Heidemarie Pläschke - Der eingemauerte Mann

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Für einen eingemauerten Mann ist es nicht einfach, sich aus den Mauern seines Privatlebens oder seines Berufes zu befreien. So geht es Hanno, der bereits eine Familie hat und mit Mitte Dreißig seine große Liebe, die erheblich älter ist, zufällig trifft. Seine Gefühle fahren Achterbahn; er steht neben sich in einer gefühlt anderen Welt. Er muss sich entscheiden, aber … Fred lässt sich von seinen Verpflichtungen auffressen, erlebt ein folgenschweres Abenteuer und merkt nicht, dass seine Ehe am Abgrund steht. Matthias wählt den Beruf seines Vaters, der leider nicht seine Berufung ist, versucht trotzdem darin seinen Weg zu finden, bis er selbst Vater wird und sein Leben eine Wendung erfährt. Peter droht an der Liebe seiner Verlobten zu ersticken und trennt sich. Können sie nach fast vierzig Jahren ihre zweite Chance nutzen? – Heidemarie Pläschke, 1951 in Warnsdorf am Hemmelsdorfer See geboren, heute in Rotenburg lebend, bricht mit ihrem zweiten Buch eine Lanze für die Männer und schildert anschaulich verschiedene Schicksale von Männern, die voller Liebe, verantwortungs- und pflichtbewusst sich in ihren Mauern eine Lücke suchen oder diese einbrechen, um nicht zu zerbrechen.

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Timmendorfer Strand, Pfingstdienstag,

05. Juni 2001

Teure!

Es ist mir entfallen, ob wir uns duzten oder siezten. Wenn ich nun spaßeshalber die zweite Person Plural verwende, so nicht aus Nostalgie, sondern aus Verlegenheit. „Ruf an!“ oder „Rufen Sie an!“ sagtet Ihr gestern, heute morgen leichthin, als wir miteinander sprachen und ich Euch mit der Bemerkung zu halten suchte, ich hätte Euch noch etwas zu sagen. Jetzt schreibe ich. Ihr wisst ja nicht, auf welchen gerade fruchtbaren Boden Eure Aufforderung, etwas zu sagen, fiel. Ihr konntet nicht ahnen, dass ich, der wildeste aller Schreiber, mir gerade bei Euch vorgenommen hatte, nicht zu schreiben.

Alles begann mit Briefen. Aber nicht deshalb wollte ich nicht schreiben, damit keine Liebschaft begänne – ganz im Gegenteil: Ich bin rasend interessiert daran, mit Euch Unmengen von Kaffee und Tee, von Whiskey und Wein zu trinken. Euch dabei glühend anzufunkeln und ständig in größter Unaufdringlichkeit zu beschwören, doch eine wilde Liaison mit mir einzugehen. Aber ich wollte dieses Ziel endlich einmal ohne das Mittel des Briefes erreichen; ich wollte endlich einmal ohne diese Krücke auskommen. Mühelos und elegant gewunden kommen in Briefen die Geständnisse daher, unwidersprochen kann ich die Argumente der Leidenschaft ausbreiten, stammeln, toben, schluchzen – und wonach immer mir zumute ist. Nie wird man unterbrochen, nie heißt es: „Fassen Sie sich!“ Ein-zwei-drei hat man das Herz der Begehrten erobert. – Ihr zweifelt?

Als Ihr gestern den Raum betratet, erloschen augenblicklich all meine anderen Interessen. Gerade war ich im Begriff gewesen, ein besonders schwieriges Kapitel der Schlacht von Agincourt zu verstehen, doch sofort ließ ich meine Bemühungen fahren, um Euch fortan zu beobachten; ich hoffe, möglichst unauffällig. Wie sehr es um mich geschehen war, konnte ich nicht nur an dem Zerfall meiner beruflichen Interessen messen, sondern Eurem Haar wie Körper, erregten schlagartig mein Entrücken. Dazu Eure vorbildliche Nase, Euer prüfender Blick. –

Ich war schwach, bin es noch immer, und wie lange ich es sein werde, hängt von Euch ab.

Das Äußere allein hätte bewirkt, dass mir in den nächsten Tagen und vielleicht auch Wochen die unvermeidlich wollüstigen Gedanken gemacht und Euer Bild hervorgerufen hätte, um mir den Jammer des Alltags zu versüßen. Meine Verknalltheit schlug dann jäh vom Bauch in Kopf und Herz, als ich Euch sprechen hörte. In diesem Augenblick empfand ich eine rasende Solidarität, eine so göttlichgeile Komplizenschaft, eine impertinente Sicherheit, dass wir uns verstehen würden.

Fortan war es um mich geschehen.

Ich liebe Euch, versteht Ihr, und ich sehe nicht ein, wieso ich ein anderes Wort dafür verwenden sollte. Diese Vorsicht mit dem Wort „Liebe“, dieses bedächtige Antasten, ob es auch wahrhaftig Liebe sei, was man da empfindet, dieses ständige Zweifeln und Abwägen hält die Liebe in einer unguten künstlichen Höhe; da mache ich nicht mit.

Eben dies hätte ich Euch so gerne noch gesagt, Ihr hättet gelächelt und mir freundlich zugenickt, dass ich betrunken sei. Ich hätte auf der Nüchternheit meiner Aussage bestanden und versucht eine Verabredung mit Euch festzumachen.

Ihr werdet nun möglicherweise sagen: Was will der denn? So ein Briefchen, ob es nun schmeichelt oder belästigt, ist nicht so übel; besser solche Botschaften per Brief, als wenn er mir mit roten Ohren im Treppenhaus Geständnisse gemacht hätte. –

Aber glaubt mir, ich blicke auf eine 20-jährige Erfahrung als Liebesbriefschreiber zurück. Ich weiß, warum ich Bedenken habe. Lasst mich kurz die Geschichte meiner Liebschaften erzählen, damit Ihr wisst, warum ich Euch einerseits gerne schreibe, andererseits Briefe als Hindernis ansehe.

