Catrine Clay - Trautmanns Weg

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Bert Trautmann wurde 1923 in Bremen geboren, trat früh der Hitlerjugend bei und meldete sich als 17-Jähriger freiwillig zum Kriegseinsatz an der Ostfront. Wie konnte er mit dieser Biografie zu einem englischen Fußballidol werden, das bis zu seinem Tod im Juli 2013 auf Manchesters Straßen erkannt und verehrt wurde? Die englische Historikerin Catrine Clay hat diese denkwürdige Karriere in Zusammenarbeit mit Bert Trautmann sorgsam recherchiert. Ihr gelingt ein aufschlussreicher Blick auf eine typische Jugend im Nationalsozialismus, auf hautnahe Kriegserfahrung und persönliche Lernprozesse in englischer Kriegsgefangenschaft. Am Ende steht der Wille zur Versöhnung. Und eine weitere existentielle Erfahrung, die Trautmann zur Fußballlegendewerden lässt: Der seinerzeit vielleicht weltbeste Torhüter erleidet im englischen Pokalfinale einen Genickbruch, spielt aber unter Lebensgefahr weiter und sichert seinem Verein Manchester City den Titel. In den englischen Fußballannalen ist das bis heute unvergessen.

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Unterdessen fanden in Deutschland bedeutende politische Umwälzungen statt, aber was kümmerte es Berni? Er hatte noch nie von Gustav Stresemann gehört, dem geachteten deutschen Politiker, der vor einiger Zeit den Friedensnobelpreis erhalten hatte, und er konnte nicht wissen, dass mit dessen Tod im Oktober 1929 eine weitere Hoffnung auf eine stabile Republik verschwand und der Weg für die Nazis bereitet war. Die NSDAP praktizierte eine Politik des Terrors und initiierte viele der Straßenkämpfe und gewaltsamen Proteste, die die Weimarer Republik erschütterten. Nun begann ihre endlose Propaganda über das Unrecht des Versailler Vertrages, die Unfähigkeit der Weimarer Regierung und die Niedertracht der Juden, Früchte zu tragen. Bei den Reichstagswahlen der folgenden Jahre wurde sie zur stärksten Partei und Adolf Hitler schließlich am 30. Januar 1933 mit den Stimmen der konservativen Parteien zum neuen Reichskanzler ernannt. Durchs dunkle Berlin marschierte eine endlose Parade mit Schergen der SA und der SS, um Hitler zu huldigen, der am offenen Fenster des Kanzleramtes stand und den Gruß mit ausgestrecktem Arm erwiderte. Über Nacht änderte sich in Deutschland alles.

Auch im Haushalt der Trautmanns machte sich der politische Machtwechsel recht bald bemerkbar. Carl Trautmann absolvierte noch immer seine Doppelschicht bei Kali-Chemie, die sozialen Leistungen verbesserten sich etwas, aber die Arbeitsabläufe wurden nun rigide organisiert. Streiks waren verboten, sozialdemokratische oder kommunistische Agitatoren wurden grausam verfolgt. Das Heer der Erwerbslosen wurde ans Arbeiten gebracht und baute Autobahnen, Fabriken und Bahnlinien – alles mit Blick auf den bevorstehenden Krieg, von dem der einfache Mann auf der Straße noch nichts ahnte. Vielleicht hätte er klarer gesehen, wenn er das bereits 1924 verfasstes Buch „Mein Kampf“ gelesen hätte. Darin behauptet Hitler wieder und wieder, die einzige Lösung für Deutschlands Probleme seien der Krieg und die Eroberung neuer Lebensräume. „Wir […] weisen den Blick nach dem Land im Osten“, schrieb er. „Wenn wir aber heute in Europa von neuem Grund und Boden reden, können wir in erster Linie nur an Rußland […] denken. […] Das Riesenreich im Osten ist reif für den Zusammenbruch.“ Absoluten Vorrang hatte nun die Wiederbewaffnung und die „restlose Unterordnung aller sonstigen Belange […] unter die einzige Aufgabe der Vorbereitung eines kommenden Waffenganges“, verkündete Hitler bereits neun Jahre vor der Machtübernahme der Nazis. Aber wenngleich viele Menschen „Mein Kampf“ nach 1933 im Regal stehen hatten – es war so weitschweifig und krude verfasst, dass es nur wenige wirklich gelesen oder ernst genommen hatten.

