Wenn er nach einer Taufe oder Trauung durch den Garten ging, konnte es geschehen, dass er im Anzug und mit guten Schuhen gleich einmal ein paar Reihen umgrub, bevor unsere Mutter ihn zur Ordnung rief und darauf bestand, dass er die Sachen wechselte. Wenn Vater mir als Kleinkind einmal die Nase putzte, fiel mir der besondere Geruch seines Taschentuches auf, der mir in Erinnerung blieb, und den ich mir nicht erklären konnte. Auch ich hatte als Pfarrer große Gärten zu bewältigen, was mir recht und schlecht gelang. Und Vater sagte zu mir, wenn er einmal zu Besuch war mit leichter Geringschätzung in der Stimme: „Du mit deinem Öko-Garten…“ Viele Jahre später war es. Ich hatte eine meiner Gartenhosen zwei Jahre nicht benutzt und wollte sie ausmustern. Ich griff in die Taschen, um mögliche Inhalte heraus zu nehmen, fand auch ein Taschentuch und führte es prüfend an meine Nase. Da war er wieder, der Geruch meiner Kindheit. Es roch so wie einst das Taschentuch meines Vaters! War ich ihm also doch noch auf die Schliche gekommen…!
Dass ich das erlebte (S) Dass ich das erlebte ( S )
David David Dessen Findung fast schief gegangen wäre. (Sind das der Knäblein alle?) Der Hirtenjunge, über den Samuels Salböl sich ergoss. Erwählt. Erwählt! Der junge Mann mit der Schleuder gegen Hohn und Übermacht. (Schon hielt er das Blut tropfende Haupt Goliaths in die Höhe.) Der mit der Harfe gegen Sauls Depressionen anspielte, und dessen Speer ihn fast getroffen hätte. Der Räumerhauptmann, der sich auf den Thron putschte. Der Stratege, der Jerusalem zur Hauptstadt machte, die Lade heimholte und so eine geistliche Mitte schaffte. Der Spanner mit dem geilen Blick auf Bathseba, die Schöne. Der König, der des Nachbarn Weib sich ins Bett zerrte. (Vielleicht ging sie ja willig mit?) Der Monarch, der seine große Schuld zu kaschieren suchte und einen feigen Mord plante und durchführte. (Schnell zog eine Sünde die nächste nach sich.) David, der sich sein Urteil selbst sprach. „Er ist des Todes!“ Der Nathans Worte hören musste: „Du bist der Mann!“ Der Reue zeigte, und dem alle Schuld vergeben wurde. Doch das Kind der Unzucht musste sterben. Das Kind der Ehe durfte leben, Salomo, Sohn und Nachfolger auf dem Thron David’s Soll ich einen solchen Mann achten? Soll ich mich darüber freuen, dass Jesus als Davidide gilt? Oder sollte ich, wenn Gott vergibt, nicht auch vergeben?!
Die alten Pfarrersleut Die alten Pfarrersleut Refr.: Ja so warn’s, ja so warn’s, ja so warn’s, ja so warn’s die alten Pfarrersleut. Ja so warn’s, ja so warn’s die alten Pfarrersleut. Melodie: Ja so warns, die alten Rittersleut … Zum 70. Geburtstag von Bruder Friedemann 1 In der guten, alten Zeit, gab es brave Pfarrersleut, ganz von altem Korn und Schrot. Leider sind die meisten tot. 2 Und das Kleid des Pfarrers war/ schwarzer Rock nur immerdar. Trug ihn draußen und zuhaus, zog ihn nur zum schlafen aus. 3 Niemals gab es Spott und Hohn. Pfarrer war Respektsperson. Mancher freche Konfirmand spürte seine harte Hand! 4 Seine Frau, stets dienstbereit, hatte für den Gatten Zeit. Mit der Zwiebel auf dem Kopf rührte sie im Suppentopf. 5 So ein gutes Pfarrespaar hatte eine Kinderschar, zahlreich wie der Sand Meer, ein zwei Dutzend und noch mehr. 6 In dem Pfarrhaus, groß und weit, herrschte die Gemütlichkeit. Für die Arbeit allemal gab’s ein Haufen Personal. 7 Um die Zeit sich zu vertreiben, tat ein Pfarrer Bücher schreiben, Rosen züchten, Bienen halten-, ja, sie hattens gut die Alten. 8 Hatt’ ein Pfarrer den Katarrh, -damals war’n die Mittel rar-, hat er der Natur getrotzt, hat geräuspert, g’schneuzt und gerotzt. 9 Und der Bruder Friedemann, rund und fest fühlt er sich an, sitzt am Morgen schon und schreibt, denn er weiß: „Wer schreibt, der bleibt!“ 10 Und der Pfarrer Rüdiger, sein Leben lang Kirchen baute er; fragt Kollegen mit Gewörche: „Habt ihr nicht ‚ne kaputte Kirche!?“ 11 Und der Pfarrer Martin Steiger, liebe, liebste Briefe schreibt er. Unversehns, man glaubt es kaum, kriegst du eine draufgehaun! 12 Und der Bruder Michael, selten einmal guckt er scheel; meistens ruft er ohne Föhn: „Das ist, das ist, das ist schön! 13 Und der Pfarrer Neumann, Ingo; selten nur spielt er mal Bingo. Saß zumeist am Bett von Kranken. Niemals tat er heimwärts wanken! 14 So ein alter Pfarrersmann, der kam immer pünktlich an . War er wirklich mal zu spät, lag er sicher tot im Bett. 15 G’horsam war des Pfarrers Pflicht, Widerspruch, den kannt er nicht. Wenn der Chef ihn angebrüllt, hat er sich geehrt gefühlt. Alle: Solche braven Pfarrersleut gibt’s nicht mehr seit langer Zeit. Nur die Geister von denselben spuken nachts in den Gewölben. (Die Verse 1-8 und 14-16 gefunden bei Pfr. Bunge, Trusetal; 9-13 bei MS.)
