt wurde. Die betroffenen Männer sind im Rahmen einer groß angelegten klinischen Studie zur Einführung der Schrittmachertherapie operiert worden. Alle litten an einer besonders schweren Form der Rhythmusstörung. Obwohl die Eingriffe komplikationslos verliefen und die Schrittmacher scheinbar störungsfrei arbeiteten, sterben die Männer kurz vor ihrer Entlassung an Herzversagen. Nichts deutet auf ärztliches Fehlverhalten hin. Nach dem dritten Todesfall leitet Major Bircher Ermittlungen ein, die sich zunächst auf die Studiengruppe konzentrieren: Oberarzt Dr. Peter Wohlfahrt, der die Operationen durchführt; Ingenieur Frank Schuster, der im Rechenzentrum die klinischen Daten der Probanden analysiert; Diplom-Biologe Klaus Behrens, der in den Blutproben der Patienten nach Risikomarkern forscht; Dr. Bäsler von der Chirurgie, der ebenfalls am OP-Programm teilnimmt. Zu seiner Verwunderung stellt Major Bircher bald fest, dass die Mediziner und Wissenschaftler noch etwas ganz anderes verbindet – ein spezielles Interesse an Wohlfahrts Ehefrau Renate … Und welche Rolle spielt Behrens' Vater, ein hohes Tier im Ministerium für Gesundheitswesen, in dem ganzen Szenario? Zu einer Zeit, als der Eiserne Vorhang noch klare Grenzen defi nierte, entfaltet sich dieser Krimi als ein subtiles Kammerspiel, das unter die Haut geht!

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Das Leben der zwei Freunde begann sich im Juni 1980 zu verändern, als sie ihre erste berufliche Bewährungsprobe zu bestehen hatten. Die groß angelegte klinische Studie zur Herzschrittmachertherapie war durch das Ministerium für Gesundheitswesen veranlasst worden. Republikweit waren vierundachtzig Kliniken beteiligt. Die Patienten wurden in einem zentralen Register in der Klinik für Innere Medizin erfasst. Es liefen anamnestische Daten von Hunderten Patienten ein und der Auftrag lautete, sie systematisch aufzuarbeiten. Selbst Ergebnisse der seit Jahren in der DDR durchgeführten Volksröntgenreihenuntersuchung (VRRU) sollten einbezogen werden. Das rief zwar bei einigen Ärzten Zweifel hervor, da sie Röntgenaufnahmen bisher nur zur Abklärung von Lungenkrankheiten abgefordert hatten, doch der leitende Bezirksarzt Dr. Tämpel aus Potsdam hatte nachdrücklich darauf verwiesen, dass bei acht bis zehn Prozent der DDR-Bevölkerung, die in der VRRU erfasst würden, röntgenpathologische Befunde erhoben würden, die auf eine Herzerkrankung hinwiesen. Das waren immerhin 1,2 bis 1,3 Millionen Bürger. Gesundheitspolitisch hochbrisant, befand das Ministerium, und gab den Weg frei.

Die Verantwortlichen in der Regierung hatten festgelegt, dass jeder Bürger gleich welchen Alters einen Anspruch auf einen Schrittmacher haben sollte. Das unterschied ihre Bürger von denen in den Bruderländern Polen oder Ungarn, dort musste man sich nämlich ab dem sechzigsten Lebensjahr allein auf sein Herz verlassen, einen Schrittmacher gab es nur bis neunundfünfzig. Es passte gut in die Planung, dass ein neues Modell, bezeichnet mit dem Kürzel LCP 202–VVI, aus dem VEB Transformatoren- und Röntgenwerk »Hermann Matern« in Dresden zur Auslieferung in die Bezirkskrankenhäuser bereitstand. Und interdisziplinäre Forschung war auch gefragt, weil Forschungsergebnisse schneller praxiswirksam werden sollten. Vor diesem Hintergrund fanden Klaus und Frank in dem Projekt ihren Platz. Klaus hatte die Auswertung klinisch-biochemischer Parameter zu verantworten, Frank als Informatiker einen Algorithmus zur Stratifizierung der Patienten zu entwickeln, um ihr Herzkreislaufrisiko zu klassifizieren. Den klinischen Teil vertrat der Kardiologe Dr. Peter Wohlfahrt, der auch die Implantation der Schrittmacher vornahm. Zusammen bildeten sie das medizinisch-naturwissenschaftliche Rückgrat des Projekts. Als sie sich das erste Mal zu einer Besprechung trafen, war besonders Klaus etwas irritiert von der kühlen Art Wohlfahrts, der nur das Notwendigste sagte und den Anschein erweckte, als würde er im Stillen die Minuten abzählen, die er für die Sitzung eingeplant hatte. Der Unterschied zum extrovertierten Klaus hätte nicht größer sein können. Frank gefiel die Art des Arztes, mit der Zeit sorgsam umzugehen, sich nicht mit Allgemeinplätzen abzugeben und seine Meinung in klare Sätze zu kleiden.

»Der Peter ist ja ein ganz ruhiger Typ«, bemerkte er eines Abends. »Ganz wie ich«, fügte er grinsend hinzu. Das stimmte nicht ganz, denn Dr. Wohlfahrt kam noch zurückhaltender rüber als Frank. Und eine gewisse Melancholie ging von ihm aus, eine Stimmungslage, die Frank fremd war. Der Doktor erweckte mitunter den Eindruck, als würde er irgendwelchen verlorenen Zeiten nachtrauern. Wohlfahrt war spindeldürr und etwa so groß wie Frank, der aber neben ihm wie ein Schwergewicht aussah. Als die beiden ihren Kollegen das erste Mal sahen, dachte Klaus, er wäre gerade von einer längeren Krankheit genesen. Dabei war er gesund und ausdauernd wie ein Marathonläufer.

