Sie können Geräte mit 1-Gigabit-Anschluss zwar auch in einem 10GbE-Netz weiter einsetzen, aber gerade ein NAS sollte stets die höchste verfügbare Geschwindigkeit nutzen.
Ein weiteres grundlegendes Kriterium ist die Speicherkapazität, also wie viel Speichervolumen das NAS jetzt und auch in absehbarer Zukunft bereitstellen soll. Dazu können Sie eine kritische Analyse des vorhandenen Datenbestands durchführen – die Menge der regelmäßig zu sichernden Daten, die Anzahl der Sicherungsgenerationen, der Umfang der Medienbibliothek etc. Runden Sie die so ermittelte Menge großzügig auf, und suchen Sie dann ein NAS, das eine solche Menge gewährleisten kann. Da die Speicherkapazität der einzelnen Festplatten begrenzt ist, kann es z. B. sein, dass Modelle mit nur zwei Einbauschächten an dieser Stelle schon ausscheiden. Berücksichtigen Sie bei der Anzahl der Einbauschächte ggf. auch Ihren Bedarf an Redundanz (mehr darüber erfahren Sie im Folgenden).
Wenn Sie hinsichtlich der Speicherkapazität unsicher sind bzw. Zukunftssicherheit haben möchten, kommt die Erweiterbarkeit ins Spiel. Synology bietet Erweiterungen an, die per Kabel an ein NAS angeschlossen werden können und zusätzliche Einschübe bereitstellen. Damit lässt sich ein Modell auch später noch erweitern, wenn der Speicherbedarf steigt. Allerdings unterstützen nicht alle Modelle diese Möglichkeit. Wenn Sie Wert auf optionale Erweiterbarkeit legen, achten Sie also schon bei der Entscheidung für das NAS darauf, dass dieses später möglich ist.
Ein wichtiges Kriterium ist der Bedarf an Redundanz – oder einfach gesagt: Wie viele Festplatten dürfen gleichzeitig ausfallen, ohne dass Daten verloren gehen? Das wirkt sich auf den Bedarf an Festplatteneinschüben aus. Denn wenn Sie Ihre Daten mit Redundanz speichern möchten, benötigen Sie immer einen zusätzlichen Einschub. Für doppelte Redundanz (selbst beim Ausfall zweier Festplatten gehen keine Daten verloren) müssen es zwei zusätzliche Einschübe sein.
Bei Modellen mit einem Einschub ist deshalb auch keine Redundanz möglich. Bei Modellen mit zwei Einschüben kann eine Festplatte redundant sein, dadurch halbiert sich allerdings der nutzbare Speicherplatz. Wenn Sie großen Wert auf Redundanz legen, empfiehlt sich deshalb ein Modell mit vier Einschüben oder mehr. Dann können Sie eine oder auch zwei Festplatten – und zumindest relativ gesehen weniger vom nutzbaren Gesamtspeicher – als redundant auslegen. Der Abschnitt über Speichermodi in diesem Kapitel geht ausführlicher auf Redundanz und die verschiedenen Varianten ein.
Prozessor und Arbeitsspeicher
Die Leistungsfähigkeit eines NAS im Alltag wird primär vom verbauten Prozessor und dem Arbeitsspeicher bestimmt. Einfache Modelle verwenden ARM-Prozessoren mit niedriger Taktzahl. Diese sind preisgünstig und energieeffizient, stoßen aber an ihre Grenzen, wenn sie zu viele Aufgaben gleichzeitig erledigen sollen. Modelle für höhere Ansprüche haben deshalb höher getaktete Quad-Core-Prozessoren von ARM oder Intel eingebaut, die nicht so schnell ins Schwitzen kommen, dafür aber auch mehr Energie verbrauchen und besser gekühlt werden müssen (Lüftergeräusche).
Beim Arbeitsspeicher verhält es sich ähnlich. Einfache Modelle kommen mit 512 MByte Speicher aus. Bei mehreren Benutzern und parallelen Zugriffen ist der aber schnell voll. Soll das NAS Zusatzdienste ausführen und mehrere Anwender ggf. auch gleichzeitig bedienen, sollte man eher zu einem Modell mit 2 GByte Arbeitsspeicher greifen. Außerdem gibt es Modelle, die sich bei Bedarf mit zusätzlichem Arbeitsspeicher aufrüsten lassen.
