Max Nettlau - Gesammelte Aufsätze

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Die hier in einer kompakten Edition zusammengefassten Texte Nettlaus erschienen in der zweiten Folge der anarchosyndikalistischen Zeitschrift 'Die Internationale', die von der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) herausgegeben wurde. Die FAUD war eine im Dezember 1919 gegründete anarchosyndikalistische Gewerkschaft, die aus der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften (FVDG) hervorgegangen war. Nettlau schrieb regelmäßig für diese Zeitschrift. In seinen Artikeln formulierte er seine grundlegendsten Gedanken in kompakter Form, weshalb diese Edition einen guten Überblick vermittelt und als Einstieg in Nettlaus Gedankenwelt zu verstehen ist.

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Die Zeit des Nationalsozialismus erlebte Nettlau in Wien, wo er – nachdem die Inflation nach dem Ersten Weltkrieg sein geerbtes Vermögen aufgebraucht hatte – lebte. In ärmlichsten Verhältnissen ging er dort seiner Tätigkeit nach, den Anarchismus zu dokumentieren, alles über ihn zu sammeln, darüber zu schreiben. Ergebnis dieser Tätigkeit, die er über Jahrzehnte betrieb, war nicht nur die auf 7 Bände konzipierte und ab 1925 veröffentlichte „Geschichte der Anarchie“ (wovon die beiden letzten Bände nicht mehr verlegt wurden). Ein umfängliches Archiv über den Anarchismus war das zweite „opus magnum“. Das Archiv musste er 1935 wegen seiner Geldnöte an das Internationale Institut für Sozialgeschichte in Amsterdam (ILSG) verkaufen. Als die Nationalsozialisten 1938 Österreich „anschlossen“, ging Nettlau nach Amsterdam, seiner letzten Lebensstation, wo er bis zu seinem Tod, 1944, unbehelligt an der Katalogisierung seines Archivs arbeitete.

Verantwortlichkeit und Solidarität im Klassenkampf (1899)

Niederschrift eines im November 1899 gehaltenen Vortrags in der Londoner Freedom Discussion Group)

Die folgenden Bemerkungen, die auf einen Artikel aufgebaut sind, der im November 1897 in “Freedom” veröffentlicht wurde, dürfen nicht aufgefaßt werden als ein Wunsch, direkte anarchistische Propaganda durch irgendein Hilfsmittel oder “Steckenpferd” zu ersetzen; sie werfen einfach die allgemeine Frage auf, die, soviel ich weiß und soweit mir gesagt worden, bis zum heutigen Tage vernachlässigt worden ist: Die Möglichkeit einer neuen Form und Kombination des Klassenkampfes. Ich bin begierig auf anarchistische Kritik, die, ganz abgesehen von der allgemeinen Möglichkeit, zu untersuchen hat, ob die hier vorgeschlagenen Mittel zur Freiheit führen oder nicht, also ob sie die Ziele der Anarchisten unterstützen.

Der Fortschritt in der Arbeiterbewegung scheint sich verzweifelt langsam zu entwickeln. Ideen, die uns so klar, so selbstverständlich und annehmbar erscheinen, stoßen oft auf eine so ungeheure Menge von Vorurteilen und Gleichgültigkeit, daß es zweifelhaft erscheint, ob die großen Massen sie jemals bewußt und ernsthaft sich zu eigen machen werden, wenn sie nicht tatsächliche Veränderungen oder Versuche in größtem Maßstab vor sich sehen. Und selbst, wo derartig eindringliche Versuche schon in gewissem Maße bestehen, wo z.B. die Solidarität auf wirtschaftlichem Gebiete nicht nur durch Propagierung freier Ideen, sondern durch direkte materielle Vorteile, wie klein sie auch immer sein mögen - wie in dem Falle der Gewerkschaft und Genossenschaft - demonstriert werden, werden die wirklichen Massen nicht in eine enge Berührung mit ihnen kommen, selbst nicht nach einem Jahrhundert der Agitation und Propaganda.

Ob diese pessimistische Ansicht berechtigt ist oder nicht, so wird doch die Notwendigkeit und Möglichkeit, neue Mittel zu finden, die die Position der Arbeiterklasse stärken, nicht bestritten werden; und viele dauernde oder zeitweilige Aktionsmittel sind vorgeschlagen und sogar ausprobiert worden während der letzten Jahre: Der Generalstreik, der Militärstreik, der internationale Grubenarbeiterstreik, der Aufmarsch der Arbeitslosen oder Streikenden in den Hauptstädten (in Amerika und neuerdings in Frankreich) Sabotage usw. Auch sind Versuche gemacht worden, die organisierte Arbeit der Arbeiterklassen als Produzenten und Konsumenten für die direkte ökonomische Aktion verwenden und zwar in einer Verbindung von Gewerkschaften und Konsumgenossenschaften, kooperativen Siedlungen, Arbeitsaustausch (der amerikanische Ausdruck für den direkten Austausch der Arbeitsprodukte) usw. Und auf jener Linie liegen auch die Mittel, die ich hier vorschlagen will. Die Anarchisten können sich diesen gegenüber nur verhalten wie zu den soeben erwähnten, nämlich wenn möglich, sie praktisch unterstützen, jedoch ohne Abweichung von der Propaganda unserer vollen und letzten Ziele des freien Menschen in freier Gesellschaft.

