S. Fred Singer und Dennis T. Avery fragten deshalb in ihrem Buch Unstoppable Global Warming, Every 1500 Years? ganz unschuldig, warum reiche Industrieländer eine höhere Erwärmung erleben als arme Länder. Die Meteorologen Eugenia Kalnay und Ming Cai haben herausgefunden, daß der Wärmeinseleffekt um bis zu fünfmal größer ist, als ihm in den offiziellen Berechnungen zugebilligt wurde. Der verbleibende Temperaturanstieg – zumindest, was die USA anbelangt – würde damit im Bereich der statistischen Meßungenauigkeit verschwinden. 25
Eine weitere sehr interessante Entdeckung gelang den beiden Niederländern de Laat und Maurellis, die sie im renommierten International Jour- nal of Climatology publizierten. Dort führen sie aus, die heute verwendeten Klimamodelle würden voraussagen, daß die Erwärmung durch Treibhausgase sowohl auf der Oberfläche als auch – recht gleichmäßig – in der Troposphäre auftreten müßte. Das sei jedoch nicht der Fall, wie ihre Messungen zeigten, weil die Oberfläche – besonders die der urbanisierten Industrieländer – eine deutlich höhere Erwärmung zeigt, als die Troposphäre. Sie schreiben ferner, daß diese Unterschiede inzwischen ein gut dokumentiertes Phänomen darstellen und sehr wohl den Schluß zulassen, daß andere anthropogene Prozesse zu den beobachteten Oberflächentemperaturen beigetragen haben müssen.
Ganz klar lassen ihre Messungen auch erkennen, daß überall dort, wo Treibhausgas-Emissionen anfallen, also über Industrie- und Wohnvier-teln, die Temperaturzunahme stärker ist, als dort, wo diese Emissionen geringer sind oder nicht anfallen. 26
Was ja auch plausibel ist, denn Kohlendioxid ist 1,5 mal schwerer als Luft. Diese Unterschiede zeigen sogar beide Meßmethoden, Satelliten- und Bodenmessungen. Über mögliche Ursachen sagt das jedoch noch nichts aus. In die Computermodelle finden diese Abweichungen dennoch keinen Eingang. Sie werden – wie so vieles andere auch – einfach ausgeblendet oder unterschlagen. Bei den Bodenmessungen wird dieser Effekt viel zu gering angesetzt. Der Leser möge selbst entscheiden, wieviel Wahrheitsgehalt er den Bodenmessungen nunmehr beimißt. Hoch kann er nicht sein.
Nun, wie versprochen, die Geschichte der Hockeystickkurve: Der amerikanische Wissenschafter Dr. Michael Mann und sein Team untersuchten 1998 die Baumringe überwiegend nordamerikanischer Nadelbäume und leiteten aus ihnen ein Rechenmodell ab, das einen besonderen Verlauf der Temperatur der nördlichen Hemisphäre errechnete. Dabei entstand eine wunderbare Temperaturkurve ab dem Jahre 1000, die einen erschröcklichen Anstieg bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts zeigte. Das war genau das, was die leitenden Herren des IPCC sehen wollten.
Diese Kurve, 1998 berechnet, fand sofort und an prominenter Stelle Einlaß in den IPCC-Bericht von 2001, wurde dort über 70 mal zitiert und trat von dort aus ihren Siegeszug durch die mediale und politische Welt an. Der Mensch und sein CO 2 sind schuld, war der Tenor. Das Einsetzen der Industrialisierung und Anstieg der Globaltemperatur waren eng aneinander gekoppelt! Beim IPCC knallten die Champagnerkorken. Endlich hatte man etwas in der Hand, um den astronomisch hohen Forderungen an die Kyoto-Länder Nachdruck zu verleihen. Hier war der Beweis.
Eine Frage muß jedoch an dieser Stelle erlaubt sein: Ließen sich prominente Vertreter des IPCC – allen voran Sir John Houghton – nur deshalb mit dieser Kurve im Hintergrund interviewen? Der gleiche Sir John Houghton, der die ersten drei IPCC-Berichte von 1990, 1995 und 2001 leitend herausgab und der 1994 schrieb, solange wir keine Katastrophe ankündigen, wird keiner zuhören ?
