Waltraut Karls - Altstadt-Blues 2.0

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Sommer 2014: Mona Blume könnte eigentlich zufrieden sein – das Kunst-Studium an der Uni Mainz – der Nebenjob beim ZDF und die gemütliche Wohnung in der Fußgängerzone. Einziger Wermutstropfen: Die noch vorhandenen Gefühle für ihren Exfreund und seinen Hund Troll. Als Troll in der Johannisnacht die blutige Kamera einer toten Politesse aufspürt, und aus dem Coface-Stadion eine weitere Frau spurlos verschwindet, kippt Monas ungeliebtes Singleleben völlig aus den vertrauten Bahnen und sie gerät in den direkten Dunstkreis von seltsamen Vorkommnissen hinter den Mauern der Bischofsstadt …

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Hier konnte ihr treues Gefährt wohl verweilen bis zum kommenden Dienstag, wenn die Pflicht sie wieder zur Uni rief. Im Eilschritt trabte sie bergab. Vorbei an den hochherrschaftlichen Gründerzeitvillen, die Treppen am Feuerberg-Bräu hinunter (Pfui, stank es hier!), mit kleinem Schlenker zur Altstadtbäckerei, um fix einige Schrippenbrötchen zu besorgen. An den vorderen Marktständen, die bis zur Hälfte in den Bürgersteig ragten, entdeckte sie im Augenwinkel eine günstige Lücke zwischen den frühen Käuferreihen. Sie schob sich hinein und erstand ein Kilo Salatkartoffeln, fünf kleine Zwiebeln und zwei flache, weißfleischige Weinbergspfirsiche.

Die hauchdünnen Plastiktüten schlenkernd eilte sie nach Hause in der Hoffnung, dass der Hund nicht das ganze Haus geweckt hatte mit seinem Gewinsel. Er kratzte wild an der Tür, als er Mona kommen hörte, und begrüßte sie ausgelassen hochspringend, als kehrte sie zurück von einer langen Reise. Eigentlich waren sie ein eingespieltes Team und es war für ihn längst Routine, einige Stunden allein zu verbringen. Heute hatte die Studentin jedoch gegen ihr Ritual verstoßen: Ihm eine Schale vom frisch gezapften, kalkfrischen Kranenberger zu servieren, von Micha als Helau-Cocktail getauft. Das erwartete er stets vom Ersten, der morgens aus dem Bett »aufstieg«, womit Mona ihn jetzt geschwind beglücken konnte.

*

Der glänzend schwarze Troll mit weißen Pfoten und Hals war eine schöne Mischung, vermutlich aus viel Bordercollie und etwas Schäferhund. Eigentlich war er nicht Monas Hund. Sein wahrer Besitzer Michael, Monas Ex-Lebensgefährte und intimster Freund der letzten Jahre, war regelmäßig im Ausland unterwegs, meist mehrere Wochen als Kameramann auf ZDF-Tour und dann wohnte Troll bei ihr. Zurzeit war Micha sogar noch länger gebucht für die aktuelle, sehr aufwendige Reportage.

»In 90 Tagen um die Welt«, die das ZDF-Morgenmagazin täglich live via Satellit ausstrahlte. Micha und seinem Vitamin B, dem allgemein probaten Wegeebner und Sesam-öffne-dich, verdankte Mona ihr bescheidenes Haupteinkommen durch einen der begehrten Studentenjobs beim ZDF, dem Zweiten Deutschen Fernsehen oder auch dem Zentrum der Freude, wie einige Redakteure die Initialen gelegentlich schmunzelnd interpretierten. So! Nach der ganzen Aufregung benötigte sie erst mal ihren geliebten Milchkaffee. Die Espressomaschine war länger nicht benutzt worden, weil Mona in morgendlicher Hektik öfter schnellen Teebeutel-Darjeeling bevorzugte und natürlich …funktionierte die haarfeine Aufschäumdüse nicht. Vielleicht wegen der vollfetten Milch, die nicht hindurchpasste, genauso wenig wie das sprichwörtliche Kamel durchs Nadelöhr. Auch gut! Dann würde sie die Milch eben so hineinschütten. Oh nein, weißgraue Klümpchen formierten sich auf der schwarzbraunen Kaffeeoberfläche, sie war sauer und flockte aus. Shit Happens! Adieu Café au Lait! Ab mit dem Gebräu in den Ausguss und doch Schwarztee. Die Schrippe mit Quark und Omas selbstgekochter Blaubeermarmelade schmeckte köstlich. Troll schlürfte genüsslich an seinem Helau-Cocktail aus dem grauen Steinnapf, danach musste er erfahrungsgemäß immer gleich »Gassigehn«.

Die Schuhe auszuziehen, lohnte sich also nicht. Eine halbe Zigarette ging noch, dann stand Monas tierischer Logiergast, die Leine zwischen die scharfen Zähne geklemmt, auffordernd an der Wohnungstür. »Ja, ist ja gut, ich komme schon!«

Was für ein Stress am frühen Morgen!

