Heiko Werning - In Bed with Buddha

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Ein episodischer Entwicklungsroman von Westfalen in den Wedding, zwei Biotope, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. In Heiko Wernings Geschichten leben die eigenwilligen Einwohner dieser Rückzugsgebiete auf und schillern in ihrer komischen Schönheit. Da ist zum einen Westfalen, ein Landstrich, dessen Einwohner mit stoischer Gelassenheit auf den hektischen Medienbetrieb schauen, nur weil mal ein paar Tage der Strom ausgefallen ist, wo liberale Mütter den Kontakt zur jungen Generation suchen und «ganz offen» über Sex reden wollen, wo Vorstadtwitwen nachts durch ihre Gärten kriechen und Schnecken zerschneiden. Und da ist der Wedding, wo Menschen, die sich in ihren Hinterhöfen nie zu Gesicht bekommen, sich Lebenshilfe aus den Fenstern ihrer Wohnungen zurufen, wo Rassisten aus Protest gegen die vielen Ausländer mit der thailändischen Geliebten nach Südostasien abhauen, wo Betrunkene sich nachts an den schrecklichsten Imbissbuden des Landes treffen, um sich selbst zur Katharsis zu verhelfen, ein Stadtteil, von dem alle sagen, dass man dort keine Kinder aufziehen könne, obwohl doch vermutlich nirgendwo in Deutschland mehr Kinder aufwachsen als gerade hier.

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Motherfucker

ALS WÄRE NICHT OHNEHIN SCHON ALLES kompliziert genug. Zu den Wirren des Erwachsenwerdens kam das Verwirrspiel mit den bereits Erwachsenen als nicht unerhebliche Hürde dazu. In Südamerika beispielsweise sind tagsüber die Stadtparks bevölkert mit jungen Liebespaaren, die Ruhe vor ihren Familien suchen. In Westfalen aber ist das Wetter zu schlecht, um sich in einen Park zu setzen. Die Münsteraner Jugend war also stets auf der Lauer, dass die Eltern mal nicht daheim waren, und dann musste noch schnell irgendwie das Date unter einem passenden Vorwand organisiert werden, oder wenn die Eltern, was nicht selten war, sich partout weigerten, ihr Haus jemals abends zu verlassen, dann musste alles sehr leise und heimlich vor sich gehen, was bei den quietschenden Federn der typischen in Schränke einklappbaren Jugendzimmerbetten ein sehr umsichtiges Vorgehen verlangte, aber gerade daran mangelte es ja damals erheblich. Es war ein Krampf. Später boten sich Autos als Alternative an. Ein Klassenkamerad berichtete davon, wie er panisch versucht hatte, die Rücksitze des elterlichen Opel Astra zu säubern. Zwar war er erfolgreich, doch traute er sich trotzdem die ganze Nacht nicht nach Hause, weil die Polster einfach nicht trocknen wollten. Die Sache mit dem Sitz fiel zwar nicht auf, aber natürlich tippten die Eltern angesichts des nächtlichen Fernbleibens auf die dann ja doch irgendwie auch richtige Ursache, und es gab einen Riesenärger und zweimaligen Taschengeldentzug. Der Depp. Später allerdings prahlte er vor den Kumpels, die im Wesentlichen über schüchternes Gestreichel noch nicht hinweggekommen waren, dass das Mädchen, mit dem er ging, ihm richtig einen geblasen habe. Alle waren sehr beeindruckt und neidisch. In vertraulicher Runde gestand er uns allerdings später unter dem Einfluss erster Alkoholgaben, sie hätte das lediglich aus Angst vor Verunreinigungen getan, sich dann furchtbar verschluckt, ihm deshalb schlimme Vorwürfe gemacht und sich sofort von ihm getrennt. Als wäre eben nicht alles schon kompliziert genug.

So gesehen hätte ich eigentlich froh sein sollen. Sie wohnte im Emmerbachtal. Die Neubausiedlung, wo die jungen Lehrerfamilien ihre Doppelhäuser aufgestellt hatten. Wo es Bürgerinitativen gab. Wo man, wenn man zu Besuch war, der Mutter, die einem geöffnet hatte, nicht einfach sagen konnte: »Ist die Julia da?«, um sich dann vorbeizudrücken und in ihr Zimmer zu gehen, sondern wo die Eltern sich bemühten, mit der jungen Generation in Kontakt zu bleiben, weshalb man völlig unvermittelt etwas über Atomkraftwerke sagen musste oder die geplante Umgehungsstraße.

Ich war ziemlich aufgeregt, weil ich eine Verabredung mit Julia ausgehandelt hatte. Wir hatten ein paarmal auf Feten geknutscht, nun hatte sie mich eingeladen. Wir saßen mit ihren Eltern am Abendbrottisch und ich musste erörtern, ob die Rede von Bundestagspräsident Philipp Jenninger antisemitisch gewesen sei oder nicht. Als wir zum Nachtisch den Fruchtjoghurt endlich aufgegessen hatten, sagte Julias Mutter plötzlich: »Du bleibst doch sicher hier über Nacht, oder?« Mich traf es wie ein Schlag. Was zum Teufel sollte ich darauf antworten? »Lass mal, Mama, das sehen wir dann schon«, schaltete sich nun Julia ein, und dann mir zugewandt: »Komm, wir gehen zu mir nach oben.« Julias Mutter nickte, und während wir über die Wendeltreppe ins Obergeschoss gingen, rief sie uns noch freundlich nach: »Aber denkt dran, Kondome zu nehmen, wenn ihr zusammen schlaft!« Also, liberale Eltern, die sich für ihre Kinder interessieren – schön und gut. Aber das hier war mir eindeutig – zu wenig intim. Zu wenig verrucht. Zu selbstverständlich. »Ja, Mama«, rief Julia zurück, und es klang nicht mal genervt.

