Ruedi Strese - Treibsand und andere seltsame Geschichten

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Ein Kellner wird wegen eines Mordes unbeabsichtigt zum Straßenmusiker, eine Mutter bittet den Paketzusteller, sich in das Bett ihrer Tochter zu legen, eine Frau leiht einem Herrn einen Rucksack mit einem Delphin darin, in einem Bioladen werden Tofuwürstchen mit Menschengeschmack verkauft, und ein Vater bricht vor Weihnachten im Kindergarten seiner Tochter ein. Selten waren Grauenvolles und Albernes, Nachdenkliches und Absurdes so dicht verwoben. Es gelingt dem Verfasser, morbide und surreale Elemente mit anarchischem Humor zu vermengen. – Ruedi Strese lebt seit 1980 mit einiger Kontinuität und hat auch schon ein Buch geschrieben, nämlich dieses.

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DAS EINSCHREIBEN

Die Zeit war stehengeblieben. Zumindest, wenn ich der Ansicht meiner Uhr folgen durfte. Vielleicht war aber auch einfach die Batterie leer. Der Blick aus dem Fenster bestätigte diese Interpretation, Menschen liefen und Autos fuhren. Auch ein Blatt fiel herab, anstatt in der Luft an einem Ort zu verweilen.

Auf der anderen Straßenseite brannte lichterloh die Postfiliale. Möglicherweise ärgerlich, denn ich sollte ein Einschreiben abholen. Wir würden sehen, dachte ich, und verließ meine Wohnung, rutschte das Geländer herunter und wäre fast auf einen älteren Herrn gefallen, der mit einkaufsvollen Papiertüten den Weg nach oben, zu seiner Wohnung, suchte. Sein Schimpfen hallte durch den Hausflur wie die Schreie der Gepeinigten in den Folterkellern der Tyrannen, berührte mich jedoch kaum, denn auf mich wartete ein Einschreiben.

Ich stand dann vor der Postfiliale, ein brennender Mitarbeiter rannte heraus, und ein Sack voller Sand wurde zum Löschen über ihn geschüttet, worauf er begann, wild zu schauen, und der Speichel lief ihm die Mundwinkel herab, tropfte auf den Sand, aus dem er schließlich Kleckerburgen baute, die es ohne Weiteres mit dem Palais Idéal des Briefträgers Cheval aufnehmen konnten. Anschließend brach er zusammen, zu stark waren seine Verletzungen. Mein Anliegen sollte ich nicht vergessen.

Flammen schlugen mir durch die Drehtür entgegen, ich sah, daß dort eine Zahl Angestellter dennoch weiter an den Schaltern stand, es handelte sich um Androide, deren Kleider jedoch verbrannt waren; die Plastikbeschichtung, aus welcher einst ihre Gesichter bestanden hatten, tropfte herab und verschwand zischend in den vom Boden züngelnden Lohen.

Ich ging an einen Schalter, war der einzige Mensch hier drinnen und legte einem der Androiden meinen Benachrichtigungszettel hin. Er ging in das Lager und kam mit einem Umschlag zurück. Ich bedankte mich und verließ die Filiale. Es wurde auch höchste Zeit, denn zahlreiche kleine rote Wesen krochen an meinem Gewand empor.

Draußen regnete es mittlerweile, wodurch eine Mitarbeit der Feuerwehr bei meiner Befreiung vom Feuer sich erübrigte, lächelnd überquerte ich die Straße und ging die Treppe hinauf, wo immer noch zeternd der ältere Herr mit den Papiertüten zu einem Kunstwerk geworden war, so sehr hatte er sich seinen Worten entsprechend geformt, war halb mit dem Geländer verwachsen, um mir ein erneutes Herabrutschen zu erschweren.

Kurz darauf war ich in meinem Wohnzimmer angelangt, setzte mich an den Tisch und las den Brief. Ich erfuhr Dinge, die ich bereits wußte, so sollte eine mir einst vertraute moderne Wunderheilerin mehrere Jahre nach ihrem Tod mit einem Roboterhund ein Wesen geschaffen haben, welches nun allein für sein Dasein mit dem Großen Freiheitspreis ausgezeichnet worden war – letztlich nur eines von vielen Symptomen brutalster Belanglosigkeit.

Ich lächelte melancholisch. Nicht mehr lange, dann würden derartige Schöpfungen an meinem Doppelfenster vorbeifliegen und mir die Betrachtung meiner darin gedeihenden Mittagsblumensammlung verleiden. Vielleicht sollte ich die Zeit bis dahin umso intensiver nutzen, dachte ich, und begann, einigen von mir selbst ausgesäten Exemplaren der Gattung Lithops einen passenden Platz zu suchen, als plötzlich ein Schatten vor dem Fenster erschien. Es war ein Baum, der seine Wurzeln verloren hatte und nun umherirrte, in seiner neuen Freiheit wohlmeinend Tod und Zerstörung statt Leben bringend. Ich holte Flammenwerfer und Gebetsbuch aus dem Schrank: der Kampf um die Relevanz des Seins hatte begonnen.