»Validierung biochemischer Parameter während des Einsatzes des Herzschrittmachers TuR LCP 202-VVI bei Hochrisikopatienten« – dieses Thema hatten Klaus Behrens und Peter Wohlfahrt ihren Chefs als Titel ihres Projekts vorgeschlagen. Einige Wochen später, die Studie war durch die Leitungsgremien abgesegnet worden, lud Peter zu diesem Anlass seine beiden Kollegen zu sich nach Hause ein.

»Meine Frau würde sich freuen, euch kennenzulernen«, kündigte er an.

So fing alles an, an einem heißen Sommerabend im Juli 1980, als Frank und Klaus die Hand von Peters Frau schüttelten und sich ihre Herzschläge fast gleichzeitig beschleunigten, als hätte sie Renate Wohlfahrt synchronisiert.

Die Wohlfahrts bewohnten eine Dreizimmerwohnung in einem hübschen Neubau mit freiem Blick über den Volkspark Friedrichshain. Bis zum Alexanderplatz waren es keine zehn Minuten zu Fuß, und überquerte man die Straße vor ihrem Haus, stand man nach wenigen Schritten vor dem Märchenbrunnen, hinter dem verschlungene Wege durch den Park führten, unterbrochen durch Kinderspielplätze, vorbei an einem Café am künstlich angelegten Teich mit gemächlich treibenden Enten und den Gebäuden des Krankenhauses »Friedrichshain«, das sich in unmittelbarer Nachbarschaft befand. Im Sommer schlurften einige Patienten in Bademänteln über die Kieswege zum Bierkiosk.

Frau Wohlfahrt öffnete ihnen und im ersten Augenblick glaubten Frank und Klaus, sich in der Adresse geirrt zu haben. Diese Frau konnte unmöglich zu Herrn Dr. Peter Wohlfahrt gehören, dem unscheinbaren Mann, den nur der Kittel von seinen Patienten unterschied. Aber es war ihr Kollege Peter, der mit leicht hochgezogenen Schultern still hinter dieser umwerfend schönen Frau stand, als würde er darauf warten, vorgelassen zu werden. Neugierig musterte sie erst Klaus und anschließend Frank, als vergliche sie die beiden mit ihren Erwartungen.

»Das ist Renate, meine Frau«, sagte Peter leise über ihre Schulter, als müsste er alle Zweifel ausräumen. Seine Stimme klang, als wollte er niemand erschrecken.

»Und ich bin der Klaus, und das ist Frank«, erwiderte Klaus und streckte seinen Arm aus.

Er drückte ihre schmale kühle Hand und sie schenkte ihm ein flüchtiges Lächeln. Dann wandte sie sich Frank zu.

»Dann sind Sie es, der meinem Mann verrät, wem er das Herz instand zu setzen hat«, sagte sie, während ihre Augen über ihn glitten.

Frank stand wie ein Zinnsoldat neben Klaus, sein Lächeln wirkte etwas gequält und eine leichte Röte überzog sein Gesicht. Er hob die Schultern und winkelte den Arm an. Sie ergriff seine Hand, und als ihre zarten Finger wie zufällig seinen Handballen streiften, glaubte er einen kleinen Stromstoß zu spüren. Ihre Hände lösten sich und er trat unwillkürlich einen Schritt zurück in den Treppenflur. Er konnte seine Augen nicht von ihr wenden. Sie war einen Kopf kleiner als Peter, schlank, von mädchenhafter Statur, ein Minirock gab den Blick auf makellose Beine frei. Die oberen Knöpfe ihrer blauen Bluse waren lässig geöffnet und Frank ahnte, dass es bei dieser Frau an nichts fehlte. Aus ihren dunklen mandelförmigen Augen blitzten Neugierde und Mut. Ihr schmales Gesicht zierte ein kleiner Mund, wie ein neugieriges Mädchen, das gespannt einen Besuch erwartete, schob sie ihre sanften Lippen nach vorn, als sie die Jungen aus den Augenwinkeln musterte. Klaus und Frank spürten, dass sie ihren Willen durchzusetzen wusste. Die dunklen Haare waren kurz geschnitten, sie bedeckten kaum die Ohren und ließen ihre Stirn frei, die wie feines Porzellan glänzte. In ihren Zügen versteckte sich ein Hauch von Sinnlichkeit, als wäre sie gerade aus einem schönen Traum erwacht. Wie ist Peter zu dieser Braut gekommen, war Franks erster klarer Gedanke. Er schielte zu Klaus hinüber, der mit halboffenem Mund neben ihm stand und offensichtlich demselben Rätsel nachspürte.

»Na ja, wir arbeiten zusammen, ich bin Informatiker und werte Patientenakten aus«, besann sich Frank auf eine Antwort, bemüht, ihrem forschenden Blick standzuhalten.

Sie nickte verständnisvoll und drehte ihren Kopf zu Klaus.

»Dann sind Sie also mit dem wissenschaftlichen Teil dieser Herzstudie befasst«, fuhr sie wie eine Versammlungsleiterin fort, die den nächsten Redner ankündigt.

Klaus nickte verlegen, als hätte man ihn bei einem falschen Gedankengang ertappt.

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