Zusatzdienste und Virtualisierung
NAS-Systeme können viel mehr, als nur Datenspeicher zur Verfügung zu stellen. Auf Synology-Geräten lässt sich eine Vielzahl von Zusatzpaketen installieren, die weitere Dienste wie Mediensammlung, Mailserver, Cloud-Dienste, Download-Helfer etc. realisieren. Wenn Sie solche Zusatzdienste nutzen möchten, sollten Sie auf einen leistungsfähigen Prozessor (ARM Quad-Core oder Intel Dual-Core) und ausreichend Arbeitsspeicher (2 GByte) Wert legen. Soll das NAS außerdem virtuelle Systeme ausführen, muss es unbedingt mit einem Intel-Prozessor ausgerüstet sein, da ARM-Prozessoren die erforderlichen Virtualisierungsfunktionen fehlen.
Vorhandene USB-Anschlüsse sind selten kaufentscheidend, aber wenn man regelmäßig Speichermedien anschließen möchte, können sie wichtig sein. Zum Beispiel kann man Festplatten per USB anschließen, um den Inhalt des NAS regelmäßig extern zu sichern. Dazu sollten USB-3.0-Anschlüsse vorhanden sein, sonst dauert die Sicherung ewig.
Aber es geht auch umgekehrt: Sie können USB-Sticks oder auch Speicherkarten (via USB-Leser) an Ihr NAS anschließen und so den Inhalt des Speichermediums auf den Netzwerkspeicher kopieren. Dafür kann es sinnvoll sein, dass ein USB-Anschluss an der Vorderseite des Gehäuses leicht erreichbar ist. Manche Modelle verfügen außerdem über eine Kopiertaste am Gehäuse, mit der man den Sicherungsvorgang jederzeit bequem starten kann.
Kartenleser am Gehäuse
Einige ältere Synology-Modelle haben zusätzlich einen SD-Kartenleser ins Gehäuse integriert, in den man Speicherkarten einstecken kann. Bei aktuellen Modellen wurden diese wegrationalisiert. Wer solchen Bedarf hat, kann stattdessen einen externen USB-Kartenleser für wenige Euro erwerben und an den USB-Anschlüssen verwenden.
Das bedeuten die Modellbezeichnungen
Synology benutzt für seine NAS-Modelle Bezeichnungen, die aus verschiedenen Buchstaben, Ziffern und teilweise Symbolen wie + zusammengesetzt sind. Sie wirken auf den ersten Blick willkürlich und sehen nach dem typischen Marketingsprech der IT-Branche aus. Tatsächlich folgen sie aber einem festen Schema und erlauben auf den ersten Blick eine recht genaue Einschätzung der Leistungsfähigkeit des jeweiligen Gerätes.
Nehmen wir als Beispiel das Modell DS718+. Diese Bezeichnung setzt sich aus vier verschiedenen Komponenten zusammen: DS, 7, 18 und +. Der Reihe nach:
Die Bezeichnung beginnt mit zwei oder drei Buchstaben, die ein Kürzel für die Gehäuseform bzw. Geräteklasse sind, im Wesentlichen:
DS – DiskStation, frei stehendes Gehäuse, das auf dem Schreibtisch oder in einem Regal stehen kann
RS – RackStation, für den Einbau in einen Serverschrank o. Ä. vorgesehen
FS – FlashStation, besonders leistungsfähige (und teure) Modelle für den Einsatz im professionellen Umfeld
DX – DiskStation Expansion, Erweiterung für DS-Modelle, die ebenfalls alleine (in der Nähe einer DS) stehen kann
RX – RackStation Expansion, Erweiterung für RS-Modelle, die ebenfalls in ein Rack montiert werden muss
VS – VisualStation, spezielle Modelle für die Videoüberwachung mit vielen Bildquellen
Anzahl der Festplattenanschlüsse
Der erste Teil der Zahl im Namen (alles bis auf die letzten zwei Ziffern) gibt an, wie viele Festplatten man an das Gerät anschließen kann.
Vorsicht: Damit ist nicht immer gemeint, wie viele Platten im Gehäuse Platz finden. Das gilt für die einfacheren Modelle wie DS118 oder DS418, bei denen die Anzahl der Einschübe mit der Anzahl der möglichen Anschlüsse identisch ist.
Viele der leistungsfähigeren Modelle können aber mit einer Expansion erweitert werden, die noch mal Platz für weitere Laufwerke bietet. In diesem Fall berücksichtigt die Zahl im Namen die maximale Anzahl einschließlich der möglichen Erweiterung. Die DS718+ etwa hat nur zwei Einschübe im Gehäuse, kann in Kombination mit der Erweiterung DX517 aber insgesamt bis zu sieben Festplatten nutzen.
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