Die Weimarer und der Gottesname
Doch, du auch!
Ein ganz besonderes Ersatzteil
Ein teurer Piss
Empfehlungen für die letzten Jahre
Enkelmund
Er ruft die Sünder (A)
Für die Empore reicht’s
Gott ist das, was uns unbedingt angeht (S)
Habt ihr’s schon gehört? (S)
Verse:
I am a Senior
Ja, Gott ist meine Rettung
Jeremias Nikolaus Wilhelm Kühne, JOHANNES BOLTE Versuch einerRehabilitierung
Juliane von Tal
Kanngießer
Kraftprobe
Lachsforellen
Lobe den Herrn, meine Seele,
Lob, Preis und Dank sei dir, o Gott (L)
Mindestanforderungen bei der Pflegealter Menschen
Österlicher Ruf
Predigt zum 06.10.2012
Predigt über 1 Mose 8,1-12
Psalm 126
Robert aus Bozen
Rollentausch?
Segen
Später Mai
Sturz
Taubengeschichten
Unser Vater
Vaters Abschied
Und sind doch hier nur Gäst (K)
Warum hat sie keinen Schirm?
Wegweisung
Weihnachtlicher Ruf
Weihnachtspredigt 2013
Zigarren
Kurzbiografie
Wir kommen vom „Forum am Vormittag“ und überqueren die Straße. Ich gebe zu, nicht groß geschaut zu haben. Zu hören war nichts, und wer fährt schon bei Schneematsch mit dem Rad?
Da fallen obige Worte: „Augen auf, Alter!“ Er fuhr mit ziemlichem Tempo an uns vorbei. Er hätte ja auch bremsen und es bei „Augen auf!“ belassen können.
Doch so kränken mich seine Worte. Ich denke: gerade ihr Weimarer Studenten, von denen 10 von 100 abends ohne Licht fahren! Und ich denke: „Was ihr seid, das waren wir. Was wir sind das werdet ihr!“
Doch das reicht mir noch nicht, und ich schicke ihm noch in Gedanken nach: „Die Knochen sollst du dir brechen, alter Sack!“
Dabei weiß ich genau, dass ich der alte Sack bin!
Früher, sagen wir vor dem 2. Weltkrieg, hatte jedes Dorf mit Kirche auch einen eigenen Organisten. Wenn es nicht der Lehrer war, der die Orgel schlug, dann war es einer der Handwerker. So auch in unserem Dorf, das eine Bahnstation hat und an der Strecke zwischen Erfurt und Magdeburg liegt.
Es könnte sein, dass er Hermann Schilde hieß. Ich will mich nicht festlegen. Auf jeden Fall war er auch Pianist in der Dorfkapelle, die zum Tanze aufspielte. Und es war spät geworden, bevor er ins Bett gekommen war. Sonntagmorgen saß er aber wie immer auf der Orgelbank. Nach dem Motto „Dienst ist Dienst, und Schnaps ist Schaps.“ Doch konnte er nicht verhindern, dass ihm die Augen zufielen, kaum dass der Herr Pfarrer mit seiner Predigt begonnen hatte. Der Bälgetreter sah es mit Sorge. Aber zunächst machte es ja nichts, solange der Organist nicht zu schnarchen begann. (Vom jungen Johann Sebastian Bach wird berichtet, dass er während der Predigt sogar auf einen Schoppen Wein ins nahe gelegene Gausthaus ging. Damals predigten die Pfarrer allerdings deutlich länger als heute. Doch übel genommen hat man das dem Herrn Kantor auf jeden Fall. Und als er schließlich seinen Urlaub deutlich überzog, weil er in Lübeck Dietrich Buxtehude hören wollte, da war das der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.)
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