Zwischen Verfolgung und Selbstbehauptung

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Die Geschichte der Homosexuellen und der Homosexualität an der Ruhr ist noch immer ungeschrieben. Weder gibt es eine Darstellung für die Gesamtregion, noch liegen Studien auf lokaler Ebene vor. Es war an der Zeit, das zu ändern.
Erstmals trafen sich 2015 zwölf Wissenschaftler_innen und dem Thema verbundene Personen auf Einladung des Arbeitskreises Schwule Geschichte Dortmunds im SLADO und des Forums Geschichtskultur an Ruhr und Emscher in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache in Dortmund. Sie berichteten über ihre Forschungsprojekte, über Gespräche mit Zeitzeugen und ihr ehrenamtliches Engagement. Die Ergebnisse der Konferenz liegen mit diesem Sammelband nun vor.
Der zeitliche und thematische Bogen der Beiträge reicht von einem feministischen, «lesbian-like» lebenden Netzwerk um 1900 bis zu den Diskursen über Körper und Männlichkeit in der Zeitschrift Rosa Zone in den 1990er Jahren. Die Beiträge befassen sich kritisch mit Formen der Selbstbehauptung, mit der Ausgrenzung und Verfolgung, insbesondere im Nationalsozialismus bis hinein in die Bundesrepublik, sowie mit den etablierten Gedenk- und Erinnerungskulturen.

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Als Initiator der Tagung hat sich der 2003 von Historiker_innen und Laien gegründete Arbeitskreis Schwule Geschichte Dortmunds das Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher gesucht, ein seit 1992 bestehendes offenes Netzwerk zwecks Erfahrungs- und Informationsaustausch innerhalb der Geschichtsszene des Ruhrgebiets, zum Teil zu wenig bearbeiteten Themenfeldern. 11Gemeinsam wollen sie die Zusammenarbeit lokaler Initiativen zur schwulen und lesbischen Geschichte verbessern und fördern und zugleich den Kontakt zu den Institutionen der Geschichts- und Sozialwissenschaften stärken. Zudem möchten sie Interessierte aus Wissenschaft und Laienschaft anregen, sich mit den umrissenen Themen zu befassen und zu ihnen zu forschen, um die sogenannten weißen Flecken in der Geschichte zu füllen.

Der Tagungsband lässt eine breite Erinnerungskultur um die schwullesbischen - фото 7

Der Tagungsband lässt eine breite Erinnerungskultur um die schwul-lesbischen Lebenswelten an Ruhr und Emscher erkennen, die jedoch der systematischen Erfassung harrt. 12Die Beiträge verdeutlichen, dass die verschiedenen Aspekte der Verfolgung und die Erinnerung daran breiten Raum einnehmen, was zweifellos ein notwendiges Unterfangen ist, wofür auch der Tagungsort stand, die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache. 13Sie erhellen aber zugleich, dass Schwule und Lesben an der Ruhr ihre Lebenswelten, die ihnen die notwendigen Entfaltungsmöglichkeiten zwischen Subkultur und Integration boten, suchten und fanden. Auch wenn der Band nicht alle Themen ausreichend ausloten kann, so zeigt er doch, dass sich selbst bei der oftmals schlechten Quellenlage ein spannendes Bild der Schwulen und Lesben an Ruhr und Emscher zeichnen lässt.

Zu Beginn des ersten Teils über Entrechtung und Verfolgungder Homosexuellen zwischen Nationalsozialismus und Adenauer-Ära erinnert der Essener Historiker Wolfgang D. Berude an den Essener Theaterskandal. Als Otto Zedler, ein beliebter Schauspieler der Essener Bühnen, 1936 als Karnevalsprinz gefeiert wurde, nahm die Gestapo den schon seit längerem der Homosexualität Verdächtigen ins Visier. Mithilfe von Denunzianten gelang es, Zedler mit weiteren am Theater beschäftigten Männern vor Gericht zu stellen. Dennoch musste die Gestapo eine Niederlage hinnehmen, als ein Angeklagter freigesprochen wurde, nachdem ein Belastungszeuge sein zuvor gegenüber der Gestapo gemachtes Geständnis zurückgezogen und ausgesagt hatte, er sei mit Gewalt dazu gepresst worden. Berude gibt eine detaillierte Schilderung der Abläufe aufgrund aufgefundener Akten der Gestapo.

