Aus genau diesem Kontext; aus genau dieser Perspektive der Auschwitz-Schuldenstands-Waagen-Anzeige – aus der Perspektive des aktuellen Nazi-Schuld-Tilgungs-Kontostandes des deutschen Volkes – ergibt die von Angela Merkel angedrohte Verstoßung ihrer Kinder plötzlich „Sinn“: Sinnbildlich gesehen wird so jeder „gerettete Flüchtling“ ein entlastendes Gewicht auf der Waage der deutschen Schuld und moralischen Verpflichtung. Und die Kanzlerin ärgert sich, dass die Deutschen nicht genug auf die Waage packen wollen.
Angela Merkel verhält sich in ihrer Inszenierung vom 15. September 2015 so, als drohe die deutsche Schuldwaage in Richtung „Nichts aus der Nazi-Zeit gelernt“ zu kippen. Das ist der eigentliche demoralisierende Subtext, den Angela Merkel kommuniziert:
„In Wahrheit habt ihr Deutschen eben doch nichts aus der Nazi-Zeit gelernt! Wenigstens nicht bis jetzt.“ Die Kanzlerin scheint das Deutschlandbild eines Volkes auf Bewährung zu haben. Die Ablehnung der Flüchtlinge schein aus ihrer Sicht ein Verstoß gegen die Nazi-Schuld-Bewährungsauflagen zu sein. Das ist die emotionale Botschaft, die die Kanzlerin am 15. September 2015 ausgesendet hat: ein Volk auf Bewährung, das ihr – der Kanzlerin – eigentlich nicht würdig ist, weshalb sie – die Kanzlerin – öffentlich mit dem Gedanken spielt, sich von diesem Volk zu trennen.
Dass sie selbst Deutsche ist, scheint die Kanzlerin dabei völlig zu vergessen. Na gut. Dadurch kommt wenigstens eine humoristische Komponente in das Trauerspiel. „Nicht mehr mein Volk“ ist also auch absurd und unüberlegt. Angela Merkel kommt zudem schon von ihrem äußeren Erscheinungsbild optisch sehr deutsch rüber.
Was Angela Merkel vor den Augen der Weltöffentlichkeit getan hat, ist trotz manch ulkiger Nebenaspekte aber dennoch das Drohen mit der Kündigung. „Nicht mehr mein Volk“ riecht nach Verrat und nach dem unmittelbar bevorstehenden Ende der Beziehung. Man kann es zudem auch so sehen, dass die Kanzlerin das deutsche Volk vor der Weltöffentlichkeit lächerlich gemacht hat, denn Merkels Subtext war auch der, dass das deutsche Volk austauschbar ist. „Nicht mein Volk“ heißt auch: „Dann suche ich mir ein anderes Volk!“
Dass das deutsche Volk angesichts solcher Szenen nur kurz zusammenzuckt und gleich wieder zur Tagesordnung übergeht, lässt einen ungläubig staunen.
Überhaupt: Wer oder was ist dann eigentlich Angela Merkels wahres Volk? Wer oder was ist ihr „Volk des Herzens“? Auch diese Frage ist offensichtlich, so abwegig sie auch klingen mag. Wohin also würde die Dame aus der Uckermark ihre Schritte lenken, wären wir nicht mehr „ihr“ Volk? Hat die Dame ein Reserve-Volk? Oder lebt sie geistig schon in Sphären, in denen es sowieso keine Völker mehr gibt?
Wie gesagt: Es geht hier nicht um die Kanzlerin. Sie ist nur Zeichen der Zeit. Worum es hier geht, ist Deutschland. Und Deutschland befindet sich zurzeit psychologisch, politisch (im Rahmen der EU) und demografisch in einem Auflösungsprozess. Die im September 2015 losgetretene und noch heute medienpräsente Flüchtlingskrise veranschaulicht den Auflösungsprozess in drastischer Form; in einer Form, die kein Deutscher mehr ignorieren kann. Jeder Bürger spürt jetzt, dass sich Deutschland sehr bald grundlegend und irreversibel verändern wird, wenn die Zuwanderungszahlen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten mehrere 100.000 pro Jahr betragen werden.
Laut Statista.com wurden in der Zeit von 2014 bis 2017 in Deutschland rund 1,6 Millionen Asylanträge gestellt, macht im Schnitt 400.000 pro Jahr. 9In den Jahren 2010 bis 2013 kamen im Schnitt auch 300.000 Flüchtlinge/Zuwanderer pro Jahr; macht im Schnitt von 2010 bis 2017 jedes Jahr rund 350.000; Illegale nicht mitgerechnet.
