Sonja Spitteler - Himmel küsst Erde

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Der Wind singt Lieder, bringt Bäume und Gräser zum Tanzen und stürmt umher. Er erzählt Geschichten als die Erde noch jung war. Und dann ist da der Steinriese, der mit allen Lebewesen seine Weisheit teilt. Im dichten Wald kommt ein kleiner Junge der Sprache der Bäume auf die Spur. Und in einer eisigen Winternacht schart Großmutter ihre Enkel um sich und offenbart ihnen das Geheimnis ihres Lebens. Wie indianische Märchen kommen Sonja Spittelers Geschichten daher – und treffen mit ihrer Schönheit und Weisheit die Menschen direkt ins Herz.

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Die Geschichten erzählen, dass der Steinriese der erste Fels auf Mutter Erde überhaupt gewesen sei. Ein Stein wächst nur sehr langsam. Sah man sich nun Aikarupatas Größe an, musste er wirklich alt sein. Aikarupata stammte aus einer Zeit, in welcher die Erde nur von den vier Elementen - Feuer, Wasser, Erde und Luft - belebt gewesen war. Der wachende Weise war dabei, wie die ersten Pflanzen ihre Wurzeln schlugen, um an seinen kleineren Hängen hoch zu wachsen. Er war hier, als die Tiere geboren wurden. Als die ersten Menschen kamen, war Aikarupata an Jahren gesehen schon ein Greis. Ihr seht also, Aikarupatas Wissen ist so alt wie die Welt. Die Menschen sahen in ihm den lebendigen Beweis für die Verbundenheit von Vergangenheit und Gegenwart. Aikarupatas graue Brocken berichteten von den Tagen, die einst waren. Sie sangen Lieder von Taten der ehemaligen Bewohner. Ehre deine Vorfahren, das verkörperte der Berg für die Menschen.

Viele erwünschten sich das Privileg, auf Aikarupata leben zu dürfen, doch der Weise hatte seine eigenen Gesetze. So mochte er die Tiere lieber als die Menschen und erlaubte ersteren auf ihm zu hausen. Den Menschen jedoch verwehrte er den Zutritt auf seinen Boden. Sie durften in seiner Nähe ihre Lager aufstellen, um ihre Lieder zu singen, denn ihre Musik hörte er gerne. Nur ganz wenigen Menschen gab Aikarupata jemals Ratschläge, denn sie waren ihm seit jeher suspekt gewesen. Er konnte nicht erkennen, wozu sie gut sein sollten. Jedes Lebewesen auf Mutter Erde hatte seinen Zweck, aber was wollte er mit diesen merkwürdigen Geschöpfen anfangen?

Aikarupata waren die Gesetze des Lebens heilig. Er lebte und wuchs mit Mutter Erde, ein endloser Zyklus aus Leben und Tod. Nichts währte ewig, nicht alles musste man immer verstehen. Dies war etwas, was ihn bei den Menschen verunsicherte. Sie mussten ihren Kindern erst beibringen, wie man mit dem Leben respektvoll umzugehen hatte. Die Tiere aber lebten Instinktiv so, wie es ihrer Natur entsprach.

Es kam der Tag, da spürte der Weise, dass nun seine Zeit gekommen war. Sein Herz war zum ersten Mal von einer ungewohnten Müdigkeit befallen. Aikarupata hatte dies bei seinen Bewohnern schon oft beobachtet. Er wusste, dass alles vergänglich war. Seine Tage waren gezählt und er war bereit, nach Hause zu gehen, die körperlichen Grenzen hinter sich zu lassen. Aikarupata hatte keine Angst vor dem "danach", denn er wusste, der Große Geist würde ihn tragen. Seine Sorge galt einzig seinen Kindern, welche über diese lange Zeit in seinem Schutz hatten wachsen können. Da der Berg wusste, dass er zu gehen hatte, schickte er all seine Bewohner fort, um diese letzte Zeit in stillem Gebet verbringen zu können.

Nach und nach verließen sie ihn alle. Zuerst flogen die Vögel davon, während Aikarupata ihnen mit leichter Wehmut nachblickte. Dann folgten die Wassertiere den Bächen hinab, verteilten sich in die Seen und Flüsse in seiner Umgebung. Mit ihnen gingen die Vierbeiner und die Insekten. Auch die Bäume und Pflanzen zogen sich langsam bis zu seinen Füßen zurück. Auf einmal versiegte das Wasser. Es fühlte sich seltsam an, so ganz ohne die Geräusche seiner Bewohner. Da aber sah Aikarupata, dass sich alle in seiner Nähe niedergelassen hatten. Sie wollten ihn bei seinem Abschied begleiten. Darüber war der Berg sehr glücklich. Was mehr konnte er sich vom Leben wünschen, als dass seine Freunde ihm bei seiner letzten Reise zur Seite stehen würden.

Sonne und Mond wechselten sich viele Male ab und noch immer ragte Aikarupata hoch in den Himmel hinauf. Nichts als nackter Stein war von ihm übrig geblieben und dennoch nahm der Strom von Bittstellern nicht ab. Menschen kamen in Massen, denn sie konnten sich eine Welt ohne den Steinriesen nicht vorstellen. Jeder von ihnen erhoffte sich eine Antwort vom wachenden Weisen, bevor er sie verlassen würde.