Vor jedem offiziellen Gebäude flatterten nun die schwarz-weiß-roten Hakenkreuzfahnen der Nazis, auch in den Bremer Hafenbetrieben. Wann immer jemand ein Büro oder Lagerhaus betrat, hatte er den Hitlergruß zu entbieten. Wurde das „Heil Hitler!“ nicht mit dem gebotenen Eifer vorgetragen, konnte der Übeltäter schon bald zur Befragung ins Bremer Hauptquartier der Gestapo, der „Geheimen Staatspolizei“, vorgeladen werden, worauf oft die Entlassung oder Schlimmeres folgte. Kali-Chemie erhielt derweil eine goldene Fahne für die rasche und gründliche Übernahme der Nazi-Reformen, unter anderem die Vorgabe, dass jeder Arbeiter einem Verein beitreten und ein akzeptables Hobby ausüben sollte. Vater Trautmann, der gerne musizierte, machte bei der Werkskapelle mit und spielte die Flöte, wenn in militärischem Gleichschritt durch den Hafen marschiert wurde, um wichtige Ereignisse im Nazi-Kalender zu begehen. Wenn er über die Veränderungen nachdachte, versuchte er die guten und schlechten Seiten abzuwägen: Gut war, dass es weniger Arbeitslose gab; zudem zog er Disziplin und Ordnung dem politischen Chaos vor; er nahm einen Großteil der Nazi-Propaganda über die Juden, die Kommunisten und das Unrecht des Versailler Vertrages für bare Münze. Vor allem aber hatte er Angst davor, seine Arbeit zu verlieren. Letztendlich trat er, wenn auch ohne große Begeisterung, in die Partei ein.

Auch Bernis Mutter fand, dass das Leben unter den Nazis sowohl gute als auch schlechte Seiten hatte. Die Wirtschaft erholte sich, und die Preise in den Geschäften waren wieder einigermaßen stabil. Es gab keine gefährlichen Kundgebungen mehr. Sie fühlte sich sicherer in den Straßen. Und es herrschte so etwas wie vorsichtiger Optimismus und ein neuer Stolz auf die deutsche Nation. Deutschen Müttern, die dem Reich und Führer vier oder mehr Kinder schenkten, wurde ein Orden verliehen, das „Mutterkreuz“. Das schien ihr nur recht und billig, beschränkte sich aber auf Mütter von „reinem arischen Geblüt“. Auf der anderen Seite wurden Presse und Radio zensiert, und alles war von der Nazi-Propaganda beherrscht. Schlimmer noch war, dass Frieda Trautmann zwar weiterhin freundschaftliche Beziehungen zu Nachbarn und Kaufleuten pflegte, aber nun immer mehr darauf achten musste, was sie sagte und zu wem. Überall gab es Denunzianten, und jedwede Kritik konnte rasch der Partei oder der Gestapo zu Ohren kommen.

