»Aber ich habe es ganz deutlich gehört.«
»Das war bestimmt ein Marder. Die nisten sich gern auf Dachböden ein.« Sie schaut ihn an. »Ist dir unheimlich, da ganz allein in dem Zimmer?«
»Hm.« Er zuckt die Schultern.
»Du kannst deine Tür auflassen.«
»Nee. Ist schon okay.« Er ist ja kein kleines Kind mehr.
»Soll ich gleich noch ein bisschen mit rüberkommen?«, fragt Julia. »Ich hab meinen Pieper dabei.«
Über den Pieper hört sie, wer aus welchem Zimmer klingelt.
»Von mir aus«, sagt Luis und vermisst plötzlich Mama, die ihm abends Gute Nacht sagt. Oft quatschen sie dann noch eine Weile oder lesen sich gegenseitig was vor. Er hat ihr schon sein ganzes »Handbuch für Astronauten« vorgelesen. Da hat er auch die Information über den recycelten Urin her.
Wo Mama wohl jetzt gerade ist? Auf dem offenen Meer?
Vorhin hat er eine SMS bekommen, als sie auf dem Schiff angekommen ist. »Habe ein gutes Team, ein gutes Schiff. Gleich stechen wir in See. Pass auf, dass du keine Falten im Altenheim bekommst.« Darunter eine ganze Reihe fetter Smileys, die ihm rote Herzen zupusten. – Mütter eben …
Hoffentlich geht alles gut auf dem Schiff und Mama kann die Flüchtenden retten! Bislang hat sie es immer geschafft, die Menschen aus den überfüllten Schlauchbooten zu sich an Bord zu holen und sicher an Land zu bringen.
»Habs mir anders überlegt. Du brauchst nicht mehr mit rüberkommen, Julia«, sagt Luis. »Es ist nicht wirklich unheimlich hier. Nur ein bisschen – ungewohnt.«
Er ringt sich ein Lächeln ab, damit Julia beruhigt ist, und ärgert sich, dass er vorhin wieder auf die blöden Space-Zombies reingefallen ist, an die er eigentlich nicht mehr denken wollte, weil er ja weiß, dass es die gar nicht gibt. Aber manchmal tauchen sie trotzdem auf und hauchen ihm ihren verfaulten Atem in den Nacken. Allein von dem Gedanken bekommt er schon wieder Herzrasen.
»Bist du sicher?«, fragt Julia. Er nickt. »Aber Gute Nacht sagen darf ich noch?«
»Okay. Aber nur kurz.«
Am Morgen wird Luis von Stimmen, Topfgeklapper und quietschenden Crocs geweckt. Sonnenstrahlen fallen durch das Bullauge. Im ersten Moment weiß er gar nicht, wo er ist. Dann fällt es ihm ein. Er steht auf und geht aufs Klo. Waschen lässt er ausfallen. Als Astronaut im All muss man auch jeden Tropfen Wasser einsparen.
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