Peter Langer - Krawattennazis
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„Bist du noch da?“, drang Kleines Stimme in seine Träume. Prospersoil! Emde war wieder im Jetzt. Prospersoil war das Explorationsunternehmen, in das Lieberknecht viel Kapital gesteckt hatte. Eine Firma mit einem steuersparenden Sitz in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware, unter Fachleuten als Steuerparadies bekannt. An sich nicht illegal. Aber mit reichlich Geschmäckle. Das Thema Versteuerung von Gewinnen in dem Land, in dem sie erwirtschaftet wurden oder eben in Steueroasen war regelmäßig Gelegenheit zu empörten Wutartikeln der Wirtschaftsseiten von Zeitungen und Magazinen. Dass sich hier so manches Fragezeichen in ein Ausrufezeichen verwandeln würde, lag auf der Hand. Schon mehrfach hatte es wegen des Prospersoil-Vorhabens in der beschaulichen Gemeinde handfesten Streit gegeben, bei dem es auch zu Androhungen gekommen war. Nicht selten spielten dabei auch soziale Unterschiede eine Rolle. Hier der vermögende Investor, der mit viel vermeintlichem Gönnertum und Pathos in Rats- und Ausschusssitzungen die große Geige spielte und den Tenor vortrug, die Gemeinde sei ja eigentlich nur mit seinem Geld zu retten. Dort die Einheimischen, die sich nicht kaufen lassen wollten. Und eigentlich, dachte Emde, gab es dabei noch mindestens eine weitere Gruppe. Die der stillen Mitläufer, die betroffene Mienen machten, davon sprachen, dass sich die Region nicht ausliefern dürfe, wenn sie ihre Ursprünglichkeit nicht verlieren wolle – aber klammheimlich Begeisterung empfanden, wenn wieder in der Zeitung von hochtrabenden Plänen zu lesen war. Sei es nun eine wieder in Gang zu bringende Erzgrube oder – Emde fröstelte es immer noch bei der Erinnerung an das ganze Hin- und Hergerede – eine Hängeseilbrücke, die sich über eine selbstmörderische Distanz von 400 Metern in großer Höhe quer über den Diemelsee spannen sollte.
Emde wand sich aus den Erinnerungen heraus und wieder seinen Überlegungen zum Fall zu. Auf dem Parkplatz am Ortsrand von Heringhausen war Lieberknechts Geländewagen sichergestellt worden – mit zwei völlig verängstigten Jagdhunden im Fond. Die schon im Laufe des Vormittags zusammengestellte Sonderkommission, die unfassbarerweise tatsächlich den Namen ‚Wiesenruhe‘ erhalten hatte, hatte rasch wertvolle Fakten zu dem besonderen Geschäftsverhältnis zwischen dem verstorbenen Bankvorstand und dem Unternehmen Prospersoil zusammengetragen. Zwar hatte die nächste Mordkommission, die MoKo, ihren Sitz in Kassel. Doch da die Korbacher Ermittler näher an dem Fall dran waren und wussten, wie das zu erwartende Schweigen der Einheimischen zu knacken war, wurde, wie Emde es schon am Morgen geahnt hatte, in Korbach eine Sonderkommission gebildet. Mit ihm als Leiter, was wiederum für ihn ein kleines Wunder war. Ob sich das wohl auch bei seinen Bezügen bemerkbar machen würde? Vier Kollegen der MoKo aus Kassel sollten kurzfristig die ‚Wiesenruhe‘ unterstützen. Und bei den Ermittlungen waren beim näheren Hinsehen durchaus einige Fragezeichen aufgetaucht, während die Hundertschaft im Wald bislang auf keinerlei verwertbare Spuren gestoßen war. Emde hatte zwei seiner Mitarbeiter als Tatortteam abgestellt, die sich mit dem Ermittlungsfortgang am Ort des Mordes beschäftigen sollten, eine Kollegin trug eingehende Hinweise zusammen, zwei weitere, die im gleichen Ort beziehungsweise dem Nachbarort wohnten, wo Lieberknechts Hütte stand, befragten die Anwohner auf scheinbar nachbarschaftlicher Basis. Gab es Auffälligkeiten? Was für ein Nachbar war der getötete Banker eigentlich? Emde war klar, dass die Leute vom Diemelsee keinem Ermittler aus dem fernen Kassel Rede und Antwort stehen würden. Da musste schon ein anderer Ton angeschlagen werden, den man nur beherrschte, wenn man sich von Kindesbeinen an kannte. Und das Gespräch erst mal mit den Dingen begann, die wirklich wichtig waren: Die aktuellen Milchpreise oder der Ernteausfall im zurückliegenden Sommer. Die Kollegen aus Kassel fragten im Hotel am See nach, einem großen Kasten mit knapp 60 Zimmern und einem eigenen Steg in den Diemelsee. War den Rezeptionisten ein Gast aufgefallen, der, in welcher Form auch immer, aus dem Rahmen fiel? Oder dem Personal des Restaurants? Gab es eine kurzfristige Buchung für nur eine oder zwei Nächte? Einen fremd klingenden Namen oder Akzent? Emde hatte nicht viel Hoffnung auf verwertbare Ergebnisse. Aber sie durften nichts unversucht lassen.
