Heinrich Thies - Ronny Rieken

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Im Mai 1998 wird Ronny Rieken, Vater von drei kleinen Kindern, festgenommen. Er soll zwei Mädchen missbraucht und ermordet haben. Der erste großflächige Einsatz eines Speicheltests zur Genanalyse hat die Polizei auf seine Spur geführt. Rieken gesteht sofort, ist kooperativ, bereut anscheinend aufrichtig. Der Fall ist geklärt. Für die Ermittler.
Für die Gesellschaft hingegen bleibt der Fall ungeklärt. Was treibt einen Menschen dazu, wehrlose Geschöpfe, die seine eigenen Kinder sein könnten, zu mißbrauchen, zu quälen, zu töten? Warum brechen die zivilisatorischen Schutzwälle der menschlichen Psyche so unvermittelt? Weshalb halten diese Schutzwälle bei den meisten, bei einem wie Ronny Rieken aber nicht?
Heinrich Thies hat zahlreiche Gespräche mit Ronny Rieken in der Haftanstalt geführt, er hat mit den Eltern seiner Opfer gesprochen, Psychiater, Psychologen, Polizeibeamte, Kriminologen und Familienangehörige befragt, den Mordprozeß besucht, das psychiatrische Gutachten und die Urteilsbegründung ausgewertet.
Das beeindruckende und beklemmende Portrait eines Kindermörders von Heinrich Thies zeigt, wie nah Abgrund und Normalität beieinanderliegen.

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Seiner Frau hatte er nichts von seinem Privatstreik erzählt. Die hätte ihm nur Vorhaltungen gemacht, dass er leichtfertig seinen Arbeitsplatz aufs Spiel setze und nicht an die Kinder denke, die versorgt werden wollten. Dieser Streiterei wollte er aus dem Wege gehen. Darum hatte er einfach so getan, als fahre er weiter brav zur Arbeit.

In Wirklichkeit fuhr er erst einmal zu seiner Mutter zum Frühstücken. Die wohnte im gleichen Dorf, nur ein paar Straßen weiter in einem Haus bei ihrem zweiten Mann Paul, Ronny Riekens Stiefvater – einem älteren Herrn, der mit ihm gern über die Metallverarbeitungsbranche fachsimpelte und somit ein recht gutes Verhältnis zu seinem Stiefsohn, dem gelernten Maschinenbauer, unterhielt.

Die beiden alten Herrschaften waren natürlich eingeweiht. Margot Rieken war stolz, mit ihrem Sohn ein Geheimnis zu teilen – stolz, dass ihr Ronny ihr mehr vertraute als seiner eigenen Frau.

Das kam ihr natürlich sehr entgegen. Für meine Mutter war immer schon klar, dass Gerda nichts taugt. Die hat doch jede Gelegenheit, genutzt, um mich zu warnen vor meiner Frau. Dass sie mich bloß ausnutzt, diese Schlampe. Ich konnte es schon nicht mehr hören, habe Gerda manchmal auch verteidigt. Aber letzten Ende ist wahrscheinlich immer irgend was hängen geblieben.

Dabei verstand sich Ronny Rieken im übrigen nicht schlecht mit Gerda. Er hatte sie schon gekannt, als sie noch zur Schule gegangen war. Nur über Fragen der Kindererziehung waren die beiden in jüngster Zeit gelegentlich aneinandergeraten – manchmal so heftig, dass sie nachts auch schon mal in getrennten Betten schliefen.

Ich konnte es einfach nicht mit ansehen, wenn sie den Kleinen geschlagen hat – und sei es auch nur auf die Finger. Ich hatte schließlich als Kind am eigenen Leibe erfahren, wie schlimm das ist, verprügelt zu werden.

Möglicherweise war er einmal sogar derart geschlagen worden, dass sein Nasenbein brach. Ein leichter Knick in der Nase blieb davon zurück, eine Missbildung, die ihm den Spottnamen »Krummnase« eingetragen hatte. Dabei hatte er ansonsten eigentlich keinen Grund, sich über sein Äußeres zu beklagen: schlank, sportlich dunkelblond – er musste sich nicht verstecken.

Doch die Heimlichtuerei mit der vorgetäuschten Fahrt zur Arbeit belastete ihn. »Ich werde es ihr heute Abend beichten«, sagte er darum an diesem Morgen seiner Mutter. »Irgendwann kriegt sie es sowieso spitz.«

»Unsinn, wie soll die das denn rauskriegen«, entgegnete seine Mutter.

»Die ist doch auch nicht blöd. Die muss sich doch bloß den Kilometerstand angucken.«

»Dann fährst du eben nach Wilhelmshaven, damit du auf die Kilometer kommst. Das Benzingeld will ich dir schon geben.«

Er war schon an den Tagen zuvor ziellos durch die Gegend gefahren, um Kilometer und Arbeitszeit vorzutäuschen. Auch an diesem Tag verließ er nach mehreren Tassen Tee gegen 10.30 Uhr das Haus seiner Mutter in Elisabethfehn und lenkte seinen mars-metallicroten Opel Omega mit der auffälligen Funkantenne am Heck in Richtung Oldenburg.

In Oldenburg steuerte er den Hafen an der Hunte an. Schiffe gucken. Auch mit den Matrosen plauderte er gern. Er war ja selbst noch vor einigen Jahren als Binnenschiffer die deutschen Wasserstraßen rauf und runter gefahren. Eine schöne Zeit, die aber natürlich der Vergangenheit angehörte – wie manches andere, was er in seinen 28 Lebensjahren schon so gemacht hatte.

