Fritz Eckenga - Alle Zeitfenster auf Kippe

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Fritz Eckenga lässt sein Fenster geöffnet. Durchzug sorgt für frische Luft. Der Zeitgeist? Eine vorübergehende Erscheinung. Er hat keine Chance, zu lange durch die Bude zu spuken. Wenn er lästig fällt, fliegt er raus. Genauso wie die elektrischen Geräte, die die vorgeblich große Welt in die vier Wände übertragen. Ausschalten ist eine Möglichkeit. Das offene Fenster bietet eine Alternative. Eckenga lässt die Experten, die den Mittelschlichten immer die ganz komplizierten Sachen erklären, nicht zu nah an sich heran. Lieber macht er eigene Spazier- und Gedankengänge, beschreibt und bedichtet die Welt, wie sie sich ihm zur Verfügung oder in den Weg stellt. Seine Geschichten schlendern über Westfälische Wochenmärkte, auf denen elegant frisierte Damen den Champignons auch nur vor die Köpfe schauen können. Sie klettern auf Tessiner Almwiesen, wo aus übel riechenden Ziegen duftende Lebensmittel extrahiert werden. Sie machen Rast in Parkanlagen, in denen hochbegabte Gören ihren dummen Müttern erläutern, warum Flamingos erst nach brutaler Beinamputation und anschließender Blutwäsche rosa werden.
Bei der Lektüre von Fritz Eckengas neuem Geschichten- und Gedichteband erfährt der Leser, was ein sterbender Opel-Kadett und ein erstickender Tintenfisch gemein haben, wie man in vier Gedichtzeilen die Deutsche Integrationsdebatte über den Haufen reimt und wann der Dativ im Ruhrgebiet kein Ausnahmefall ist. Da der Autor in der Deutschen Meisterstadt zuhause ist, gibt er kernkompetent Auskunft darüber, dass man bei der Farbkombination Schwarzgelb nicht Schauriges wie «Bundesregierung», sondern Schönes wie «Borussia» assoziieren darf.

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B: Prost.

W: Prost.

B: Freitags kocht meine Frau immer Fisch. Immer Fisch. Seit 20 Jahren, jeden Freitag. Und Senfsoße. Ich glaub’, meine Frau würd’ sich am Meer sauwohl fühlen.

W: Und du?

B: Ich mag keinen Fisch. Fisch hat keine Seele.

W: Woher willst du das denn wissen?

B: Da hab’ ich ’n Gespür für. Du musst so’m Tier ja nur mal in die Augen kucken. Wenn dich ’n Fisch ankuckt, der kuckt wie tot.

W: Du hast doch noch nie ’n toten Fisch gesehen. War ja immer dick Senfsoße drauf.

B: Das spielt keine Rolle. So’n Stück Roastbeef ist auch tot. Aber das siehst du noch, wenn du das anschneidest und der Saft läuft raus, dass das Tier ’ne Seele hat. Ich hab das jetzt im Fernsehen gesehen. Die Buddhisten, die essen kein Fleisch. Die essen nur Fisch, weil Fisch keine Seele hat. Die essen nix, wo ’ne Seele drin ist.

W: Und du machst das umgekehrt.

B: Ich bin ja auch nicht Buddhist. Ich bin ja Christ.

W: Dann erklär’ mir mal, wieso Jesus Christus die Speisung der Zehntausend mit Fisch gemacht hat.

B: Das waren andere Zeiten. Damals waren Rindviecher noch knapper als Fische. Heute wär das kein Problem. Heute würde Jesus Roastbeef nehmen. Oder Pferd. Die machen ja heute Pferdefleischtransporte von Polen bis nach Palästina. Da kennen die nix.

W: Das kannst du aber höchstens als Sauerbraten essen. Das Pferd ist doch schon gammelig, wenn das da ankommt. Da muss ordentlich Essig dran, sonst gehst du kaputt davon. Egal, ob du Christ bist oder Buddhist.

B: In Palästina gibt’s keine Buddhisten.

