Modelljahr
Die letzten zwei Ziffern der Zahl in der Modellbezeichnung geben immer das Modelljahr an, also das Jahr, in dem das entsprechende Modell ursprünglich auf den Markt gebracht wurde. Das muss allerdings nicht bedeuten, dass ein konkretes Gerät auch in diesem Jahr hergestellt wurde.
Hinter der Nummer können weitere Kürzel folgen, die Hinweise auf den Einsatzzweck oder bestimmte exklusive Funktionen geben, etwa:
J – das Gerät gehört zur J-Serie für Einsteiger.
+ – das Gerät gehört zur +-Serie für gehobene Ansprüche.
slim – besonders kompakt und sparsam, meist können nur 2,5“-Platten eingebaut werden.
play – das Gerät eignet sich für Videotranskodierung, kann aber im Vergleich zum Standardmodell auch Beschränkungen wie etwa einen kleineren Speicher haben.
RP – RedundantPower, besonders ausfallsichere Geräte mit zwei separaten Netzteilen, die im laufenden Betrieb ausgetauscht werden können.
xs – steht für ExtraStorage, also Geräte, die das Anschließen besonders vieler Laufwerke unterstützen (ggf. mit Erweiterungen).
II – verbesserte Version des Ausgangsmodells, die z. B. über einen neueren Prozessor verfügt.
SE – Geräte mit Minimalausstattung, die sehr preiswert sind, aber auch nur grundlegende Ansprüche erfüllen.
Die J-Serie für Einsteiger
Modelle mit einem j am Ende der Bezeichnung wie etwa DS218j richten sich an NAS-Einsteiger mit einfachen Ansprüchen. Geräte der J-Serie haben einen, zwei oder vier Einschübe und sind nicht erweiterbar.
Sie verwenden kleinere Prozessoren und weniger Speicher und sind deshalb meist kompakt, leise und sparsam. Trotzdem reichen sie aus, wenn man sich auf Grundfunktionen wie Datensicherung, Bildverwaltung, Download-Service oder Musiksammlung beschränkt.
Außerdem sollte die Anzahl der Benutzer die typische Familiengröße nicht überschreiten. Engpässe kann es bei gleichzeitigen Zugriffen oder hoch aufgelösten Videos geben. Auch das Installieren zusätzlicher Dienste kann unter der begrenzten Performance leiden. Zusatzfunktionen wie Überwachungskameras sind nur eingeschränkt möglich. Generell ist die J-Serie eine gute Wahl, wenn das NAS primär ein oder zwei Aufgaben zuverlässig erledigen soll. Das Verschlüsseln der Daten auf dem NAS ist möglich, bremst die begrenzten Ressourcen aber spürbar aus. Wer auf Verschlüsselung Wert legt, sollte von J-Geräten deshalb eher Abstand nehmen.
Die Value-Serie für Alltagsaufgaben
Wer etwas vielseitigere Ansprüche an sein NAS stellt oder mehreren Benutzern den gleichzeitigen Zugriff ohne Einbußen ermöglichen will, sollte sich Modelle der Value-Serie anschauen. Diese erkennt man daran, dass ihre Modellbezeichnung eben keine Ergänzung wie j oder + trägt, also z. B. die DS418. Ausnahmen bilden Geräte mit der Ergänzung »play«, die Synology ebenfalls der Value-Serie zurechnet. Streng genommen sind es aber leicht abgespeckte Versionen der Value-Geräte, die zwischen J-Serie und Value anzusiedeln sind. Allerdings können die play-Geräte genau wie Value-Modelle bei Bedarf ein Video in HD-Qualität an Benutzer streamen.
Modelle der Value-Serie haben einen, zwei, vier oder acht Einschübe. Einzelne Modelle sind außerdem mit einer Expansionseinheit erweiterbar. Sie haben meist Quad-Core-Prozessoren und ausreichend Speicher, um einer Vielzahl von Aufgaben gerecht zu werden. Das Verschlüsseln von Dateizugriffen bremst das System nur spürbar aus, wenn mehrere Zugriffe von verschiedenen Benutzern bzw. Geräten gleichzeitig erfolgen. Die Value-Serie empfiehlt sich, wenn wenige Benutzer mehrere Anwendungen oder mehrere Benutzer wenige Anwendungen nutzen möchten. Wenn viele Benutzer viel machen wollen und das womöglich noch gleichzeitig, stoßen die Geräte dann aber doch an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit.
