Vor dem Computer-Monitor
sitz’ ich – und das kommt ständig vor.
Ich tippe auf ein Word-Doc hin
was mir so grad’ kommt in den Sinn.
Themen, die mir im Geiste keimen
schreibe ich nieder dort – in Reimen.
Als ich gedankenvoll da sitz,
erleuchtet ein Gedankenblitz
mein Hirn. – Als ich ihn wahrgenommen,
vernehme ich – etwas verschwommen
die Stimme meiner Frau, die ruft:
»Du musst mal an die frische Luft!«
Doch Blitzen ist’s nun mal zu Eigen,
dass sie sich ziemlich kurz nur zeigen.
Man sieht sie hell an einem Ort –
und schon sind sie auch wieder fort.
Auch der Gedankenblitz macht ›flutsch‹
und ist zunächst mal einfach futsch.
Doch meine Frau verfolgt recht heiter
und wohlwollend ihr Thema weiter:
»Du musst zudem dich mehr bewegen,
allein deiner Gesundheit wegen!
Werf’ dich in deine Outdoor Kluft;
wir gehen an die frische Luft!«
Natürlich füg’ ich mich darein,
denn schließlich seh’ ich das ja ein.
Und – was gibt’s schöneres auf Erden,
als liebevoll umsorgt zu werden?! –
Schön ist es, durch den Wald zu laufen
und einmal richtig durchzuschnaufen.
Wieder daheim nach einer Zeit,
ist’s eine andre Müdigkeit
als die, nach dem Computersitzen –
ein Körper-, kein Gedanken-Schwitzen.
Gleichmäßig zirkuliert mein Blut.
Oh ja – die frische Luft tat gut!
Am nächsten Tag setz’ ich mich wieder
voll Eifer vorm Computer nieder.
Doch denk’ ich auch darüber nach,
was meine Liebste zu mir sprach;
zum Beispiel von der Sonne Kraft,
die mir Vitamin D verschafft.
Zum Spaß und auch zum Bildungszweck
fuhr meine Frau dann einmal weg.
Mit unsrer Enkelin verließ
sie mich – es zog sie nach Paris.
Nun hatte ich – gar keine Frage –
zum Schreiben ungestörte Tage.
So tippte ich – ohne zu rasten –
auf die computereignen Tasten.
Auch fiel mir – und das fand ich fein –
der Blitzgedanke wieder ein.
Ich schrieb ihn dann sogleich auch nieder,
damit ich ihn verlier nicht wieder.
Beinah’ hätt’ ich das Mittagessen
durchs Reimeschreiben noch vergessen.
Jedoch vergaß ich nicht danach,
was meine Frau sehr weise sprach!
Ich warf’ mich in die Outdoor Kluft
und raus ging’s, an die frische Luft.
Ein Mensch verfasst Gedichte nie
allein mit Geist und Fantasie;
er schreibt auch mit des Herzens Blut.
Daher tut es ihm auch so gut
wenn jemand seine Verse liest
und dabei gar die Zeit vergisst!
Denn wahr ist: Jedes Dichters Kunst
benötigt eines Lesers Gunst.
Ein Lyriker schreibt vor sich hin
und zweifelt oftmals an dem Sinn
seiner eigenen Schreiberei.
Doch das hindert ihn nicht dabei
weiter Gedichte zu verfassen.
Hat’s ihn gepackt, kann er’s nicht lassen!
Froh macht ihn, wenn sie jemand liest
und sie versteht und so geniest!
Hier möchte ich etwas berichten
über das Reimen und das Dichten:
Zuerst muss mal ein Thema her!
Dieses zu finden, fällt nicht schwer.
Dann braucht man eine Überschrift
wie bei der E-Mail das „Betrifft“.
Jetzt muss man es jedoch verstehen,
mit seiner Sprache umzugehen,
denn man braucht da für manchen Satz
einen recht großen Wörterschatz
zur Überwindung mancher Tücken,
um das Gewollte auszudrücken.
Doch beim Gedicht – was manche meinen –
muss sich nicht immer alles reimen.
Ein solcher Zwang bestand noch nie;
doch wichtig ist die Poesie!
Und diese lässt sich niemals normen;
Und doch gibt es sehr viele Formen.
In meinen Sinn kommt mir da grade
die versgebundene Ballade,
welche Geschichten aufbereitet
und sie lyrisch gefasst verbreitet.
Ziemlich dramatisch sie oft klingt –
jedoch nicht zwingend unbedingt.
Die Hymne sei hier auch genannt,
welche als Lobpreisung bekannt.
Doch nicht auf Götter, Helden nur –
auf Freundschaft, Vaterland, Natur,
auf Freiheit, Frieden und aufs Lieben
ward manche Hymne schon geschrieben.
Erwähnen will ich auch das Lied,
welches man als Sonett oft sieht
und das besonders reizvoll klingt,
wenn man es vorliest oder singt,
denn es hat meistens in der Tat
ein sehr ästhetisches Format.
Gedichte können derb und fein,
frivol und auch sehr lustig sein.
Bei Erhardt (Heinz) und Eugen Roth
lachte sich mancher schon halbtot;
denn der Humor hat auch Gewicht!
Heinz sprach dann gern: »Noch’n Gedicht«.
Sinnschwanger und nicht gleich ganz klar
stellt sich eine Parabel dar.
Hier fordert das Gedicht zugleich
des Lesers Vorstellungsbereich,
weil da oft rätselhaft erscheint,
was im Vergleich der Dichter meint.
Ähnlichen Anspruch stellt auch die
poetische Allegorie.
Kunstvoll verschleiert stellt sie dar,
was ist, was sein wird oder war.
Sie drückt sich in Metaphern aus –
ein neuer Sinn entsteht daraus.
Erzählfroh, sinnvoll und passabel,
zeigt sich seit Urzeiten die Fabel.
Zumeist sind es hier Tiergeschichten,
die über Vorfälle berichten,
welche vom Greise bis zum Kind
moralisch leicht zu deuten sind.
Es würde wohl zu weit hier führen,
alle Rubriken anzuführen.
Doch gab ich hier – als kleines Stück
Deutung – den kurzen Überblick.
Man muss beim Lesen nicht dran denken,
um vom Gedicht nicht abzulenken!
Es liest der Mensch im Allgemeinen
gerne Gedichte, die sich reimen;
deshalb vergesse man auch nicht
die Rhythmik bei einem Gedicht,
denn dann wird auch der Worte Fluss
für jeden Leser ein Genuss!
Bücherregale – voll und prächtig –
wirken für sich allein schon mächtig,
weil all’ die bunten Bücherrücken
bereits beim Anschauen entzücken –
die beim Besehn von ihren Titeln,
des Eigners Bildungsstand vermitteln.
Doch erbte dieser die Lektüren,
kann’s auch zu falschen Schlüssen führen –
Und somit haben Bücher schon
die Macht zur Manipulation.
Die Macht der Bücher aufzuspüren,
ließ ich durchs Lesen mich verführen.
Ich stieß zunächst auf den Beginn –
wie’s kam zu diesem Machtgewinn:
Zuerst schrieb man der Zeiten Lauf
gewissenhaft in Büchern auf.
Erlebtes hat man dargestellt
und was passierte auf der Welt.
Der großen Herrscher Pracht und Macht,
hat man unsterblich so gemacht.
Sie haben Siege zwar errungen –
Nachruhm ist durch das Buch gelungen.
Читать дальше