W: Kein Wunder, bei dem vielen Pferdefleisch aus Polen.

B: Prost.

W: Prost.

B: Ich weiß nicht, ich weiß nicht.

W: Was?

B: Ob ich meine Frau ans Meer fahren lass’. Ich glaub’, die kommt dann nicht wieder.

W: Die kommt wieder. Zuhause isses doch am schönsten.

B: Ja, vielleicht sollte ich sie mal zwei Wochen weg lassen. Dann könnte ich freitags auch mal Fleisch essen.

W: Prost.

B: Prost.

Weltwirtschaftskrise im Morgengrauen

Wenn wir beide Glück gehabt hätten, würde ich Ihnen jetzt was Lustiges über die Weltwirtschaftskrise erzählen. Auch so ein Thema, von dem ich richtig viel verstehe. Das wäre garantiert ganz komisch geworden. Wir haben aber kein Glück, weil – ja, weil ich heute Morgen sehr früh, sehr sehr früh!, aus einem angenehmen Traum gerissen wurde, der Sie nichts angeht.

Draußen tobte das Verderben. Geräusche, die darauf schließen ließen, dass direkt vor meinem Schlafzimmerfenster entweder Ernst Jüngers »Stahlgewitter« verfilmt werden oder Bruce Willis persönlich die Sicherheitspolitik des Bundesinnenministers in die Tat umsetzt. Es war aber nicht »Schrei hart fünf Punkt Null«, das mich schweißnass ins wirkliche Leben riss. Es war eine Kolonne Bauarbeiter, die es für eine gute Idee hielt, noch vor den frühen Vögeln vorm Nachbarhaus ein Baugerüst abzuladen. Das Baugerüst war aus Metall und die Arbeiter aus Restjugoslawien. Ihr Chef war leider nicht mitgekommen, sondern leitete die Bauarbeiten von zuhause aus. Die Arbeiter hatten kein Mobiltelefon, deswegen mussten sie bis Restjugoslawien schreien, wenn sie ihren Boss was fragen wollten.

Ich leitete Gegenmaßnahmen ein, riss mein Fenster auf und erwiderte den Angriff in angemessener Lautstärke, also so, dass auch der Chef im Ausland noch mithören konnte: »Sagt mal, Jungs! Seid ihr eigentlich noch ganz dicht? Heute schon mal in die Zeitung gekuckt? Es ist Weltwirtschaftskrise! Die USA wurden an China verpfändet, Griechenland versteigert die Akropolis bei Ebay, in London-City müssen die Fußgänger schon wieder aufpassen, dass sie nicht von abstürzenden Börsenbrokern erschlagen werden und ihr macht hier auf Vollbeschäftigung? Ihr glaubt doch wohl nicht im Ernst, dass mein Nachbar noch in der Lage ist, die Rechnung für euer Gerüst zu bezahlen. Mein Nachbar ist Kleinsparer, Systemlottospieler und Nebenerwerbsgrößenwahnsinniger. Mit anderen Worten: Er hat sich von seinem Sparkassenfredi das Glück versprechen lassen. Tja, schon wieder Pech gehabt. Den Tigersprung vom Klein- zum Großbürger schafft man nicht mit DAX-orientierten Mischpapieren vom drei-Prozent-Discounter, sondern mit krimineller Energie. Alles schon mal da gewesen. Schon vergessen? Die Börsenblase platzt und der inkontinente kleine Doofmann steht heulend in der eigenen Pfütze. Wenn er überhaupt noch einen Job kriegt, dann als Fernsehexperte für Geldknappheit. Die einzige realistische Perspektive für Stützezieher. Also Jungs, packt euer blödes Gerüst wieder ein und lasst Leistungsträger wie mich gefälligst Mehrwert generieren! Ich muss gerade ein Buch schreiben. Man erwartet Qualitätswitze von mir!«

Mein akustischer Angriff verpuffte ergebnislos. Ein Bauarbeiter ließ einen dicken Eisenträger auf das Pflaster fallen und teilte in lupenreinem Hochdeutsch mit: »Kein Problem, Kollägge – zehn Minute fertich! «

Ich war wohl doch zu sehr ins Detail gegangen.