Der Dortmunder Historiker Frank Ahland widmet sich der Schwulenverfolgung in Dortmund im Nationalsozialismus. Anhand der Haftbücher des Dortmunder Polizeigefängnisses Steinwache hat er rund 650 aufgrund homosexueller Handlungen eingelieferte Männer ermittelt. Seine Auswertungen lassen eine intensive nächtliche Verfolgung Homosexueller in öffentlichen Toiletten- und Parkanlagen seitens der Polizei, aber auch einen hohen Anteil denunzierter Männer erkennen. Sie zeigen zudem einen engen, bisher wenig beachteten Zusammenhang des massiven Anstiegs der Verfolgung nach einer Rede Heinrich Himmlers am „Tag der deutschen Polizei” im Januar 1937, in der er in der Homosexualität eine Bedrohung des nationalsozialistischen Männlichkeitskultes erkannt zu haben glaubte. Eine umgehend gestartete Pressekampagne diente der ideologischen Rechtfertigung einer verstärkten Verfolgung durch Polizei, Gestapo und SS. Ahland verweist damit die Einschätzung des Bundesverfassungsgerichts, das 1957 darauf verwies, dass die Verschärfung des § 175 im Jahr 1935 rechtsstaatlich zustande gekommen und daher kein NS-Unrecht sei, ins Reich der Legende.

Einen Seitenwechsel vollzieht der Weetzener Historiker Alexander Wäldner . Anhand von Dortmunder Beispielen begibt er sich auf die Täterseite, die noch immer zu selten in den Fokus genommen wird. Während die meisten wegen homosexueller Handlungen verfolgten Männer ihre Rehabilitierung nicht mehr erlebten und die sehr wenigen noch lebenden Betroffenen bis heute aus Scham dazu schwiegen, konnten die Verfolger in den Reihen der Polizei nach 1945 ihren Dienst weiter versehen und waren teils weiterhin an der Verfolgung homosexueller Männer beteiligt. Wäldner hat die NSDAP-Mitglieder unter den Polizisten, die Männer aufgrund homosexueller Handlungen in das Dortmunder Polizeigefängnis Steinwache einlieferten, ermittelt und einzelne Täterbiografien recherchiert. Nicht ein Richter, Staatsanwalt, Justizbeamter oder KZ-Aufseher wurde bisher für seine Mittäterschaft an der Homosexuellenverfolgung zur Rechenschaft gezogen. Wäldner erkennt darin weiterhin aktives staatliches Unrecht gegenüber den homosexuellen weiblichen und männlichen NS-Opfern.

Der Kölner Sozialpädagoge Michael Jähme berichtet von seiner Arbeit im Facharbeitskreis Zeitzeug_innen der ARCUS-Stiftung, der es sich zur Aufgabe gesetzt hat, Biografien von Schwulen, Lesben, Trans- und Intersexuellen in der frühen Bundesrepublik zu sichern und zu dokumentieren. Gerade weil von Verfolgung bedrohte Männer häufig Fotos, Briefe und andere Erinnerungen an Partner und Freunde vernichten mussten, um sich nicht selbst zu belasten, fehlen der Geschichtswissenschaft Quellen. Mit den Interviews werden daher Quellen geschaffen, um diese Lücken aufzufüllen. Das Projekt soll die Lebenserfahrungen von Menschen dokumentieren, denen eine freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit aufgrund einer heteronormativen Moral und der gesellschaftlichen Situation kaum möglich war. Erstmals berichtet Jähme öffentlich von den im Rahmen des Projekts gewonnenen Erfahrungen und Eindrücken und davon, wie die Kontakte zu den Zeitzeugen zustande kamen und die Interviews verliefen. Nach seiner Erfahrung sind alte schwule Männer sehr wohl bereit, aus ihrem Leben zu berichten, wenn sie auf echtes Interesse an ihren Erfahrungen stoßen.

