Zoe Katharina - Zoe heißt Leben

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Nach dem Abitur und während einer Ausbildung als Bootsbauerin meldet sich die 20-Jährige Zoe bei der Organisation «Jugend rettet», um auf einem Schiff im Mittelmeer Geflüchteten das Leben zu retten. Ihr Einsatz auf der Iuventa wird zu einer existenziellen Grenzerfahrung, auf die Zoe nicht vorbereitet ist: Konfrontiert mit Panik, Krankheit und Tod von Flüchtlingen hat sie vor allem mit ihrer eigenen Wut und Hilflosigkeit angesichts dieser Tragödie im Mittelmeer zu kämpfen. Erst recht, als gegen sie und weitere Crew-Mitglieder wegen Beihilfe zur illegalen Einreise ermittelt wird.
Die ergreifende und hochaktuelle Geschichte einer jungen Frau, die für Gerechtigkeit und Menschlichkeit kämpft – auch wenn sie sich dabei in Gefahr begibt.
>> erster ausführlicher Erfahrungsbericht zur Seenotrettung im Mittelmeer
>> eine junge Frau kämpft für die Menschlichkeit
>> packend erzählt

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Während Sophie sprach, erfüllten Mateo und ich unseren Auftrag: die Sicherung des zu rettenden Bootes. Wir sollten alle Passagiere aufmerksam im Blick behalten und sofort handeln, falls einer ins Wasser rutschte oder Unruhe entstand. Gleichzeitig mussten wir unsere »Centifloats« möglichst dicht in die Nähe des Schlauchbootes bringen – für den Fall der Fälle. Wenn das sogenannte »Shuttlen« begann, mussten wir so lange die Lage bewachen, bis auch der letzte Bootsinsasse auf die Iuventa gebracht wurde oder gegebenenfalls auf ein anderes Schiff.

Wie sollte ein von den Strapazen der Flucht ausgelaugter Flüchtling oder ein Kind die Kraft aufbringen, sich im Wasser an den Haltegriffen der Centifloats festzuhalten?, fragte ich mich besorgt. Und was war mit den Babys?

Sophie sprach langsam und deutlich, obwohl sie aus Irland kam. Sie gab sich richtig Mühe, verständlich Englisch zu reden. Mittlerweile hatte sich im Boot ein junger Mann gefunden, der einigermaßen Englisch sprach und übersetzen konnte. Es war enorm wichtig, nur einen Ansprechpartner auf den Booten zu haben, um Aufregung und Stimmengewirr zu vermeiden. Sophie fragte, wie viele Frauen und Kinder an Bord seien und ob es schon Tote oder Schwerverletzte gab. Die Antwort wurde sofort an die Iuventa-Brücke weitergeleitet, damit die Crew an Deck sich vorbereiten konnte. Sophie erklärte, wie man eine Schwimmweste anzog, und fing anschließend an, so schnell sie konnte, Rettungswesten aus den großen roten Bags hervorzuholen und auszuteilen.

Ich hatte es inzwischen geschafft, die langen Centifloats parallel zum Flüchtlingsboot zu positionieren, jetzt scannten meine Augen das Schlauchboot ab. Es war höchstens zehn Meter lang und zweieinhalb Meter breit. Unter normalen Umständen würden damit nur wenige Leute fahren dürfen. Hier quetschten sich über hundert Menschen dicht aneinander. Würden sie alle ins Wasser fallen, wüsste ich nicht, ob die Centifloats für alle reichen würden. Ich zählte schnell durch: 120 Personen – es waren so viele wie fünf Schulklassen, eine ganze Jahrgangsstufe auf meiner alten Schule.

Kurz vor meiner Geburt hatten sich meine Eltern auf zwei Vornamen geeinigt: Am liebsten hätten sie mich Katharina genannt, wie Katharina die Große und Starke. Aber das Mädchen, das an einem Julitag etwas zu früh den Bauch seiner Mama verließ, war zu schmächtig und zart für diesen mächtigen Vornamen. Also wurde ich Zoe genannt, griechisch für »Leben«.

Nun stand ich breitbeinig auf diesem schaukelnden Motorboot mitten im Mittelmeer, kurz vor meinem 21. Geburtstag, und sicherte Schlauchboote von in Not geratenen Menschen. Was mich wohl in den kommenden Tagen noch erwartete?

Bis ein Boot mit achtzig oder hundert Insassen fertig »geshuttlet« ist, können bis zu zwei Stunden vergehen. Doch während meiner ersten Einsätze verging die Zeit wie im Flug. Als die letzte Fuhre mit Geretteten Kurs auf die Iuventa nahm, rief mir Mateo etwas zu, was ich nicht sofort verstand.

»Zeit zum Trinken!«, wiederholte er, öffnete weit den Mund und setzte als ein Zeichen den Daumen an. Er erinnerte mich, dass wir Flüssigkeit zu uns nehmen sollten, wie aufmerksam von ihm! Bei den Vorbereitungstrainings wurden wir ausdrücklich gewarnt, weder zu trinken oder zu essen, wenn die Flüchtlinge auf den Booten saßen und uns sehen konnten – aus Rücksicht, aber auch zur eigenen Sicherheit. Erst jetzt merkte ich, wie aufgeheizt mein Helm und wie ausgetrocknet meine Kehle war. Die Sonne hatte richtig Power, obwohl es nicht mal 10 Uhr morgens war.

