Helmut Haberkamm - Fier immer jung (eBook)

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Bob Dylans Musik hat Helmut Haberkamm – wie so viele andere – schon in seiner Jugend auf unauslöschliche Weise berührt. Haberkamm nennt ihn, den einzigen Rockmusiker, der bislang den Literaturnobelpreis erhielt, ein «Anregungsgenie», Dylans songpoetisches Schaffen, das mittlerweile schon 60 Jahre andauert, «immer eigenwillig, unabhängig und unberechenbar». In Fier immer jung nähert er sich diesem ebenso musikalisch eindringlichen wie sprachkräftigem Werk über das Fränkische. Er überträgt die emotionale Wucht und den Bilderreichtum Dylans in das (scheinbar) vertraut Klingende, den Dialekt – und zeigt dabei ganz nebenbei auch, mit welcher erfrischenden Offenheit sich die Mundart der Welt, dem Fremden und Andersartigen nähern kann.

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Fasd a Johr lang haddsi gwart ohna Geglooch.

Na is doch a Noochrichd kumma

Wie a Lichtstrohl vo der Sunna:

»Der Buu kummt endli hamm in drei Dooch!«

Voller Freid is na zum Zuuch

Eifri haddsi noochn gsucht

Obber ihrn Heldn haddsi nercherds dortn gsehng.

Die Soldoodn sinn all ganga

Bloß ihr Buu is nu dort gstanna

Wissin gsehng hat, hadds gmaand, sie muss an Herzschlooch greeng!

Sei ganz Gsicht, des woor entstelld

Und sei rechda Händ hat gfelld

Und sei Leib woor neigschnalld in am Stützkorsedd.

Er hat gflüsderd und leis gredd

Ach, sei Stimm woor des doch net?

Mensch, des woor ihrm Buum sei Gsicht doch wergli net!

»Sooch, mei Buu, wos is bassierd?

Wos hammsin gmacht mid dir?

Wos isn gschehng, dassd ausschausd, wiesd etz bist?

Und doo wollder na wos soong

Bloß sei Mund woor wie zerschloong

Und doo hat sei Mudder greißli greina gmissd.

»Mensch, ich derinner mich

Wirri fort bin in den Griech

Doo hast gsochd: Mehr kammer fier sei Land net doo.

Ich woor drin im Blut und Schlamm

Du woorsd stolz und bloß derhamm

Bloß wer dabei woor, werd sei Lebdooch nämmer froh!«

»Ich hobb dengd, wie ich dort woor

Lieber Godd, wos sollin doo?

Solli annera Leit derschießn odder sterb na ich?

Bloß der allergressde Schregg

Woor net des Gschrei und net der Dregg

Des woor, wirri gsehng hobb, mei Feind schaud genauso aus wie ich!«

»Mir woorn vor Angsd ganz grank

In dem scheißlin Grach und Gstank

Und ich hobb gmergd, dassmer nix wie Marioneddn sinn.

Und im ganzn Gwerch und Rauch

Woori dortgleeng auf meim Bauch

Mid Kugln in meim Leib und die Aang fast blind.«

Wirrer wech will vo dem Flegg

Stehd sei Mudder starr vor Schregg

Und starrd auf den Gribbl vor der graua Wänd.

Und er drehdsi nacherd um

Und leechd seina Mudder stumm

Sei ganzn Ordn in ihr altn Händ.

Der Schoors Hans woor im Griech

Und hat kämpfd fier Ehr und Siech

Sei Mudder woor so stolz auf ihrn Buum!

Mama, ich hobb an dich dengd

Mama You’ve Been On My Mind

Villeicht woorns die Strohln vo der Sunna ihrm Licht

Doo an der Greizung, wies grood reischeint in mei Gsicht

Villeicht lichds am Wedder odder aana ganz annern Gschicht

Wall Mama, ich hobb an dich dengd

Ich maans bloß gut, butzmi net so runter, reechdi net auf

Ich will nix hoom vo dir, doo gibbi goor nix drauf

Ich bin net drauri, wall mei Leem, des langdmer vollauf

Ach Mama, ich hobb an dich dengd

Mei Kopf is durchernanner und auf mei Meinung braucht kanns horng

Wu du woorsd, ismer worschd, doo machermer goor ka Sorng

Mich kimmerds net, wosd maggsd und wusd hiegehst morng

Obber Mama, ich hobb an dich dengd

Ich willder nix vorschreim, dassd Ja saggsd odder Naa

Glaabmers, ich verstehdi, du bist a freia Fraa

Ich maan bloß so fier mich, ich sinnier mudderseelnallaa

Wall Mama, ich hobb an dich dengd

Wennsd aufwaggsd na in aller Frieh und schausd in Spiegl nei

Na wassd, ich bin weit fort vo dir, ich kann net beider sei

Ich waaß net, obsders siggsd wie ich, odder schaust etz grandi drei

Ach Mama, ich hobb an dich dengd

Wär die Zukunft ka so a langa Zeit net

Tomorrow Is A Long Time

Wär die Zeit ka endlosa Landstrass

Wär die Nacht ka eewicher Weech

Wär die Zukunft ka so a langa Zeit net

Na wär des Allaasei ganzergoor egool.