Julias Familie wohnte in einem dieser typischen Neubaugebietshäuser: unten ein großzügiges kombiniertes Wohn- und Esszimmer sowie die Küche und ein Besucher-WC, oben das Bad, das Elternschlafzimmer und die beiden Zimmer für die Kinder. Die Zweikindfamilie war bauliche Grundvoraussetzung im Emmerbachtal. Und Julias Zimmer lag genau neben dem Schlafzimmer der Eltern. Wenn diese nachts ins Bett gingen, konnten wir hören, wie sie sich vor dem Einschlafen noch eine Weile leise unterhielten. Vermutlich über die geplante Fußgängerzone in Hiltrup-Ost.

Zwar verliefen die weiteren Geschehnisse zunächst durchaus in meinem Sinne, aber dann machte ich eine furchtbare Entdeckung. Julia machte Geräusche. Schon bei einfachem Gestreichel. Sie machte Geräusche, während ihre Eltern nebenan lagen und sozusagen die Erregungskurve ihrer reifenden Tochter akustisch live in ihr Ehebett übertragen bekamen. Ich versuchte, ihr durch leidenschaftliche Küsse den Mund zu stopfen, war aber letztlich nur bedingt erfolgreich.

Und dann der nächste Morgen. Die Eltern hatten den Frühstückstisch schon gedeckt. Dieses wissende, milde Lächeln. Diese dezenten Zweideutigkeiten: »Na, habt ihr gut geschlafen?« oder »Ihr wollt doch sicherlich noch duschen, Papa ist gleich fertig im Bad.« Nach der verwirrenden ersten Nacht mit Julia setzte ihre Mutter uns morgens Frühstücksflocken vor, während der Vater die Münstersche Zeitung las. Ich rührte ratlos in den Corn­flakes herum, als sähe ich so etwas zum ersten Mal. Offenbar spürte die Mutter doch etwas vom Beklemmenden dieser Situation und fragte zur Auflockerung sehr interessiert: »Na, was habt ihr denn gerade in Erdkunde?« »Weimarer Republik?«, erwiderte ich müde, und der Vater sagte mit sanfter Stimme: »Ach, lass mal, Charlotte, die beiden haben gerade was ganz anderes im Kopf.« Ich im nächsten Moment vor allem viel Blut. Alles verfügbare Blut, wie mir schien. »Du brauchst dich doch nicht zu schämen«, sagte die Mutter verständnisvoll, und ich schämte mich noch mehr. Ich hielt das keinen Monat aus und machte Schluss mit Julia. Ich war sehr erleichtert, als das nächste Date im Auto endete.

Hilferufe von drüben

DIE DDR WAR FÜR MICH, der ich in Münster nahe der holländischen Grenze aufwuchs, ein fernes, exotisches Land. Keiner von uns war je dort gewesen, wir kannten niemanden da, und hinfahren wollte erst recht keiner.

Dementsprechend befremdlich wirkte auf mich die Aufregung, die um diesen Langweilerstaat permanent ver­anstaltet wurde. In der Schule durften wir ihn nicht einmal so nennen, wie er zu Hause selbstverständlich hieß, geschweige denn so aufschreiben. Hätte man ihn einfach ignorieren können, wäre das ja gar kein Problem gewesen, aber mit derselben Unbarmherzigkeit, mit der wir spätestens alle zwei Jahre in Biologie den Aufbau des Pantoffeltierchens erneut auswendig lernen mussten, hatten wir uns permanent in Geschichte, Politik und Erdkunde mit der DDR auseinanderzusetzen, ohne dass man sie so hätte benennen dürfen.

»Das heißt so genannte!«, fuhr einem der Politiklehrer über den Mund, wenn man die bösen drei Buchstaben arglos aufgezählt hatte, und in der Klassenarbeit Deutsch wurde es angestrichen, wenn man die Gänsefüßchen vergaß. Ebenso tabu war auf der anderen Seite die Benennung der staatlichen Konstruktion, in der unsere Stadt lag, als BRD. Denn dies, so wurde man nicht müde, uns zu erläutern, dies sei eine böse Falle der Kommunisten, die nur dazu diene, den Blick davon abzulenken, dass das ja schließlich alles Deutschland sei, ein Deutschland eben, das sei doch das Ziel der Russen und Honeckers, dass man nur noch von DDR und BRD spreche und Deutschland schließlich untergehe. »Deutschland« wurde merkwürdigerweise dennoch als Synonym für BRD allgemein akzeptiert.

Diese etwas eigenwillige Nomenklatur stieß zumindest in Geschichte und Erdkunde aber an die nicht anerkannten Grenzen, denn dort kam man ja nicht umhin, bei den ständigen Thematisierungen die beiden Gebilde auch unterschiedlich zu benennen, sodass dort die Schreibweise BR Deutschland vorgeschrieben war, bei einigen Lehrern war sogar das »BR« verpönt und musste ausgeschrieben werden. Einzig Herrn Humbert war das zu doof, und er kürzte an der Tafel gnadenlos in BuRepDeu, was einen empörten Vater unserer Jahrgangsstufe zur Intervention veranlasste, weil er die vermuteten subversiven, verfassungsfeindlichen Einflüsse auf uns Schüler unverantwortbar fand. Da aber niemand eine Verwendung von BuRepDeu in einem realsozialistischen Zusammenhang nachweisen konnte, durfte Herr Humbert weiter nach seiner Art abkürzen und galt fortan als fünfte Kolonne Moskaus in unserem bischöflichen Gymnasium.

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