Peter Langer - Krawattennazis

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Ein Kleinstadt-Kommissar und ein freier Journalist der örtlichen Lokalzeitung ermitteln in einem höchst dubiosen Mordfall, der sie immer tiefer hineinzieht in einen Sumpf aus Scheinheiligkeit, Machtgier, Korruption und Gewaltbereitschaft, dessen Abgründe dunkler zu sein scheinen, als jeder Grubenschacht. Und was der Ermittler nicht weiß: Auch sein Freund, der Journalist, hat eine Vergangenheit, die er am liebsten niemals preisgeben würde …

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Berlin – ein paar Monate früher

Offenbar hatte der Mann, den er treffen sollte, ein recht ausgefallenes Hobby. Mit einem raschen Blick las York Westermann die Zeit von seiner Armbanduhr ab. Und offenbar nahm er es mit der Pünktlichkeit auch nicht so genau, denn er war bereits vier Minuten zu spät. Mit mäßigem Interesse schaute Westermann in die Regalreihen des Treffpunkts, den der Unbekannte ihm vorgeschlagen hatte: Die Abteilung für Atlanten und antike Karten in einer großen Buchhandlung in Berlin, Friedrichstraße. Menschenmassen. Touristen. Ein idealer Treffpunkt also, wenn man sich unerkannt begegnen wollte. Nur leider eben nicht diese Abteilung in dieser Buchhandlung, über der die Stille der kardiologischen Abteilung eines Krankenhauses schwebte. Nun, eigentlich war es die größte Buchhandlung in der Bundeshauptstadt. So groß wie ein Kaufhaus. Und als solches bezeichnete sie sich auch. Kein Ort, an dem Westermann sich gerne aufhielt. Auch sein Personenschutz hielt es für keine gute Idee, dass er sich hier alleine herumtrieb, ohne adäquate Bewachung. Möglichweise hatten sie ihm einen Personenschützer zur Seite gestellt, von dem er nichts wusste, Dienstanweisung hin oder her – manchmal hielten sich diese Typen einfach nicht an Anweisungen. Egal, seiner Meinung nach standen Staatssekretäre nicht so sehr im Rampenlicht der Manege des ‚Politzirkus’ Berlin‘, sodass sie auch mal ohne ein Trio dunkler Anzüge auf die Straße treten konnten. In diesem Fall hatte er von seiner Sekretärin dieses Treffen als ‚Privattermin‘ eintragen lassen. Offiziell suchte er ein Geschenk für Yvonne, seine Frau.

Westermann war jetzt 45. Er hatte eine steile Karriere gemacht, als er ins Bundeskanzleramt eingezogen war. Das Desaster der dritten Auflage der Großen Koalition und die verschiedenen Machtwechsel von Angela Merkel über ihre glücklosen Nachfolger zu Bundeskanzler Bernd Magilsky hatten eine Menge neue Namen auf interessante Positionen gespült, auch ihn. Denn eigentlich war er im Herzen immer ein tapferer Parteisoldat der Basis geblieben. Berlin war nach wie vor nicht die Stadt seiner Wahl. Er wollte dahin, wo man noch wirklich etwas verändern konnte und nicht dort sein müssen, wo die Hauptaufgabe darin zu bestehen schien, sich selbst zu feiern. Oder das nächste Start-up-Unternehmen, das Monate später wieder sang- und klanglos im Lauf der Geschichte untergegangen sein würde. Aber gut, er war dem Ruf seiner Partei gefolgt und hier war er nun. Eigentlich lief es auch hervorragend. Wenn er vor wenigen Tagen nicht diesen Anruf auf seinem Handy gehabt hätte. Auf seinem privaten Handy! Diese Nummer kannten nun wirklich nicht viele. Und die, die er im Vertrauen ausgequetscht hatte, konnten ihm nicht sagen, wer der Anrufer gewesen sein könnte oder in welchen Zusammenhängen dieser Anruf stand. Beunruhigenderweise wusste der Unbekannte genau, was er damals am Vorabend der Bundestagswahl gemacht hatte – und mit wem. Westermann versuchte, nicht weiter daran zu denken und wandte sich wieder den Büchern zu, um nicht zu sehr als Wartender enttarnt zu werden. Ein freundliches „Kann ich Ihnen helfen?“ der nächsten Verkäuferin hatte er bereits ebenso höflich abgebügelt. Ein merkwürdiges Hobby hatte dieser Typ, Westermann dachte es nochmals. Alte Reiseberichte und Atlanten, Neuauflagen von vergilbten Karten, Meere mit grässlichen Monstern, Kontinent-Umrisse, die den tatsächlichen Formen überhaupt nicht entsprachen. Westermann widmete sich einer historischen Seekarte aus dem 16. Jahrhundert, die offenbar Afrika zeigen sollte. Ohne Zweifel hatten den Kartografen die Kenntnisse über die Küsten jenseits des Kaps verlassen, denn der Indische Ozean war gerade mal ein dünnes Rinnsal, hinter dem direkt Indien und China folgten. Oder das, was zumindest die Landmassen Asiens andeuten sollte. Er merkte gar nicht, wie hinter ihm eine hagere Gestalt im dunklen Anzug stehen blieb, etwas unschlüssig ein Buch aufnahm und darin blätterte.