DER GALERIST

Der Galerist saß mit übereinandergeschlagenen Beinen auf dem Hocker und las. Auf dem kleinen runden Tisch neben ihm, im hinteren Raum der Galerie, stand eine Flasche Rotwein, auf den Mehraufwand eines Glases verzichtete er heute, denn er erwartete keine Besucher. Er rauchte einen Zigarillo nach dem anderen.

Die letzte Ausstellung war ein eher mäßiger Erfolg gewesen, die nächste Vernissage konnte ruhig noch etwas warten, erst einmal wollte er etwas Zeit für sich haben, das finanzielle Polster war vollkommen ausreichend. Dennoch, es ging ihm nicht gut, wie er sich eingestehen mußte. Abends einsam in der Galerie zu sitzen und Rotwein aus der Flasche zu trinken schien ihm da noch die sinnvollste Weise, um Lebenszeit loszuwerden.

Da klingelte es.

Das konnte doch nicht wahr sein!

Sollte er sich rasch ein Glas nehmen, um seriöser zu wirken? Die Kunstszene war ein Dorf, zumindest, was den Klatsch anging. Ihm lag etwas daran, nicht als das psychische Wrack, das er war, sondern als achtbarer Geschäftsmann von hohem Sachverstand zu gelten. „Die Maröttchen sind ein Privileg der Künstler“ zitierte er sich selbst immer wieder schmunzelnd, wenn seine kunstinteressierten Kunden derartige Dinge ansprachen.

Erneut klingelte es. Nein, er bräuchte kein Glas. Seine Kunden kannten die Öffnungszeiten, sie kamen eh nur zu den Ausstellungen. Die Künstler machten sich nur nach vorheriger Verabredung auf den Weg. Wenn es aber kein Kunde und kein Künstler war, konnte er den Wein auch aus der Flasche trinken.

Noch ein Klingeln. Nun reichte es aber! Er stand auf und ging zur Tür. Dort stand ein junger Mann mit kurzen, blonden Haaren, einer lächerlichen Brille mit überaus plumper Fassung und einem roten Wollpullover.

„Darf ich eintreten?“ fragte der Störenfried.

‚Nein, Du Ar***loch‘ wollte er antworten, aber letztlich nickte er nur wortlos.

Der junge Mann trat ein und sah sich um.

„Gar keine Bilder hier.“

Das war keine Frage, auch kein Ausdruck der Verwunderung, sondern eine ganz selbstverständliche Feststellung.

„Nein, gerade nicht“ brummte der Galerist.

„Keine Sorge, ich habe welche, die Sie hier hinhängen können.“

Der junge Mann lächelte, etwas herablassend, zumindest schelmenhaft. Doch ein Künstler… Na, das hatte ihm gerade noch gefehlt. Der Eindringling holte eine Mappe aus seinem Rucksack und legte sie ohne jeden Kommentar auf den Tisch, direkt neben die Weinflasche.

Der Galerist öffnete sie. Es waren Kohlezeichnungen. Die erste stellte, klar erkennbar, die Galerie von außen dar. Na sowas! Recht minimalistisch, im Grunde geradezu roh, doch das Wesentliche war getroffen. Darüber, ohne daß sich dies begründen ließ, diese Aura der tiefen Traurigkeit. Oder spiegelte sich in den Bildern nur seine momentane eigene Stimmung? Ihm war klar, daß er hier einen wirklichen Könner vor sich hatte; ihm blieb nichts, als anerkennend zu nicken.

Er sah zu dem jungen Mann, dessen Gesicht keine besondere Gefühlsregung, jedoch eine gewisse Konzentration erkennen ließ. Er blätterte weiter. Was sollte das…?

Er sah sich. In der Galerie, mit einer Flasche Wein und keinem Glas am Tisch sitzend, so, wie er gerade eben erst hier gesessen hatte. Und… es war wirklich brilliant gezeichnet. Genial. Unglaublich. Sein Gesicht

versteinerte, er zögerte… und nahm das nächste Blatt. Dort lag er betrunken am Boden dieses von der Straße nicht einzusehenden Raums. Aber es folgten noch weitere Bilder. Er spürte, aus dem Nichts kommend, eine kalte Hand an seiner Kehle, die ihm langsam die Luft abzudrücken schien. Er ahnte, was kommen würde.

Nur andeutungsweise hob er das oberste Bild an, um sich zu vergewissern. Er hatte genug gesehen. Nelli… die Frau Reinhard Schellings, seines besten Künstlers, des Zugpferds der Galerie, seiner Haupteinnahmequelle. Sie hatten sich heftig ineinander verliebt und sich abends in der Galerie getroffen. Aber es war aussichtslos gewesen, und niemand hatte es wissen dürfen. Es war immer klarer geworden, wie sinnlos und falsch das alles war, und sie hatten sich jedes Mal hemmungslos betrunken, bevor sie sich auf dem Boden umarmten. Genau in diesem Zimmer.

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