Ja und däädi etz ihr Herzla schloong heern

Wärsi etzerd bei mir doo

Däädsi etz doo neeber mir leeng

Nacherd däädmer widder zammkern wie Fraa und Moo.

Ich siech ka Spieglbild im Wasser

Ich kenn ka Sprooch, die wu kann Schmerz net spierd

Ich heer net des Echo vo mei Fordschridd

Ich waaß scho nämmer, wie mei Nooma glingd.

Ja und däädi etz ihr Herzla schloong heern

Wärsi etzerd bei mir doo

Däädsi etz doo neeber mir leeng

Nacherd däädmer widder zammkern wie Fraa und Moo.

Wie schee is doch des silberschnelle Bächla!

Wie schee dudd die Sunna frieh doo scho aufdaung!

Obber nix kummt noo, und alles kannsd vergessn

Geecher meinera Libbsdn ihr wunderscheena Aung!

Ja und däädi etz ihr Herzla schloong heern

Wärsi etzerd bei mir doo

Däädsi etz doo neeber mir leeng

Nacherd däädmer widder zammkern wie Fraa und Moo.

Lang scho her, so weit wech

Long Ago Far Away

Vo Friedn und Gerechtigkeit

Werd arch vill Aufheems gmacht

A Moo hat breedichd doo dervoo

An am Greiz hammsn umgebracht.

Lang scho her, so weit wech

Sedda Sachn bassiern doch nämmer heitzerdooch.

Die Sklavn ihr Kettn schlaafn auf die Staa

Ihr Kopf und Herz am Bodn

Obber des woor vor Eewichkeitn

Des is heit alles verbotn.

Lang scho her, so weit wech

Sedda Sachn bassiern doch nämmer heitzerdooch.

Der Griech hat doobd und brennt

Die ganz Welt hat griena und gebludd

Doode sinn rumkuggld im Dregg

A Kultur in Scherm und Schutt.

Lang scho her, so weit wech

Sedda Sachn bassiern doch nämmer heitzerdooch.

Aa Mensch hat in greßdn Reichtum

Aa Mensch hat net gnuuch zum Leem

Aa Mensch lebt wie a Könich

Der anner beddld bloß ergeem.

Lang scho her, so weit wech

Sedda Sachn bassiern doch nämmer heitzerdooch.

Aan hamms umbracht mid am Messer

Unschuldiche schießns einfach zamm

Aaner is gstorm an am brochna Herz

Wissi sein Sohn einfach aufkängt hamm.

Lang scho her, so weit wech

Sedda Sachn bassiern doch nämmer heitzerdooch.

Wenn des Schiff ookummt

When The Ship Comes In

Ich waaß, wos doo bevorsteht

Wenn ka Wind na mehr weht

Und in der Lufd is alles am Verstumma.

Doodnstill is an dem Ort

Wer nu kennd hat, der is fort

Am Dooch, wenn des Schiff ookummt.

Ja, des Meer werdsi daaln

Und der Sturm, der werd haaln

Dass in Sand und Staab ner so rumweht.

Ja, die Flut werd doom

Und die Brandung werd schloong

In der Frieh, wenn des Licht aufgeht.

Die Fisch im Wasser lachn

Wie die Welln ihr Luftspring machn

Und die Möwn freiersi beim Rumflieng.

All die Felsn am Strand

Die stenna stolz ihrn Mann

In der Stund, wenn des Schiff ookummt.

Es gibt ka Wort und kann Grund

Dass des Schiff vom Kurs ookummt

Es gibt ka Ohr und kann Mund, wu des versteh dudd.

Wall die Keddn greizergweer

Die zersprengd des wilde Meer

Die sinkn nunter aufn Grund, wus kanns mehr sehng dudd.

Des Schiff duddsi na leern

Und a Lied kammer heern

Wenn des Boot am Ufer dort ookummt.

Die Sunna hat Reschbeggd

Vor jedn Gsicht dort an Degg

In der Stund, wenn des Schiff ookummt.

Der ganz Strand is aus Gold

Wie a Debbich ausgrolld

Dassi dei miedn Fieß drauf laafn draua.

Und jedn dort is gloor

Nix wusd siggsd, des blabbd, wies woor

Und die ganze Welt dudd etz zuschaua.

Unner Feinde derschreggn

Wennsi in ihr Bedder steggn

Und ihr Aung reißns auf und maana, sie draama.

Sie zwiggnsi und zeebln ihr Hoor

Obber, wossi sehng, des is wohr

Am Dooch, wenn des Schiff ookummt.

Unner Feind heem ihr Händ

Wallsi mergn, etz kummt ihr End

Sie wollnsi glei ergeem, wall ihr Dooch sinn gezälld.

Wie in Pharaoh sei Heer

Wernsi untergeh im Meer

Wie der Goliath, wu dood aufn Boodn fällt.

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