Die Plus-Serie für gehobene Ansprüche
Wem die Value-Serie nicht reicht, der findet mit dem Kürzel + meist eine leistungsfähigere Variante. Hier geht es mit zwei Einschüben los, und die Obergrenze liegt bei 12 (Desktop-Version) bzw. 16 (Rack-Version). Außerdem sind die meisten Geräte der Plus-Serie durch Expansionseinheiten erweiterbar.
Plus-Modelle sind mit mindestens 2 GByte Arbeitsspeicher ausgerüstet, und viele Geräte können mit zusätzlichem Speicher nachgerüstet werden. Außerdem verfügen sie über mehrere USB-Anschlüsse und einen eSATA-Anschluss für externe Festplatten. Die verbauten Intel-Prozessoren sorgen für ausreichend Leistung und erlauben die Nutzung virtueller Maschinen. Außerdem können sie mehrere HD-Videos in Echtzeit gleichzeitig an Benutzer streamen. Dateiverschlüsselung ist kein Problem, sodass auch größere (und damit sicherere) Schlüssellängen verwendet werden können.
Zusammengefasst: Modelle der Plus-Serie sind von Hause aus leistungsfähig genug, um Ansprüchen von ambitionierten Benutzern oder auch kleinen Firmen gerecht zu werden. Und sie lassen sich ggf. erweitern, um mit ihren Aufgaben zu wachsen.
Geräte für den professionellen Einsatz
Jenseits der Plus-Serie gibt es noch eine Reihe von Geräten für den professionellen Einsatz in Firmen. Man erkennt sie daran, dass die Modellbezeichnung entweder mit FS beginnt oder mit xs bzw. xs+ endet. Diese Modelle für den professionellen Einsatz bieten vor allem auf der Hardwareseite von allem mehr: mehr Einschübe, mehr Speicher, schnellere Prozessoren, mehr und schnellere Netzwerkanschlüsse, mehr Erweiterungsmöglichkeiten etc. Dadurch können sie (viel) mehr Benutzer schneller mit Daten beliefern.
Funktionen für Hochverfügbarkeit wie etwa redundant ausgelegte Stromversorgung, die im Störungsfall im laufenden Betrieb ausgetauscht werden kann, findet man nur in diesem Segment. Allerdings fehlen hier auch manche Funktionen, die auf typische Heimanwender abzielen, wie etwa das Streamen von HD-Videos ins Netzwerk. Auch preislich liegen diese Produkte in Regionen, in denen man sie nicht mal eben für den Einsatz in den eigenen vier Wänden kauft.
Die Unterschiede in der Praxis
Um die verschiedenen Modellbezeichnungen, Serien und Eigenschaften und deren Bedeutung noch mal ganz praktisch zu veranschaulichen, möchte ich als Beispiel das Modell DS218 wählen. Es ist mit seinen zwei Festplatteneinschüben und gutem Preis-Leistungs-Verhältnis bei privaten Anwendern und Kleinunternehmen sehr beliebt. Synology bietet vier verschiedene Varianten davon an.
Die folgende Tabelle zeigt wesentliche Merkmale und einige beispielhafte Funktionen der Modelle auf und macht die Unterschiede deutlich, die sich in der Bezeichnung widerspiegeln.
Modell |
DS218j |
DS128play |
DS218 |
DS218+ |
Serie |
J-Serie |
Value |
Value |
Plus-Serie |
Prozessor |
MarvellArmada 385 |
RealtekRTD1296 |
RealtekRTD1296 |
IntelCeleron J3355 |
Architektur |
32 Bit (ARM) |
64 Bit (ARM) |
64 Bit (ARM) |
64 Bit (Intel) |
Takt |
Dual-Core1,3 GHz |
Quad-Core1,4 GHz |
Quad-Core1,4 GHz |
Dual-Core2,0 GHz |
Arbeitsspeicher |
512 MByte DDR3(nicht erweiterbar) |
1 GByte DDR4(nicht erweiterbar) |
2 GByte DDR4(nicht erweiterbar) |
2 GByte DDR3L(bis 6 GByte erweiterbar) |
Einschübe |
2 |
max. Kapazität |
28 TByte (2 × 14 TByte) |
HotSwap |
- |
ja |
LAN-Anschluss |
1 |
USB 3.0 |
2 |
2 |
2 |
3 |
USB 2.0 |
- |
- |
1 |
- |
eSATA |
- |
1 |
Snapshots |
- |
ja |
Virtualisierung |
- |
ja |
max. Nutzer |
10 |
500 |
500 |
1.000 |
max. Geräte |
100 |
200 |
200 |
500 |
1.2 Der perfekte Speichermodus für Ihre Zwecke
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