Was bildet ihr uns ein?

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Bildung in Deutschland ist der reinste Hürdenlauf. Menschen können hier nicht einfach lernen. Es bedarf an zusätzlicher Energie, um die Barrikaden zu überwinden, die das Bildungssystem für uns bereithält. Wem die Puste ausgeht, oder wem ein Bein gestellt wird, der fällt zurück oder wird gar disqualifiziert. Dieser Hürdenmarathon beginnt schon früh und zieht sich durch alle Bildungsinstitutionen bis hin zur Universität. Die Autorinnen und Autoren des Sammelbandes üben harsche Kritik an den Zuständen im deutschen Bildungssystem wie es sich über die vergangenen Jahrzehnte entwickelt hat. Essays wechseln sich ab mit «Zwischenblicken», mit denen die Autoren Einblicke in ihren privaten Hürdenlauf geben. Das Buch entwickelt aber auch eine klare Vision: davon, wie ein besseres und gerechteres Bildungssystem in Deutschland aussehen kann. Dieses Buch ist ein Gemeinschaftswerk von jungen Autorinnen und Autoren zwischen 19 und Anfang 30, die genug haben. Sie sind nicht nur Betrachter, sondern auch Betroffene. Sie sind nicht nur Kritiker, sondern auch Visionäre. Sie wollen kein weiteres Reförmchen, sondern die Bildungsrevolution.

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Der erste Auslandsaufenthalt hinterließ Eindruck

Vor dem Hintergrund meiner Schulempfehlung war die Sorge mein ständiger Begleiter, das Abitur nicht zu schaffen. Diese Angst lernte ich in der Oberstufe zunächst schrittweise, dann ein für alle Mal abzulegen. Aus der Retrospektive lag das zunächst am erwähnten Türkischunterricht, dem Religionslehrer, aber auch an meinen Englisch- und Französischlehrerinnen. In der Sekundarstufe I ermöglichte meine Französischlehrerin es mir, das erste Mal ins Ausland zu gehen. Tatsächlich war dies für mich immer ein Traum, der so fern lag, da meine Eltern dies nicht wollten. Als beim Sommercamp, das vom Verschwisterungskomitee meiner Nachbarstadt organisiert wurde, und dessen ersten Vorsitz meine Französischlehrerin innehatte, ein Betreuer kurzfristig ausfiel, ergriff ich die Chance, ins Ausland zu gehen und sprang kurzfristig als ehrenamtlicher Betreuer für deutsche und französische Kinder im Alter zwischen neun und zwölf Jahren ein. Dieses Erlebnis war für meine damaligen Verhältnisse so überwältigend, dass ich in der 12. Klasse Englisch und Französisch als Leistungskurse wählte. Wehrend der 12. und 13. Klasse leitete ich dann gemeinsam mit einer Freundin eine Arbeitsgemeinschaft Französisch für Anfänger im Nachmittagsangebot meiner Schule.

Auch meine engagierte Englischlehrerin bemerkte mein großes Interesse für Fremdsprachen und förderte mich nicht nur im Unterrichtsfach, sondern motivierte mich, darüber hinaus mehr zu wagen und an Herausforderungen zu wachsen. Schnell begriff ich, dass die Sprache der Schlüssel zur Welt ist. Nachdem ich in Frankreich auf den Geschmack gekommen war, setzte ich alles daran, im Ausland studieren gehen zu können. Nur ein Jahr zuvor war an diese Vorstellung noch nicht einmal im Traum zu denken! Nach jeder Englischklausur ging ich zur Nachbesprechung zu meiner Lehrerin, die sich immer viel Zeit für mich nahm und mir hilfreiche Ratschläge gab.

Nach dem Abitur schließlich entschied ich mich, in Berlin Politikwissenschaft zu studieren. Zunächst einmal hatte ich ein mulmiges Gefühl, da ich nicht wusste, ob ich mich in der Großstadt, wo ich niemanden kannte, zurechtfinden würde, ob ich im Studium überhaupt mithalten könnte oder ob ich finanziell über die Runden kommen würde. Doch all diese Ängste erwiesen sich im Nachhinein als unbegründet. Ich fand mich schnell in Stadt und Studium ein, habe sehr gute Freundschaften geschlossen und bezog erst einmal BAföG. Bereits im dritten Semester studierte ich im Rahmen des Erasmus-Programms für ein halbes Jahr in Paris. In diesem Semester wurde ich dann in eine deutsche Stiftung aufgenommen. Studieren im Ausland gefiel mir schließlich so gut, dass ich mich bereits in Paris für ein Austauschstipendium an einer New Yorker Universität bewarb. Im letzten Semester meines Bachelorstudiums arbeitete ich als Praktikant in einer Nichtregierungsorganisation bei den Vereinten Nationen in New York. Ein Jahr später schließlich studierte ich in New York und absolvierte das erste Jahr meines Masters in International Affairs. Danach bewarb ich mich wieder in Berlin für den Studiengang Internationale Beziehungen, den ich zurzeit abschließe.