Abb. 7: Die ursprüngliche Hockeystickkurve nach Dr. Mann aus dem dritten IPCC- Sachstandsbericht (2001)
Die Mann-Kurve hatte allerdings einige Schönheitsfehler. Als Stephen McIntyre, Ross McKitrick und andere – darunter in Deutschland Hans von Storch – einen zweiten Blick auf sie warfen, fiel ihnen auf, daß die ganze schöne mittelalterliche Warmzeit schlicht nicht vorhanden war. Obwohl sie – weil gut dokumentiert – einwandfrei nachweisbar ist. Auch die dann folgende – noch besser dokumentierte – kleine Eiszeit war nicht so recht erkennbar. Den IPCC-Oberen war das irgendwann auch aufgefallen.
Statt jedoch zuzugeben, daß ihre so schöne Grafik schwere Fehler enthielt, versuchten sie zu verhindern, daß die Kurve offiziell korrigiert wurde. Der mit dieser Aufgabe befaßte IPCC-Wissenschaftler Dr. Jonathan Overpeck faßte diese Versuche in der Bemerkung zusammen: We have to get rid of this medievial Warm Period. Deutsch: Wir müssen diese mittelalterliche Warmzeit loswerden. 27Er machte diese Bemerkung 2004 gegenüber Dr. David Deming – einem amerikanischen Paläoklimatologen – da er ihn fälschlicherweise als Gesinnungsgenossen einstufte.
Stephen McIntyre und Ross McKitrick versuchten daraufhin, das zugrundeliegende Computermodell nachzubauen. Die Zusammenarbeit mit Dr. Mann war dabei nicht sehr ergiebig, denn er weigerte sich lange beharrlich, Verfahren und Daten – wohl aus gutem Grund – offenzulegen. Nachdem sie ihr Ziel dennoch erreicht hatten, fütterten sie dieses Computerspiel mit allen möglichen Daten, auch den Originaldaten des Dr. Mann. Zuletzt und viele 10.000 Durchläufe später einfach mit Zufallszahlen. Und heraus kam – oh Wunder – immer wieder aufs neue ein Hockeystick. Das Modell konnte gar nicht anders. Es war auf diesen Schlenker hin programmiert. 28
In der Zusammenfassung des vierten IPCC-Berichtes von 2007 fehlt dieser wichtige Beweis für eine menschengemachte Klimaerwärmung in der 2001 gezeigten Form. Stattdessen hat man die Grafik in einem Gewirr von Schlangenlinien, die alle die Temperaturentwicklung der letzten 1.000 Jahre darstellen sollen, versteckt. Man muß schon sehr tief in diesen Bericht einsteigen und genau hinschauen, um sie überhaupt noch zu finden. Die UN und die ihr folgenden Regierungen und Organisationen hielten es bis heute nicht für nötig, sich für diese bewußte Irreführung zu entschuldigen. Man kann sich ja doch mal irren, nicht wahr?!
Übrigens hat sich die gesamte wissenschaftliche Fachpresse – auf wessen Druck wohl – bis heute geweigert diese Korrekturen öffentlich zu machen. Im Herbst 2009 durch einen Insider oder Hacker zwangsveröffentlichte interne Emails von Mann und seinem „Team“ verfestigten den Betrugsverdacht weiter. Ein Schelm, der Schlechtes dabei denkt. Die ordentlich überarbeitete Hockeystickkurve finden Sie auf der nächsten Seite noch einmal schön hinterlegt mit der originalen IPCC-Kurve. 29
Abb. 8: Die ursprüngliche Hockeystick- (unten) und die korrigierte Kurve, übereinander gelegt.
Inzwischen haben Forscher herausgefunden, daß sich die bei der Hockeystick-Rekonstruktion verwendete Baumringmethode überhaupt nicht zur Bestimmung von Temperaturen aus der Wachstumsperiode von Bäumen eignet, weil Bäume wohl über eine Art inneres Thermostat verfügen, das die Blattemperatur unabhängig vom Standort auf etwa 21 °C konstant hält. Also unabhängig davon ist, ob der Baum im tropischen Urwald oder an der Baumgrenze des Nordens heranwächst. 30
Aber immerhin kann das IPCC für sich in Anspruch nehmen, eine Kurve als beste Erdtemperatur ausgegeben zu haben, die auch dann auftritt, wenn zu ihrer Erstellung reine Zufallszahlen verwendet werden. Das ist zwar kein Novum in der Wissenschaftsgeschichte. Bei uns Normalos heißt so etwas jedoch nicht Wissenschaft, sondern Betrug.
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