Zwischen Verfolgung und Selbstbehauptung

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Die Geschichte der Homosexuellen und der Homosexualität an der Ruhr ist noch immer ungeschrieben. Weder gibt es eine Darstellung für die Gesamtregion, noch liegen Studien auf lokaler Ebene vor. Es war an der Zeit, das zu ändern.
Erstmals trafen sich 2015 zwölf Wissenschaftler_innen und dem Thema verbundene Personen auf Einladung des Arbeitskreises Schwule Geschichte Dortmunds im SLADO und des Forums Geschichtskultur an Ruhr und Emscher in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache in Dortmund. Sie berichteten über ihre Forschungsprojekte, über Gespräche mit Zeitzeugen und ihr ehrenamtliches Engagement. Die Ergebnisse der Konferenz liegen mit diesem Sammelband nun vor.
Der zeitliche und thematische Bogen der Beiträge reicht von einem feministischen, «lesbian-like» lebenden Netzwerk um 1900 bis zu den Diskursen über Körper und Männlichkeit in der Zeitschrift Rosa Zone in den 1990er Jahren. Die Beiträge befassen sich kritisch mit Formen der Selbstbehauptung, mit der Ausgrenzung und Verfolgung, insbesondere im Nationalsozialismus bis hinein in die Bundesrepublik, sowie mit den etablierten Gedenk- und Erinnerungskulturen.

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Hinter diesen erschreckenden Zahlen stehen die persönlichen Schicksale einer Häftlingsgruppe, die in der Wahrnehmung der Nationalsozialisten am unteren Ende der Hierarchie aller Inhaftierten rangierten. Es sind Geschichten wie die von Louis Schild, die uns nahegehen – einer von mehreren hundert Männern aus dem Ruhrgebiet, die das nationalsozialistische Terrorregime aufgrund ihrer Homosexualität ermordete. Am 18. November 2015 jährt sich zum 80. Mal der Todestag dieses Dortmunder Bürgers, der am Dortmunder Westenhellweg in eine deutsch-jüdische Kaufmannsfamilie hineingeboren wurde. Wir erinnern uns heute an Schicksale wie das von Otto Meinecke, der in Dortmund als Feilenfabrikant arbeitete, und der Ende der 1930er Jahre von der Kriminalpolizei in das Polizeigefängnis Steinwache eingeliefert wurde. Er wurde 1942 in das KZ Sachsenhausen verschleppt und bei einem angeblichen Fluchtversuch getötet. Tatsächlich war sein Tod Teil einer groß angelegten Mordaktion an homosexuellen Männern.

Als Erinnerung und Mahnung zugleich liegen für Louis Schild in Essen und für Otto Meinecke in Dortmund sogenannte Stolpersteine. In wenigen Monaten wird bei uns in Dortmund eine Straße zwischen den neuen Berufsschulen am U und dem Bahndamm den Namen von Otto Meinecke tragen: Dann wird zum ersten Mal in Deutschland ein Straßenname an einen wegen seiner Homosexualität ermordeten Mann erinnern. 2Das ist nur ein kleines Zeichen der Stadt für großes Unrecht – aber es ist ein Zeichen.

„Ohne Erinnerung gibt es weder Überwindung des Bösen noch Lehren für die Zukunft”, hat unser ehemaliger Bundespräsident Roman Herzog einmal gesagt. Daher ist es ausdrücklich zu loben, dass diese Tagung daran erinnert, was am Anfang der Verfolgung von homosexuellen Menschen in der NS-Zeit stand: Hass, Verachtung und die Ignoranz vieler Bürger, die einfach nicht zur Kenntnis nehmen wollten, was mit gleichgeschlechtlich orientierten Menschen in ihrer Nachbarschaft geschah. Hass, Verachtung, Ignoranz, aber auch Angst waren der Boden, auf dem der Nationalsozialismus gedeihen konnte. Und leider kommt auch heute diese „unheilvolle Allianz” wieder gegenüber allem „Fremden” auf, die es zu überwinden gilt – auch, um den Auftrag zu erfüllen, der sich aus dem Erinnern ergibt: dem Schutz und der Bewahrung der Mitmenschlichkeit. Die Gemeinschaft, in der wir alle leben wollen, wird nur dort gedeihen, wo die Würde des Einzelnen geachtet und Solidarität gelebt wird.

Die heutige Veranstaltung ist ein guter und wichtiger Schritt, diesen Weg zu gehen, und ich hoffe, dass das Zeichen, das heute von der Steinwache ausgeht, in Dortmund – aber auch über unsere Stadtgrenzen hinaus – gehört wird.

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Markus Günnewig

Grußwort der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache

Ich freue mich sehr, dass die Tagung „Zwischen Verfolgung und Selbstbehauptung – schwul-lesbische Lebenswelten im 20. Jahrhundert” in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache stattfinden konnte. Mein großer Dank gebührt den Organisator_innen vom Arbeitskreis Schwule Geschichte Dortmunds und dem Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher.

