Mark Fisher - Das Seltsame und das Gespenstische

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Warum ist da etwas, wo doch nichts sein sollte? Warum ist da nichts, wo doch etwas sein sollte?
In den letzten, vor seinem Selbstmord geschriebenen Essays begibt sich Mark Fisher auf die Spur zweier eigentümlicher Affekte, dem Seltsamen und dem Gespenstischen. Eng verbunden und doch getrennt, stellen beide das Verhältnis von Innen- und Außenwelt infrage, heften sich an das Eigenartige und Unbekannte, bedrücken, ohne Angst zu erregen, faszinieren und verstören zugleich. Mark Fisher findet das Seltsame und Gespenstische in der unheimlichen Unterströmung des 20. Jahrhunderts: den Filmen David Lynchs, Stanley Kubricks und Andrei Tarkovskys, der phantastischen Literatur H.P. Lovecrafts und H.G. Wells oder den Erzählungen Margaret Atwoods. In den Genres wie Horror und Science Fiction geht Fisher der Frage nach: Was genau ist das Seltsame und das Gespenstische?
"Das Buch ist eine Forschungsreise in den Pulp Modernism, jene Formen der Popkultur, in denen sich für Fisher der Erkenntnisreichtum des Hochmodernismus des frühen 20. Jahrhunderts fortsetzt." Christian Werthschulte

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Bis jetzt hat sich meine Auseinandersetzung mit Lovecraft auf das konzentriert, was in den Geschichten geschieht. Doch einer der wichtigsten Effekte des Seltsamen entsteht bei Lovecraft zwischen seinen Texten. Die Systematisierung von Lovecrafts Erzählungen zu einem »Mythos« wurde zwar von seinem Anhänger August Derleth geleistet, doch der Zusammenhang zwischen den Geschichten, die Art und Weise, wie sie eine konsistente Realität bilden, ist entscheidend, um zu verstehen, was an Lovecrafts Werk einzigartig ist. Es mag so aussehen, als würde Lovecraft solche Konsistenz ähnlich herstellen wie Tolkien, doch erneut zeigt sich, wie wichtig das Verhältnis zu unserer Welt ist. Indem die Erzählungen in Neuengland spielen statt in einem unberührten, fernen Land, durchkreuzt Lovecraft das hierarchische Verhältnis zwischen Fiktion und Realität.

Dass bei Lovecraft authentische Geschichte und ausgedachte Forschung nebeneinander stehen, führt zu ontologischen Verwirrungen, ähnlich wie in der »postmodernen« Literatur von Alain Robbe-Grillet, Thomas Pynchon oder Jose Luis Borges. Indem Lovecraft echte Phänomene so behandelt als hätten sie denselben ontologischen Status wie seine eigenen Erfindungen, nimmt er den Fakten ihre Wirklichkeit, während er das Fiktionale zur Wirklichkeit macht. Graham Harman sieht den Tag kommen, da Lovecraft Friedrich Hölderlin von seinem Thron als beliebtestes Forschungsobjekt der Literaturwissenschaft verdrängt haben wird. Und vielleicht können wir uns auf eine Zeit freuen, wenn nicht mehr der postmoderne Borges, sondern der Pulp-Poet Lovecraft als berühmtester Erforscher ontologischer Rätsel gilt. Lovecraft realisiert, was Borges’ nur »fabuliert«; niemand würde jemals glauben, dass Pierre Menards Version von Don Quichotte außerhalb von Borges Geschichte existieren könnte, während nicht wenige Leser die Britische Bibliothek kontaktierten und nach einer Ausgabe des Necronomicon fragten, dem Buch der alten Überlieferung, das in vielen Geschichten Lovecrafts auftaucht. Dabei erzeugt er einen »Realitätseffekt«, indem er uns immer nur kleine Teile des Necronomicon zeigt. Weil die Verweise auf die obskure Schrift fragmentarisch bleiben, beginnt der Leser zu glauben, dass es sich um ein echtes Objekt handeln muss. Man stelle sich vor, Lovecraft hätte tatsächlich einen ganzen Text des Necronomicon produziert; das Buch würde viel weniger echt wirken als wenn wir nur Ausschnitte sehen. Lovecraft schien die Macht dieser Zitate verstanden zu haben, die Art und Weise, wie ein Text echter wirkt, wenn er zitiert wird, als wenn man ihn als Ganzes vor sich hat.

Eine Folge dieser ontologischen Verschiebungen ist, dass Lovecraft keine absolute Autorität mehr über seine Schriften hat. Wenn die Texte eine gewisse Autonomie gegenüber ihrem Autor erlangt haben, dann wird Lovecrafts Rolle als ihr vorgeblicher Urheber nebensächlich. Er wird vielmehr der Erfinder von Wesen, Charakteren und Formeln. Was zählt, ist die Konsistenz seines literarischen Systems – eine Konsistenz, die kollektive Teilnahme von den Lesern und anderen Autoren herausfordert. Wie bekannt ist, haben neben Derleth auch Clark Ashton Smith, Robert E. Howard, Brian Lumley, Ramsay Campell und viele andere Erzählungen über den Cthulhu-Mythos geschrieben. Indem Lovecraft seine Geschichten miteinander verwebt, verliert er die Kontrolle seiner Kreationen an das entstehende System, das seine eigene Regeln hat und das seine Anhänger genauso bestimmen wie er selbst.

