Die Tatsache, dass Silber schon in kleinster Dosierung wirksam ist, würdigte Carl von Nägeli (1817–1891) mit dem Wort „oligodynamisch“ (= „mit wenig aktiv sein“). Die Wasseraufbereitung mittels Silber (Katadyn-Verfahren) ist heute aus der Raum- und Schifffahrt, sowie dem Hotelgewerbe nicht mehr wegzudenken.
In der Chirurgie hat Silber seinen Stellenwert zum Beispiel beim Abklemmen von Hirngefäßen oder zum Verschließen von Schädeldachdefekten (Heidenhain-Plastik).
1881 empfahl der Leipziger Gynäkologe Carl Sigmund Franz Credé (1819–1892), dem weit verbreiteten Augentripper Neugeborener durch Einträufeln von Silbernitrat vorzubeugen. Diese Bindehautentzündung wurde häufig durch eine während der Geburt übertragene Gonorrhoe der Mutter verursacht und konnte durch die neue Methode schlagartig beseitigt werden. Deshalb war diese „Credé-Prophylaxe” sogar lange Zeit gesetzlich vorgeschrieben. Auch heute gibt es noch silbernitrathaltige Augentropfen als apothekenpflichtige Arzneimittel, die bei dieser Indikation zugelassen sind.
Neben Silbernitrat verwendete man weitere Silberverbindungen zur Desinfektion und Entzündungshemmung. Heute muss man wegen eventueller Nebenwirkungen allerdings von der Verwendung von Silbersalzen zu Heilzwecken abraten. Eine sichere Alternative ist kolloidales Silber.
Seit der Entdeckung des Penizillins im Jahre 1928 sah die moderne Medizin in Antibiotika eine Wunderwaffe gegen alle Bakterien. Während man sich enthusiastisch dieser Neuentwicklung zuwandte, wurde kolloidales Silber zunehmend vergessen. Erst seit sich immer mehr resistente Bakterienstämme entwickelten, denen auch mit modernsten Antibiotika nicht mehr beizukommen ist, besinnt man sich allmählich wieder auf die Vorteile kolloidalen Silbers. Und trotzdem wird auch heute noch allzu oft vorschnell ein Antibiotikum verordnet und damit unüberlegt der Bildung resistenter Bakterienstämme kräftig Vorschub geleistet.
Die keimtötende Eigenschaft von Silber bzw. kolloidalem Silber ist also schon von alters her bekannt und in den beiden letzten Jahrhunderten beschäftigte man sich immer stärker wissenschaftlich damit. In den vergangenen zehn Jahren wurde diese Beschäftigung intensiviert und auf seriöse Beine gestellt. Interessanterweise stellen selbst Skeptiker, wenn sie sich denn dazu herablassen, sich ernsthaft mit dem Thema zu beschäftigen, erstaunt fest, dass etwas an der seit Langem bekannten Tatsache dran sein muss, dass kolloidales Silber mehrere hundert unterschiedliche Krankheitskeime tötet. „Wir haben schon einmal eine ähnliche Studie durchgeführt und waren erstaunt, wie gut die Ergebnisse waren.“ Das war die spontane Antwort eines Wissenschaftlers eines renommierten neutralen Forschungsinstituts auf die Frage, ob man dort eine Studie mit kolloidalem Silber durchführen könne und ob man in dieser Richtung bereits Erfahrung habe.
Würden sich internationale Pharmakonzerne mit der Entwicklung und Vermarktung von silberhaltigen Wundauflagen und Wundpflastern befassen, wenn Sie nicht hundertprozentig von deren Wirksamkeit überzeugt wären und diese nicht auch wissenschaftlich belegen könnten? Vermutlich nicht. Genau das ist aber in den letzten Jahren geschehen. Die Tatsache, dass es sich teilweise um Medizinprodukte handelt, die strengen europäischen Qualitätskriterien unterliegen, spricht für die Ernsthaftigkeit der Forschung.
Andere Unternehmen beschäftigen sich mit der Entwicklung sogenannter Nanotechnologien, um Werkstoffe mit kleinsten Silberpartikeln zu beschichten und auf diese Weise gegen Bakterienbefall zu schützen. Einsatzgebiete für solche Materialien in der Medizin sind beispielsweise Herzkatheter, um dem häufigen Tod durch Verkeimungen vorzubeugen. Wahrscheinlich haben auch Sie schon von „Silberkleidung“ gehört, deren überzeugende Wirkung bei Neurodermitis oder gegen die Folgen von zu viel Fußschweiß
wissenschaftlich nachgewiesen wurde. Nur am Rande seien silberhaltige Wundauflagen und -pflaster, mit Silber beschichtete Waschmaschinen, Kühlschränke und WC-Brillen erwähnt.