Mein Mangel bestand immer darin, aus dem Rudel der Bewerber nicht überdeutlich hervorzuragen. Weder war ich ja ein besonders guter Fußballspieler noch ein fantastischer Säufer, nie war ich größer, stärker, intelligenter, gutaussehender, reicher als andere, immer nur guter Durchschnitt, also auch nie so armselig bemitleidenswert, dass ich via Mitleid hätte die Liebe der Frauen erschleichen können. Was also tun zwischen all den Rivalen? Als Verachter des waltenden Darwinismus war mir das drängende Gebuhle zuwider, das in den Dörfern, Kleinstädten, Großstadtvierteln, Schulklassen, Universitäten und auch auf allen Festen von einer Handvoll Männer um die schönste Frau am Platz veranstaltet wird.

Hier entdeckte ich den Brief als segensreiches Mittel mir in aller Ruhe Gehör zu verschaffen und ungestört vom Treiben der Nebenbuhler mein eindeutiges Anliegen möglichst vieldeutig vorzutragen.

So wie jetzt saß ich schon in jungen Jahren am Tisch, tunkte, um mir vollends wie ein Schillerscher Held vorzukommen, eine altertümliche Feder ins Tintenfass, beleckte hastig das Kuvert, eilte zum Postkasten und hatte das wohlige Gefühl, das Menschenmögliche getan zu haben. Mit dem Brief hatte ich ein geheimes Band geknüpft, und kaum eine Frau konnte sich einem entziehen. Jetzt trafen mich zwischen allen Rivalen hindurch schöne Blicke; wir waren Vertraute, noch ohne ein Wort gesprochen zu haben; und schon suchte sie mein Gespräch, und mühelos bahnte sich etwas an.

Ich legte damals mehr Wert auf eine geniale Handschrift als auf den Inhalt und weiß daher nicht mehr so recht, was in diesen Briefen stand. In jedem Fall übertrafen sie die lächerlichen Botschaften meiner Rivalen. Ich schilderte Begegnungen, wie ich sie mir gewünscht hätte, Begegnungen an Waldesrändern mit Abendsonnenbeleuchtung („die Rehe ganz rot vor Romantik“ – an diese Wendung und ihren Erfolg erinnere ich mich gerade mit Schrecken), Begegnungen in fernen Eisenbahnen, auf trägen Schiffen, in London oder Paris.

Natürlich erreichte ich nicht immer mein Ziel, aber meist entwickelten sich aus meinen brieflichen Vorstößen spannende Liebesgeschichten. Warum wurden aus diesen Geschichten kein großer Roman? Liegt es an der Vergänglichkeit der Liebe? An das zwangsläufige schnelle Ende der Liebesflattermägen weigere ich mich zu glauben. Es kann nicht das Wesen der Liebe sein, dass sie so rasch verblüht! Ihr pflichtet mir doch bei?

Nein, es lag wohl daran, dass die Wirklichkeit meinen Briefen nicht standhielt. Ich beschrieb den Geruch von Balkons in der Septembersonne, den Geschmack reifer Tomaten und dazwischen unbeschwert das Liebespaar. In Wirklichkeit saßen wir in miesen Kneipen bis zur Sperrstunde herum und dachten an nichts anderes als die Unerfüllbarkeit unserer Wünsche. Die Qualität meiner Briefe war ihr Erfolg, aber auch ihr Manko.

Lange aber sah ich immer nur den Erfolg und kam mir vor wie ein Zauberkünstler.

Könnt Ihr verstehen, meine Teure, dass mir der Erfolg meiner Briefe allmählich auf die Nerven ging? Solange ich in den Zwanzigern war, wurden sie offenbar noch als romantische Grußbotschaften eines poetisch veranlagten Helden entgegengenommen, als hervorragendes, aber noch irgendwie normales, Liebeszeichen. Als ich aber die Dreißiger erklommen hatte und mich in einem Alter befand, wo kein Mensch mehr für irgend etwas Zeit hat und am wenigsten für Briefe, wo die Handschriften der Erfolgreichen bereits zu verkümmern beginnen, wo Frauen nicht mehr viel von den Männern erwarten als die Bestätigung dessen, dass sie gefühllose geile Böcke sind, als ich in diesem Alter war und immer noch meine Briefe schrieb, kannte das Entzücken der Frauen kein Halten mehr. Ich hatte das Gefühl, durch meine Briefe zum wandelnden Anachronismus zu werden. Wo kein Mensch mehr schrieb, wo alles nur noch telefonierte, schrieb ich mit leichter Hand seitenlange Briefe. Wie rührend. Wie liebenswert. Ich glaube es war ganz egal, was ich schrieb, Hauptsache es schrieb einer, das war schon toll genug. Diese wunderbaren Briefe! Glaubt mir, ich konnte das Lob nicht mehr hören. Bloß, weil kein Schwein mehr vernünftige Briefe schrieb, hatte ich den großen Erfolg. Ich deckte mit meinen Briefen das poetische Defizit frustrierter Frauen. So war es wohl. Ich will aber nicht wegen meiner Briefe geliebt werden, sondern wegen mir. Bestehe ich nicht aus Fleisch und Blut? Ich hatte das Gefühl, meine Teuerste, dass einigen Frauen meine Briefe wichtiger waren als meine Anwesenheit. Nahm man mich nur in Kauf, um sich den Briefeschreiber zu bewahren? Dieser völlig unüberprüfbare Verdacht ließ mich nicht los. Ich begann auf meine eigenen Briefe eifersüchtig zu werden.

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