Den zweiten, mit Erinnern und Gedenkenüberschriebenen Teil eröffnet Jürgen Wenke . Der Bochumer Psychotherapeut und langjährige Leiter der Rosa Strippe, einer psychosozialen Beratungsstelle für Lesben und Schwule, gibt einen kursorischen Überblick seines Engagements für die Erinnerung an die von der NS-Diktatur verfolgten und ermordeten schwulen Männer aus dem Ruhrgebiet. Es reicht von der Initiierung von Stolpersteinen in zahlreichen Ruhrgebietsstädten und Gedenktafeln in mehreren KZ-Gedenkstätten bis hin zu Publikationen. Dem ersten Stolperstein in Bochum folgten, stets verbunden mit Archivrecherchen, bisher weitere 19 Stolpersteine. Ruhrgebietsweit hat der Künstler Günter Demnig inzwischen 22, an ermordete Homosexuelle erinnernde Stolpersteine verlegt. Wenke nennt Stolpersteine gewachsene Kunstwerke, die es ermöglichen, die Öffentlichkeit vielfältig einzubeziehen.

Einen kritischen Blick auf die andronormative Gedenkkultur wirft die Mannheimer Historikerin Ilona Scheidle , die den Gedenkort Hilde Radusch vorstellt. Dieser erste Gedenkort für eine im Nationalsozialismus verfolgte, lesbisch lebende Frau wurde im Juni 2012 in Berlin-Schöneberg eingeweiht. 1903 geboren, war Hilde Radusch Kommunistin, später Sozialdemokratin, Politikerin, Frauenrechtlerin und lesbische Aktivistin. Scheidle kritisiert neben neben der androzentrischen auch die heteronormative Gedenk- und Erinnerungskultur, die es immer wieder zu hinterfragen gilt. Im Berliner Gedenk-ort sieht sie exemplarische und signifikante Möglichkeiten für das Gedenken anderenorts, in diesem Sinne regt sie feministische Stadtrundgänge an und diskutiert einen Gedenkort für die in Gelsenkirchen geborene Chansonnière Claire Waldoff.

Der Direktor des Dortmunder Stadtarchivs und Leiter der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache Stefan Mühlhofer erläutert das Konzept der anstehenden Überarbeitung der Dauerausstellung in der Steinwache, in dessen Leitlinien sich die Homosexuellenverfolgung einbinden lasse. Seit 2004 erinnert zwar ein Raum der Steinwache an dieses Thema, bietet aber aufgrund des damaligen Forschungsstands kaum lokalspezifische Informationen. Der Forschungsstand des Stadtarchivs hat sich seither nicht wesentlich verändert. Mühlhofer sieht nun aber die Chance, im Zuge der Neugestaltung auch das Thema Homosexuellenverfolgung im Mikrokosmos Dortmund sowohl auf Seiten der Opfer als auch auf Täterseite angemessen darstellen zu können. In das neue Konzept wird die Zusammenarbeit von Kriminalpolizei, Gestapo und Staatsanwaltschaft bei der Verfolgung von Homosexuellen in den Blick genommen. Die Verfolgung seitens der Polizeibehörden stellt ohnehin ein Desiderat dar. Mit der Neugestaltung der Dauerausstellung wird man hoffentlich, so Mühlhofer, bei der Darstellung der Homosexuellenverfolgung ein großes Stück weiterkommen. Er regt weitere Forschungsprojekte an, die er für lohnenswert hält.

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