Heinrich Thies - Ronny Rieken

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Im Mai 1998 wird Ronny Rieken, Vater von drei kleinen Kindern, festgenommen. Er soll zwei Mädchen missbraucht und ermordet haben. Der erste großflächige Einsatz eines Speicheltests zur Genanalyse hat die Polizei auf seine Spur geführt. Rieken gesteht sofort, ist kooperativ, bereut anscheinend aufrichtig. Der Fall ist geklärt. Für die Ermittler.
Für die Gesellschaft hingegen bleibt der Fall ungeklärt. Was treibt einen Menschen dazu, wehrlose Geschöpfe, die seine eigenen Kinder sein könnten, zu mißbrauchen, zu quälen, zu töten? Warum brechen die zivilisatorischen Schutzwälle der menschlichen Psyche so unvermittelt? Weshalb halten diese Schutzwälle bei den meisten, bei einem wie Ronny Rieken aber nicht?
Heinrich Thies hat zahlreiche Gespräche mit Ronny Rieken in der Haftanstalt geführt, er hat mit den Eltern seiner Opfer gesprochen, Psychiater, Psychologen, Polizeibeamte, Kriminologen und Familienangehörige befragt, den Mordprozeß besucht, das psychiatrische Gutachten und die Urteilsbegründung ausgewertet.
Das beeindruckende und beklemmende Portrait eines Kindermörders von Heinrich Thies zeigt, wie nah Abgrund und Normalität beieinanderliegen.

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Um den Blick auf die verhängnisvolle Entwicklung des Sexualstraftäters Ronny Riekens zu weiten, habe ich daher ganz unterschiedliche Sichtweisen einbezogen. Von Familienangehörigen, Polizeibeamten und Psychiatern – und auch von den Eltern der Opfer. Um die Persönlichkeitsrechte der Beteiligten zu wahren, habe ich bei Personen aus dem privaten Umfeld des Täters sowie überlebenden Opfern die Namen geändert.

Aus all den Textbestandteilen lässt sich kein geschlossenes Bild zusammensetzen. Allenfalls ein Mosaik. Nicht auf eine griffige Erklärung ist dieses Bemühen daher ausgerichtet, sondern auf behutsame Annäherung – Annäherung an das Unfassbare, Annäherung an das vermeintlich Böse.

Das so genannte Böse fällt nicht vom Himmel. Es kommt auch nicht in der Gestalt des Teufels daher. Das Böse hat meistens eine lange Vorgeschichte. »Das eben ist der Fluch der bösen Tat, dass sie fortzeugend immer Böses muss gebären«, hat schon Friedrich Schiller festgestellt. Dies gilt auch für die Verbrechen Ronny Riekens, deren Grausamkeit die Grenzen menschlicher Vorstellungskraft sprengt. Die Ursachen reichen bis in die frühe Kindheit zurück – seelische Verletzungen, die möglicherweise nie ganz verheilten. In geradezu biblischer Wucht zeigt sich an der Lebensgeschichte des Kindermörders, wie die Sünden des Vaters auf den Sohn kamen. Ronny Rieken sitzt heute in derselben Haftanstalt ein, in der sein Vater einst seine Strafe verbüßte – und zwar für ganz ähnliche Delikte. Es ist nicht entscheidend, ob er tatsächlich von seinem Vater vergewaltigt wurde, wie er sagt. Entscheidend ist das negative Vorbild, das Wilhelm Hyazinthus Rieken seinem Sohn vermittelte. Denn trotz der Schläge und Peinigungen liebte Ronny Rieken seinen Vater. Damit war er offen für die Übernahme der fatalen väterlichen Verhaltensmuster. Der Vater, der ihm im Alter von sechs Jahren durch die Festnahme entrissen wurde, lebte gewissermaßen in seinem Innern fort.

Selbstverständlich folgt daraus kein Automatismus, der am Ende wie im Selbstlauf zu den Kindermorden führt. Nicht eine einzige Wurzel, sondern ein Wurzelgeflecht hat das Unfassbare hervorgebracht. Abgesehen von der wissenschaftlich strittigen Frage der genetischen Vorbelastung war es nicht nur die kriminelle Komponente des Vaters, die Ronny Rieken prägte. Auch seine Mutter hat ihn geprägt. In dem Bestreben, den geliebten Sohn vor dem schädlichen Einfluss des Vaters zu bewahren, erklärte sie die Verbrechen ihres Mannes zum Tabu – und legte damit, ohne es zu wollen, den Grundstein für ein Lügengebäude, in dem Ronny Rieken zeitlebens gefangen blieb. Erst war es der Vater, mit dem er sich nicht offen auseinandersetzen konnte, dann waren es seine eigenen Fantasien, die er vor seiner Umwelt verbergen musste. Schließlich waren es seine Taten, die nicht nach außen dringen durften und ihn in ein Doppelleben flüchten ließen. Und vieles spricht dafür, dass Ronny Rieken deshalb nach außen hin so unverdächtig agieren konnte, weil er den Mord an Ulrike Everts in bewährter Manier erfolgreich aus seinem Bewusstsein tilgte.

Solche Lügengespinste lassen sich nicht einfach abstreifen wie Spinnweben. Bei allem glaubwürdigen Bemühen, mit sich ins Reine zu kommen, neigt Ronny Rieken auch heute noch dazu, die Dinge so zu schildern, wie sie ihm nützlich erscheinen und den äußeren Erwartungen entsprechen. Manche Täuschungsstrategien haben sich möglicherweise so tief in ihm festgesetzt, dass er selbst nicht in der Lage ist, Wahrheit und Erfindung zu unterscheiden.