Unter den vielen Bittstellern befand sich auch ein junger Mann. Er kam von weither, um den Berg zu sehen. Aber anders als alle anderen war er nicht hier, um Aikarupata etwas zu fragen, sondern um ihm seinen Respekt zu zollen. Seine Mutter wuchs am Fuß des Berges auf, weshalb sie unzählige Legenden über Aikarupata kannte. Die Geschichten, die seine Mutter ihm erzählt hatte, waren dem jungen Mann heilig. Durch viele schwierige Entscheidungen seines Lebens hatten sie ihn geführt und große Träume in ihm geweckt. Deshalb war er gekommen, um dem Berg seine Dankbarkeit für dessen Vermächtnis auszudrücken. Denn ohne diese Geschichten wäre er heute nicht der, der er ist.

Mit nichts weiter als seiner Kleidung, einem Messer und seiner Flöte war er losgezogen. Während des ganzen Weges hierher hatte er sich den Kopf zerbrochen, wie man sich wohl am besten bei einem Berg wie Aikarupata bedanken konnte.

Als er schließlich zu dessen Füßen stand, war er so ratlos wie zuvor. So setzte er sich erst einmal auf einen Felsen, um sich auszuruhen. Die Luft war trocken. Aikarupata war selbst in der jetzigen Form noch größer und schöner, als seine Mutter ihn beschrieben hatte. Seine Spitze schien beinahe den wolkenfreien Himmel zu kitzeln, als würde er dem Großen Geist noch näher sein wollen. Der junge Mann konnte sich gut vorstellen hier zu leben. Ein endloses Meer aus Gras umschloss den Steinriesen. Wenn der Wind mit den Gräsern spielte, sah es aus, als würde es Wasser gleich am Felsen brechen. Der junge Mann schloss die Augen, um Aikarupatas Gegenwart in sich aufzunehmen. Doch die Entspannung wollte nicht kommen. Ein solch reger Betrieb herrschte rund um den Berg, dass an Ruhe nicht zu denken war. Wenn es ihm schon zu laut war, wie musste sich da erst Aikarupata fühlen? Da griff er in die Tasche und holte seine Flöte hervor. Sein Großvater hatte ihm beigebracht, dass die Flöte dort helfen konnte, wo Worte fehlen. Vielleicht könnte er dem Weisen mit seinem Spiel etwas Beruhigung schenken.

Der junge Mann begann zu spielen und er spielte wie nie zuvor. Er verfiel in eine tiefe Trance, wurde eins mit seiner Flöte. Fühlte, wie das Holz ob den Tönen vibrierte, lebendig wurde. Die Sonne versank am Horizont und bald war der Himmel erhellt vom Licht der Gestirne. Dennoch dachte der junge Mann nicht ans Aufhören. Er legte sein ganzes Herzblut in seinen Atem, vergaß dabei Raum und Zeit. Die ersten Sonnenstrahlen kitzelten bereits wieder sein Gesicht, als der junge Mann endlich aus seinem Spiel erwachte.

Stille hatte sich über den Berg und seine Umgebung gelegt. Sogar der Wind schwieg und dann, ganz leise, war eine tiefe Stimme zu hören.

"Flötenspieler", sagte da Aikarupata.

Groß war das Erstaunen beim jungen Mann, als der wachende Weise ihn ansprach.

"Aikarupata", antwortete er und neigte seinen Kopf respektvoll in dessen Richtung.

"Komm, setz dich eine Weile zu mir", meinte der Berg. Sogleich erschien im Stein ein schmaler Weg, der in die Höhe führte.

Langsam erhob sich der junge Mann. Vom langen Sitzen schmerzten seine Glieder und er fühlte sich noch leicht benommen. Doch es war unhöflich, einen Weisen lange warten zu lassen. Also hob der junge Mann seine Ledertasche auf, um sich schweigend auf den Weg nach oben zu machen. Lange folgte er dem Pfad, immer höher und höher, Biegung um Biegung. Die Sonne brannte heiß auf den nackten Felsen hinab, der Wind stand beharrlich still. Nach einer Weile zitterte der junge Mann vor Anstrengung am ganzen Leib. Aber aufgeben lag nicht in seiner Natur und so setzte er einen Fuß vor den anderen, bis er schließlich auf dem Gipfel ankam.

Ein einzelner Fels wuchs aus der Mitte und erschöpft setzte sich der junge Mann darauf. Die Luft hier oben war wundervoll erfrischend. Er fühlte sich dem Himmel näher als je zuvor. Verträumt ließ er seinen Blick über den Horizont schweifen, während sich sein erschöpfter Körper wieder erholte. Die ganze Zeit über war sich der Flötenspieler der großen Ehre bewusst, welche ihm hier zuteilwurde. Noch nie zuvor hatte er gehört, dass der Berg einem Menschen Zutritt auf seinen Leib gewährt hatte.

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