All diese „neuen” Technologien verwenden Nanosilber. Ihnen liegt das gleiche Prinzip wie dem kolloidalen Silber zugrunde, das ja lediglich eine spezielle Darreichungsform von Nanosilber ist: In feuchter Umgebung werden aus elementarem Silber nach und nach Silberionen herausgelöst, die Bakterien, Viren und Pilze abzutöten vermögen. Aber auch die Silberpartikel selbst sind bioaktiv.
Während man also in der Vergangenheit vorwiegend auf die tradierte Erfahrung baute – was in der Wissenschaft so gut wie nicht ernst genommen wird –, kann man sich heute mit Fug und Recht darauf berufen, dass die dem kolloidalen Silber zugrunde liegenden Wirkprinzipien mehr und mehr wissenschaftlich abgesichert werden. Aber was nützt die hehre Wissenschaft, wenn es an Erfahrungen und an konkreten Einsatzmöglichkeiten mangelt? Betroffene erwarten zu Recht Anwendungsbeispiele und Erfahrungsberichte. Beides finden Sie in den folgenden Kapiteln.
Nachweis der antibakteriellen Wirksamkeit von kolloidalem Silber. Die linke Agarschale wurde mit destilliertem Wasser, die rechte mit kolloidalem Silber befeuchtet, dann 10 Minuten lang offen stehen gelassen. Anschließend wurden die Schalen abgedeckt und bei hochsommerlichen Temperaturen „bebrütet“. Nach vier Tagen haben sich links Bakterienkolonien gebildet, rechts keine. Nach einigen weiteren Tagen war die linke Schale vollkommen überwuchert, während sich rechts erst kleine Kolonien bildeten. Das belegt, dass das Bakterienwachstum durch kolloidales Silber zumindest stark reduziert und verzögert wird.
Die richtige Herstellung von kolloidalem Silber
Im Gegensatz zu früher ist es heute leicht möglich, günstig, schnell und sicher kolloidales Silber selbst herzustellen. Seit einigen Jahren gibt es genormte Silbergeneratoren, die unter gleichen Bedingungen immer die gleiche Konzentration an kolloidalem Silber liefern. Solche genormten Silbergeneratoren werden für unter 200 Euro angeboten. Bei der Herstellung müssen aber einige Regeln beachtet werden, um ein möglichst reines Produkt mit kleinen Silberpartikeln und ohne Verunreinigungen zu erhalten. Beachten Sie also bitte auch die Bedienungsanleitungen der jeweiligen Hersteller.
Bei den Silbergeneratoren wird elektrischer Strom an zwei Silberstäbe (Elektroden) angelegt, die in (zweifach) destilliertes Wasser gehängt werden. Ein Stab fungiert als Anode (Pluspol), der andere als Kathode (Minuspol). Es entstehen neutrale Silberpartikel (Ag 0) und positiv geladene Silberionen (Ag +). Wer sich für ausführlichere Informationen interessiert, sei auch hier auf Immun mit kolloidalem Silber verwiesen.
Solange kein Salz vorhanden ist, ergänzen sich die positiv geladenen Silberionen (Ag +) mit den negativ geladenen Hydroxidionen (OH). Gibt man aber zum Beispiel Kochsalz dazu, bildet sich schädliches Silberchlorid, erkennbar an einer weißen Wolke.
Nicht nur genormte Geräte sind wichtig, es dürfen auch nur Stäbe aus reinem Silber, nämlich 99,99 Prozent, verwendet werden. Diese sind für etwa 15,– bis 40,– Euro erhältlich. Ein Paar Silberstäbe reicht für die Herstellung von unzähligen Litern kolloidalem Silber aus. Verwenden Sie auf keinen Fall andere Silberstäbe, da sie Verunreinigungen enthalten!
Zur Herstellung von kolloidalem Silber nach der so genannten Heißwasser-Methode benötigt man außerdem destilliertes Wasser, möglichst aus der Apotheke. Solches aus Supermärkten, das für Bügeleisen oder Autobatterien angeboten wird, kann Schwermetalle enthalten. Im Zweifelsfall sollten Sie sich beim Hersteller vergewissern. Bei mehrfach destilliertem Aqua purificata oder Aqua bidestillata kann sich die Herstellungszeit aufgrund der geringen elektrischen Leitfähigkeit verlängern, dafür haben Sie aber die Sicherheit, dass es sich um wirklich reines Wasser ohne störende Zusätze handelt.
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