Daraus ergeben sich für die Lebensgeschichte, die im wesentlichen auf den Schilderungen Ronny Riekens basiert, erhebliche Schwierigkeiten. Was kann man von all dem glauben, das so einer erzählt?

Ich habe mich für zwei Verfahrensweisen entschieden, um das Problem zu entschärfen. Zum einen habe ich die Schilderungen Riekens abgeglichen mit Berichten Dritter (Urteilsbegründung, Angaben der Schwester, eines leitenden Polizeibeamten und eines Psychologen, psychiatrisches Gutachten usw.). Zum anderen habe ich markante Darstellungen und Wertungen Riekens als kursiv gesetzte Einschübe hervorgehoben, um den subjektiven Charakter dieser Aussagen deutlich zu machen. Dabei geht es nicht nur um den Inhalt, sondern auch um die Sprache. In der Art und Weise, wie Ronny Rieken seine Entwicklung, seine Taten und sein seelisches Dilemma artikuliert, charakterisiert er sich selbst. Ebenso aufschlussreich ist, wie sich in der – oftmals widersprüchlichen – Selbstreflexion Riekens dessen inneres Ringen widerspiegelt. Dreh- und Angelpunkt dabei ist immer wieder das zwiespältige Verhältnis zu seiner Mutter.

Die unterschiedlichen Textelemente stehen unkommentiert für sich. Sie sind so ineinandermontiert, dass sie sich wechselseitig erhellen, aber auch relativieren.

Gefragt ist also ein aktiver Leser, der aus dem Textmaterial eigene Schlüsse zieht. Dieses Buch bemüht sich zwar, Einblick in die Psyche eines Kindermörders zu bringen, verzichtet aber auf abschließende Wertungen. Und selbstverständlich kann es dabei nicht darum gehen, eine Prognose über die Erfolgsaussichten einer Therapie abzugeben.

1. Ein Mädchen verschwindet

Es ist heiß an diesem 11. Juni 1996, 28 Grad im Schatten. Wie üblich ist Ulrike Everts gegen 13 Uhr von der Schule nach Hause gekommen, hat ihre Vögel, Fische und Zwergkaninchen gefüttert und dann mit ihren Eltern Mittag gegessen.

Nach dem Mittagessen lässt die dreizehn Jahre alte Realschülerin sich von ihrem Vater zur Ponyweide fahren, die nur zwei Kilometer vom Wohnhaus der Familie entfernt ist. Der Weg von Jeddeloh II, einem Dorf in der Nähe von Oldenburg, zum Wochenendgrundstück in Harbern führt über den Küstenkanal.

Dahinter warten zwei Shetlandponys auf Ulrike. Das Mädchen mit den blonden nackenlangen Haaren spannt Rex und Sonja vor ihre kleine Kutsche, ihr Vater verabschiedet sich. Wubbo Everts muss zurück in seine Firma, einen Handwerksbetrieb für Kältetechnik.

Gegen 15 Uhr setzt sich Ulrike mit ihrem kleinen Gefährt in Bewegung. Sie fährt ein kurzes Stück auf der Kanalstraße entlang und biegt dann in einen Sandweg ein, der auf beiden Seiten von Eichen und Birken gesäumt wird, den Dortmunder Moorweg. Anwohner beobachten, wie sie ihre Ponykutsche an Maisfeldern und Wiesen vorbeilenkt. Dann verlieren sie das Mädchen aus den Augen. Gut zwanzig Minuten später kehren die Ponys mit der leeren Kutsche zurück. Ulrike ist verschwunden. Spurlos.

2. Die Begegnung

Es war noch angenehm kühl, als Ronny Rieken an diesem Tag gegen halb sechs Uhr in der Frühe das Haus verließ. Jonas, sein anderthalb Jahre alter Sohn, die fünf Wochen alte Maren und Gerda, seine Frau, schliefen noch fest. Wie üblich hatte er sich Butterbrote geschmiert und seine Arbeitskluft angelegt, die blaue Latzhose und das karierte Flanellhemd. Alles sollte so aussehen, als fahre er wie gewohnt zur Arbeit. In Wirklichkeit war er der Arbeit schon seit fünf Tagen ferngeblieben. Das war die Rache. Die Rache dafür, dass sein Chef sich geweigert hatte, ihm eine Woche vor Monatsende einen Vorschuss zu zahlen. Dabei hätte er das Geld dringend gebraucht. Eine Autoreparatur hatte den Rest der Familienersparnisse aufgezehrt. Und die Vorräte im Haushalt waren aufgebraucht, so dass der monatliche Großeinkauf fällig geworden war.

O ja, die kategorische Weigerung seines Chefs, Entgegenkommen zu zeigen, hatte ihn geärgert. Furchtbar geärgert. Ohnehin hatte er das Gefühl, dass ihn die Leiharbeitsfirma, in deren Sold er stand, ausnutzte. Hinzu kam der weit entfernte Arbeitsplatz. Für die Fahrt von Elisabethfehn zur Ölraffinerie in Wilhelmshaven brauchte er gut anderthalb Stunden. Da ging ein Großteil des Lohns schon für den Sprit drauf – von der Zeitvergeudung durch die Fahrerei einmal ganz abgesehen. Die Arbeit an sich war nicht schlecht. Kühlwasserleitungen verlegen, Ventile reinigen, Rohre verschrauben. Alles mögliche. Was so an Bauschlosserabeiten anfiel. Denn obwohl er eigentlich Maschinenbauer war, hatte ihm die Leiharbeitsfirma einen Bauschlosserjob vermittelt. Kein Problem – wenn nicht diese verteufelt lange Fahrtstrecke gewesen wäre. Und dann eben die kleinliche Weigerung der Zeitarbeitsfirma, ihm den Vorschuss zu zahlen. Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hatte.

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