„Herr Westermann?“, fragte eine Stimme mit angenehmem Timbre. Westermann zuckte bei der unerwarteten Nennung seines Namens zusammen und fuhr herum. Der Mann, dem er gegenüberstand, hatte etwas von der jovialen Verbindlichkeit eines Rezeptionsmanagers in einem renommierten Grandhotel: Freundlich lächelnd, jederzeit empfänglich für eine Bitte, gut gekleidet, Krawatte, Anzugtönung und Hemd aufeinander abgestimmt, und – Westermann blickte kurz nach unten – auf Hochglanz polierte, klassische Schnürschuhe, dazu eine schmale, sichtbar teure Aktenmappe aus Leder. Ein Mann, dem man jederzeit Vertrauen schenken würde – und der gleichzeitig absolut undurchdringlich schien. Jemand, den man – ohne ihm allzu große Nähe einzuräumen – gerne zum Freund haben wollte. Und niemals zum Feind. Westermann war auf der Hut. Er nickte bestätigend und streckte die Hand aus. „Und Sie sind …?“ Das Lächeln seines Gegenübers wurde noch ein Quäntchen breiter, als er das Buch weglegte und die angebotene Hand schüttelte. „Falk Werheim. Nennen Sie mich jetzt und bei weiteren möglichen Zusammenkünften einfach so, natürlich ist das nicht mein richtiger Name. Ich habe ihn gerade draußen auf einem vorbeifahrenden Lieferwagen gesehen. Ein Wäschereifahrzeug, glaube ich.“ Westermann nickte, als würde er verstehen. Verdammt, auf was für eine Scheiße habe ich mich da eingelassen?

Werheim deutete auf eine Reihe von Büchern direkt hinter Westermann. „Wussten Sie eigentlich, dass in früheren Jahrhunderten viele Navigatoren und Kartografen bei ihrer Heimkehr ihren Herren und Auftraggebern glatte Lügen von paradiesischen Zielen und gewinnbringenden Handelskontakten aufgetischt haben?“ Er nahm zielsicher ein Buch aus dem Regal. „Dieser Reisebericht einer Seefahrt von 1547 listet eine Erfindung nach der anderen auf. Reiche Länder jenseits gewaltiger Gebirge, Gefahren, die es nicht gab, Ungeheuer in unergründlichen Meerestiefen.“ Er schüttelte missbilligend und anerkennend zugleich den Kopf. „Die Leute haben damals schon einiges getan, wenn es darum ging, das eigene Handeln in ein rechtes Licht zu rücken und sich das Wohlwollen ihrer Auftraggeber dauerhaft zu sichern.“ Er stellte das Buch wieder weg und zog ein anderes hervor. „Oder das hier. Die Reisen von Ibn Battuta, kennen Sie den?“ Westermann schüttelte ungeduldig den Kopf. „Ein großer muslimischer Rechtsgelehrter aus dem heutigen Tanger, der im 14. Jahrhundert die gesamte damals bekannte und vom Islam beherrschte Welt bereist hat. Fantastisch, wenn man bedenkt, welche Entfernungen auf welche Weise zurückgelegt wurden. Nur zu verständlich, dass die Leute damals übertrieben, finden Sie nicht, Herr Westermann?“

Westermann wurde langsam wirklich ungeduldig trotz des Drucks, unter dem er stand, doch der Unbekannte, der sich Werheim nannte, überspielte das völlig ungeniert. „So läuft das doch auch heute. Wir lügen, dass sich die Balken biegen und hoffen, dass uns niemand auf die Schliche kommt, nicht wahr, Herr Staatssekretär? Und wie heißt es doch so schön in einem großartigen Politthriller? Dass man bei einer Lüge nicht ertappt worden ist, ist für viele fast so gut, als würde man die Wahrheit sagen. Das kennen Sie sicher, ist aus einem Film mit Robert Redford. So etwas wird heute gar nicht mehr gedreht. Nun …“ Er wies mit der Hand auf zwei Sessel, die etwas abseits an der Wand standen. Und denen man sich nicht auf Hörweite nähern konnte, ohne dass es bemerkt wurde. Sie setzten sich. Werheim zog einen Umschlag aus der Mappe.

„Weshalb wir Sie sprechen wollten, ist schnell gesagt.“ Er machte eine Pause und ließ den Blick versonnen über die Regalreihen gleiten, als wollte er wieder zu seinem Lieblingsthema zurückkommen, schien sich dann aber eines Besseren zu besinnen. Westermann war durchaus aufgefallen, dass der Unbekannte vom ‚Ich‘ ins ‚Wir‘ gewechselt war. Seine Stimme nahm völlig unerwartet einen schrofferen Ton an, der Westermann zusammenzucken ließ. Ein Ton, der hart, aber immer noch lange nicht jenseits aller Höflichkeit war, sondern die Verbindlichkeit eines Warnschilds hatte. „Wer meine Auftraggeber sind, ist völlig egal, lieber Herr Westermann. Was Sie tun, tun Sie nicht für uns, sondern machen das, weil Sie völlig überzeugt von der Sache sind. Es ist nichts, was Sie mit dem Gesetz in Konflikt bringen würde, auch das muss Ihnen klar sein, Herr Westermann.“ Dem Angesprochenen fröstelte es. Er wollte weg, nur weg von diesem Ort, ahnte aber auch instinktiv, was dann passieren würde. Seitdem er mit elf Jahren vor seiner Mutter strammgestanden hatte, nachdem die entdeckt hatte, dass er ihr eine Fünf in Mathe unterschlagen wollte, hatte er sich nicht mehr so klein und ausgeliefert gefühlt wie jetzt. Nicht einmal vor seinem ersten Sachstandsbericht im Bundeskabinett.

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