Heiko Werning - In Bed with Buddha

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Ein episodischer Entwicklungsroman von Westfalen in den Wedding, zwei Biotope, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. In Heiko Wernings Geschichten leben die eigenwilligen Einwohner dieser Rückzugsgebiete auf und schillern in ihrer komischen Schönheit. Da ist zum einen Westfalen, ein Landstrich, dessen Einwohner mit stoischer Gelassenheit auf den hektischen Medienbetrieb schauen, nur weil mal ein paar Tage der Strom ausgefallen ist, wo liberale Mütter den Kontakt zur jungen Generation suchen und «ganz offen» über Sex reden wollen, wo Vorstadtwitwen nachts durch ihre Gärten kriechen und Schnecken zerschneiden. Und da ist der Wedding, wo Menschen, die sich in ihren Hinterhöfen nie zu Gesicht bekommen, sich Lebenshilfe aus den Fenstern ihrer Wohnungen zurufen, wo Rassisten aus Protest gegen die vielen Ausländer mit der thailändischen Geliebten nach Südostasien abhauen, wo Betrunkene sich nachts an den schrecklichsten Imbissbuden des Landes treffen, um sich selbst zur Katharsis zu verhelfen, ein Stadtteil, von dem alle sagen, dass man dort keine Kinder aufziehen könne, obwohl doch vermutlich nirgendwo in Deutschland mehr Kinder aufwachsen als gerade hier.

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Als wir im Bahnhof Breslau ankamen, dachte ich zunächst, ich hätte den Akustikterror endlich überstanden. Aber schon in der Bahnhofshalle wurde klar, dass dies ein böser Irrtum war. Alles war voll mit gitarrenbewehrten Jungchristen. Mindestens vier verschiedene Gruppen sangen aus voller Kraft in unterschiedlichen Ecken, es war ein unfassbares Gewusel. »Sag mal, wieviele Leute kommen eigentlich zu diesem Treffen?«, fragte ich Sabrina entgeistert. »Och, so um die 50.000, glaube ich.« Vielleicht hätte ich mich doch vorher informieren sollen. Auf einem großen Pappschild erspähten wir den Namen unserer Gemeinde, und schon wurden wir abgeholt und zu der Zeltstadt gebracht, in der wir untergebracht werden sollten. Jetzt galt es, eine Schlafgelegenheit zu ergattern, die trotz Geschlechtertrennung wenigstens strategisch möglichst günstig zu meinem Ziel lag: Sabrina. Also wartete ich erst einmal ab, wo sie hinkam, während die anderen sich alle schon an verschiedene Schlangen anstellten. Sabrina erhielt einen Platz in einem etwas abseits gelegenen Zelt, ich versuchte es direkt daneben. Leider voll. Im Zelt daneben auch. Eine junge Polin eröffnete mir, dass es in der Nähe leider gar keinen Platz mehr gebe, genau genommen jetzt wohl auch in der ganzen Zeltstadt nicht mehr. Ich hätte aber großes Glück, denn somit würde ich privat in einer Gastfamilie untergebracht.

Mein großes Glück hieß Slowinski und hatte drei Zimmer, eine Frau, vier Kinder, einen Großvater sowie ein Badezimmer mit einer großen Zinkwanne, aber ohne warmes Wasser. Mein großes Glück wohnte lediglich etwa vierzig Minuten von der Zeltstadt entfernt. Und mein großes Glück begrüßte mich herzlich, indem es mir ein riesiges Stück einer fleischähnlichen Masse auf den Teller knallte, das die siebenköpfige Familie sich vermutlich vom Munde abgespart hatte. Dann saß das große Glück erwartungsvoll um den Tisch herum und beobachtete mich, wie ich das Zeug herunterwürgte und dabei versuchte, so zu tun, als sei ich ganz begeistert. Als Westfale ist man ja allerlei gewohnt, aber die etwa faustgroßen Speckklumpen, die mühsam unter dem grob zermahlenen Innereienmehl verdeckt waren, stellten doch eine ganz neue Herausforderung dar. Und schließlich offenbarte mir mein großes Glück, dass ich nun noch mit in die Spätmesse in die Kathedrale dürfe. Ich konnte mein Glück gar nicht fassen.