*

Den gleichen Weg, nur die diametrale Route, der Troll instinktiv folgte, denn er verrichtete seine Geschäfte ausschließlich in den grünen Gefilden der Zitadelle. Sie passierten seitlich die ansprechend dekorierten Marktstände, wieder einmal finster und mit Argusaugen über der randlosen Brille skeptisch beäugt vom Gastwirt in blauer Halbschürze. Dieser bewachte den Bürgersteig vor seiner Bierpinte so scharf, wie wohl einst Zerberus, der dreiköpfige Höllenhund, den sagenhaften Hades. Unbarmherzig konsequent und mit erhöhter Dosis Adrenalin im Blut verscheuchte er im besonderen Radfahrer und ahnungslose Nichtkunden vom Trottoir, die den weißen Plastikstühlen zu nahe kamen.

Auf der überdachten, langgezogenen Terrasse der Privatbrauerei unterhalb der Zitadelle schwelgten schon plappernde Gäste im preiswerten 5,90 € – Frühstück&Getränke-Büfett.

Die parallel dazu aufsteigende Treppe bot stets ein zweifelhaftes Sortiment unwiderstehlicher Duftmarken für sensible Spürnasen, deswegen musste Mona ihren schnuppernden Gasthund auch stets mit sanfter Gewalt über die steinerne Hürde lotsen. Oben angekommen stürzte sich Troll – alarmstuferotmäßig – ins angenehm nahe Gestrüpp. Mona ließ sich auf den großen, leicht bemoosten Stein sinken und zündete genussvoll ihre Zigarette an. Das Unterbewusstsein ziepte wieder einmal. In letzter Zeit meldete es sich oft mahnend, einem echt ungesunden (Warnung und grässliche Ekelbilder auf der Packung!) und außerdem teuren Luxuslaster zu frönen – aufgrund Herrn Schäubles hohem Steuerbedarf. Sie hatte sich eine lederne Hülle besorgt um die unappetitlichen Fotos zu umgehen. Himmlische Ruhe herrschte über dem schönen Platz, die Sonne lachte noch verhalten und außer Rascheln und fröhlichem Vogelgezwitscher, war nichts zu vernehmen. Monas wilde Spekulationen, die »Meenzer« oder »Määnzer« hätten in grauer Vorzeit mal einen obskuren Pakt mit dem zuständigen Wettergott besiegelt, wurden aktuell wieder bekräftigt. Nahezu zu jeder Open-Air-Festivität, ob Rosenmontagszug, Rheinland-Pfalz-Tag oder dem Gutenberg-Marathon breitete sich stabiles Traumwetter aus über Mainz, selbst wenn in Wiesbaden gerade Bindfäden oder cats-and-dogs vom Himmel regneten. Nach Trolls Rückkehr an die ungeliebte Leine überquerten sie die Straße und wählten jetzt die Alternative zum Absteigen, die sich optisch im absoluten Kontrast zum unweiten Villenambiente nach unten schlängelte. Der Weg führte quer durch den gepflasterten Innenhof, der fast kreisförmig angeordneten, scheinbar auf dem Reißbrett entworfenen Häuserquadrate, die nur differenzierbar waren durch die alphabetische Nummerierung oder die üppigen, sich gegenseitig überbietenden Balkonbepflanzungen, und mündete in einer steilen Treppe zur Altstadttangente.

Auf dieser wirbelte ihnen jetzt Diva hechelnd entgegen, mit hängender Zunge und in eine kleine Staubwolke gehüllt.

»Diva« war die inzwischen mehr graubraune als braunschwarze Rauhaardackelin von Ilse Gerlach. Beide relativ klein, aber sehr lebendig.

»Meine Tragetaschenhündin«, pflegte Ilse immer zu sagen, weil sie Diva bisher überall problemlos mitnehmen konnte. Manchmal sogar im überdimensionalen Weidenkorb, in dem die jung gebliebene Rentnerin gewöhnlich Berge von Gemüse vom Wochenmarkt nach Hause transportierte. Die Leute glaubten zwar in der klein geratenen, quirligen Dackeldame stets einen süßen, zu groß geratenen Welpen zu erkennen, aber seit die Hälfte von Divas struppigem Fell die Farbe verloren hatte und falls jemand nach deren Alter fragte, antwortete Ilse mit leichtem Augenzwinkern, »Wie der Herr, so’s Gescherr!« Dabei deutete sie auf ihre eigene, graumelierte, dichte Haarpracht, die sie immer geschickt mittels Hornkämmchen zu einer Art kunstvoller Hochsteckfrisur arrangierte.

Ilse Gerlach (Monas mütterliche Freundin)

Ilse lebte seit vielen Jahren als bekennende Vegetarierin, resultierend aus der festen Überzeugung, dass es gesünder sei, für Körper und Geist und aus großer Leidenschaft:

»… für alles, was Augen hat!« Früher schon selten Fleisch verzehrt, erfolgte die Initialzündung für den endgültigen Verzicht umgehend nach ihrem Einzug in der Altstadt. Damals, als die nichts ahnende Großstädterin Ilse erschreckt die Anlieferung einer Ladung aufgeschlitzter, mittig auseinandergeklappter, ganzer Schweine beobachtete, die im Morgengrauen mittels einer quietschenden Winde aus einem Transporter nach unten gelassen, in benachbarter Metzgerei verschwanden.

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