Mit Blick auf die Schiffe und in Gedanken an Gerda verspeiste er an diesem Mittag auf einer Bank im Oldenburger Hafen geruhsam seine Butterbrote und beschloss schließlich, die Heimreise anzutreten. Da es noch zu früh war, wollte er aber nicht die Hauptstraße nehmen. Er entschied sich für die Nebenstrecke – immer am Küstenkanal entlang. Dabei hörte er Seemannslieder von Ronny. »Wo die Nordseewellen schlagen an den Strand …« Er kannte diese Schlager schon seit Kindheitstagen. Seine Mutter schwärmte für Ronny. Darum hatte sie auch ihren Sohn nach ihrem Lieblingssänger benannt. Genaugenommen ihre beiden Söhne. Denn bevor Ronny II geboren war, hatte es schon Ronny I gegeben, der bereits wenige Tage nach der Geburt gestorben war. Auf jeden Fall sah der Zweitgeborene keinerlei Grund, sich seines Namenspatrons zu schämen. Im Gegenteil. Auch ihm gefielen die Lieder. Und so hatte er neben aktuellen Pop-Hits immer auch etliche Kassetten mit Countryand-Western-Songs, Schlagern, Volksliedern oder Seemannsliedern von Ronny im Auto. Er konnte so schön abschalten dabei.

»Ick heff mol n Hamburger Veermaster sehn …«

Im Laufe des Tages war es immer heißer geworden. Um sich ein wenig Kühlung in seinem Opel Omega zu verschaffen, hatte er das Seitenfenster heruntergekurbelt. Das Funkgerät, das im Auto installiert war, war selbstverständlich abgeschaltet. Gerda hatte schließlich zu Hause auch eine Funkanlage, ebenso wie ihre Eltern, die ebenfalls in Elisabethfehn wohnten. Was, wenn sie ihn plötzlich auf dem Kanal hatten? Sein ganzes Lügengebäude wäre ja sofort eingestürzt.

Immer wieder musste er an das Gespräch denken, das er am Abend mit seiner Frau führen wollte. Er war es einfach leid, dauernd diese ausweichenden Antworten geben zu müssen, wenn sie ihn fragte, wie es bei der Arbeit gewesen war. »Ach, wie immer« oder »Heute war’s eigentlich ganz schön« hatte er immer herumgedruckst. Damit sollte Schluss sein. Aber wie konnte er Gerda schonend beibringen, dass er die Arbeit geschwänzt hatte?

»Auf der Reeperbahn nachts um halb eins,

ob du ’n Mädel hast oder auch keins …«

Erst halb drei. Die Zeit wollte einfach nicht vergehen. Er sah, wie sich auf dem Küstenkanal ein Schiff näherte, parkte, stieg aus und hockte sich an die Uferböschung, um den Kahn näher in Augenschein zu nehmen. Er sah, dass das Motorschiff Kies geladen hatte – wie manche der Schiffe, auf denen er einst auch gefahren war. Als der Kasten an ihm vorbeigezogen war, setzte er seine Autofahrt fort.

Zwanzig vor drei. Die Zeit kroch dahin wie eine Schnecke. Ganz gemächlich kurvte er mit seinem Opel durch die Straßen. Auf einem Aufkleber an der Heckklappe stand zwar großspurig » … tschüß Gti«, aber bei dem Tempo, das er an diesem heißen Nachmittag fuhr, hätte jeder Radfahrer mithalten können.

In der Nähe der Ortschaft Harbern bog er in einen Sandweg ein, den er bisher noch nicht gefahren war. Junge Birken und Eichen säumten den Weg, der zwischen Maisfeldern und Wiesen hindurchführte. »Dortmunder Moorweg« stand auf einem Schild. Es war so trocken, dass es staubte. Um die sinnlose Fahrerei ein wenig aufzulockern und etwas Zeit zu schinden, hielt er am Ende des Sandweges an, wechselte die Kassette und schaltete von Ronnys Seemannsliedern auf Ronnys Golden Hits um. Er zündete sich eine Zigarette an und schob seinen Ellenbogen aus dem Seitenfenster.

Da sah er, wie sich vom Kanal her eine kleine Kutsche näherte. Zwei Minipferde waren davor gespannt, winzige Ponys. Auf dem Kutschbock saß, wie er bald erkannte, ein Mädchen mit blonden Haaren. Der Anblick nahm ihn gefangen, erregte ihn.

Während Ronny »Hohe Tannen« besang, beobachtete er gebannt, wie das Mädchen mit seiner Kutsche nach einer Weile anhielt, abstieg, die Zügel ihrer Pferdchen ergriff und wendete. Zu Fuß neben der Kutsche hergehend, entfernte sich das Mädchen wieder von ihm.

Das wollte er nicht zulassen. Seine Erregung wuchs. Er wollte das Mädchen haben. Er fuhr hinter der Kutsche her, überholte sie auf der rechten Seite. Der Weg war schmal. So musste er sich mit dem Auto regelrecht an dem Kind vorbeizwängen. Als er ein kleines Stück vorgefahren war, hielt er an, drehte die Scheibe an der Fahrerseite herunter und wartete auf die Kutsche und das Mädchen. Die Luft im Auto war trotz des offenen Fensters stickig, völlig verqualmt.

»My Bonnie is over the ocean«, sang Ronny.

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