Über all das war Emde im Laufe des späten Mittags über seinen Tablet-PC informiert worden. Er blickte auf die vier Leuchtziffern zwischen Tachometer und Drehzahlmesser seines Dienstkombis. Zwanzig vor drei. Bis er in Korbach sein würde, wäre es kurz vor vier Uhr. Zu spät, um sich noch in die Akten einzulesen und einen Termin mit der Geschäftsführung von Prospersoil in Kassel zu machen. Das Unternehmen war durch das Kommissariat bereits über den Todesfall informiert worden. Offizielle Verlautbarungen verkniff es sich für den heutigen Sonntag jedoch noch – immerhin war Lieberknecht noch nicht durch seine Frau identifiziert. Für etwas Aktenstudium zum Fall an sich und einen Abstecher bei Kleine, den Emde schon im Laufe des Tages geplant hatte, war jedoch nach seiner Rückkehr an den Diemelsee noch Zeit. Zuvor würde er André Grimmelmann Hallo sagen. Er glaubte zwar nicht, dass der bekennende Umweltaktivist etwas mit dem Tod von Lieberknecht zu tun hatte. Einige kurze Fragen konnten jedoch manchmal den Blick für neue Tatsachen freimachen.
Kapitel 3
Als sein Mobilfunkgerät mit einem lauten Glockenton den Eingang einer Kurznachricht signalisierte, tauchten auf den Autobahnschildern bereits die ersten Hinweise auf den Flughafen auf. Der Mann war überrascht. Das Gerät war ein Wegwerfhandy, eigentlich nur für den Notfall gedacht, damit sein Auftraggeber mit ihm Kontakt aufnehmen konnte, wenn etwas Unvorhergesehenes eingetreten war. Nun, offenbar war das jetzt der Fall. Er las rasch die Notiz, die ihn zum Halt aufforderte. Kurz vor Erreichen des Autobahnkreuzes zur A3 sollte er die Autobahn verlassen und auf einem Waldparkplatz an der Straße Richtung Hainburg – noch so ein Ort, den er nicht kennenlernen wollte – auf weitere Anweisungen warten. Der Mann hoffte, dass es nicht allzu viel Zeit in Anspruch nahm. Ihm blieben noch knapp 50 Minuten zur Abgabe des Fahrzeugs und für den Check-in. Gepäck hatte er nicht viel. Eine längliche Stoffrolle mit einem schweren Inhalt hatte er bereits bei einem früheren Halt an einer Raststätte unauffällig im Unterbodenraum eines geparkten Wohnwagens einer dänischen Familie versteckt, die sich zu einem etwas längeren Mittagessen niedergelassen hatte. Mit etwas Glück würde der entsetzte Familienvater seine unheilvolle Fracht erst daheim finden – und wäre dann erst mal in Erklärungsnot, weil die Familie bis zu ihrem Ziel ohne Zweifel noch mehrere Stopps machen würde.
Den Parkplatz fand er ohne Probleme – und fluchte still. Denn unter den Bäumen stand ein Wohnmobil mit deutschem Kennzeichen. Ein dicklicher Mann mit buschigem Haar und einem T-Shirt, das ihn als Florida-Urlauber auswies, rollte gerade einen Schlauch an einer Seitenklappe zusammen. Als er den Neuankömmling erblickte, hob er mit freundlichem Lächeln die linke Hand und näherte sich. Nicht das auch noch, dachte der Mann, war sich jedoch bewusst, dass er jetzt so kurz vor dem Ziel keinen Fehler machten durfte. Offenbar hatte der Wohnmobilfahrer ein Problem. „Entschuldigung …“, fing der Dicke an, als er knapp drei Meter vom Auto entfernt war und der Mann bereits die Scheibe auf der Fahrerseite heruntergefahren hatte. Er wollte gerade antworten, Deutsch sprach er recht gut, eigentlich fließend, doch zu einem Gespräch kam es nicht mehr. Mit unendlicher Lässigkeit fuhr die rechte Hand des Dicken scheinbar ohne jegliche Hast nach vorne. Das Letzte, was der im Auto sitzende Mann in seinem Leben sah, war die Mündung eines Schalldämpfers, der auf eine schwarz glänzende Automatik geschraubt war. Bevor zwei schnelle Schüsse ins Gesicht seinen Plan beendeten, in Kürze nach Paris zu fliegen, empfand er, begreifend, was gerade geschah, ein lähmendes Gefühl von Trauer. Trauer darüber, nun nie mehr seinen richtigen Namen nennen zu können, wenn er danach gefragt wurde. Ein Gefühl, das sogar seine Wut auf sich selber übertönte, einen tödlichen Fehler gemacht zu haben.
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