Dass die Steinwache mit ihrer Geschichte als Polizeigefängnis in Demokratie und Nationalsozialismus der passende Ort für eine solche Tagung ist, haben die jüngsten Forschungen von Frank Ahland ein weiteres Mal deutlich unterstrichen. Etwa 650 Männer wurden auf Grundlage des § 175 StGB in diesen Jahren verschärfter Verfolgung hier eingeliefert, weil Staat und Gesellschaft meinten, sich in ihr Privatleben einmischen zu dürfen oder zu müssen. Viele kamen von hier aus vor Gericht und in Justizgefängnisse, Zuchthäuser oder wurden direkt in Konzentrationslager deportiert und bezahlten den Hass oder das verquere Pflichtbewusstsein ihrer Verfolger nicht selten mit dem Leben. Bei der Aufarbeitung dieses Verfolgungsgeschehens stehen wir für Dortmund und für das Ruhrgebiet immer noch weitgehend am Anfang.

Aber natürlich geht es nicht nur um die NS-Zeit, wenn wir über homophobe Verfolgung durch Staat und Gesellschaft sprechen. Der nationalsozialistische Staat hat mit seiner Verschärfung des § 175, der radikalen Ächtung und Verfolgung letztlich nur das zugespitzt, was bis heute virulent ist, nämlich den immer wieder auch gewalttätigen Hass auf sexuelle Differenz. Dieser fordert weiterhin überall auf der Welt zahlreiche Opfer. Denn auch wenn wir mittlerweile in der liberalsten Gesellschaft leben, die es je auf deutschem Boden gegeben hat, sind wir doch auch hier weit davon entfernt, dass Menschen öffentlich, zu jeder Zeit und an jedem Ort ohne Angst verschieden sein können.

Es ist ein elementarer Bestandteil der Liberalisierung einer Gesellschaft, die eigene Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Dazu gehört in unserem Fall auch, dass wir das historische Verfolgungsgeschehen, seinen Kontext und seine Ursachen aufarbeiten, analysieren und nicht zuletzt versuchen, den Opfern posthum ihre Würde zurückzugeben.

Dabei ist Forschung immer der erste Schritt, um zunächst aufzuarbeiten, was passiert ist. Gleichzeitig braucht es aber auch ein öffentliches Thematisieren und Diskutieren dieser Vergangenheit, sei es durch Ausstellungen, Veranstaltungen, Tagungen wie diese, Texte etc. Dadurch tragen wir zur gesellschaftlichen Diskussion über die unabgeschlossene, bis in die Gegenwart reichende Vergangenheit bei und gestalten eben auch das Selbstverständnis unserer Gesellschaft mit. Dies werden wir versuchen, im Rahmen der Neukonzeption der Steinwache aufzugreifen und umzusetzen. Hier wird es auch darum gehen, nicht nur die genuin nationalsozialistische Verfolgung zu thematisieren, sondern auch Kontinuitäten der Zeit vor 1933 und nach 1945, also die Fragen nach einem Wandel sowie nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden aufzuwerfen und zu beantworten. Dabei wird es nicht nur um das Wirken der Polizisten, die Festnahmen aufgrund von § 175 vornahmen, und ihre Opfer gehen. Die unmittelbaren Verfolger der Dortmunder Kriminalpolizei handelten ja nicht isoliert, sondern waren genau wie heute eingespannt in ein gesellschaftliches Netzwerk, waren angewiesen auf die Kooperation weiterer staatlicher Institutionen, wie beispielsweise der Justiz, deren Staatsanwälte Homosexuelle anklagten und deren Richter sie verurteilten. Gleichzeitig waren es aber auch unterschiedliche Teile der Gesellschaft, die am Verfolgungsgeschehen teilnahmen. Es waren Anzeigen, die einen Verfolgungsvorgang initiierten und Menschen in die Hände der Polizei brachten. Es war eine Gesellschaft, die das Verfolgungsgeschehen zumindest tolerierte, wenn nicht gar forcierte und weder 1933 noch 1945 ausgetauscht wurde. Somit ist der Blick ausschließlich auf die Staatsorgane genauso wie ausschließlich auf die NS-Zeit ein verkürzter.

Ich hoffe, dass die hier vorgestellten Forschungsergebnisse erst der Anfang sind, dass von ihnen Impulse für weitere Forschungen ausgehen und die entsprechenden Kooperationen weiterhin fruchtbar sein werden. Gleichzeitig ist es wünschenswert, dass sie auch in möglichst vielfältiger Weise Anstoß für weitere gesellschaftliche Diskussionen sein werden.

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Jörg Litwinschuh, Andreas Pretzel

Grußwort der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld

Wie wohl die meisten von Ihnen wissen, wurde die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld im Oktober 2011 von der Bundesregierung ins Leben gerufen. Sie ging aus Bestrebungen hervor, eine Form der Kollektiventschädigung für das Unrecht auf den Weg zu bringen, das Homosexuellen während der NS-Zeit angetan wurde und für das es nach der NS-Zeit in beiden deutschen Staaten keinerlei Wiedergutmachung oder Entschädigung gegeben hat. Die Bundesstiftung hat deshalb die Aufgabe übertragen bekommen, Bildung, Wissenschaft und Forschung zu fördern, um – wie es in der Satzung bestimmt wurde – zum einen „die nationalsozialistische Verfolgung Homosexueller in Erinnerung zu halten”, zum zweiten „das Leben und die gesellschaftliche Lebenswelt homosexueller Männer und Frauen, die in Deutschland gelebt haben und leben, wissenschaftlich zu erforschen und darzustellen” und zum dritten „einer gesellschaftlichen Diskriminierung homosexueller Männer und Frauen in Deutschland entgegenzuwirken”.

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