Das Seltsame gegen das Weltliche:

H.G. Wells

Ich möchte mich dem Seltsamen jetzt aus einer anderen Richtung nähern und zwar durch eine Lektüre von H.G. Wells Kurzgeschichte »The Door in the Wall« (dt. »Die Tür in der Mauer«). Ich glaube, dass es in diesem Text eine starke Spannung des Seltsamen gibt, wenngleich anders als bei Lovecraft.

Der Erzähler ist Redmond und die Geschichte handelt von seinem Freund, dem Politiker Lionel Wallace. Wallace erzählt Redmond von einer Kindheitserinnerung, in der er eine grüne Tür in einer Mauer sieht, irgendwo in den Straßen von West Kensington in London. Aus irgendeinem Grund möchte er sie öffnen. Während er zunächst noch zögert und glaubt, es sei »unklug oder falsch«, die Tür zu öffnen, überwindet er schließlich in einem »Anfall von Emotionen« seine Angst und geht hindurch. Der Garten auf der anderen Seite gleicht einem surrealistischen Gemälde von Paul Delvaux oder Max Ernst; es herrscht eine Atmosphäre träger Freude, und von allen Menschen, die er trifft, geht ein diffuses Gefühl der Güte aus. Ungewöhnliche Dinge spielen sich ab: er sieht zwei Panther und eine Art Buch, auf dessen Seiten »keine Bildern, sondern wirkliches Geschehen« waren. Ob es sich dabei um ein magisches Objekt handelt, ein Beispiel fortgeschrittener Technologie oder das Produkt einer Rauscherfahrung, wird nicht geklärt. Nachdem er eine Weile in dem Buch geblättert hat, sieht er darin plötzlich »eine lange, graue Straße in West Kensington, zur der kühlen Zeit, kurz bevor die Lampen angehen, und dort war ich, eine erbärmliche, kleine Figur und weinte laut.«

Aus Gründen, die nicht ganz klar werden – warum geht er nicht sofort wieder durch die grüne Tür in der Mauer? –, kann er nicht direkt zurückkehren. Wieder der banalen Welt ausgeliefert, verfällt er in einen »untröstlichen Kum­mer«.

Ein paar Jahre später sieht Wallace die grüne Tür zufällig noch einmal. Eines Tages befindet er sich »plötzlich in einem Gewirr ziemlich ärmlicher Straßen jenseits von Campden Hill« und sieht eine lange weiße Mauer und die Tür, die in den Garten führt. Doch dieses Mal öffnet er sie nicht. Er hat Angst, zu spät zur Schule zu kommen und beschließt, später zurückzukehren, wenn er mehr Zeit hat. Er begeht den Fehler, einigen Schulfreunden von der Tür und dem Garten zu erzählen. Die Jungen zwingen Wallace, sie dahin zu führen, aber er findet die Tür nicht.

Noch ein paar Mal sieht er die Tür während seiner Jugend; einmal, als er wegen eines Stipendiums auf dem Weg nach Oxford ist. Doch weil er zu beschäftigt mit den Dingen des Alltags ist, geht er erneut an der Tür vorbei, ohne sie zu öffnen. Nun, da er erwachsen ist, verfolgt ihn wieder der Gedanken an die Tür und er fürchtet, sie niemals wiederzusehen.

»Jahre voll harter Arbeit folgten, und niemals zeigte sich die Tür. Erst vor kurzem ist sie mir wieder erschienen. Mit ihr hat sich ein Gefühl eingestellt, als ob sich ein Schleier über meine Welt gebreitet hätte. Ich hatte angefangen, es für traurig und bitter zu halten, daß ich die Tür nicht wieder erblicken sollte. Vielleicht hatte ich mich etwas überarbeitet – vielleicht war es Ausdruck dessen, was ich das Lebensgefühl mit vierzig habe nennen hören. Ich weiß es nicht. Aber ganz sicher haben die Dinge kürzlich ihren Glanz verloren...«

Und dennoch sieht er die Tür noch einmal – ganze drei Mal. Doch immer geht er daran vorbei. Einmal, weil er in wichtige politische Geschäfte verwickelt ist, ein anderes Mal ist er auf dem Weg an das Totenbett seines Vaters; ein drittes Mal unterhält er sich gerade mit jemandem über seine Stellung.

Als Wallace dies Redmond erzählt, leidet er schon lange unter seiner Unfähigkeit, noch einmal durch die Tür zu gehen. Kaum überraschend erfahren wir als nächstes, dass Wallace tot ist und seine Leiche in einer »tiefen Ausschachtung in der Nähe der East Kensington Station« gefunden wurde.

Warum sollten wir »The Door in the Wall« als eine Geschichte aus dem Reich des Seltsamen verstehen? Was Wells und Lovecraft verbindet und uns direkt ins Zentrum des Seltsamen führt, ist die Konfrontation unterschiedlicher – inkommensurabler – Welten. Wie wir im letzten Kapitel gesehen haben, hat das Seltsame immer mit einer Schwellenerfahrung zu tun. Die »Tür in der Mauer« ist offenkundig eine solche Schwelle. Die Anziehungskraft der Welt auf der anderen Seite entsteht durch die Gegenüberstellung mit dem profanen Londoner Setting und den alltäglichen Details:

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