Es war etwa -20 °C, und obschon das Gotteshaus restlos von eingemummelten Gestalten überfüllt war, lagen die Temperaturen im Inneren nicht höher. Vermutlich waren die Polen, die diese Tundrabedingungen gut kannten, so perfekt isoliert wie die optimale Thermoskanne aus dem Physikunterricht. Ich hatte nicht mal lange Unterhosen. Einen Platz gab es nicht mehr für uns, was aber auch egal war, weil alle ohnehin nur auf dem eiskalten Steinfußboden knieten.

Nach anderthalb Stunden Hochamt fühlte ich mich dem Himmel so nah wie nie zuvor. Meine Kniescheiben hatten den Weg ins Paradies längst schon angetreten, waren aber im Fegefeuer hängen geblieben. Da war es mir auch schon egal, als mir zurück in der Wohnung als Gute-Nacht-Mahl noch ein weiterer Fleischklumpen vorgesetzt wurde. Ich versuchte meine Gastfamilie zu überzeugen, dass wir doch wenigstens ganz christlich teilen könnten, aber das ließ ihr Ehrgefühl offenbar nicht zu. Sie aßen stattdessen Brot mit Butter, worum ich sie sehr beneidete. Der Gedanke, dass das alles sehr gut gemeint war, wärmte mich aber ein wenig, als ich nachts den Festschmaus im Bad, dessen Klima einem Tierkühlschrank ähnelte, wieder erbrach.

Am nächsten Tag kam ich nach der Frühmesse verspätet zum Zeltlager. Meine Gruppe war schon weg, Sabrina hatte nicht auf mich gewartet. Stattdessen geriet ich in ein Besinnungsseminar, in dem über den aktuellen Hirtenbrief des Taizé-Sektenführers Frere Roger Schutz meditiert wurde. »Quellen des Vertrauens« hieß das Epos, und ich spürte, wie die meinigen allmählich versiegten. »Beim Aufschlagen des Evangeliums kann einem der Gedanke kommen: Die Worte Jesu gleichen einem uralten Brief, der mir in einer unbekannten Sprache geschrieben wurde«, rhabarberte es vom Vortexter. Während der folgenden Diskussionen kam mir ein ähnlicher Gedanke in der Tat mehrere Dutzendmal.

Erst kurz nach der Nachmittagsandacht sah ich Sabrina für einige Sekunden wieder, zumindest vermutete ich das, denn unter den Kleidungsschichten waren genaue Konturen längst nicht mehr auszumachen, außerdem waren meine Wimpern aneinander gefroren, was die Sicht zusätzlich beeinträchtigte. Ehe ich sie ansprechen konnte, hatte mein großes Glück mir aufgelauert und mich wieder direkt in die Kathedrale verfrachtet.

Meine letzten Hoffnungen ruhten auf Sylvester. Meine Gruppe war zum Feiern in einer Sporthalle am Stadtrand eingeteilt. Als ich dort ankam, stieß ich auf Jörg, der sich mit einer irischen Combo zusammengefunden hatte und gerade versuchte, »Unser Leben sei ein Fest« auf Gälisch mit vier Gitarren und einer Schalmei zu intonieren.

»Wo ist denn Sabrina?«, brüllte ich ihm zu.

»Ach, die ist heute morgen zurückgefahren. Hat die ganze Nacht geheult, ist jetzt zu Sylvester wohl doch sentimental geworden wegen ihrem Ex. Da hat Pater Norbert ihr irgendwie eine Rückfahrt organisiert.«

»Was?!«, brüllte ich ihn an, aber er hörte schon gar nicht mehr zu, sondern schmetterte bereits wieder im Chor der etwa zwanzig gälischen Christenkehlen mit.