Zugegeben: Eine Auflösung Deutschlands muss ja grundsätzlich nichts Negatives sein, vorausgesetzt, Deutschland würde sich in einem besseren Großen auflösen. Sieht man sich jedoch die wirtschaftliche Lage in Gesamteuropa an, dürfte eine wirtschaftliche Auflösung Deutschlands seinen Untergang bedeuten. Dasselbe gilt für das geopolitische Umfeld Deutschlands. Wenn Deutschland sich auflöst, werden wir Deutsche uns nicht im Nirwana oder in einem himmlischen Paradies wiederfinden, sondern in irgendeiner ganz realen Welt; eine ganz reale Welt, die noch mehr geprägt sein wird von den Problemen der Welt. So ist das nun mal, wenn man seine Grenzen beseitigt: Das Fremde wird zur Normalität, die Welt rückt einem auf den Pelz.
Und irgendwann, wenn der Immigrantenanteil dann landesweit die 30 Prozent überschritten hat, wird die bei uns wohnende Welt kommen und zu uns sagen:
„Wie bitte? Ich soll mich integrieren, mich anpassen? Ich bin die Welt. Ich bin viel größer als ihr. Nein. Ich werde mich nicht integrieren! Schluss damit. Akzeptiert mein Fremdsein. Und überhaupt: Was ist schon deutsch? Heute sind wir 30 %. Und in wenigen Jahren stellen wir die Mehrheit.“
Spannend wird es nicht erst, wenn die Migrationshintergründigen die Mehrheit in Deutschland stellen, sondern schon dann, wenn sie glauben, eines Tages die Mehrheit zu sein .
In dieser ganz realen neuen Welt würden die Deutschen irgendwann nicht mehr über genug innere Kraft verfügen, um wichtige Dinge in ihrem Leben zu ändern. Irgendwann käme der Punkt, ab dem die Deutschen ohnmächtig den Veränderungen in ihrem eigenen Land zusehen müssen.
Wohin geht die Reise für Deutschland?
Die Frage lautet also: Wohin geht die Reise für Deutschland, und damit auch für Europa? Diese Frage stellt sich so drängend wie nie seit 1945.
Angesichts all der gegenwärtigen Unsicherheiten und globalen Trends (globale Schuldenkrise, Krise im Euro-Raum, Nahostkrise, Donald Trump und die Spaltung der USA, Klimaerwärmung, Nordkorea, die Spannungen mit Russland und mit der Türkei etc.) kann man sich eine Fülle von Katastrophenszenarien ausmalen.
Ich selbst habe mich in den zurückliegenden Jahren intensiv mit solchen Katastrophenszenarien beschäftigt, und zwar aus Sicht der traditionellen übersinnlich inspirierten europäischen Prophetie, oder einfacher formuliert: das, was Hellseher und Prophezeiungen in den letzten Jahrhunderten über die Zukunft Europas vorausgesagt haben. Die schlechte Nachricht dabei ist, dass wir uns – wenigstens bisher – allem Anschein nach mehr und mehr einem prophezeiten allumfassenden Katastrophenszenario nähern (Finanzcrash, Unruhen, Krieg – auch in Mitteleuropa – und Naturkatastrophen, siehe ab „Sie werden euer Geld töten.“). Die gute Nachricht ist, dass es nach den Katastrophen in Europa eine lange Zeit des Friedens und einer kulturellen und geistigen Blüte geben soll.
Hinweis zu dem Begriff traditionelle europäische Prophetie :
In diesem Buch verwende ich immer wieder den Begriff traditionelle europäische Prophetie.Damit bezeichne ich das, was von tatsächlichen oder vermeintlichen europäischen Hellsehern seit etwa dem Jahre 1000 bis etwa 1990 überliefert ist.
Der Begriff traditionelle europäische Prophetie ist im Wesentlichen eine Abgrenzung gegenüber der maßgeblich aus den USA bzw. dem angelsächsischen Raum inspirierten New-Age-Prophetie,deren Vertreter behaupten, die „alten Prophezeiungen“ – also die traditionelle europäische Prophetie – sei überholt, da inzwischen Dinge eingetreten sind, die die alten Seher nicht hätten voraussehen können.
Licht am Ende des Tunnels
Eben weil sich derzeit geopolitische Gefahren immer deutlicher abzuzeichnen scheinen, scheint es wichtiger zu werden, eine Vision vom Licht am Ende des Tunnels zu haben. Um eine solche Vision geht es in diesem Buch.
Mir als deutschsprachigem Autor geht es dabei vor allem um das Licht am Ende des Tunnels aus der Perspektive der Deutschen. Es geht mir um ein überzeugendes Bild einer deutschen (und österreichischen ) Zukunft.
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