Schwarzgelbe Aktien und ein Geschenk für Max

Am 30. November 2010 hielt die Borussia Dortmund GmbH & Co. KG auf Aktien im 10. Jahr ihres Bestehens die nach dem Aktiengesetz vorgeschriebene Jahreshauptversammlung ab. Mein Patensohn Max hat nicht teilgenommen, obwohl er berechtigt gewesen wäre. Der Junge ist neun Jahre alt und wurde von meinem Freund, seinem leider immer noch erziehungsberechtigten Erzeuger, schon vor der Geburt bei Bayern München angemeldet. Ich hatte Max zur Taufe ein stattliches Paket BVB-Aktien geschenkt. Die Gabe sollte einen bösen Zauber im Wertpapierdepot seines FC Bayern-Vaters bewirken und dafür sorgen, dass a) die Fußballvorherrschaft des Großkopferten-Klubs zugunsten meines Vereins beeinflusst wird und b) dass Max Borussia-Fan und finanziell unabhängig wird. Der Plan scheiterte auf der ganzen Linie. Der Kurs der BVB-Aktie ging tief in den Keller, das Kind folgte dem schlechten Vorbild seines Vaters, wurde Bayern-Anhänger, blieb also in jeder Beziehung arm.

Wie alle Jahre wieder stellte sich auch im Advent Nullzehn die Frage: Was schenke ich dem Kurzen zu Weihnachten? Ich war verunsichert. Das erste Weihnachtsgeschenk meiner Eltern, an das ich mich erinnern kann, war ein gelbes Trikot. Dazu gab es noch eine schwarze Turnhose und schwarzgelbe Ringelsocken. Die Borussia-Dortmund-Kluft wurde von Mutti in Heimarbeit hergestellt. Wir reden von der Vormerchandisingzeit. Es gab keine Fanartikelabteilungen. Torpfosten waren aus Holz, Fußbälle aus Leder und die Sportschau in Schwarz-Weiß.

Die kindliche Prägung war so gründlich, dass sie bis heute wirkt. Die BVB-Farben wurden mir nach elterlichem Plan ausdauernd auf die DNS gepinselt. Nach wie vor reagiere ich auf gelbe Trikots wie ein Hund aufs Leberwurstbrot, immer mit Aufmerksamkeit, meistens mit Vorfreude. Die Farbe Gelb und darüber hinaus die Farbkombination Schwarzgelb verheißt etwas Gutes. Taucht sie irgendwo auf, erwarte ich Geschenke. Gibt es sie nicht, bin ich irritiert, enttäuscht, manchmal sogar entsetzt.

So dauerte es eine geraume Zeit, bis mein Wahrnehmungsapparat nicht jedesmal »Borussia« signaliserte, wenn auch im Politikteil der Zeitung oder in den Rundfunknachrichten von »Schwarzgelb« die Rede war. Der Umstellungsprozess ist mittlerweile erfolgreich vollzogen. Das Nervensytem spielt nicht mehr verrückt. Es meldet bei »Schwarzgelb« die Namenspaare »Kagawa/Barrios«, »Hummels/Subotic« oder »Götze/ Bender«. Wird aber »Merkel/Westerwelle« erwähnt, weiß ich, dass es falscher Schwarzgelb-Alarm ist und dass ich sofort vorspulen, beziehungsweise weiterblättern kann: Zum Sportteil.

In den Wirtschaftsnachrichten meldeten sie nun manchmal, dass die Borussia-Aktie im Aufwind sei. Sie stand bei rund drei Euro. Erbärmlich. Ich habe es überschlagen: Max, mein Patenkind, hatte in neun Jahren 70 Prozent Verlust gemacht. Meine Schuld. Andererseits stand schwarzgelb souverän an der Tabellenspitze. Was also schenkte ich dem Jungen zu Weihnachten? Natürlich das schwarz-gelbe Trikot des kommenden deutschen Meisters.

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