Unnötig zu erwähnen, dass es als Partygetränk lediglich Kräutertee und Apfelsaft gab. In einer Ecke stand ein kleiner Fernseher, auf dem ohne Ton die Szenen aus Berlin vom Brandenburger Tor zu sehen waren – es sah nach einer ausgelassenen Feier aus. Und ich saß hier, 500 km weiter östlich, in Breslau, unter 50.000 Jungchristen, wegen einer Frau, mit der ich kein Wort geredet hatte und die längst gar nicht mehr da war. Zu Mitternacht bildeten alle einen großen Kreis, fassten sich an den Händen und sangen gemeinsam, mit wachsender Begeisterung, immer wieder dieselben fünf Takte, aber in wechselnden Sprachen: »Alleluja! Glory be to you, O Lord. Alleluja, Gloria a te Signore. Alleluja, Ehre dir, oh Herr, mein Gott.« usw. usf.

Ob Liebe blind macht, weiß ich immer noch nicht. Auf jeden Fall aber taub. Das habe ich zu Sylvester 89/90 bewiesen.

Friseurstation 4B

WER IN EINEM ANFLUG VON Sozialromantik glauben möchte, es gebe im deutschen Gesundheitswesen keine wesentlichen Unterschiede zwischen Privat- und Kassenpatienten, der irrt. Immer, wenn ein Privatpatient auf unsere chirurgische Station kam, gab es ein großes Hallo. »Der ist privat«, tuschelten die Schwestern aufgeregt, und jedem, auch uns Zivildienstleistenden, wurde die Information mit höchster Priorität übermittelt. Unmittelbare Direktiven folgten nicht daraus, aber es wurde schon vorausgesetzt, dass wir die Privaten nicht wie jeden x-beliebigen Schnösel zu behandeln hatten. Sie kamen nach Möglichkeit in Zimmer 405 oder 406, die zwei luxuriösen Einbett-Suites, die unsere Station nach der Sanierung neu zu bieten hatte, selbst wenn sie nur »zweite Klasse« waren, also eigentlich nur ein verbrieftes Recht auf eine Zweibett-Unterbringung besaßen.

Und – unsere Privaten genossen außerdem eine Spezialbehandlung durch die Stationsleiterin, Schwester Eu­ge­nia, die die Titulierung »Schwester« in jedem Fall völlig zu Recht trug, denn sie war eine solche vom Heiligs­ten Herzen Jesu, eine Nonne also, etwas profaner gesprochen, oder wie mein Vater sagte: ein Pinguin, denn unser Krankenhaus war an ein Kloster angeschlossen und wurde vom Bischof unterhalten. Schwester Eugenia sah es als ihre oberste und heilige Pflicht an, die präoperative Versorgung unserer Patienten selbst vorzunehmen. Wohl­gemerkt, bei den Patienten; die Patientinnen überließ sie wie üblich den weltlichen Schwestern. Zur Vorbereitung gehörte, sofern es sich nicht mal wieder um eine Struma handelte, oft eine gewissenhaft durchzuführende Scham­haarrasur. Als einzigem männlichen Bediensteten der Station 4B fiel diese Aufgabe normalerweise mir zu, denn die normalen Schwestern hassten den Job. Fast immer mussten sie unerträgliche Anzüglichkeiten über sich ergehen lassen, und nicht selten, so berichteten sie genervt, umfassten die Vitalfunktionen des Blinddarms, des Leistenbruchs oder der Varizen noch eine ansehliche Erektion. Eine 17-jährige Schwesternschülerin erzählte gar schockiert, bei der ersten Rasur, die sie bei einem Mann allein vornehmen musste, habe sie sich etwas ungeschickt angestellt und ziemlich lange herumgehampelt, und der Typ hatte nicht nur eine Erektion, sondern gleich anschließend noch eine Ejakulation präsentiert und sich danach nicht etwa peinlich berührt entschuldigt, sondern allen Ernstes bedankt und ihr Trinkgeld angeboten.

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