Was außer dieser direkten geistigen Propagierung anarchistischer Ideen und außer der wirklichen revolutionären Aktion, die unabhängig von allen vorhergehenden Diskussionen ist, notwendig erscheint, ist große und immer größer werdende Volksmassen zur Erkenntnis der Prinzipien menschlicher Würde, Freiheit und Solidarität zu bringen und zu versuchen, zu diesen Prinzipien sich emporzuheben; weiter ist es notwendig, daß die untrennbare Verbindung dieser beiden Prinzipien anerkannt wird. Denn Anerkennung und oberflächliche Auslegung nur des ersten Grundsatzes führt sehr leicht zu individualistischer Selbstsucht, zu rücksichtslosem Emporsteigen über die Schultern der Mitmenschen hinweg, wohingegen Solidarität ohne persönliche Würde und Freiheit gerade das ist, was wir tagtäglich um uns herum sehen, was uns in jeder Minute verletzt: — die Solidarität der kompakten Majorität mit den häßlichsten Zügen der bestehenden Ordnung: Konkurrenz, Patriotismus, Religion, politische Parteien usw. Folglicherweise ist eine Vereinigung und Verschmelzung der Gefühle der Freiheit und Solidarität notwendig, und Menschen, die soweit vorgeschritten sind, werden geneigter sein, unsere Ideen zu empfangen oder besser gesagt, sie werden sie leichter verstehen, als es heute breite Schichten der Bevölkerung können, darum denke ich, die Anerkennung und Verschmelzung dieser Forderungen als Kriterium fixieren zu können, als einen Prüfstein für alle möglichen Aktionsmittel. Und Aktionsmittel, die diesen Standard nicht erreichen, sollten zu ihm emporgearbeitet werden.

Noch ehe ich weiter auf den Gegenstand meiner Untersuchung eingehe, muß ich meine Anschauung bezüglich zweier Punkte niederlegen, in denen ich, wie ich glaube, einen ketzerischen Standpunkt hinsichtlich des üblichen wirtschaftlichen Glaubensbekenntnisses einnehme, ganz gewiß aber tue ich das hinsichtlich der in der Agitation üblichen Argumente. Meine späteren Schlußfolgerungen werden auf diese beiden Punkte aufgebaut werden.

Einer beschäftigt sich mit dem, was “Öffentlichkeit” und “öffentliche Meinung” genannt wird, und meine Meinung ist, daß dieser Faktor in Arbeitskämpfen bisher zu wenig in Betracht gezogen worden ist. Die organisierten Arbeiter eines Industriezweiges oder Gewerbes kämpfen für die Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage. Die Unternehmer wehren den Streik durch eine organisierte Aktion ab und können durch erfolgreiche Streiks oder durch die Macht einer starken Gewerkschaft gezwungen werden, den Arbeitern Konzessionen zu machen. Aber die Konsumenten der Produkte dieses Industriezweiges oder Gewerbes, die in der Regel überhaupt nicht organisiert sind, tun nichts, das ihre Interessen wahrnehmen könnte und ihnen Produkte zu dem möglichst niedrigen Preise beschaffen könnte, und so ist dann nur natürlich, daß die Kapitalisten die Lasten jener Konzessionen, die sie den Arbeitern machen müssen, auf das kaufende Publikum abwälzen. Soweit ich weiß, nehmen die Arbeiter an dieser letzten Auswirkung ihres Kampfes kein Interesse. So schnellen denn die Preise empor, die Öffentlichkeit, als der schwächste Teil, trägt die Kosten der Konzessionen, die die Arbeiter dem Kapital abgerungen haben.

Nun, was ist “Öffentlichkeit”, wer ist das? Alle Verbraucher selbstverständlich, aber für den hier behandelten Zweck kann ich sie in zwei Klassen teilen, in jene, die ein großes Einkommen haben und für die die Preisschwankungen der Produkte keine ernsthaften Schwierigkeiten bilden (und diese dürfen wir hier ganz außer Betracht lassen) und in die ungeheure Masse jener Menschen mit kleinem Einkommen, denen die geringste Preissteigerung ein ernsthaftes Hemmnis ihrer Lebensführung bedeutet. Gewiss, eine beträchtliche Anzahl dieser Konsumenten mögen als überzeugte Sozialisten oder Anarchisten oder aus instinktivem Gefühl der Solidarität und Liebe zu Gerechtigkeit, die sie zur Basis unserer Hoffnung auf eine heller und schönere Zukunft macht, diese neue Last, das Endresultat der Kämpfe, ihrer Mitarbeiter, mit leichtem Herzen ertragen; aber ich weiß, ich würde mich selbst betrügen, wollte ich meine Augen der Tatsache verschließen, daß die große Masse, die unberührt ist von fortschrittlichen Ideen und edlen Gefühlen (wenn das nicht der Fall wäre, wie könnte sie denn die bestehende Gesellschaftsordnung ertragen?) keine Sympathie für die organisierte Arbeiterschaft in solchen Fällen fühlt und sich indifferent, teilnahmslos, wenn nicht voreingenommen oder sogar feindlich benimmt. Wenn beispielsweise während eines Kohlenarbeiterstreikes der Mann mit den Streikenden sympathisiert, ihrem Streikfonds ein paar von seinen Pfennigen abgibt usw., so wird jedoch in vielen Fällen seine Frau - die wie vorher mit demselben niedrigen Lohn ihres Mannes alle Bedürfnisse befriedigen soll, trotz der infolge der Kohlennot höheren Preise - weit entfernt davon sein, seine Sympathie zu teilen, und sie wird ihm diese Tatsache nicht verhehlen. Das Resultat ist, daß im besten Falle sich die Gefühle von beiden Seiten neutralisieren.

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