»Gute Idee, das mit dem Trinken!«, rief ich zurück und hob ebenfalls meinen Daumen zum Mund. Wir holten jeder unsere Wasserflasche aus dem wasserdichten Rucksack, den man stets bei sich hatte.

Wie oft wir uns das Trink-Zeichen an diesem Tag noch gaben, kann ich nicht sagen. Irgendwann hört man auf, die Einsätze zu zählen. Wir hatten reichlich zu tun, sowohl an diesem ersten Tag wie auch in den verbleibenden zweieinhalb Wochen, in denen Tausende Flüchtende gerettet werden konnten, bevor sie von anderen Schiffen an einen sicheren europäischen Hafen gebracht wurden.

So jedenfalls sah unsere Hoffnung aus.

Couscous und Gummibärchen

Meine Kabine lag auf dem untersten Deck, tief im Bauch der Iuventa, neben dem Maschinenraum. Obwohl ich keine Platzangst habe, reiße ich mich nicht darum, in einem fensterlosen Raum zu übernachten. Aber an diesem langen Tag, nachdem wir gefühlt über zehn Boote gerettet hatten, genoss ich es, in der stillen und dunklen Kammer meine Beine auszustrecken. Mateo und ich durften eine Pause einlegen, bevor der nächste Rettungsalarm losging. Denn die Sonne war noch lange nicht untergegangen.

Ich musste eingedöst sein, als mich ein sanftes Klopfen auf die Schulter weckte. Es war Lena: »Wir brauchen ein paar helfende Hände in der Küche.«

Wahrscheinlich war das Rhib noch dabei, die Geretteten auf andere Schiffe zu verteilen. Ich rechnete damit, dass wir für höchstens dreißig bis vierzig Übriggebliebene Essen zubereiten mussten.

Als ich auf das offene Deck hinaustrat, wurde ich vom Sonnenuntergang geblendet. Ich blinzelte – erst beim zweiten Hin­sehen begriff ich, dass es die golden schimmernden Rettungsdecken waren, die das Licht reflektierten. Wohin mein Blick auch reichte – Körper neben Körper auf dem nackten Deck, notdürftig gewärmt von den glänzenden Rettungsfolien.

Die Hitze hatte abgenommen und eine auffrischende Abendbrise wehte mir entgegen. Hatte ich so lange geschlafen, dass noch mehr Boote gerettet wurden, und zwar ohne die Lilly? Wieso waren hier so viele Menschen?

»Sind viele neue Flüchtlinge dazugekommen?«, fragte ich Lena.

»Nein, sieht nur so aus. Es haben sich noch keine Schiffe gemeldet, die unsere Leute nehmen können. Erst wenn unsere Schiffsgäste länger als ein paar Stunden bei uns an Bord bleiben, müssen wir kochen. Alles andere wäre viel zu aufwendig. Wir sind nur ein Erstversorgungsschiff.« Es gefiel mir, dass Lena die geretteten Flüchtlinge als Schiffsgäste bezeichnete. Gleichzeitig ärgerte ich mich, dass ich auch nach zwei Tagen auf der Iuventa immer noch nicht wusste, dass jeder Mensch, der in friedlicher Absicht unser Schiff betritt, den Status eines Gastes hat. In Deutschland war nur der Begriff »Flüchtling« geläufig, fast wie in Stein gemeißelt wurde er verwendet – ob ich das für mich ändern konnte?

Die Schiffsküche lag ein Stockwerk tiefer als die Brücke, aber auf der gleichen Ebene des Hauptdecks. Um zu ihr zu gelangen, mussten wir einmal das Deck überqueren. Aber wo trat man hin? Überall saßen oder lagen Frauen, Kinder, Männer, erschöpfte Menschen mit ausgestreckten Armen und Beinen, dicht nebeneinander. Lena merkte mein Zögern und flüsterte mir zu: »Komm, ich gehe vor.«

»Hallo! Hi! Wie geht’s euch?«, bahnte sie sich lächelnd den Weg, und siehe da – die Menschen lächelten müde zurück und machten Platz, wir kamen vorwärts. Während ich zwischen abgestützten Händen, nackten Füßen und angewinkelten Beinen balancierte, versuchte ich, irgendein Gesicht wiederzuerkennen. Mit Erschrecken stellte ich fest, dass mir das nicht gelang. Dabei hatte ich doch bei allen Booten höllisch aufgepasst, dass keiner ertrinkt, und auch beim Umsteigen aufs Schiff habe ich vielen der Personen, die jetzt hier saßen, die Hand hingehalten. Wieso erkannte ich keinen einzigen Gesichtszug? Hatte ich etwa einen eurozentrischen Blick, sahen für mich alle Menschen aus Afrika gleich aus? Das beunruhigte mich.

»Das geht vielen so!«, erklärte mir Lena, als ich ihr beim Kochen davon erzählte. »Das ist eine normale Reaktion. Unser Gehirn ist darauf getrimmt, in extremen Situationen nur das wahrzunehmen, was Vorrang hat. Das ist unsere Fähigkeit, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.« Eine plausible Erklärung, die mich entlastete. Man sah, dass meine Mitbewohnerin viel Erfahrung in der freiwilligen Rettungsarbeit hatte. Sobald Zeit wäre, würde ich sie fragen, wo sie schon überall gearbeitet hat. Ich wusste nur, dass sie keine Erfahrung mit Schiffen hatte und dies ihre erste Mission auf der Iuventa war.

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