Berni besuchte weiterhin die Humannschule, die inzwischen Pestalozzischule hieß, und hatte immer noch seinen ausgezeichneten Klassenlehrer, Herrn König, der nach englischer Art Knickerbocker und Tweed-Jacke trug und die traditionellen Werte deutscher Erziehung verkörperte. Er mochte Berni, so wie viele engagierte Lehrer ihre klügsten Schüler besonders mögen, aber nach und nach schlichen sich Veränderungen ein. König war kein Freund von Hitler, und vor 1933 sprach er dies auch ganz offen aus. Doch bald lernte er, den Mund zu halten. Im April, kaum drei Monate nach der Machtübernahme, wurde das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums erlassen. Von nun an konnte jeder Lehrer, der für unzuverlässig befunden wurde, zur Befragung durch die Gestapo vorgeladen und kurzerhand entlassen werden. Lehrern war vorerst nicht vorgeschrieben, in die Partei einzutreten, weil die Nazis wussten, dass sie damit auf großen Widerstand gestoßen wären. Stattdessen erschien bald eine neue Art von Lehrer an den Schulen, ein „Berater“, der Parteimitglied war und die kaum verhohlene Aufgabe hatte, die Kollegen im Auge zu behalten. Sämtliche Schulleiter und Rektoren waren indes verpflichtet, der Partei beizutreten. Dr. Schweers ließ sich nicht lange bitten, denn die Prinzipien der Partei entsprachen seinem Naturell.

Ebenso wie Bernis Vater wollte auch Herr König nicht seine berufliche Existenz verlieren; viele seiner Kollegen ereilte dieses Schicksal. Als Erstes wurden die Juden entlassen, danach traf es die Schulleiter und Rektoren, die sich weigerten, in die Partei einzutreten. Und schließlich jeden Lehrer, der es wagte, die Partei zu kritisieren. Von nun an behielt Herr König seine Gedanken also für sich, was ihn aber nicht daran hinderte, weiterhin ein guter Lehrer zu sein. Doch es fiel ihm schwerer als zuvor, denn er musste lernen, mit einem ständigen Begleiter zu leben und zu arbeiten: der Angst, der wirkungsvollsten Waffe der Nazis. Er musste zudem den neuen, von der Partei abgesegneten Lehrplan übernehmen, der sich an eine deutsche Jugend wandte, die nach dem Willen der Nazis dazu ausersehen war, mit der Fahne des Vaterlands voran in das „Tausendjährige Reich“ zu marschieren. Fächer ohne ideologische Bedeutung wurden herabgestuft. Auf dem Lehrplan standen stattdessen rassische Biologie, Erdkunde, die sich insbesondere dem Thema Lebensraum sowie dem Reichsterritorium vor dem Ersten Weltkrieg widmete, weiterhin deutsche Geschichte, Mythen und Militärhistorie, insbesondere Bismarck, sowie Unterricht über die Juden und die Art und Weise, wie sie das Reich angeblich schändeten und zerstörten. Und natürlich Sport, jede Menge Sport. Kraft durch Freude.

Das alles gefiel Berni. Akademische Studien erschienen plötzlich langweilig und unwichtig, und er, der klügste Junge seiner Klasse, kümmerte sich von nun an fast nur noch um den Sport. Er war der beste Fußballer, der beste Leichtathlet und der Beste beim Völkerball, wo er sich gegen Jungen durchsetzte, die zwei oder drei Jahre älter waren als er. Völkerball war ein Sport so recht nach dem Geschmack der Nazis. Dabei stehen sich zwei Mannschaften auf je einer Hälfte des Feldes gegenüber und versuchen, die gegnerischen Spieler mit dem Ball zu treffen. Ein getroffener Spieler kann nur ins Spiel zurückkommen, wenn einer seiner Mitstreiter einen Spieler der gegnerischen Mannschaft trifft. Manchmal ist nur noch ein Spieler einer Mannschaft übrig, der es dann mit vier oder fünf gegnerischen Spielern aufnehmen muss. Mit seinen großen Händen, flinken Augen und athletischen Sprüngen war Berni oft der letzte verbliebene Spieler seiner Mannschaft, und oft genug gewann er trotzdem noch. Schon damals zeigten sich die außergewöhnlichen Fähigkeiten, die ihn eines Tages, weit in der Zukunft und weit weg von zu Hause, zum besten Torwart der Welt machen sollten.

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