Lehrer können Potenziale entdecken

Vor dem Hintergrund meines eigenen Werdegangs bin ich der festen Überzeugung, dass es vor allem gut ausgebildeter Lehrer bedarf, die das Potenzial ihrer Schüler erkennen und aktiv fördern, so dass diese die Möglichkeiten in sich entdecken und ihre Lebensziele verwirklichen können. Insbesondere Schüler mit Migrationshintergrund, deren Familien als sogenannte Gastarbeiter nach Deutschland kamen, haben einen besonderen Aufholbedarf. Ich persönlich kann zwar nicht behaupten, dass mich eindeutig erkennbare Hürden im Schulsystem aufgehalten hätten. Aber dies lag vermutlich daran, dass ich auf eine integrierte Gesamtschule ging und dass meine Stärken im sprachlich-literarischkünstlerischen Aufgabenfeld meine Schwächen im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich ausgleichen konnten. Aus eigener Erfahrung kann ich auch sagen, dass ich an der Gesamtschule von leistungsstärkeren Mitschülern lernen konnte. Dies war zum Beispiel im Fach Mathematik der Fall. Diese Schulform ermöglichte es mir, ohne Schulwechsel eine Zugangsberechtigung zur gymnasialen Oberstufe zu erlangen. Wie eingangs geschildert, habe ich die „Hürden“ viel mehr in Form von Diskriminierung durch weniger wohlwollende Lehrer wahrgenommen. Natürlich ist der Einsatz von qualifizierten Lehrkräften keine universelle Schablonenlösung! Der Bildungserfolg hängt auch grundsätzlich von der jeweiligen Motivation und vom Interesse des Kindes ab. Doch erfolgreiche Integration beginnt im frühen Kindesalter und ist ein anhaltender Prozess, auf den viele Menschen aus dem privaten – und vor allem aus dem öffentlichen Bereich – wirkungsvoll Einfluss nehmen können. Denn tatsächlich verbringt ein junger Mensch ja mehr Zeit im öffentlichen als im privaten Raum. Ich selbst bezeichne mich rückblickend oft als ein „Kind deutscher Institutionen“. Ich besitze viele deutsche Eigenschaften, die vor allem dann zum Vorschein kommen, wenn ich meine Familie in der Türkei besuche. Dort bin ich kein wirklicher Türke. Auch wenn ich gut Türkisch spreche, habe ich einen deutschen Akzent. Meine Art zu denken ist deutsch. So sagt mir meine Familie in der Türkei, dass ich strukturiert und logisch an Probleme herangehe. Ich habe deutsche Angewohnheiten, die sich durch meine Bildung in der deutschen Schule gefestigt haben. Aber ebenso bin ich kulturell türkisch geprägt, was auf meine elterliche Erziehung zu Hause zurückgeht. Diese Eigenschaften unterscheiden mich manchmal von meinen deutschen Freunden. Als Kind war diese Erfahrung immer von dem Gefühl geprägt, zwischen den Stühlen zu sitzen. Aber in jungen Jahren möchte man einfach dazugehören! Das heißt auf dem einen oder anderen Stuhl sitzen, und sich angekommen fühlen und auch wissen. Heute bewege ich mich bewusst zwischen diesen beiden Stühlen. Einmal sitze ich auf dem deutschen Stuhl und das andere Mal wieder auf dem türkischen. Jedoch nie ständig auf einem der beiden. Dies hat aus meiner heutigen Sicht viele Vorteile: Jugendliche mit Migrationshintergrund oder Jugendliche, deren Eltern aus zwei verschiedenen Nationen kommen, sind viel eher in der Globalisierung angekommen als ihre deutschen Altersgenossen. In der globalisierten Welt, die im Begriff ist, das bisherige gesellschaftliche Leben stark zu verändern, ist der Multikulturalismus des einzelnen Menschen zu einer wichtigen Charaktereigenschaft erstarkt. – Für gewöhnlich bringt der „Migrationshintergrund“ einen Reichtum für das gesellschaftliche Leben mit sich. – Sei es jede weitere Sprache, die man zu sprechen in der Lage ist, oder aber eine andere Sicht der Dinge, um nur zwei Vorteile für die Welt von heute und morgen zu nennen. Es ist die Hauptaufgabe der Bildungsinstitutionen, diese Diversität konstruktiv zu managen. Dem Zusammenwirken zwischen privat und öffentlich, zwischen elterlicher und schulischer Erziehung, messe ich deshalb große Bedeutung für die erfolgreiche Integration von Schülern mit Migrationshintergrund in das deutsche Leben bei.

Sie können jetzt denken: „Das Bildungssystem kann doch nicht so schlecht sein! Der hat es doch geschafft!“ Doch nicht ohne Grund trifft man Arbeiterkinder mit Migrationshintergrund statistisch gesehen seltener an deutschen Universitäten. Meistens sind sie strukturell benachteiligt, also werden aufgrund von Kategorien wie ihrer ethnischen Herkunft abgewertet. Außerdem werden sie oftmals viel zu früh aufgegeben oder aber gar nicht erst gefördert.

Man sollte nicht das unglaubliche Durchhaltevermögen verkennen, das man für die Überwindung der genannten Hürden benötigt. Dass es vielen nicht nur um den Unterrichtsstoff, sondern zusätzlich noch um das korrekte Erlernen der Sprache geht, ist offensichtlich. Deshalb liegt eine doppelte Last auf Arbeiterkindern mit Migrationshintergrund. Ein ausgeglichenes Schulsystem, wie es in einigen Aspekten die Gesamtschule darstellt, kann diesen Schülern helfen, persönlich und gesellschaftlich voranzukommen.

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